Klassiker

A idade da terra (1980)
Glauber Rocha
Brasilien
152′
Symphonie in Bild und Ton Dieser 1980 am wieder geborenen Filmfestival von Venedig erstmals präsentierte und heftigst debattierte Film wurde zum Vermächtnis des jung verstorbenen Glauber Rocha, der notierte: «A idade da terra (Das Alter der Erde) ist die Zerlegung der Erzählsequenz, ohne dass dabei der infrastrukturelle Diskurs verloren geht, der die repräsentativsten Zeichen der dritten Welt materialisieren soll.» Bühne sind die drei wichtigsten Städte Bahia, Brasília und Rio. Der Film, sagte Rocha selber, «bietet eine Symphonie in Bild und Ton an oder ist eine Anti-Symphonie, die die wesentlichen Probleme in den Hintergrund stellt. Dieser Film kann nur so eingeordnet werden: Er ist mein Porträt neben dem Porträt Brasiliens.» Der Film ist, wie jemand in der Imdb schreibt, kein Werk für ein Publikum, das experimentelle und kontroverse Arbeiten scheut. Wer Glauber Rocha und seine Radikalität schätzt, wird diesen Film als das sehen und verstehen, was bei seiner Uraufführung in Venedig mit Händen fassbar war: Der Film ist ein einziges Aufbäumen, das zum letzten Aufbäumen Glauber Rochas werden sollte: Der engagierte und enragierte Brasilianer, der das "Cinema Novo" massgeblich geprägt hat, starb 1981 an den Folgen einer Lungeninfektion.
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A Touch Of Zen (1971)
King Hu
Taiwan
179′
Der junge Ku Shen Chai ist ein Künstler im China der Ming-Dynastie. Er lebt nahe einer verlassenen Festung, in der es spuken soll. Mysteriöse Geräusche locken ihn an, und er trifft auf die bildhübsche Yang Hui Ching, die da mir ihrer Mutter lebt. Der märchenhafte Spielfilm ist das stilbildende Meisterwerk des Wuxia-Genres, Vorbild von späteren Erfolgen wie «Crouching Tiger, Hidden Dragon» von Ang Lee.
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Akasen Chitai - Die Strasse der Schande (1956)
Kenji Mizoguchi
Japan
86′
Fünf Frauenschicksale aus dem Bordellviertel Tokyos in den 1950er Jahren stehen im Zentrum des letzten Films von Kenji Mizoguchi, der die Mehrzahl seiner Werke der historischen und sozialen Situation japanischer Frauen widmete. Das Thema ist mit gesellschaftskritischem Engagement, menschlicher Anteilnahme und unspekulativer Offenheit gestaltet.
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Al asfour - Der Sperling (1972)
Youssef Chahine
Ägypten
102′
Der «Sperling» fasziniert mit seinen parallel verlaufenden Handlungssträngen. Die verschiedenen Wege, einem verbrecherischen Geschäftemacher zu begegnen, namentlich durch einen Polizeioffizier und einen Journalisten, sind letztlich nur Spuren, die zur Spitze eines Eisbergs führen: der Korruption der ägyptischen Gesellschaft am Vorabend des Sechstage-Kriegs. Aus der Situation von Krieg und Niederlage sowie dem Rücktritt Nassers zeigt Chahine die wahren Gründe für das vorprogrammierte militärische und politische Desaster auf. Wurde das Volk vom seit 1954 regierenden Nasser nicht belogen? Woher rührte die damalige tiefe Zerrüttung Ägyptens? Was haben in diesem Land die Menschen getan, was gedacht, als sie mit der Niederlage und Nassers Ende konfrontiert wurden? So wie Chahine hier den objektiven Filmspiegel formal zersplittert, besitzen auch die Realität und die Antworten auf diese Fragen mehr als nur ein Gesicht. Mit ein Grund dafür, dass der 1971 gedrehte Film ins Räderwerk der Zensur geriet und erst 1974 von Sadat für öffentliche Vorführungen freigegeben wurde und dies ausgerechnet während des Ramadan, mit einer einzigen Vorführung pro Tag.
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Banshun - Später Frühling (1949)
Yasujiro OZU
Japan
108′
Die 27jährige Noriko lebt mit ihrem verwitweten Vater, einem Universitätsprofessor, in einem kleinen Haus im Norden Kamakuras. Er arbeitet an der Fertigstellung eines wissenschaftlichen Manuskripts, wobei ihm sein Assistent Hattori hilft. Professor Soniyama macht sich Gedanken um das Wohlbefinden seiner Tochter und schlägt ihr eines Tages vor, Hattori zu heiraten. Ihre Tante Masa, die Schwester des Professors, ist die nächste, die sich als Kupplerin versucht und Noriko dazu drängt, Herrn Satake zu treffen. Obwohl dieser Noriko sympathisch ist, weist sie alle Heiratspläne zurück. "Eines von Ozus Lieblingsthemen sind die gegensätzlichen Vorstellungen und die daraus resultierenden Reibungen innerhalb der Familie, trotz großer gegenseitiger Zuneigung und Loyalität. Diese Familienkonflikte und die zwischen Eltern und Kindern entstehenden Probleme führen unweigerlich zu einer Art von Trennung. Im Falle von Noriko wird ihre Heirat diese Trennung nach sich ziehen, in anderen Ozu Filmen kann der Wegzug aus beruflichen Gründen der Auslöser sein. Auf der einen Seite stimmen diese Ereignisse Ozu traurig, auf der anderen Seite ist ihm bewusst, dass sie unvermeidlich sind. Dieses Bewusstsein für die dem menschlichen Dasein innewohnende Traurigkeit und Flüchtigkeit ist es, das die Japaner mono no aware’ nennen." Beverly Bare Buehrer
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Barravento (1962)
Glauber Rocha
Brasilien
81′
Glauber Rochas Erstling Die Fischer in einem Dorf in Bahia an der Nordküste Brasiliens müssen ihr Netz von einem Händler mieten und dafür 90 Prozent des Fangs abgeben. Mehr noch: Der Netzbesitzer droht ihnen immer wieder, ihr Arbeitsgerät zu entziehen. Ganz ähnlich wie zwei Jahre später in «Deus e o Diabo na Terra do Sol» rebelliert die schwarze Gemeinschaft nicht, sie erträgt die Ausbeutung durch den weissen Gauner im Glauben, dass ihr eines Tages die Götter aus der Not helfen werden. Firmino, ein junger Mann mit neuen Ideen, der aus der Stadt in sein Dorf zurückgekommen ist, rebelliert gegen den Fatalismus. Er zerschneidet das Netz der Fischer, das dem Händler gehört, um sie zur Selbsthilfe zu bewegen. Es gelingt ihm jedoch lediglich, das Bewusstsein Aruans, des irdischen Vertreters der Meeresgöttin, zu verändern. Glauber Rocha bezieht in seinem Erstling nicht nur den Rhythmus seiner Sequenzen, sondern auch das Wesen seiner Erzählung aus dem manchmal ruhigen und sinnlichen, manchmal erregten und unerbittlichen Spiel von Meer und Erde. Indem er das einfache Leben der Sklavenabkömmlinge beschreibt, verankert er seinen Film in der Wirklichkeit. Der Film gleicht einem freien, entfesselten Gedicht und packt noch heute durch die Ausstrahlungskraft seiner Bilder.
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C'eravamo tanto amati (1974)
Ettore Scola
Italien
120′
Das ist eine der schönsten Liebeserklärungen ans Kino und eine an die Italianità, ans Leben und ans Lieben. Nino Manfredi, Vittorio Gassman, Stefano Satta Flores und Stefania Sandrelli spielen die Hauptrollen in dieser Reise durch Italiens Geschichte des dritten Viertels des 20. Jahrhunderts. Figuren wie Vittorio De Sica, Federico Fellini und Marcello Mastroianni treten als sie selber auf, die beiden letzteren bei den nachgestellten Dreharbeiten zu "La dolce vita" am Trevibrunnen in Rom mit jener unvergesslichen Szene, in der die Anita Ekberg ins Wasser steigt. Wir folgen in Ettore Scolas filmischer Perle dem Lebensweg dreier Freunde im Italien der Nachkriegsjahrzehnte und erleben, wie Menschen sich über die Zeit hinweg entwickeln können. Der Film blendet aus der Zeit seiner Entstehung zurück in die Zeit der Resistanza, um kaleidoskopartig unter anderem die Geschichte der italienischen Linken zwischen Utopie und Anpassung zu entfalten und über eine der Figuren auch die Geschichte des italienischen Kinos. "C'eravamo tanto amati" (Wir haben uns so sehr geliebt) ist ein Film, der ans Herz geht und der uns gleichzeitig ein Land und seine Menschen über eine lebensnahe Erzählung nahe bringt. Eine schwungvolle, unterhaltsame, elegante Tragikomödie, die ihren bitteren Tenor mit satirischen Zwischentönen ausbalanciert. Walter Ruggle
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mit Bonus
Cairo Station (1958)
Youssef Chahine
Ägypten
73′
Bonus:
Melodram und Krimi, Sozialdrama und Liebesgeschichte in einem, ist der 1958 entstandene meisterliche Spielfilm des ägyptischen Regisseurs Youssef Chahine ganz auf dem Bahnhofsgelände angesiedelt. «Hinter den 7 Gleisen» sozusagen auf arabisch, packend inszeniert und frisch wie am ersten Tag. Der alte Madbouli ist Kioskbesitzer am Hauptbahnhof von Kairo. Eines Tages findet er einen halb verhungerten, ärmlichen Mann am Rande der Gleise. Madbouli hat Mitleid mit dem traurig blickenden, hinkenden Bauern Kenaoui und stellt ihn als fliegenden Zeitungsverkäufer an. Bei seiner Arbeit begegnet Kenaoui täglich der schönen Hanouma, die ebenfalls am Bahnhof ihren Lebensunterhalt verdient, in dem sie Reisende mit Limonade-Getränken versorgt. Kenaoui verfällt der lebensfrohen Frau und macht es sich zum Ziel, sie zu heiraten. Einsam und in obsessiver Sehnsucht, schneidet er abends in seiner Hütte am Rande des Bahnhofs leicht bekleidete Frauen aus Zeitschriften aus und behängt damit seine Wände. Obwohl er weiss, dass Hanouma bereits dem Kofferträger und Gewerkschafter Abou Serih versprochen ist, offenbart er ihr eines Tages seine Gefühle und macht ihr einen Heiratsantrag. Ihre mit Hohn und Spott getränkte Zurückweisung treibt Kenawi weiter in eine wutgeschwängerte Obsession für Hanuma. Restaurierte Version.
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Das einsame Haus am Waldesrand (1976)
Jiri Menzel
Tschechische Republik
96′
Eine Familie aus der Grossstadt entdeckt während eines Ausflugs ein altes Bauernhaus. Sie verbringt dort fortan die Ferien und würde das Haus am liebsten kaufen. Der Besitzer, ein alter Bauer, scheint einverstanden zu sein, nur möchte er den Zeitpunkt selbst bestimmen. Inzwischen gewinnen die beiden Kinder in dem alten Bauern einen guten Freund. Tom Milne schreibt in Time Out: «Nach fünf Jahren in politischer Ungnade gefallen war, war Jiří Menzel immer noch vorsichtig und vermied in Das einsame Haus am Waldesrand geschickt jegliche gefährlichen Engagements oder Interpretationsmöglichkeiten. Es ist eine federleichte Komödie über die Schwierigkeiten, als Stadtfamilie auf dem Land leben zu wollen (...). Die ausgezeichnete Kameraführung wirft einen schimmernden, sommerlichen Dunst über die feine Mischung aus Zärtlichkeit und Humor, mit der Menzel typischerweise menschliche Schwächen beobachtet - damit wird der Film zu einer magischen Beschwörung einer verlorenen, einfacheren und entspannteren Welt.»
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Das Mädchen mit der Hutschachtel (1927)
Boris Barnet
Russland
93′
Findet man das kleine Glück in der grossen Stadt? Die junge Hutmacherin Natascha, die mit ihrem Grossvater in einem winterlich eingeschneiten Vorort lebt, muss mit dem Zug vom Dorf nach Moskau pendeln, um ihre Kreationen im Hutladen der extravaganten Frau Irene abzuliefern. Diese führt Natascha gegenüber der Verwaltung als Untermieterin, um mehr Wohnraum beanspruchen zu können. Der tollpatschige Bahnbeamte umwirbt das reizende Mädchen vom Land mit seinem hinreissenden Lächeln. Sie aber geht eine Scheinehe mit dem Provinzler Ilja ein und verschafft ihm so ein Zimmer in Moskau. Mit einem scheinbar wertlosen Lotterieschein, den Irenes Gatte Natascha überlässt, werden die Verstrickungen turbulent. Stilsicher und sozialkritisch beschreibt Boris Barnet die Kontraste zwischen Stadt und Land und die neuen Lebensumstände in Moskau. Drei grosse Schauspieltalente, Anna Stén, Iwan Kowal-Samborski und Wladimir Fogel, bilden das Dreieck der Beziehungen. Ursprünglich als Vehikel zur Bewerbung der Staatslotterie bestellt, machte der Film das Studio reich und das Regie-Naturtalent Boris Barnet als Begründer der lyrischen Komödie berühmt.
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Den muso - Die Tochter (1975)
Souleymane Cissé
Mali
85′
Den Muso erzählt die Geschichte eines stummen Mädchens, das von einem Arbeitslosen vergewaltigt wird. Sie wird schwanger, was verhängnisvolle Folgen für sie und ihre Familie hat. Der Film zeichnet auch ein Bild der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation im städtischen Mali in den 1970ern, vorallem im Zusammenhang mit der Behandlung von Frauen.
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Der Bienenzüchter - O melissokomos (1986)
Theo Angelopoulos
Griechenland
117′
Die letzte Reise Der alternde Lehrer und Imker Spiros hat nach der Trennung von seiner Frau und der Heirat seiner Tochter genug vom Leben und von seiner Familie. Er tritt eine letzte Reise in den Süden an mit einem Lastwagen voller Bienenkisten. Unterwegs nimmt er eine junge Anhalterin mit, zu der eine seltsame Beziehung entsteht, die ihn jedoch nicht von seiner Todessehnsucht abbringen kann. Der Film besticht durch seine einfühlsame, melancholische Darstellung, die in erster Linie durch die ausdrucksstarken Bilder und einen sehr sensibel spielenden Marcello Mastroianni geschaffen wird. Das Alter, der schmerzliche Verlust politischer Ideale, der gnadenlose Pragmatismus der Jugend, die Sprachlosigkeit in der Ehe: All diese Themen deutet der Film mehr an, als dass er sie explizit aussprechen würde. Und dem grossartigen Marcello Mastroianni gelingt es, sich in dieser filmischen Kunst des Andeutens zurückzunehmen und zum griechischen Imker zu verpuppen. Zur suggestiv melancholischen Stimmung trägt die von Eleni Karaindrou komponierte Filmmusik bei, in der Jan Garbarek mit seinem Saxophon das tragende musikalische Thema des Films spielt. Das von Tonino Guerra beflügelte Drehbuch lehnt sich an Motive des Romans «Der Tod eines Bienenzüchters» von Lars Gustafsson an.
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Der Blick des Odysseus - To vlemma tou Odyssea (1995)
Theo Angelopoulos
Griechenland
169′
Ein Monument von Film hat der Grieche Theo Angelopoulos über Liebe, Leidenschaften und verlorene Unschuld in diesem Jahrhundert geschaffen. Mit Harvey Keitel, der wie Odysseus durch den Balkan irrt. In einer nordgriechischen Kleinstadt weilt ein in die USA ausgewanderter Filmemacher zu Besuch. Man zeigt sein letztes Werk, in dem er über Grenzen nachdachte, die sich die Menschen derzeit wieder vermehrt schaffen. Der Regisseur - er wird gespielt vom Amerikaner Harvey Keitel (Smoke) - besucht seine alte Heimat freilich aus einem anderen Grund: Er ist daran, einen Dokumentarfilm über die Gebrüder Manakis zu realisieren, die vor 90 Jahren das Kino auf den Balkan brachten und hier die ersten Filme realisierten. Vordergründig erzählt Theo Angelopoulos (Die Wanderschauspieler, Der Bienenzüchter) nun die Geschichte eines Mannes, der durch den Balkan reist, um die ältesten Filmrollen des Halbkontinents zu finden. Sie führt ihn und uns von Griechenland über Albanien, Mazedonien, Bulgarien nach Rumänien und von dort die Donau hinauf nach Belgrad, um schliesslich in Sarajewo zu landen, jener Stadt, dem Brennpunkt der europäischen Geschichte in 20. Jahrhundert. Doch dies ist nur die Oberfläche eines filmischen Ozeans, von der der Grieche gleichsam abtaucht in die unergründlichen Tiefen. Walter Ruggle
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Der Fluss Titash (1973)
Ritwik Ghatak
Indien
157′
Ritwik Ghatak erzählt in seinem Film "Der Fluss Titash" aus dem Leben eines Fischerdorfes an den Ufern des Titasch in Ostbengalen. Kiishore verliebt sich in ein Mädchen, welches kurz nach ihrer Heirat von Flusspiraten verschleppt wird. Darauf verliert Kishore den Verstand. Die junge Frau schenkt kurz vor ihrem Tod einem Jungen das Leben. Basanti, eine Frau aus dem Dorf, nimmt sich des neu geborenen Kindes an. Kaum ist der Knabe erwachsen, verlässt er sie. Der Fluss wird immer trockener und «Babus» aus der Stadt kommen ins Dorf, das von immer mehr Bewohnerinnen und Bewohnern verlassen wird. Schliesslich werden die Babus zu Landherren und machen aus dem Flussbett Reisfelder. Nur Basanti ist im Dorf geblieben, und auch ihr Leben neigt sich jetzt dem Ende zu. Ritwik Ghatak wurde am 4. November 1925 in der Stadt Dacca in Bangladesh geboren. Er arbeitete in einer Textilfabrik, begann sich für die Politik zu interessieren und war 22 Jahre alt, als Indien seine Unabhängigkeit erlangte und teilte die Freude vieler Intellektueller darüber nicht. Seine Heimat wurde in zwei Teile zerrissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ghatak zunächst Novellen zu schreiben, dann arbeitete er am Volkstheater unter anderem als Schauspieler, verfasste zahlreiche Drehbücher und realisierte mehrere Dokumentarfilme. Berühmt ist mittlerweilen seine Flüchtlingstrilogie mit den Filmen "Der verborgene Stern", "Der Fluss Titash" und "Der Fluss Subarnarekha". 1976 ist Ritwik Ghatak 51-jährig und verbittert an Alkohol und Tuberkulose gestorben.
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Der schwebende Schritt des Storchs (1991)
Theo Angelopoulos
Griechenland
136′
Theo Angelopoulos hat in seinen Filmen nie einfach Geschichten erzählt. Er weigerte sich, uns mit äusserlichen Handlungen etwas vorzumachen. Der Grieche liess Bilder sprechen, entwarf über eindringlich gestaltete Sequenzen ganze Seelenlandschaften und setzte sich mit seiner Filmsprache radikal vom verbreiteten gefilmten Theater ab. Seine Filme sind Marksteine im europäischen Kino. Natürlich gibt es auch bei ihm so etwas wie einen roten Faden, doch seine Filme leben von der Variation eines Themas im musikalischen Sinn: Im Fall von «Le pas suspendu de la cigogne» (Der schwebende Schritt des Storchs) ist es ein inzwischen noch aktuelleres: Jenes der Grenze. Ein Fernsehjournalist glaubt, in einer Flüchtlingsstadt einen Politiker ausgemacht zu haben, der vor einiger Zeit spurlos verschwunden war. Dieser (Marcello Mastroianni) hatte sich mit einer persönlichen Erklärung im Parlament verabschiedet und lediglich gesagt: «Es gab Zeiten, da herrschte Ruhe, und man konnte die Musik hören im Regen.» Seine Frau (Jeanne Moreau) sucht den Fremden auf, um zu sehen, ob er der Mann ist, mit dem sie verheiratet war. Der Film liess uns am Ende des 20. Jahrhunderts die Verfassung einer Welt wahrnehmen, in der viele unterwegs sind und nirgendwo ankommen können.
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Der Spiegel (1975)
Andrei Tarkowski
Russland
107′
Der Russe Andrei Tarkowski wollte uns in seinen Filmen nie einfache Geschichten erzählen. Er lädt uns heute noch ein, in seinen Filmflüssen aufzugehen, das wahrzunehmen, was wir selber ahnen mögen, was sich uns aber so einfach nicht zeigt. Er selber notierte: «Das Unendliche ist etwas, das der Bildstruktur immanent ist.» Am weitesten in Richtung traumhaftes Erzählen ging Tarkowski sicher in Der Spiegel, von dem man weiss, dass er sehr stark autobiografisch geprägt ist und wo man sehen kann, wie frei der Filmpoet jegliche Erzähl-Linearität aufhob, um uns zu anderen Zusammenhängen zu begleiten als jenen der zeitlichen Abfolge. Es geht ihm um Wahrnehmungen, die im menschlichen Erinnerungsvermögen weder eine lineare Struktur haben noch eine vollumfänglich teilbare Wahrheit. Ein Mann, Sohn geschiedener Eltern, bewegt sich auf der Suche nach der verlorenen Zeit und in ihr nach dem, was man als Identität bezeichnen könnte. Dabei ist hier, viel offensichtlicher als in den anderen Filmen Tarkowskis, das private Schicksal verbunden mit den gesellschaftlichen Umbrüchen der Sowjetunion zwischen 1930 und den späten 70er Jahren. Der Spiegel gilt als der stärkste, aber auch am schwierigsten zugängliche Film des Regisseurs von Andrej Rubljow und Stalker. Er spielt hier mit Spiegelbildern, die auseinander hervorgehen mögen, sich selber reflektieren und ineinander verschränkt sind – wie das menschliche Denken, wie das Erinnern. Gefühle, Momente des Biografischen, äussere Ereignisse, Wahrnehmungen, Menschen und Räume: Alles fügt sich zu einem Kaleidoskop, durch das man immer wieder blicken möchte. Walter Ruggle
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Dersu Uzala (1975)
Akira Kurosawa
Japan
136′
Ode an die Natur Episches Kino der schönsten Art, eine Ode an die Natur und ans Leben in Verbundenheit mit ihr, gedreht von Akira Kurosawa, dem Altmeister des japanischen Films, in der Wildnis der immensen russischen Taiga, basierend auf den auch in deutscher Übersetzung erschienenen Aufzeichnungen eines Landvermessers. Im Jahre 1902 begibt sich der russische Forscher Vladimir Arsenjew auf eine Expedition in das unwegsame Ussuri-Gebiet. Er soll noch unerschlossene Gebiete der Taiga kartografisch erschliessen. Auf dem teils mühevollen Weg durch die dichten Wälder begegnet er eines Tages dem alten Nomaden Dersu Uzala, der sich dem Trupp als Führer anschliesst und die Städter durch die Natur geleitet. Mehr als einmal rettet Dersu die Gruppe vor dem sicheren Tod. Jahre später, als Uzalas Augen schwach werden, lädt Arsenjew ihn in sein grossbürgerliches Haus ein. Sehnsüchtig sitzt der Mann aus der Wildnis vor dem im Ofen gebändigten Feuer. Der Mann aus der Natur glaubt, ersticken zu müssen, und er zieht sich wieder in die Taiga zurück. Akira Kurosawa (Die 7 Samurai) hat eine traumhaft schöne Parabel über das Zusammentreffen zweier Kulturen und Lebensformen geschaffen, die einander im Grunde fremd bleiben. Die grosse Heldin seines Films ist die Natur, die in eindringlichen, fast mythischen Bildern beschworen wird. Wie Dersu Uzala war auch Akira Kurosawa ein Unangepasster, ein letzter Vertreter einer sterbenden, alten Idealen verhafteten gesellschaftlichen Gruppe. «Man hat vergessen, dass der Mensch ein Teil der Natur ist und dass man sie habgierig schändet. Deshalb versuche ich einen Menschen zu zeigen, der mit der Natur in Einklang lebt», sagte Kurosawa seinerzeit über die Intention seines grossartigen Filmes. Walter Ruggle
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Die Ballade von Narayama (1982)
Shohei IMAMURA
Japan
130′
Von der Würde des Seins Friedliches Leben und Sterben sind ein zentrales Thema in diesem Meisterwerk des Japaners Shohei Imamura, einer Literaturverfilmung nach einem 1956 erschienenen Text von Shichiro Fukazawa, angesiedelt in der Bergregion von Narayama. In einem kleinen Bergdorf am Rand eines Tales müssen alle, die siebzig Jahre alt geworden sind, die Kom-mune verlassen und auf einen bestimmten Berg steigen, um zu sterben. Wer sich der Tradition widersetzen sollte, bringt seine eigene Familie ins Unglück. Die alte Orin ist 69jährig und in diesem Winter dran, auf den Berg zu steigen. Aber zuerst muss sie sich noch darum kümmern, dass ihr ältester Sohn Tatsuhei endlich eine Frau findet. Shohei Imamura hat mit der Ballade von Narayama seinen schönsten Film gestaltet, eine bewegende Geschichte um Urfragen des Seins, hinein inszeniert in eine traumhaft schöne japanische Berglandschaft und in eine Natur, in der die Menschen ein integraler Bestandteil sind. Zu dieser Natur gehört das Kommen und Gehen, und von diesem handelt der Film, zwischen den beiden Polen entwirft sich das Dasein. Dieses mehrfach ausge-zeichnete, prächtige Werk gehört zu den Schlüsselmomenten des japanischen Kinos und zu den schönsten Literaturverfilmungen der Filmgeschichte. Walter Ruggle
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Die Erde (Al Ard) (1969)
Youssef Chahine
Ägypten
129′
Dieses fast neorealistische Epos ist eine bittere Anklage gegen soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Der Ende der 1960er Jahre entstandene Spielfilm betrachtet die Ausbeutung und den gescheiterten Aufstand ägyptischer Bauern zwei Jahrzehnte vor der Revolution von 1952, die Gamal Abdel Nasser an die Macht und eine Agrarreform mit sich brachte. Als der prototypische ägyptische Fellache strahlt Hauptdarsteller Mahmoud El-Meliguy jene stille Würde aus, die alle Ausbeutung überdauern wird.
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Die Ewigkeit und ein Tag (1998)
Theo Angelopoulos
Griechenland
133′
Zum ersten Mal seit «Die Tage von 36» (1973) scheint in einem Spielfilm des Griechen Theo Angelopoulos wieder die Sonne. Sie erinnert in «Die Ewigkeit und ein Tag» umso intensiver an die Zeit des Glücks, die Jahre zurückliegt. Alexander nimmt Abschied. Der von Bruno Ganz über verschiedene Zeiten hinweg so gegenwärtig verkörperte Poet aus Saloniki hat noch einen Tag in dieser Welt vor sich. Und die Ewigkeit - wo auch immer. Angesichts des Todes wird dem Schriftsteller das Unvollendete an der menschlichen Existenz so richtig bewusst. Und die Flüchtigkeit der Zeit. «Alles ist so schnell gegangen», stellt Alexander fest. Sie «hätte diesen Moment anhalten sollen wie man einen Schmetterling im Fliegen anhalten möchte», liest er in einem Brief seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau. Jetzt besucht er noch einmal die Tochter, die Mutter und die Haushälterin. Jetzt nimmt er Abschied von Orten voller Erinnerungen und vom Gefühl, die Liebe im Leben verpasst zu haben beim Versuch, dem Leben in der Poesie näher zu kommen. Walter Ruggle
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Die Farbe des Granatapfels (1969)
Sergej Paradschanow
Armenien
80′
Der armenische Lyriker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hof des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er ermordet und zum Märtyrer wurde. Die ungewöhnliche Filmbiografie des Sayat Nova besteht aus acht Kapiteln, die seine Lebensstationen mit Hilfe von stark surrealistischen Tableaus darstellen. Darin wird wenig gesprochen, das meiste an Worten findet sich in den lyrischen Zwischentiteln: Vorrang hat der visuelle Ausdruck. Sergej Paradschanow zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dem Leben des Poeten: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe, die Zeit am Hof. Dabei strebt er an, ins poetische Universum des Dichters einzudringen, es gleichsam mit seinem eigenen zu verschmelzen. Ulrich Gregor hat seinerzeit geschrieben: «Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» Sergej Paradschanows Bilder und Sayat Novas Poesie dringen tief in die christlich-orientalische Kultur Armeniens vor und sind sorgsam und streng komponiert. Ein ganz spezieller Augenschmaus.
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Die Nacht - Al Leil (1990)
Mohamed Malas
Syrien
114′
Mohamed Malas wurde 1945 im syrischen Kuneitra geboren, unweit der Grenze zum heutigen Israel, von dem der wichtige Verkehrsknotenpunkt Kuneitra im Sechstagekrieg zerstört wurde. Jetzt blendet Malas zurück in die Zeit zwischen 1936 und 1967. Er schildert in Al Leil die Kindheit eines Knaben, der als Erwachsener den Spuren des Vaters nachgeht, den Zeiten der ständigen Absenz. Eines Tages war er überhaupt nicht mehr aufgetaucht, nachdem er während Jahren für die Demokratie gekämpft hatte, immer wieder mit seinen Kampfgefährten loszog und kaum Zeit fand für seine Familie, für sein Privatleben. Der Knabe wuchs mit seiner Mutter auf. Über sie erfährt der Junge auch einen Teil der Geschichte des Vaters. Seinen Film hat Malas "gewidmet jenen, die im Dunklen kämpften und in der Stille starben." Er dreht das Rad der Zeit nicht einfach rückwärts, er webt vielmehr einen orientalischen Teppich voller Ornamente, auf dem die Zeiten sich überlagern, auf dem sich ein Bild der Geschichte entfaltet, das jenseits von Daten entsteht. Es gibt so etwas wie den Konjunktiv in dieser Erzählform, die Malas wählt, das Mögliche, das das Wirkliche mitbestimmt. Da berichtet die Mutter im Off von einem Ereignis, und gleichzeitig sehen wir sie im Bild, das Erzählte erleben. "Papa, ist es noch weit bis Palästina?" lautet eine der Fragen, auf die der Knabe keine Antwort kriegen kann, je länger je weniger. Denn allmählich wird auch das Ideal der Demokratie verraten, stehen jene, die während Jahren unter Selbstaufopferung für sie kämpften, allein im Regen einer Diktatur, die sich selber feiert. "Al Leil" ist nicht nur in seiner Konstruktion der übereinanderglegten Zeit-Folien faszinierend, Malas liebt überhaupt die visuelle Erzählform, er setzt auf Fotogramme. Spiegel, Durchblicke, Schatten, dann die Füsse der Mädchen unter der Wand, die Scherben angesichts des Mannes, die Schleier, die Tücher. Bei einer Rasur wird nebenbei auch die Bedeutung der Erzähltradition deutlich, die eine Neuigkeit mitunter wie ein Lauffeuer unter die Leute bringt und handkehrum weit zurückgreift in der Geschichte, sich Zeit nimmt, die Zeit auszuloten. Der Film handelt vom Leben in der Erinnerung, vom Eingebundensein der Gegenwart in der Vergangenheit, von der Einsamkeit in der Trennung, vom Traum Palästina. Das Lauschen, das Spienzeln, das Tasten, kurz: Die Sinnlichkeit ist gross geschrieben. Bis dass Gegenwart und Vergangenheit in einem Bild sich überlagern. Walter Ruggle
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Die Reise nach Kythira - Taxidi sta Kythira (1984)
Theo Angelopoulos
Griechenland
134′
Was ist Heimat? Spiros, ein ehemaliger Partisan, kehrt nach 32 Jahren Exil in der Sowjetunion in seine griechische Heimat zurück. Hier wird er in jenem Dorf, das er einst verteidigt hat, Zeuge eines in Gang befindlichen Ausverkaufs von Boden wie von Idealen. Spiros versucht sich zu wehren, derweil sein Sohn, der Filmemacher Alexander, die Geschichte seines Vaters in einem Film fassen möchte. Theo Angelo-poulos selber bezeichnete den Film als eine Art Otto e mezzo und er beschrieb damit einerseits die Krise, in die hinein ihn der vorangegangene Mammut O Megalexandros gestürzt hatte, aber auch die Tatsache, dass er mit der Figur eines Filmemachers das Erfassen und Erzählen von Wirklichem thematisiert. Reise nach Kythira leitete eine neue Phase im Schaffen des Griechen ein. In den folgenden drei Filmen stehen ein Vater und sein Sohn, ein ins Alter gekommener Vater sowie ein Bub und seine Schwester im Zentrum. Die Handlungen sind in der Gegenwart angesiedelt, wobei ihre Wurzeln in der Geschichte liegen, von der in der Historischen Trilogie die Rede war. Der heimkehrende Spiros in Reise nach Kythira war ein Partisan und hat sich nach Russland ins Exil begeben. Jetzt kommt er zurück und findet jene Heimat, für die er einst sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, nicht mehr. Als Parallelhandlung, die sich mit der Haupthandlung trifft und mit ihr eins wird, erleben wir den Sohn, der einen Film vorbereitet über einen Vater, der aus dem Exil heimkehrt und daheim heimatlos ist. Unvergesslich ins Gedächtnis eingeschweisst hat sich das geniale Ende des Films, in dem der alte Mann mit seiner Frau aufs offene Meer hinaustreiben, weil er die notwendigen Papiere nicht hat und so auf internationale Gewässer abgeschoben wird. Walter Ruggle
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Downpour (1972)
Bahram Beyzaie
Iran
130′
Bahram Beyzaies Debütfilm über einen wohlmeinenden Schullehrer in Teheran, der von Schicksalsänderungen geplagt ist, war in seiner Zeit enorm erfolgreich, im postrevolutionären Iran aber aus dem Blickfeld geraten. Der Film wurde von der World Cinema Foundation in der Fondazione Cineteca di Bologna/L'immagine Ritrovata unter Beteiligung von Bahram Beyzaie selbst restauriert.
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Dragon Inn (1971)
King Hu
Taiwan
116′
Nach einer erfolgreichen Intrige wird General Yu von seinem politischen Gegner Obereunuch Zhao hingerichtet und seine Kinder aus China verbannt. Doch die Kinder des Generals sind dem Obereunuchen Zhao ein Dorn im Auge und daher setzt er alles daran, sie auf ihrem Weg ins Exil umzubringen. An der einsamen Herberge zum Drachentor legt er einen Hinterhalt. Doch die treuen Gefolgsleute des gemeuchelten Generals eilen den Kindern zur Hilfe. Es entfesselt sich ein Kampf um Leben und Tod.
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Ein launischer Sommer (1968)
Jiri Menzel
Tschechische Republik
76′
Sommer auf dem Lande: Die Leidenschaft ist für den Badehausbesitzer Antonín und dessen Freunde, dem kirchlichen Kanoniker Roch und dem Major Hugo, zu einer Sache der Betrachtung geworden, was von Antoníns üppiger und lüsterner Frau Katerina bedauert wird. Als Repräsentanten des Bürgertums geben sich die Drei der Reflexion, der sie umgebenden Schönheit und der Nostalgie ihrer provinziellen Welt hin, bis sie eines Tages die Zirkus-Karawane des Seiltänzers Arnoštek und dessen schöne blonde Assistentin Anna erreicht. Fortan ringen die Männer um die Verführung Annas mit ihren geheimsten Wünschen. "Mysterien und Zerstreuung" verspricht Arnoštek, ein Alter Ego Menzels, den er in seiner Verfilmung der Novelle von Vladislav Vančura selbst spielt. An Arnoštek, dem Künstler mit dem tiefroten Umhang, konturiert sich in einer bitteren Farce der revanchistische Geist der Kleinbürger: Weil der Seiltänzer einmal doch fallen müsse, rüttelt ein erboster Zuschauer an dem Seil, bis dieser fällt. Um Spenden für den verletzten Artisten gebeten, antworten die Anwesenden, er wäre keineswegs arm dran und verdiene vielmehr Prügel.
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Engel der Verlorenen (1948)
Akira Kurosawa
Japan
98′
Fünf Jahre nach dem Debüt mitten im Krieg war Engel der Verlorenen bereits Akira Kurosawas siebter Film und ein mehrfacher Durchbruch zur Grösse: Nach eigenem Bekunden fand Kurosawa hier erstmals zu genuiner Autorenschaft (und auch zur Anerkennung durch die Filmkritik). Gleichzeitig war es sein erster Film mit Toshiro Mifune, mit dem er 16 seiner nachfolgenden 17 Filme drehen sollte. Der 28-jährige Mifune spielt einen cholerischen jungen Gangster, der mit einer Schussverletzung zum Titelhelden des Films kommt, einem dauerbetrunkenen Slumdoktor, der von Kurosawas anderem Lieblingsschauspieler, Takashi Shimura, gespielt wird. Der junge Gangster und sein kratzbürstiger Vaterersatz liefern sich ein Dauerduell der Wutausbrüche, nachdem der Arzt seinem widerwilligen Patienten nicht bloss TB, sondern auch Unsicherheit und Feigheit hinter der harten Fassade diagnostiziert hat. Das anfänglich noch eindimensionale Ringen um die psychische und physische Existenz des Angeschlagenen weitet sich zu einem kraftvoll düsteren Porträt der japanischen Nachkriegsgesellschaft, als der kriminelle Mentor des jungen Gangsters auf der Bildfläche erscheint und sich die Szenerie, die um einen typhusverseuchten Bombenkrater mitten in Tokyo angelegt ist, um Strassenszenen und einen bordellartigen Nachtclub voller windiger Figuren weitet. (afu)
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Firemen's Ball (1967)
Milos Forman
Tschechische Republik
73′
1968 bedeutet für die Menschen im Osten Prager Frühling. Unvorhergesehene Ereignisse stören den Ablauf des Feuerwehrballs: Eine Miss-Wahl endet im Fiasko, die Tombola-Preise verschwinden, die Ehrung des Jubilars fällt einem Brand zum Opfer, zu dem die Feuerwehr wegen des Festes zu spät kommt - die Veranstaltung endet im Chaos. Forman betrachtet das Geschehen in seiner Comédie humaine, Neorealismus trifft auf einen warmherzigen Humor. Den Zensoren war der Film suspekt: 1969 wurde er verboten.
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Fireworks Wednesday (2006)
Asghar Farhadi
Iran
102′
Der Film porträtiert drei Ehepaare am Vorabend des Nouruz, des iranischen Neujahrsfestes. Rouhi, eine junge Frau, deren Heirat bevorsteht, nimmt - um diese zu finanzieren - einen kleinen Job als Reinigungskraft in einer Wohnung im Norden Teherans an. Als sie in jener Wohnung ankommt, findet sie sich in einem hitzigen Streit zwischen Mojdeh und Morteza wieder. Mojdeh verdächtigt ihren Ehemann Morteza, sie mit der Nachbarin Simin zu betrügen, und verpflichtet Rouhi, die beiden zu beschatten. Dabei gerät Rouhi mehr und mehr zwischen die Fronten des streitenden Paares.
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Gion Bayashi - Die Festmusik von Gion (1954)
Kenji Mizoguchi
Japan
85′
Die Beziehung zweier Frauen in Gion, dem Bezirk der Tee- und Freudenhäuser von Kyoto, steht im Zentrum von Gion Festival Music. Eiko, ein junges Mädchen vom Land, will bei Miyoharu, einer erfahrenen Frau, den Beruf der Geisha erlernen. Die ältere Frau weigert sich zuerst, die jüngere zu lehren, was sie ist. Als Eiko jedoch nach einem Jahr der Einübung in Schönheit und Unterwerfung gegen ihre Rolle revoltiert, ist sie es, die ihr Verständnis und Sympathie entgegenbringt. Die Umarbeitung des ursprünglichen Films ergab eine Geschichte mit ziemlich vereinfachter Handlung und ohne das traurige, rebellische Ende von Sisters of Gion. Die Lage der Geishas ist zwar noch immer gleich bedenklich und bemitleidenswert, doch fehlt die leidenschaftliche Haltung, die Mizoguchi in jenem früheren Film an den Tag legte. In Gion Festival Music offenbart er tiefes Mitgefühl, unendliche Zärtlichkeit und eine ruhige Heiterkeit. Vergleicht man die beiden Filme, so wird die Entwicklung deutlich, die sowohl der Mensch als auch der Künstler durchgemacht hat. Während Sisters of Gion das Drama zweier Geishas, im Wesentlichen ihre soziale Stellung, behandelt, wird Gion Festival Music vor allem durch die Erlebnisse bereichert, durch die Mizoguchi in der Zwischenzeit gereift ist.
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Goodbye South, Goodbye (1996)
Hsiao-hsien Hou
Taiwan
112′
Wie soll einer die Gegenwart filmen? Mit seinem zwölften Spielfilm «Haonan haonu» (Gute Männer, gute Frauen) hatte Hou Hsiao-Hsien nach «Stadt der Trauer» und «Der Puppenspieler» seine historische Trilogie abgeschlossen, die der 1947 in Meixan auf dem chinesischen Festland geborene Filmemacher über China gestaltet hat. Schon damals war er in der Gegenwart angelangt, aus der heraus er dann seinen Film «Goodbye South, Goodbye» gestaltete. Im Sinn von Direktheit, die für den Meister nicht nur des taiwanesischen Kinos eine treibende Kraft darstellt. Hou fordert uns als Zuschauende zum aktiven Mit-Sehen heraus, seit seinen allerersten Arbeiten anfangs der 80er Jahre. Geschichten, sagt der Chinese, würden ihn langweilen. Momente sind das, was ihn interessiert. Vergleichbar mit einem Maler setzt er auf in sich ruhende Bilder, die den Zustand der Bewegung erst im Betrachten erlangen. Nicht umsonst ist die lange Einstellung eines von Hous Stilelementen, war die statische Kamera bislang seine bevorzugte Aufnahmeweise. Kao ist 37-jährig. Er sitzt im Zug nach Ping Chi, wo er an einem zehntägigen Spiel teilnehmen will. Der Vater stammt aus Schanghai - die Figuren in Hous Filmen widerspiegeln immer wieder die historisch bedingte Durchmischung der Bevölkerung auf der Insel, die Tatsache, dass die Wurzeln der Familien oft anderswo sind. Kao mischt sich überall ein, ohne wirklich teilzunehmen. Die Familie seiner Freundin Ying stammt aus Seschuan und sie lebt mit ihrer kleinen Tochter und der verwitweten Mutter zusammen. Flat Head ist Südtaiwanese - der Süden steht für ein wärmeres Klima -, und seine Freundin Pletzel arbeitet im Nachtclub; sie ist ein Relikt der X-Generation. Hsi schliesslich stammt aus Zentraltaiwan und war mit dem toten Bruder von Kao befreundet. Aus dem Leben dieser Gruppe junger oder jung gebliebener Menschen skizziert Hou Hsiao-Hsien Szenen, die er fragmentarisch zu einem Ganzen zusammenfügt. Da gibt es weniger eine Handlung als eine Bewegung, und die Bewegung ist die der ständigen Flucht. Hou setzt auf einen beobachtenden Realismus, arbeitet in langen Einstellungen, die selbst die Abwesenheit von Aktion dokumentieren. Denn viel passiert in seinem Film nicht. Aber just diesen Stillstand in der Bewegung hat er in Zelluloid gebrannt. Die Figuren sind zwar unterwegs, aber sie kommen nicht an. Die Härte, ja Brutalität im geldgetriebenen Alltag der späten neunziger Jahre sind zumeist indirekt sichtbar, die Menschen sind Getriebene, die oft genug nicht Herr der Lage sein können. «Goodbye South, Goodbye» ist ein konsequent befremdlich gestalteter Film aus einer Zeit und einer Welt, in der man mit dem Handy Verbindung zum anderen aufnimmt und sich eine der Figuren alles sagend fragt: «Wie kann ich über die Zukunft reden?» Walter Ruggle
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Gorod Zero (1989)
Karen Schachnasarow - Shakhnazarov
Russland
97′
Karen Schachnasarow, der Regisseur von ANNA KARENINA, gehörte in den 1980er Jahren zu den jungen Talenten im Kino des Umbruchs in der ehemaligen Sowjetunion und zu den schönsten Beispielen aus jenen Jahren zählt die Komödie GOROD ZERO (Die Stadt Zero), die auf erfrischende Art die Absurditäten des sowjetischen Alltags zuende dachte und klar machte, dass der Weg, der damals Perestroika genannt wurde, ein langer sein muss. Der Fim zeigte das Leben als absurdes Museum. Alexei Warakin steigt in der frühen Morgendämmerung aus dem Schlafwagen eines Zuges. Ein Taxi bringt ihn zum Hotel. Draussen fährt ein Tram vorbei. Ein Tag hat begonnen. Es gibt nichts, was darauf hindeutet, dass dieser Tag kein gewöhnlicher sein soll. Allen scheint alles normal, auch und gerade das scheinbar Ungewöhnliche. Nur Alexei, der Mann vom Zug hat Mühe, an vieles von dem zu glauben, was er wahrnimmt. Uns geht es ähnlich wie ihm, und das soll so sein, das ist so reizvoll. Karen Schachnasarow, der Regisseur des Filmes «Gorod Zero», war damals ein verhältnismässig junger sowjetischer Filmemacher, der sich mit Filmkomödien in seiner Heimat bereits einen Namen geschaffen hatte und mit diesem Film auch im anderswo Aufsehen erregte. Zuvor hatte er bereits mit dem Spielfilm «Kurier» den Hauptpreis am Filmfestival von Moskau geholt. Schachnasarow setzte mit «Gorod Zero» seine Reihe von Filmen fort, die auf unterhaltsame Art auch zeitkritische Stoffe bearbeiteten. Die Komödie erscheint noch heute als ein ein absurd anmutendes Stück, das auf dem Boden der Realität sehr schön und geschickt zu hüpfen verstand. Die Geschichte des Mannes, der in eine Stadt führt, dort eigenartige Dinge erlebt und nicht mehr rauskommt, hat es in sich. Warakin möchte seiner misslichen Situation möglichst rasch wieder entfliehen, doch das schafft er nicht, kann er nicht schaffen. Wie alle andern ist er verwachsen mit dem Ganzen, Teil der Bedingungen für ebendiese Situation. Die Stadt Zero steht natürlich für die schwierige Phase, in der sich die sowjetische Gesellschaft in der Zeit des Umbruchs befand. Auf der einen Seite jene in all den Jahren der staatlichen Bevormundung gewachsene Trägheit, in der jeder und jede gerade das Notwendigste schafft, wo ein Fabrikdirektor erst mit acht Monaten Verspätung wahrnimmt, dass sein Chefingenieur ertrunken ist, ein Kellner nur gerade jenen Gast bedient, auf den er sich nun einmal eingelassen hat. Auf der anderen Seite die neue Idee von echter Selbstverantwortung, die teils bereits Fuss fassen konnte. Nur: Neue Ideen haben es schwer, zu sehr lebt man im alten Trott. Schachnasarow vereinigt auf der kafkaesken Reise des Mannes aus Moskau mehrmals einige Personen zum Gruppenbild: Das kann im Dekor eines tief unter der Erdoberfläche gelegenen Wachsfigurenmuseums sein, wo ein irrer historischer Abriss uns bis zurück in die trojanische Zeit fährt, das kann in einem Hotelzimmer geschehen, wo neben ein paar Animierdamen, Staatspersonal und eine verstummte Liebhaberin räsonieren, mit all ihre Wünschen, Träumen, Idealen eine Art lebendiges aber eben genauso erstarrtes Kabinett abgeben. Das alte Volkslied, das die Gruppe in Warakins Hotelzimmer singt, hat mit der Unmöglichkeit zu tun, sich von diesem Leben zu lîsen. Da kommt das zentrale Motiv des Filmes zum Tragen: All die Figuren wissen im Innersten sehr wohl um die Absurdität ihrer Situation, aber sie gestehen sie sich letztlich nicht ein und schaffen es deshalb auch nicht, von ihr loszukommen. Kein Zufall, dass Schachnasarow die Filme von Luis Buñuel liebt. Der Russe versteht es, die einzelnen Szenen in wenige, lakonische Einstellungen aufzulösen, die einerseits einen real scheinenden Vorgang vormachen und andererseits die absurde Situation in klaren Strichen zeichnen. Menschliche Wahrnehmung ist subjektiv und damit relativ. Der Schein kann immer wieder trügen, und in neuen Zusammenhängen kommen einem neue Rollen zu. Warakin muss hören, er sei der Sohn des ersten Rock'n'Roll-Tänzers im Ort, der bereits am 18. Mai 1957 aus dem Rahmen tanzte und damit Aufsehen erregt hatte. Schon einmal frönte seine Heimatstadt des freien Tanzes. Inzwischen wird wieder Rock'n'Roll getanzt, gibt es am Bildschirm billige Stripshows zu sehen, hat alles sich gewandelt, nur eines ist gleichgeblieben: Das Wesen der Menschen. «Gorod Zero» ist ein wunderbares Zeitdokument, ein witziger, unterhaltsamer und bisweilen sogar intellektuell verstiegener Film. Die Zeit der Gleichgültigkeit, die in der Stadt Zero vorherrscht, als Alexei ankommt, sollte überwunden werden, aber wie? Ob sich Alexei absetzen kann, bleibt offen. Vielleicht, scheint Schachnasarow zu bedeuten, gelingt ihm die Bootsfahrt ins Ungewisse besser als jene erste Fahrt, die ihn ins vermeintlich Gewisse gebracht hatte. Walter Ruggle
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Hamlet Goes Business - Hamlet macht Geschäfte (1987)
Aki Kaurismäki
Finnland
89′
Der klassische Stoff von William Shakespeare übertragen ins Finnland der 1980er Jahre, ins Finnland vor den Nokia Handys: Ein blutiger Machtkampf an der Spitze eines grossen Konzerns. Hamlets Vater ist nicht wie bei Shakespeare König von Dänemark, sondern ein erfolgreicher Grossindustrieller. Die Familie besitzt einen Papierkonzern, deren Figuren übers Telefon kommunizieren und sich mit modernen Geräten überwachen. Handlungsablauf und Figurenrede wurden teilweise von Shakespeare adaptiert, jedoch grossteils neu geschrieben. Klaus verjagt Hamlet, übernimmt dessen Betrieb und heiratet dessen Mutter. Klaus will zudem die Firmenphilosophie verändern und das Warensortiment umstellen. Hamlets Vater erscheint seinem Sohn als Geist und bittet ihn, den Mord zu rächen. Der Auftrag fordert immer mehr Todesopfer. Nigel Floyd notierte in Time Out: «Kaurismäkis eigenwillige Shakespeare-Nachschöpfung hat mehr mit Moneten zu tun als mit Melancholie... Es herrscht die Atmosphäre der B-Movies mit ihren übersteigerten Emotionen und Timo Salminens brillanter Film-noir-Kamera, die stark an die Warner-Thriller-Melodramen der vierziger Jahre erinnern. Die Figuren sind allesamt nur Funktionsträger: Reduziert zu Brettspielfiguren, zeigen sie über ihre Rolle hinaus kein Leben.»
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Harvest - 3000 Years (1976)
Haile Gerima
Äthiopien
132′
Zur Produktion seines Films «Mirt Sost Shi Amit» (Harvest: 3,000 Years) kehrte der in die USA emigrierte Regisseur Haile Gerima in seine äthiopische Heimat zurück und drehte die Geschichte einer armen Familie auf dem Land, deren Existenz durch ein grausames und ausbeuterisches Feudalsystem in Frage gestellt ist.
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Höhenfeuer (1985)
Fredi M. Murer
Schweiz
114′
Unter den Schweizer Bergfilmen ist Fredi Murers «Höhenfeuer» sozusagen das Pièce de résistance: Die Geschichte von der Bauerntochter Belli und ihrem tauben Bruder Bueb, die mit ihren Eltern auf einem Hof über einem jener Bergtäler leben, aus denen es einen in die Höhe drängt, an die Sonne und an einen Ort, an dem es weniger eng wirkt. Die Enge mag sich an den steilen Hängen dann anderswie wieder einstellen, denn sie gehört in dieser Weltgegend offenbar dazu. Ausgerechnet der gehörlose Sohn ist es, der die Familie von Zeit zu Zeit zum Reden bringt, über ihn und seine Eigenheiten und die besonderen Erfahrungsformen. «Höhenfeuer» ist ein Berglerfilm und ein Heimatfilm im besten Sinn des Wortes. Er hat tiefe Wurzeln, die ihn so zum Blühen bringen, dass das, wovon er erzählt, überall verstanden wird. Einsamkeit kennt keine Geografie, aber sie gründet auf engen Voraussetzungen. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Leoparden von Locarno wurde «Höhenfeuer» inzwischen in zwei verschiedenen Umfragen zweifach zum Besten Schweizer Film aller Zeiten erkoren.
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Hyènes - Besuch der alten Dame (1992)
Djibril Diop Mambéty
Senegal
106′
Elefanten ziehen durch die Wüste. Die Einwohnerinnen und Einwohner des kleinen afrikanischen Dorfes Colobane leben in Armut. Eines Tages kehrt Linguère Ramatou, eine Frau mit einer goldenen Fussprothese, an den Ort ihrer Herkunft zurück, «reich wie die Weltbank». Der Händler des Ortes hat sie einst geschwängert und seine Vaterschaft verleugnet; jetzt will sie Rache nehmen, sich «Gerechtigkeit kaufen»: 100 Milliarden bietet sie den Einwohnerinnen und Einwohnern, um den Händler zu töten. Die weigern sich zuerst - «Wir sind Afrikaner, aber die Dürre hat uns zu keinen Wilden gemacht!» -, erliegen aber nach und nach den Verlockungen des Komforts. Ramatou, grossartiger zweiter Teil von Mambétys unvollendeter Langfilmtrilogie zu den fatalen Folgen von «Macht und Wahnsinn» präsentiert sich als irritierendes ästhetisches Hybrid, als Parabel über Kolonialismus und Konsumismus, deren tückische Ironien sich einfacher Deutung widersetzen. Am Ende, nach vollzogener Tat kommen Bulldozer und machen Colobane dem Erdboden gleich. Die Elefanten ziehen weiter.
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I Pugni in Tasca (1965)
Marco Bellocchio
Italien
108′
Marco Bellocchios «I Pugni in Tasca» gilt zurecht als eines der stärksten Erstlingswerke der Filmgeschichte. Erzählt wird von einer verwitweten und erblindeten Mutter, die mit ihren vier erwachsenen Kindern in einer Villa in Italien lebt. Drei der Geschwister sind physisch und psychisch versehrt. Der älteste und gesunde Sohn Augusto nimmt eine väterliche Ersatzrolle ein und hat damit eine Sonderstellung. Das schürt zunehmend den Neid eines seiner Brüder, dessen Rebellion immer zerstörerische Formen annimmt... «I Pugni in Tasca» steht am Beginn einer wegweisenden Ära des italienischen Kinos, in der Filmschaffende revolutionär die Abgründigkeit des vermeintlich normalen Alltäglichen enthüllten und symbolstark die verkalkten politischen und gesellschaftlichen Strukturen der frühen 1960er-Jahre kritisierten. Marco Bellocchios 1965 entstandenes, formal bestechendes und inhaltlich komplexes Familiendrama hat auch heute noch eine faszinierende Sogwirkung. Bellocchios Meisterwerk, zu dessen packender Atmosphäre auch die herausragende Musik von Ennio Morricone beiträgt, kommt in einer restaurierten Fassung in die Kinos.
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Ikiru - Einmal richtig leben (1952)
Akira Kurosawa
Japan
137′
Kanji Watanabe hat ein Leben in treuen Diensten bei einer städtischen Beschwerdestelle gearbeitet und freut sich auf die Pensionierung, als er erfährt, dass er an Magenkrebs leidet und nur noch wenige Monate zu leben hat. Die Nachricht rückt ihm ins Bewusstsein, wie sehr er sein Leben an die Bürokratie vergeudet hat und wie wenig sein eigener Sohn sich um ihn kümmert. Kanji Watanabe will endlich sein Leben geniessen, so gut das eben noch geht. Er taucht ein ins Nachtleben, trinkt, spielt, tanzt und merkt, dass ihn das alles nicht weniger einsam macht. Eines Tages erinnert sich Watanabe an einige Frauen aus einem armen Stadtviertel, die für ihre Kinder einen Spielplatz beantragt hatten. Jetzt will er den Spielplatz verwirklichen helfen, und er kämpft gegen die Widerstände jener Bürokratie, die er selber ein Leben lang mit geprägt hat, um seinem Leben noch einen Sinn zu geben. Das Bild des schaukelnden Mannes auf dem verschneiten Spielplatz strahlt viel von der inneren Wärme dieses Filmes aus. Akira Kurosawa war immer wieder darauf bedacht, durch seine Filme das menschliche Wesen in seinen Grundzügen zu erforschen.
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Kaos (1984)
Paolo & Vittorio Taviani
Italien
179′
Mit Tonino Guerra adaptierten Paolo und Vittorio Taviani Novellen des Nobelpreisträgers Luigi Pirandello, die, jede auf ihre Art, um das Thema Heimat kreisen. In lose verbundenen Episoden entwirft Kaos ein manchmal bizarr poetisches, dann wieder melancholisch angehauchtes Panoramabild des italienischen Südens. Vier sizilianische Episoden nach den Novelle per un anno, in denen Nobelpreisträger Luigi Pirandello erdhafte und aussergewöhnliche Geschichten niedergeschrieben hat, die ihm einst seine Gouvernante erzählte. Das Wiener Filmmuseum schreibt: «Was an diesen tragischen, lyrischen und grotesken Episoden über schmerzirre Mütter, mondsüchtige Bauern, aufsässige Schäfer, Narren und Schalke unentwegt spürbar bleibt, ist die mächtige, ausholende Lust am Erzählen, die Vernarrtheit ins grelle Licht des Tages und das Dunkel der Nacht, die Leidenschaft für sinnliche, pastose Bilder und die Liebe zum Land und seinen Geschöpfen. In der fünften Episode, in der von Pirandello selbst erzählt wird, kommt der Film zu sich. Eine Reise in die Kindheit. Ein Hinuntertollen über die weissen, wunderbaren Sandklippen von Lipari zum Meer, das trunken blau und grün ist: ein Glücksmoment, eine Lust, die nicht enden will.»
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La hora de los hornos (1968)
Fernando Solanas
Argentinien
88′
Alle Macht der Leinwand Die 60er Jahre brachten nicht nur ästhetisch neue Wellen in die Filmgeschichte: Sie brachten auch politische Bewegungen auf die Leinwand. Zum Beispiel in Lateinamerika, wo in Brasilien, Chile, Kuba, Bolivien oder Argentinien Filmemacher sich laut- und bildstark äusserten. Film ist immer politisch - als Erkenntnis ist diese Feststellung jünger als die Filmgeschichte, wenngleich man angesichts des allgemeinen handlungs- und technikorientierten Geschreibes und Geplauders derzeit wieder das Gefühl haben könnte, es hätte die Auseinandersetzung mit der politischen Ebene jeglichen Filmens nie gegeben. Neben dem gewissermassen implizit, in seiner Wirkung politischen Kino gab es früh schon das explizite, Position beziehende, ja agitativ genutzte Filmschaffen, am ausgeprägtesten sicherlich in der frühen Sowjetunion. Dort hatte Lenin den Film zur Kunst der Künste erklärt. Als Teil von Befreiungsbewegungen verstanden sich Filmemacher in verschiedensten Winkeln der Welt, und ob sie Spielfilme machten oder die sie umgebende Wirklichkeit in Bildern festhielten: Das Kino ermöglichte es ihnen, den Aufschrei ihrer Kulturen rund um die Welt zu transportieren. "Das Kino als Fenster zur Welt", lautete eine Definition von André Bazin, "Voraussetzung für das Verständnis sind das Interesse an und die Achtung gegenüber der anderen Kultur", meinte der Bolivianer Jorge Sanjines. Und anschaulicher, direkter als andere künstlerische Ausdrucksformen konnte das Kino die eigenen Bilder, Geschichten und Töne um die Welt bringen. Es ist bald fünfzig Jahre her, seit der Argentinier Fernando Solanas zusammen mit dem Spanier Octavio Getano unter dem Titel "Kino der Dekolonisation" eine Art Manifest zur Unabhängigkeit der verschiedenen Kinematographien verfasst hat. Darin heisst es unter anderem: "Eine Kinematographie wie eine Kultur wird nicht durch ihre Geographie national, sondern nur dadurch, dass sie den besonderen Notwendigkeiten der Befreiung und Entwicklung eines jeden Volkes entspricht. Das Kino, das heute in unseren Ländern dominiert und von Infrastrukturen und Superstrukturen bestimmt wird - den Ursachen jeder Unterentwicklung - kann nur ein abhängiges Kino und damit konsequenterweise ein unmündiges und unterentwickeltes Kino sein." Das legendäre Manifest hat im Zeitalter der globalen Vernetzung nichts an Aussagekraft eingebüsst. Im Gegenteil: Dieselben Konzerne, die heute den Grossteil der Kinoprogramme auf dem Globus diktieren, haben sich auch in die Computernetze eingenistet und werden dort mit derselben Effizienz dafür besorgt sein, dass die Länder des Südens darin bestenfalls als Farbtupfer in Erscheinung treten. Fernando Solanas war neben Leuten wie Glauber Rocha, Miguel Littin, Santiago Alvarez, Fernando Birri oder Jorge Sanjines einer jener Lateinamerikaner, die sich nicht nur in kulturpolitischen, antiimperialistischen Manifesten äusserten; seine Filme, unter ihnen der monumentale Dreiteiler "La hora de los hornos" (Die Stunde der Feuer, 1968), zeigten, was Emanzipation im Kino bedeutet. Solanas ging mit seinem politischen Kino auf dem Kontinent wohl insofern am weitesten, als er sich in erster Linie als "politischer Kämpfer" verstand. Das viereinhalbstündige Pamphlet gegen die neokolonialistische Repression ist geprägt von einem unmissverständlichen Tonfall, einer umfassenden, essayistisch dokumentierenden Methode und der agitativen Montage. Meditativ wird mit der langen Einstellung auf das Bild des zur Zeit der Dreharbeiten ermordeten Che Guevaras eingestimmt. Doch nicht nur der Film, auch die Arbeitsbedingungen sind Beispiel extremer Voraussetzungen. Gedreht wurde vier Jahre im Untergrund, fertiggestellt nach der Flucht ins Exilland Italien. Die politische Aktivität ging noch weiter, wurde der Film schliesslich auch nach Argentinien zurückgeschmuggelt und dort im Untergrund mit ungeheurem Erfolg gezeigt: Über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, ungezählte Verhaftungen. "In dieser Zeit", heisst es in "La hora de los hornos", "ist in Lateinamerika kein Platz für Passivität oder Unschuld. Der Kompromiss des Intellektuellen wird an dem gemessen, was er riskiert." Walter Ruggle
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La nostalgie de la campagne (1995)
Dang Nhat Minh
Vietnam
112′
Der siebzehnjährige Nhâm lebt mit seiner Mutter, seiner kleinen Schwester und der Schwägerin Ngu zusammen in einem abgelegenen Dorf in Vietnam. Sein Vater ist im Krieg gefallen, sein Bruder ist fortgezogen, um irgendwo Arbeit zu finden. Die drei arbeiten Tag für Tag in den Reisfeldern. Zwischen Nhâm und Ngu keimt eine stille, tiefe Beziehung. Doch die schöne Quyen, die jahrelang in den USA gelebt hat und nun wenn auch nur für eine kurze Zeit ins heimatliche Dorf zurückkehrt, verdreht Nhâm den Kopf. Quyen scheint Nhâms wachsende Bewunderung nur am Rand und die wortlose Eifersucht Ngus überhaupt nicht wahrzunehmen. Gleichzeitig begegnet sie ihrer einstigen Heimat und ihren idyllischen Erinnerungen mit Wehmut, aber auch mit zunehmender Distanz. Dang Nhat Minh hat uns in diesem Film auf eine wunderschöne Art und in Form einer sanft erzählten Liebesgeschichte den Blick auf seine vietnamesische Heimat geöffnet, in der nach den Jahrzehnten des Krieges der normale Alltag des Friedens sich wieder einstellt und sich ganz gewöhnliche Beziehungen bilden. Gleichzeitig ist die Geschichte im Sinn von Historie natürlich auch in den Geschichten der einzelnen Menschen auf unterschiedliche Weise präsent. Walter Ruggle
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La vida es silbar (1998)
Fernando Pérez
Kuba
106′
Fernando Pérez erzählt in seinem Spielfilm «La vida es silbar» von Havanna und von drei Menschen, die hier auf der Suche nach dem persönlichen Glück sind. Mariana, eine junge Ballett-Tänzerin, würde liebend gerne die Rolle der Giselle tanzen und begehrt genauso enthusiastisch die Körper junger Männer. Der Musiker Elpidio wurde als kleiner Junge von seiner Mutter Cuba verlassen, weil er nicht nach deren Wünschen geraten war. Jetzt lebt der Mischling von seinen Mutter-Mythen umrankt und lernt eine junge Umweltaktivistin kennen, die in Havanna per Heissluftballon gelandet ist. Julia schliesslich arbeitet als Pflegerin in einem Altersheim. Regelmässig überkommen sie Gähnanfälle, und sie schläft gar ein, als ihr besonderer Einsatz fürs Allgemeinwohl ausgezeichnet werden soll. Es gibt vieles, was Julia in ihrem Leben verdrängt. Allein beim Stichwort «Sex» fällt sie schon in Ohnmacht. Doch mit ihrem Hang zur Verdrängung, lernt Julia, ist sie nicht allein. Die drei Lebenslinien, denen «La vida es silbar» folgt, haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt: Mariana, Elpidio und Julia begannen als verlassene Kinder im Waisenhaus. Für Fernando Pérez definiert sich ihr persönliches Glück vor allem in der Suche nach ihm - es ist die Suche nach der eigenen Identität. Seine drei Figuren müssen Entscheidungen treffen und versuchen, die Angst vor der Wahrheit, vor den Worten und den Ideen dahinter, zu überwinden, um den Neuanfang zu wagen. Ihre Lebensfäden hält die 18-jährige Bebé in der Hand, eine Art Märchenfee und Traumfigur, die vollends glücklich ist und möchte, dass es den anderen auch so ergeht. «La vida es silbar» ist, wie sein Autor Fernando Pérez selber sagt, ein Film über «die Suche nach der Glückseligkeit in Kuba am Ende dieses Jahrhunderts.» Man möchte ergänzend beifügen: Das ist ein Film über die Suche nach dem Lebensglück schlechthin. Walter Ruggle PS: Der erfolgreichste Film unserer Kollektion wurde von trigon-film frisch restauriert und digitalisiert. Schöner denn je oder, wie Fernando Pérez selber sagt: «Jetzt sieht der Film so aus, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.»
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La Vie de Bohème (1992)
Aki Kaurismäki
Finnland
103′
In «Pierrot le Fou», lang ist's her, sagt Sam Fuller zu Jean-Paul Belmondo: «Mein Name ist Sam Fuller, ich bin ein amerikanischer Filmregisseur.» Und dieser fragt ihn, was denn das sei, ein Film. «Film wie ein Schlachtfeld: Liebe, Hass, Action, Gewalt und Tod. Mit einem Wort: Emotion.» Fullers Name steht für eine Art Kino, die ohne viel Aufsehens und ohne viel Aufwand Filme von packender Einfachheit produziert, aus Liebe, Spiel und Spass, kurz: Aus Emotion. Wenn genau dieser Onkel Sam auch in Aki Kaurismäkis Film wieder einmal so eine kleine Rolle bei einem Europäer innehat - er mimt sich selbst in der Gestalt des stumpenqualmenden Verlegers Gasset -, so ist das fast schon ein Glaubensbekenntnis. «Kino», sagte Fuller einmal, «das muss man entweder mit Leib und Seele machen und leben oder sein lassen.» Aki Kaurismäki würde den Satz unterschreiben. Für den Film mit Alltagsszenen aus dem Leben dreier Pariser Bohèmiens führt er als Entschuldigung an: Er hätte den Film gedreht, weil er Jacques Prévert aus Gründen höherer Gewalt dafür nicht engagieren konnte - Prévert ist tot, aber sein Blick auf Paris lebt bei Kaurismäki wieder auf. Dann hätte er sich auch an Puccini rächen wollen, der mit seiner Oper «La Bohème» zu Unrecht als Vater einer grossartigen Geschichte gelte. Der Finne wollte aber vor allem dem Romanautor Henri Murger, Paris und dem Bohème-Leben, aber auch dem französischen Kino der 1940er Jahre seine Referenz erweisen. Mit Fuller hat er die Präzision der kurzen Szenen gemein, das Erzählen einer Geschichte in schnörkellosen Linien. In «La vie de bohème» schafft jede noch so simple Situation die Komik allein, aus sich heraus. Kaurismäkis Bohème-Trio muss man gesehen haben: Rodolfo ist albanischer Flüchtling und Maler, illegal in jenem Land, dessen Hauptstadt Malakoff heisst. Er wird ausgeschafft und kehrt heimlich zurück, teilt den letzten Suppenknochen mit Beaudelaire, seinem Hund. Ein wohlhabender Zuckerfabrikant lässt sich von ihm malen. Rodolfos Freund, der Dichter Marcel Marx, schreibt ein dickes Theaterstück und bekommt von Verleger Fuller den Auftrag, eine Zeitschrift mit dem Titel «Ceinture d'Iris» herauszugeben. Bleibt noch der dritte im Bund, der Musiker Schaunard, der gleich zu Beginn seine schwierige Wohnsituation zu meistern hat. Wo materielle Werte hintan stehen, da zählt die Liebe. Als Rodolfos Freundin Mimi schwer erkrankt, geben die drei das Letzte her, um ihr ein anständiges Spitalbett zu finanzieren: Der Maler opfert seine Bilder, der Musiker seinen Dreirad-Wagen und der Literat seine Sammlung von Erstausgaben. Hart und traurig, dieser Moment, aber ungemein wahr. Die Pariser Bohème ist für Kaurismäki mehr als ein Thema: Sie ist mit ihrer Kunst, aus nichts ein Leben zu gestalten, eine Frage des Stils. Zur Kargheit des Lebens der Bohèmien passt seine Kargheit der Gestaltungsmittel. Der Finne ist und bleibt im besten Sinn Minimalist. Hier könnte eine Polizeifigur aus einem Melville herübergelaufen sein, dort lässt in einem déjeuner à la campagne der französische Realismus grüssen. Die Dialoge andererseits könnten von den Marx-Brothers stammen: «Wo geht ihr hin?» - «Zigarren holen in Havanna.» Oder: «Probleme? Nein, ich habe Durst.» © Walter Ruggle 
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Landschaft im Nebel - Topio stin omichli (1988)
Theo Angelopoulos
Griechenland
120′
Zwei Kinder unterwegs Voula und Alexander sind zwei Kinder, deren Vater in Deutschland arbeitet. Eines Tages besteigen die beiden in Athen den Zug in der Absicht, ihn zu suchen. Immer wieder werden sie auf ihrer Reise durch Griechenland von Realitäten eingeholt und aufgehalten. Sie begegnen unter anderem der Schauspieltruppe, die in O Thiasos unterwegs war, sie kommen am Ende zu einem Baum der Hoffnung. In Landschaft im Nebel, dem letzten Film in der «Trilogie des Schweigens», erzählt uns der Grieche Theo Angelopoulos, basierend auf einer Zeitungsnotiz, ein Märchen, und wir sitzen da, sehen, lauschen und staunen. Wer einsteigen will, braucht nur die Angst abzulegen und zu jener kindlichen Unschuld zurückzufinden, die Voula und Alexander auf ihrer Reise leitet. Es ist eine Initiationsreise - und auf die Welt lässt sie uns genauso kommen wie weg von ihr, hin zu einer vagen Hoffnung davon, dass aus dem sich lichtenden Nebel am Ende doch noch ein Stück Grün, ein Baum, Leben erahnbar wird, getreu der Genesis, die er mehrmals zitiert: «Am Anfang herrschte Dunkelheit, und dann kam das Licht.» Muss man noch beifügen, dass auch in diesem Sinn im Film die Welt immer wieder von neuem geschaffen wird: Aus der Dunkelheit kommt Licht. Voula ist es, die feststellt: «Diese Geschichte hört nie auf, man unterbricht uns ständig.» Sie zieht damit einen Bogen innerhalb der Welt, in der sie und ihr Bruder sich während zweier Stunden bewegen. Wichtig ist die Innenwelt, jenes Land, das mit der Seele gesucht wird. Es existiert in der Fantasie, gebildet aus Realität und Poesie. Es ist eine Reise auch durch das geistige Land des Theo Angelopoulos, durch ein Land, das keine Grenzen kennt, in dem von Film zu Film Figuren kommen, gehen, wieder auftauchen. Walter Ruggle
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Le Havre (2011)
Aki Kaurismäki
Frankreich
93′
Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohémien, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die französische Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Den Traum vom literarischen Durchbruch hat er längst begraben, und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika. Und so ist Marcel gezwungen, sich noch einmal gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben. Als Waffen stehen ihm einzig sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der MitbewohnerInnen seines Quartiers zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blinden Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen. «Le Havre» ist Aki Kaurismäkis poetisch stilles Aufbegehren gegen die Gleichgültigkeiten unserer Zeit. Thomas Allenbach schrieb: «In seinem bislang letzten abendfüllenden Spielfilm erweist Aki Kaurismäki erneut dem französischen Kino die Reverenz. Schauplatz ist Le Havre in der Normandie, das durch Marcel Carnés Le quai des brumes in die Filmgeschichte eingegangen ist. Le Havre, das ist bei Kaurismäki aber nicht bloss eine konkrete Stadt – der Hafen spielt in seinem Werk als Ort der Passage und als Chiffre für die Möglichkeit des Aufbruchs eine zentrale symbolische Rolle.»
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Le serviteur de Kali (2002)
Adoor Gopalakrishnan
Indien
88′
Kaliyappan ist der Henker des Maharadscha von Travancore. Er wohnt am Rande eines kleinen Dorfes in der prachtvollen Landschaft von Kerala. Seit Generationen lebt seine Familie von den Vergünstigungen, die ihr der Maharadscha nach jeder Hinrichtung gewährt. Doch diese werden immer seltener, und Kaliyappans Familie lebt im Elend. Paradoxerweise ist der alte Henker, der Erfüllung eines zum Fluch gewordenen Auftrags müde geworden, auch ein Heiler. Adoor Gopalakrishnan gehört zu den zentralen Figuren im indischen Kino und zu den herausragenden Filmschaffenden aus Kerala, dessen Filmkultur er zusammen mit Shaji Karun ganz wesentlich prägt. Sein Film «Le serviteur de Kali» ist eine Fabel, die auf realen Fakten fusst. Die erste Einstellung zeigt einen alten Henker, der seine Hände betrachtet. Er hegt Schuldgefühle wegen der letzten Hinrichtung und hat Angst vor der nächsten. Als er erneut den Befehl für eine Urteilsvollstreckung erhält, fühlt Kaliyappan sich elend, taumelt umher und trinkt, um seine Gewissensbisse und seine jämmerliche Lage zu vergessen. Als ob der Alkohol die Verantwortung aufheben und den Scharfrichter ersetzen könnte. Der Sohn wird das Urteil vollstrecken, der über der Familie drohende Fluch lässt sich nicht abwenden. Am Ende sind die Schatten des Umzugs die düsteren Schatten eines endlosen Trauergefolges, es sei denn, sie wären die Schatten der Höhle: «Der Film erforscht die unbekannten Räume des Bewusstseins, des Realen und des Imaginären.». Eine verborgene Perle des Kinos.
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Lerchen am Faden (1969)
Jiri Menzel
Tschechische Republik
94′
«Wir werden unseren friedlichen Stahl den imperialistischen Kriegstreibern in die Kehle schütten.» Unter Propagandatransparenten wie diesem schuften Zwangsarbeiter auf einem Schrottplatz. Wir schreiben das Jahr 1949, in der Tschechoslowakei hat sich das kommunistische Regime gerade installiert und sperrt «Konterrevolutionäre» zu Tausenden zur «Umerziehung» in Arbeitslager. Frauen und Männer sind strikt getrennt, Kontaktaufnahme streng verboten, doch mit viel List schaffen es Menschen auch hier, in den Ruinen einer absurden Ordnung ihre Liebe zu leben. Der Anfang 1969 fertiggestellte Film ist die dritte Zusammenarbeit zwischen Jiří Menzel und dem Schriftsteller Bohumil Hrabal. «Lerchen am Faden», dessen Drehbuch Menzel und Hrabal aus Motiven von Hrabals 1965 erschienener Kurzgeschichtensammlung «Verkaufe Haus, in dem ich nicht mehr wohnen will» verfasst hatten, ging in die Postproduktion, als die Panzer der Sowjets in Prag einrollten. Zwar konnte Menzel den Film noch beenden, doch er kam sofort in den Giftschrank - die Zustände, die hier verspottet wurden, waren wieder Realität geworden. Erst 21 Jahre später, nach der Samtenen Revolution von November 1989, konnte «Lerchen am Faden» gezeigt werden. Er triumphierte im Februar 1990 auf der Berlinale, wo er den Goldenen Bären erhielt.
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Lugares comunes (2003)
Adolfo Aristarain
Argentinien
108′
Der sechzigjährige Fernando Robles ist Professor für Pädagogik an einer Universität in Buenos Aires. Er ist seit vielen Jahren mit Liliana Rovira verheiratet, einer Spanierin, die als Sozialarbeiterin in den ärmeren Quartieren Buenos Aires' tätig ist. Beide verspüren Liebe und Respekt füreinander, sind einander treu und könnten sich ein Leben ohne den jeweiligen Partner nicht mehr vorstellen. Ihr Sohn Pedro ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Söhne. Sie leben im fernen Madrid, wo Pedro einen guten Job hat und zur gutsituierten Mittelschicht gehört. Fernandos Ruhe wird erschüttert, als er aus heiterem Himmel einen Brief erhält, der ihn über seine vorzeitige Pensionierung informiert. Ein Ereignis, welches das Leben des Paars vollständig verändert. Der argentinische Altmeister betrachtet auf einfühlsame Art die Situation des Älterwerdens und den Moment, an dem ein Paar auf ein langes gemeinsames Leben zurückblickt, auf Erfahrenes, Geteiltes, Verpasstes. Sein Film greift den einschneidenden Moment einer vorzeitigen Pensionierung auf, in der ein Mensch aus seinem gewohnten Lebensgang geworfen wird und man ihm aus was für Gründen auch immer, bedeutet, dass er an seinem Arbeitsplatz nicht mehr gebraucht wird. Es ist eine zärtliche Annäherung an den Moment des Übergangs, an dem es um so verdrängte Dinge wie den Sinn und das Sinnliche geht und wo das zusammen Sein seine Bedeutung erfährt. Aristarain lässt seine Figuren angesichts der neuen Situation über das sinnieren, was das Leben ist und was es sein könnte. Ein im besten Sinn reifer Film.
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Maboroshi (1995)
Hirokazu KORE-EDA
Japan
109′
Yumiko, eine 25-jährige Frau aus Osaka, heiratet mit Ikuo jenen Mann, den sie als Reinkarnation ihrer Grossmutter wahrnimmt. Sie war gerade zwölf Jahre alt, als diese sich zum Sterben an den Ort ihrer Kindheit aufmachte, und Yumiko sie nicht aufhalten konnte. Zusammen mit Ikuo hat sie einen Sohn, der gerade drei Monate alt ist, als gemeldet wird, dass der Vater sich unter einen Vorortszug gestürzt hätte. Zurück bleibt ein Schuh und das Glöcklein, das die Frau ihrem Geliebten als Schlüsselanhänger geschenkt hatte. Über die Vermittlung einer Nachbarin findet Yumiko fünf Jahre später einen anderen Mann, der seinerseits die Frau verloren hat und mit seiner kleinen Tochter in jenem Fischerdorf am Meer lebt. Kore-eda setzt diesen spärlichen Handlungsfaden in meditativ wirkende Bilder um, in denen die Menschen sich immer wieder in Durchgängen befinden, aus dem Dunkeln auf ein Licht zustreben, wo eine Farbe dominiert: Das Blau. Einem Subplot gleich setzt er den Ton ein, schafft sowohl mit der Musik seines taiwanesischen Komponisten als auch mit ganz alltäglichen Geräuschen Raum. Wie das Licht im Bild scheint der Glocken-Klang im Ton eine Konstante zu schaffen und die Betrachtenden zu führen. Man kann Hirokazu Kore-edas filmische Sprache vergleichen mit älteren asiatischen Regisseuren, etwa in ihrer Beschaulichkeit mit dem Taiwanesen Hou Hsiao-hsien («Der Puppenmeister»). Gleichzeitig ist bei ihm aber auch eine japanische Tradition spürbar, die von Yasujiro Ozu vorgezeichnet ist, zumindest was den Umgang mit den Figuren einer Familie im Cadre des Bildes betrifft. Walter Ruggle
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Memorias del Subdesarrollo (1968)
Tomás Gutiérrez Alea
Kuba
99′
Fidel Castros Revolution war 1959 für viele Kubanerinnen und Kubaner die Erlösung von einem tyrannischen Regime, einer jahrzehntelangen Ausbeutung durch die USA und der Beginn von wesentlich mehr Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Sergio ist im Land geblieben, nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit und ein bisschen Neugier. Seine Frau hat ihn und Kuba verlassen. Er verbringt seine Tage vorwiegend mit Träumereien und Selbstgesprächen, die er auf Tonband aufzeichnet, und er beobachtet die Veränderungen, die sich in seiner Umgebung abspielen, vom Balkon seiner luxuriöse Hochhauswohnung aus. In seiner Luxuswohnung versucht er nun seine Memoiren zu schreiben, sich zu erinnern an die alte Zeit und die neue zu analysieren und zu verstehen. Das erweist sich als zunehmend schwierig ­ und man schrieb erst das Jahr 1968. Es gibt ja eine ganze Reihe von herausragenden Filmen von der Karibik-Insel, da zu den Vorzügen von Castros umstrittener Politik gehört, dass er das Kino als die wichtigste der Künste einstufte. «Memorias del subdesarrollo» gehört zu den grössten Filmen nicht nur Kubas sondern der Kinogeschichte überhaupt. Tomás Gutiérres Aleas ungemein vielschichtiger und subtiler Film ist eine der klügsten und tiefgründigsten Reflexionen über die kubanische Revolution, schillernd und rätselhaft wie sein Titel, ein Film, der ende der sechziger Jahre noch einmal mit aller Kraft offenbarte, was in der Siebten Kunst noch immer für ein Potenzial steckt und dass visuelles Erzählen halt schon etwas mit gestalteten Bildern zu tun hat und nicht nur mit abgefilmtem Theater. Noch heute besticht dieser Film in seiner Gestaltung und er macht daneben auch überdeutlich, wie klar die Probleme des kubanischen Systems eigentlich schon waren, zu einer Zeit, in der es selber sie noch hätte korrigieren und verbessern können.
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Naked Youth (1960)
Nagisa Oshima
Japan
96′
Nagisa Oshima (Im Reich der Sinne) ist die bei uns wohl bekannteste Figur des japanischen Kinos der 60er Jahre. Er debütierte 1959, also exakt im gleichen Jahr wie seine französischen Kollegen der Nouvelle Vague, mit seinem Spielfilm Ai to Kibo no Machi (Street of Love and Hope), um ein Jahr später schon mit Seishun Zankoku Monogatari (Nackte Jugend) nachzudoppeln. Beide Klassiker gelangen nun dank trigon-film in neuer Kopie in die Kinos, und beide machen deutlich, was für eine Aufbruchstimmung auch das japanische Kino damals prägte. Nackte Jugend handelt von einem jungen Liebespaar, das sein Geld mit kleinen Gaunereien verdient und immer mehr kriminell wird. Das allein erinnert schon an A bout de souffle, der zur gleichen Zeit entstand. Welten voneinander entfernt entstanden, sind sie beide Ausdruck einer globalen Befindlichkeit zum einen, Welten umspannende Lust, mit Gewesenem zu brechen und Neues daraus zu entwickeln, die Filmsprache explodieren zu lassen, um sie neu zu ordnen. Bestechend ist noch heute die erzählerische Wucht, mit der dieser Film aufwartet. Auf Breitleinwand gewagte Cadragen, radikale Nähe und die Verknüpfung von Besitz und Sexualität - übers Auto, denn mit ihm kommt mann leichter an ein Mädchen heran. «Unsere Generation der ungefähr zwischen 1930 und 1940 Geborenen», meinte Nagisa Oshima später, begann «mit grossen Meistern. Diese hatten eine innere Gewissheit, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Wir aber hatten diese Gewissheit nicht mehr, wir wussten nicht, ob diese unsere Sicht der Realität noch stimmte. Bei Kurosawa und Ozu merkt man diese Ungewissheit nicht: Stilistisch und methodisch begannen wir zu experimentieren, wir haben versucht, die Sehweise zu wechseln, haben begonnen, eine neue Sicht zu finden.»
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Offret - Opfer (1986)
Andrei Tarkowski
Russland
149′
In Opfer, dem letzten Film des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkovsky, bricht über die Geburtstagsfeier eines Schauspielers eine apokalyptische Katastrophe herein. Der ehemalige Schauspieler Alexander (Erland Josephson) feiert seinen Geburtstag zusammen mit seiner Familie und einigen Freunden in seinem Haus an der Küste. Es ist ein schöner Tag, bis im Radio die Nachricht von einer Katastrophe kommt, die die ganze Welt bedroht. Um alles wieder so sein zu lassen wie am Vortag, will Alexander ein Opfer bringen, aber ob das helfen wird?
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Padre Padrone (1977)
Paolo & Vittorio Taviani
Italien
113′
Er gehört zu den Schlüsselfilmen des italienischen Kinos und des europäischen Kinos, er packte in den 1970er Jahren, in denen er in Cannes die Goldene Palme gewonnen hat, das Publikum und regte zu Diskussionen an: Padre padrone, jener Film, der den Gebrüdern Paolo und Vittorio Taviani zum internationalen Durchbruch verhalf und sie zum Vorzeigepaar Italiens machte (zu einer Zeit, in der Berlusconi noch nicht alles ruiniert hatte, was man Filmbranche nennen konnte und Filmkunst). Ein Bildungsstück im engsten Sinn des Wortes, ansetzend in der Schule eines sardischen Dorfes, aus der ein Bauer und Vater (Omero Antonutti) auftritt und von der real existierenden Figur des früheren Hirtenjungen Gavino Ledda mit einem Stecken ausgestattet wird, bevor seine Geschichte erzählt wird. Der Hirtenjunge Gavino wächst in einer archiaschen, von jahrhunderte alt wirkender Unterdrückung und Demütigung geprägten Welt auf. Mit sechs Jahren wird er von seinem Vater aus der Schule geholt, um die Schafe zu hüten und zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Schliesslich hat man ihn auf die Welt gestellt, damit er arbeiten kann und nicht zum Lernen. Gavino lernt vom Vater die Natur kennen, lernt Sehen und Lauschen, aber was ihm vorenthalten wird ist die Kultur, ist das Wissen. Auf dieses stösst er erst im Alter von 18 Jahren in der Armee, wo er endlich lesen und schreiben lernt und seine Freude am Wissen entwickelt. Freundschaftlich zur Seite steht ihm dabei ein junger Mann, mit dem er im Panzer Vokabeln durchgeht und Vergil rezitiert: Nanni Moretti, der eben erst seinen Film Io sono un autarchico gedreht hat und hier noch als Schauspieler wirkt. In Padre padrone beschreiben Paolo und Vittorio Taviani, frei der Biografie des realen Gavino Ledda folgend, einen Emanzipationsprozess, die Geschichte einer exemplarischen Möglichkeit, gegen alle Chancen zu gewinnen. Gleichzeitig ist er ein Dokument des Elends und der Hoffnungslosigkeit in den sardischen Bergen, aus dem der gebildete Hirtensohn ausbricht, um rückkehrend an der Verbesserung der Situation zu arbeiten.
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Platform (2000)
Zhangke Jia
China
149′
Wanderschauspieler in China In der chinesischen Kleinstadt Fenyang führt eine Theatergruppe noch 1979 ein Stück auf, in dem Mao Zedong verherrlicht wird. Nach dessen Tod 1976 beginnen sich Politik, Gesellschaft und Kultur zu verändern. Wellen der Liberalisierung erreichen auch Fenyang und sein Theater, beeinflussen Leben und Bühne. Jia Zhangke beschreibt auf hochsensible und vielschichtige Weise den irren Wandel, in dem sich China befindet. Der Titel von Jia Zhangkes Spielfilm referiert auf einen populären Rocksong im China der 80er Jahre. Sein Refrain lautet: "Wir warten, alle unsere Herzen warten, warten für immer auf dem Bahnsteig." In diesem Lied, meint Jia, stecke vieles, die Hoffnung einer Reise genauso wie die der Abfahrt oder die der Ankunft. Das entspricht dem Geist der 80er Jahre in China und Jia Zhangkes eigenen Jugenderfahrungen in Fenyang. In "Platform" führt er uns auf eine Reise durch die tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Tod Mao Zedongs 1976 in der Aera Deng Xiaopings. Pop-Musik aus Hongkong und Taiwan, westliche Literatur, das Fernsehen, die "Entdeckung des Individuums" waren Errungenschaften, die das Leben auch in der Provinz umkrempelten. "Die Subkultur zerstörte das geistige Gefängnis in dem wir lebten, zur gleichen Zeit wurden aber auch die moralischen Normen über Bord geworfen", erinnert sich Jia. Diese Dualität prägte seine Arbeit am Film. "Platform" betrachtet diese Epoche des Übergangs ohne falsches Pathos, dafür mit sehr viel Sensibilität für die kleinen Wandlungen, die sich oft beinahe unmerklich abspielen. Die Geschichte seines Filmes folgt den Figuren vor dem Hintergrund einer sich verändernden Welt und führt uns vor Augen, was "der lange Marsch", auf dem sich die chinesische Gesellschaft befindet, mit sich bringt. "Platform" ist in seiner Anlage vergleichbar mit dem griechischen Meisterwerk "Die Wanderschauspieler" von Theo Angelopoulos, ein zeitloses Werk zur Zeit. Walter Ruggle
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Pyaasa (1957)
Guru Dutt
Indien
143′
Der Spielfilm «Pyaasa» vom indischen Schauspieler und Regisseur Guru Dutt (1925-1964) ist 1957 entstanden und also sechzig Jahre alt. Es ist dies ein viel zu wenig bekanntes Meisterwerk, längst ein Klassiker, den wir hier in neuer, restaurierter Fassung präsentieren können: Ein zeitlos und unsterblich schönes Melodrama, das auch die Lebensgeschichte seines Autors mit geprägt hat und herausragt aus der kommerziellen Filmproduktion durch seine eigenständige Gestaltungsweise. Pyaasa ist der absolute Lieblingsfilm von Bollywoodstar Aamir Khan (Lagaan). Vijay, von Guru Dutt selber verkörpert, ist ein erfolgloser Dichter, dessen Arbeit nicht einmal von seinen Brüdern ernst genommen wird. Er wird als Taugenichts betrachtet und treibt sich in den Strassen Kolkatas herum. Auf der Suche nach Liebe und Anerkennung trifft er hier auf die wunderschöne Gulabo (Waheeda Rehman), eine Prostituierte, die auf Anhieb von seinen Gedichten fasziniert ist und sich in ihn verliebt. Vijay begegnet auch seiner Jugendfreundin Meena aus der Schulzeit und findet heraus, dass sie mit dem bekannten Verleger Mr. Ghosh verheiratet ist. Dieser stellt ihn als Diener ein, um mehr über ihn und Meena herauszufinden. Anerkennung findet Vijay weiterhin nicht, im Gegenteil: Er landet in einer Psychiatrischen Klinik, aus der er sich mit Hilfe eines Freundes befreien kann. Mindestens so berührend wie der Film sind die Geschichten, die ihn und seine Entstehung umranken. Es sollte Guru Dutts zweitletzte Regiearbeit werden. Der Filmemacher hatte sich hoffnungslos in seine spätere Hauptdarstellerin Waheeda Rehman verliebt, für die er sozusagen «Pyaasa» drehte, während ein Teil der Lieder von seiner Frau Geeta Dutt gesungen wurden. Sie verlieh ausgerechnet der Geliebten ihres Mannes die Singstimme.
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Rashomon (1951)
Akira Kurosawa
Japan
88′
Das legendäre Meisterwerk in neuer Kopie und neuer Übersetzung! Zwei Erzählungen des Dichters Akutagawa Ryunosuke waren der Ausgangspunkt für RASHOMON, einen der besten Filme der gesamten Filmgeschichte. Die eine liefert die Rahmenhandlung unter dem titelgebenden Rashomon, dem Südtor des alten Kyoto, die andere das Mark von Kurosawas Filmhandlung. Sie berichtet von einem Todschlag auf der Wegstrecke von Sekiyama nach Yamashina, dem darauffolgenden Prozess gegen den Banditen Tajomaru (Toshiro Mifune) und der versuchten Verarbeitung des Geschehens durch einen Priester, einen zufälligen, Fragen stellenden Passanten und jenen Holzfäller, der den Tathergang mitverfolgt haben will. Die drei stellen fest, dass vor Gericht vier Aussagen gemacht wurden und dass sich diese in ganz wesentlichen Punkten voneinander unterscheiden, ja widersprechen. Wo also liegt die Wahrheit, sind doch alle Versionen in sich stimmig und glaubwürdig. Gibt es überhaupt so etwas wie eine «objektive», von allen teilbare Empfindung von Hergängen oder erleben wir alle ein Geschehen so, wie es uns unter den jeweiligen Umständen gerade am besten passt? Akira Kurosawa präsentiert dem Publikum, das er in die Rolle der Geschworenen versetzt, die einzelnen Schilderungen des Tathergangs, und zwar in Rückblenden, die die Vergangenheit eben in der Gegenwart der Erzählung aufleben lassen. Jeder Tathergang wird damit zur möglichen Wahrheit. In jedem Ablauf verhalten sich die Figuren anders, zum Teil grundlegend anders. Gleichbleibend sind der Ort des Geschehens, eine kleine, lichte Stelle im Wald, und die drei Personen: ein stolzer Samurai, seine göttlich schöne Frau und der Bandit. Klar ist auch, dass der Samurai am Ende tot ist. Bleibt die Frage, wie es dazu kommen konnte. Walter Ruggle
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Sankofa (1993)
Haile Gerima
Burkina Faso
119′
Mona ist ein Model, das seine schwarze Hautfarbe zu vermarkten weiss. An der ghanesischen Küste posiert die schwarze Schönheit mit der blonden Perücke am Strand genau vor jener Festung, wo bis ins 19.Jahrhundert hinein Tausende von afrikanischen Sklaven gefoltert, vergewaltigt und verschleppt wurden. Sankofa, ein afrikanischer Trommler singt dort die ewige Totenklage, und Mona gerät in seinen Bann. Als Mona zögerlich die Kellerverliese der alten Festung betritt, werden die Geister, die Sankofa beschworen hat, wieder zum Leben erweckt. Mona gerät in den Strudel der Geschichte ihrer Mütter und Väter und wird als Shola auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika wieder lebendig. Als privilegierte Haussklavin hat Shola einen schweren Weg vor sich, bis sie sich zu ihrer schwarzen Identität bekennen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen kann. Sankofa ist ein Begriff aus der Akan-Sprache und bedeutet: "In seine Vergangenheit zurückkehren, sie dem Vergessen entreißen und sich der Zukunft zuwenden". Das ist der schwierige Weg, den Mona als Shola stellvertretend für eine ganze Generation schwarzer Amerikaner antritt, die den Bezug zu ihrer eigenen Geschichte zu verloren haben scheint.
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Sansho Dayu - Landvogt Sansho (1954)
Kenji Mizoguchi
Japan
124′
Sansho Dayu handelt von einem Kinderpaar aus reichem Haus Ende des 12. Jahrhunderts, das dem Landvogt des Titels in die Hände fällt, der seinen Ruf als vorbildlicher Lehensherr der gnadenlosen Ausbeutung seines Sklavenheers verdankt. In lange getragenen Einstellungen erzählt Mizoguchi fliessend diese alte Legende von Not und Rache in Bildern so schön, dass man sich jedes einzelne davon ausschneiden und aufhängen möchte.
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Scandal (1950)
Akira Kurosawa
Japan
105′
Kurosawas Lieblingsschauspieler der frühen Jahre war Toshiro Mifune. Hier spielt er den berühmten Maler Ichiro Aoye, der seine Ferien in den Bergen verbringt und auf die junge Sängerin Miyako Saijo trifft. Die beiden wohnen im selben Hotel und verbringen ein wenig Zeit miteinander. Zwei Reporter fotografieren sie zusammen und veröffentlichen die Bilder in einem Boulevardmagazin - aus Rache dafür, dass Saijo ihnen ein Interview verweigert hatte. Der Skandal liegt im Raum, und der Anwalt, den der Maler engagiert, lässt sich vom Chefredaktor des Magazins bestechen, um Geld für seine schwer kranke Tochter zu erhalten. Kurosawa bringt Figuren in Situationen, in denen sie sich schwer entscheiden können. Akira Kurosawa: «Nach dem Krieg erlebte Japan etwas Neues: die Pressefreiheit. Natürlich wurde sie rasch auch missbraucht. Eine einschlägige Massenpresse meinte, mit schamlos vulgären Artikeln die Neugier der Leser reizen und Skandale auslösen zu müssen. Dieser Tendenz musste Einhalt geboten werden, das gab den Anstoss zu meinem Film.»
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Shadows in Paradise - Schatten im Paradie (1986)
Aki Kaurismäki
Finnland
74′
Im ersten Teil seiner Proletariat-Trilogie, der ihm zum internationalen Durchbruch verhalf, erzählt Aki Kaurismäki im regnerisch-tristen Helsinki von der Liebe zwischen einem Müllfahrer und einer Supermarktkassiererin. Der wunderschöne Mund eines Müllschluckers, die Wellen des Meeres, die sich an der Küste brechen, ein paar Küsse und also das tragikomische Leben in einer Metropole. In das triste Leben des Müllwagenfahrers Nikander und der arbeitslosen Supermarktkassiererin Ilona kommt plötzlich Licht: Die beiden verlieben sich im regnerischen Helsinki ineinander, auch wenn ihre Annäherung recht verkrampft geschieht. Nikander und Ilona haben auch im Schatten der Gesellschaft die Hoffnung auf ein mögliches Paradies nicht aufgegeben. Vielleicht gelangen sie sogar dorthin, vielleicht mit dem Kreuzfahrtschiff. Und wir womöglich mit ihnen. Im Tages-Anzeiger war zu lesen: «Schatten im Paradies ist die ungewöhnlichste Liebeskomödie, die man sich vorstellen kann. Der Film führt das Genre ad absurdum, wobei das nicht geplant wirkt, sondern sich zwingend aus Kaurismäkis Erzählstil ergibt: Die Bilder erinnern an Werke von Edward Hopper, dem Maler der Einsamkeit. Die Figuren agieren mit versteinerten Gesichtern und sind so wortkarg, dass man ihre Gefühle nur erahnen kann. Statt der Menschen sprechen Jazz und Blues, wobei die Stimmungslagen von Songs und Handlung einander oft diametral entgegenstehen. Das Resultat ist diese einzigartige Form von Komik, für die wir in unserer Sprache nur das jämmerliche Wort ‹trocken› zur Verfügung haben.»
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Shiraz (1928)
Franz Osten
Indien
106′
Das Filmmelodrama Shiraz ist eine Entdeckung. Es basiert auf der wahren Geschichte hinter dem Taj Mahal im indischen Uttar Pradesh. Fürst Shah Jahan hat das schönste Monument der Liebe im 17. Jahrhundert seiner Geliebten bauen lassen. Der Film ist ein prachtvolles Stück Erzählkino, sorgsam restauriert und von der Musik Anoushka Shankars begleitet, die sich als Sitarspielerin einen eigenen Namen gemacht hat, den Spuren des legendären Vaters Ravi Shankar folgend. Shiraz ist zum Schmelzen schön. In einem scheinen sich jene einig, die das indische Agra besucht haben: Der Taj Mahal ist eines der formvollendetsten Bauwerke und von betörender Schönheit, ein Liebesgedicht aus Marmor. Legenden umranken es und seine 18-jährige Bauzeit. Franz Osten erzählt in seinem Filmmelodram Shiraz die Liebesge-schichte, die hinter dem Monument aus dem 17. Jahrhundert steht, das Liebespalast hätte sein sollen und Mausoleum wurde. Prinzessin Arjumand entkam knapp dem Tod, als die Karawane überfallen wurde, in der sie unterwegs war. Ein Töpfer nahm das Mädchen bei sich auf, nannte es Selima und zog es neben seinem eigenen Sohn Shiraz auf, ohne zu wissen, dass es eigentlich aus einem Fürstenhaus stammte. Shiraz wiederum verliebte sich unsterblich in Selima, bevor sie von Sklavenhändlern entführt und als Bedienstete an den Fürsten verkauft wurde. Auch dieser war hin und weg ob der Schöheit Selimas und zwar so heftig, dass er ihr das schönste Bauwerk der Erde errichten wollte. Der Film Shiraz war 1928 eine Grossproduktion und konnte es spielend mit vergleichba-ren Werken aus Hollywood aufnehmen. Gedreht wurde in realen Dekors mit ungezählten StatistInnen. Himansu Rai, der den Film produziert hatte, spielt den armen Töpfer Shiraz, der ein Leben lang um seine Geliebte kämpft. Die Kombination von Produzent und Hauptdarsteller erinnert unter anderem ans spätere Bollywood-Epos Lagaan, in dem der indische Megastar Aamir Khan die Herzen beglückte. Shiraz wurde vom British Filminstitute sorgsam restauriert, die Musik, die den Stummfilm aus dem Jahr 1928 begleitet, schrieb die Sitarspielerin und Komponistin Anoushka Shankar. Ein bezauberndes Melodram um das Liebesgedicht aus Marmor. Walter Ruggle
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mit Bonus
Stalker (1979)
Andrei Tarkowski
Russland
161′
Bonus:
Eine in Zeit und Ort nicht näher beschriebene Stadt, die am Rande eines als Zone bezeichneten Gebietes liegt. In dieser Zone geschehen seltsame Dinge, es gibt rätselhafte Erscheinungen, deren Ursache zum Zeitpunkt der Handlung schon Jahre zurückliegt und nur vermutet werden kann. War es eine Atomkatastrophe oder ein Meteoriteneinschlag - man weiss es nicht. Das Gebiet wurde evakuiert, abgesperrt und steht unter schwerer Bewachung. Im Vorspann des Films heisst es: «... was es war? Der Fall eines Meteoriten? Der Besuch von Bewohnern des menschlichen Kosmos? Wie auch immer, in unserem kleinen Land entstand das Wunder aller Wunder- die ZONE. Wir schickten sofort Truppen hin. Sie kamen nicht zurück. Da umzingelten wir die ZONE mit Polizeikordons... und haben wahrscheinlich recht daran getan... im übrigen-ich weiß nicht, ich weiß nicht... Aus einem Interview des Nobelpreisträgers Professor Wallace mit einem Korrespondenten der RAI.» Der Stalker (Kundschafter) verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute illegal durch den Sperrgürtel zu bringen und sie innerhalb der Zone zu führen. Seine Tochter ist krank, der Beruf des Vaters und das Leben nahe der Zone haben an dem Mädchen ihre Spuren hinterlassen. Der Stalker hat Gespür, ja Ehrfurcht für diesen sich ständig verändernden Ort entwickelt, fühlt die Gefahren im Voraus und hat seine Methoden, den tödlichen Fallen, die die Zone stellt, auszuweichen. Zwei seiner Kunden, der Professor und der Schriftsteller, wollen aus unterschiedlichen Motiven an einen Ort gebracht werden, der sich in der Zone befindet und der als "Raum der Wünsche" bezeichnet wird. An dieser Stelle gehen, glaubt man der Legende, die geheimsten, innigsten Wünsche in Erfüllung. Während der Schriftsteller sich die ihm seit einiger Zeit fehlende Eingebung zurück wünscht, hat der Professor völlig andere Absichten: Er will diesen Raum zerstören, weil er dessen Missbrauch befürchtet. Aber auch der Stalker selbst hat seine Gründe, an diesen Ort zu gehen. Er will den Menschen zur Hoffnung auf ein glückliches Leben verhelfen.
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Stray Dog (1949)
Akira Kurosawa
Japan
122′
Er ist noch jung, jener Schauspieler, der rund um die Welt bekannt werden sollte mit Meisterwerken wie «Rashomon» oder «Die sieben Samurai», der Akira Kurosawas Darsteller bleiben sollte bis hin zum Spielfilm «Doktor Rotbart». Hier hat er einen Krimi gestaltet auf dem Hintergrund der jüngsten und überhaupt nicht verarbeiteten japanischen Kriegsvergangenheit, von der viele der Figuren erzählen, egal ob Frau oder Mann. «Stray Dog» (Ein streunender Hund) spielt während des schwül-heissen Sommers in Tokyo des Jahres 49. Dem blutjungen und völlig unerfahrenen Inspektor Murakami (Toshiro Mifune) wird in einem überfüllten Bus die geladene Dienstwaffe aus der Jackentasche gestohlen. Murakami ist ausser sich. Er befürchtet schlimmste Konsequenzen für seine noch junge Karriere. Gemeinsam mit dem älteren Kollegen Sato aus dem Diebstahldezernat macht er sich auf die Suche nach Spuren des Diebes. Dabei durchstreifen wir mit ihm den japanischen Nachkriegsalltag, sammelt er Erfahrungen und lehrt ihn nicht nur der alte Hase Sato, Ruhe zu bewahren. Auch Frauen, die ins Geschehen involviert sind, fauchen ihn als Grünschnabel an. Eine eindrückliche Milieustudie von Akira Kurosawa, in der der Meister sich im Genrefilm beweist und uns vor Augen führt, was er erzählerisch, atmosphärisch und visuell drauf hat. Walter Ruggle
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The Street of Love and Hope (1959)
Nagisa Oshima
Japan
62′
Nagisa Oshima (Im Reich der Sinne) ist die bei uns wohl bekannteste Figur des japanischen Kinos der 60er Jahre. Er debütierte 1959, also exakt im gleichen Jahr wie seine französischen Kollegen der Nouvelle Vague, mit seinem Spielfilm Ai to Kibo no Machi (Street of Love and Hope), um ein Jahr später schon mit Seishun Zankoku Monogatari (Nackte Jugend) nachzudoppeln. Beide Klassiker machen deutlich, was für eine Aufbruchstimmung auch das japanische Kino damals prägte. In seinem Erstling erzählt Oshima die Geschichte eines Jungen, der in Armut lebt und seine Taube verkaufen muss. Auch die Geschichte eines Betrugs. Denn die Taube kehrt zurück und kann von Neuem verkauft werden, immer wieder. Er verkauft die Taube an ein reiches Mädchen, das sich für ihn zu interessieren beginnt. Eine Überwindung der Klassengegensätze scheint möglich. Doch das Mädchen merkt den Betrug und ist enttäuscht. Sie kauft die Taube noch einmal, um sie zu töten. Nagisa Oshima meinte später: «Unsere Generation der ungefähr zwischen 1930 und 1940 Geborenen begann mit grossen Meistern. Diese hatten eine innere Gewissheit, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Wir aber hatten diese Gewissheit nicht mehr, wir wussten nicht, ob diese unsere Sicht der Realität noch stimmte. Bei Kurosawa und Ozu merkt man diese Ungewissheit nicht: Stilistisch und methodisch begannen wir zu experimentieren, wir haben versucht, die Sehweise zu wechseln, haben begonnen, eine neue Sicht zu finden.»
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Those Wonderful Movie Cranks (1978)
Jiri Menzel
Tschechische Republik
89′
Ein Filmvorführer tingelt Anfang des 20. Jahrhunderts durch böhmische Dörfer und träumt davon, in Prag ein Kino zu eröffnen. Er verbündet sich mit einem jungen Kameramann (gespielt von Jiří Menzel), der seinerseits einen Traum hat: Er sehnt sich nach lebensnahen Filmen, die sich mit der Wirklichkeit der Menschen befassen. Menzels Die wunderbaren Männer mit der Kurbel gehört zu den schönsten Huldigungen an die Pioniere der Stummfilmzeit, darüber hinaus ist der Film eine melancholisch gefärbte Reflexion über notwendige Zugeständnisse. «Der Film ist eine scharfsinnige Chronologie des Scheiterns. (...) Menzel erzählt dies in teils heiter, teils wehmütig stimmenden Episoden, in denen er virtuos verschiedene filmische Ebenen ineinanderfliessen lässt: Die illusionäre Verzückung angesichts zappelnder Schwarzweissbilder der ersten Stunde - von Menzel stilecht nachgedreht - trifft auf die schöne Scheinwelt eines standesbewussten Grossbürgertums (...). Poesievolle Beschreibung der historischen Situation wird so gebrochen durch die Distanz einer ersten kinematografischen Aufarbeitung.» (dhm.de)
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Tokyo Monogatari - Reise nach Tokyo (1953)
Yasujiro OZU
Japan
137′
Ein Meisterwerk des japanischen Kinos und einer der schönsten Filme über familiäre Beziehungen überhaupt. Die Grosseltern Shukichi und Tomi Hirayama beschliessen, ihre erwachsenen Kinder und deren Familien in Tokyo zu besuchen. Dort angekommen erkennen sie, dass der älteste Sohn Koichi, ein Arzt, und die älteste Tochter Shige, die einen Schönheitssalon betreibt, wenig Zeit für sie haben. Einzig Noriko (Setsuko Hara), die Witwe des im Zweiten Weltkrieg gefallen Sohns, bemüht sich um ihre Schwiegereltern. Nach nur wenigen Tagen in Tokyo schieben Koichi und Shige ihre Eltern in ein Seebad ab. Dort fühlen sie sich aber umgeben von feiernden Jugendlichen auch nicht wohl, so dass sie nach Tokyo zurückkehren. Shukichi verbringt einen Abend mit ehemaligen Freunden und Nachbarn in einer Kneipe, während Tomi diese Nacht bei Noriko schläft. Bei der Rückfahrt in den Heimatort erkrankt Tomi schwer, weshalb die Reise bei dem jüngsten Sohn in Osaka unterbrochen werden muss. Zurück in der eigenen Wohnung verschlechtert sich Tomis Zustand, und die Kinder eilen an das Sterbebett ihrer Mutter. Nach der Beerdigung reisen alle Kinder möglichst schnell wieder ab, einzig die Schwiegertochter Noriko und die noch im Elternhaus lebende jüngste Tochter bleiben bei Shukichi zurück. Die britische Zeitschrift «Sight & Sound» macht alle fünf Jahre eine Umfrage unter FilmkritikerInnen und Filmschaffenden, um die besten Filme aller Zeiten zu ermitteln. Ihr zufolge sind eine ganze Reihe von Filmen aus der Kollektion trigon-film unter den all time favorites. «Tokyo monogatari» von Yasujiro Ozu hat es unter den Lieblingen der Filmschaffenden gar auf Rang 1 geschafft. Und dies nicht nur auf dieser Liste. Martin Walder schrieb: «Das Wunder Ozu: Der neben Kurosawa und Mizoguchi dritte berühmte Klassiker des japanischen Films in der Mitte des letzten Jahrhunderts hat einen unerhörten Reinigungseffekt für (kino-)verdorbene Sinne. Wie schlicht sind diese Filme, wie wundersam schön, wie genau! - Seine Radikalität hat in der Filmgeschichte Massstäbe gesetzt.»
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Touki Bouki (1973)
Djibril Diop Mambéty
Senegal
90′
Es sind immer wieder die Kinder und Jugendlichen, die im afrikanischen Kino die Hoffnung auf eine bessere Zukunft vertreten. Das ist in diesem Klassiker des Kinos, den wir in neuer Kopie als Reedition zeigen, nicht anders. Mory und Anta träumen davon, nach Paris ins «verheissene Land» zu gehen, das Josephine Baker besungen hat. Er ist Viehhirte, doch seine Herden wurden zum Schlachthof geführt. Seitdem treibt sich Mory mit dem Motorrad, das er zum Andenken an seine Zebus mit zwei Hörnern verziert hat, in der Stadt herum. Anta ist eine junge Studentin, die ebenfalls am Rande der Gesellschaft lebt. Liebe ist der einzige Reichtum der beiden, und so entschliessen sie sich, alles zu unternehmen, um das nötige Geld für ihre Reise zusammenzubringen. Ein witziger Film über die romantische und aufregende Jugend in Senegal, vor allem aber auch eine politisch und sozial weitsichtige Reflexion über das Exil. Nicht so sehr durch seine vielbeachtete formale Eigenwilligkeit besticht dieser Film, sondern vielmehr durch seine politische und soziale Weitsicht. Auf seiner Reise in eine bessere Zukunft, die er in Paris zu finden glaubt und die am Hafen von Dakar endet, erkennt Mory, dass die Annahme einer fremden Identität nie zu einer eigenen führen kann. Mit der Besinnung auf seine eigenen Wurzeln leitet er einen Selbstfindungsprozess ein.
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Ugetsu monogatari - Erzählungen unter dem Regenmond (1953)
Kenji Mizoguchi
Japan
97′
In seinem Meisterwerk Ugetsu monogatari schildert der Japaner Kenji Mizoguchi die Geschichte von Genjuro, einem Töpfer, und seinem Schwager, dem Bauern Tobei. Die beiden leben mit ihren Frauen in einem kleinen Dorf, das inmitten eines von Kriegswirren umtosten Gebietes gelegen ist. Und sie haben Ambitionen, die sich die Kriegswirren zunutze machen. Genjuro möchte mit seinen Töpfen in die Stadt fahren und möglichst rasch viel Geld verdienen. Tobei will als Samurai zu Ruhm und Ehre kommen. Beide setzen alles aufs Spiel: und verlieren. Das Streben nach Geld und Ruhm, macht Mizoguchi hier deutlich, birgt zwangsläufig den Verlust von inneren Werten mit sich. Genjuro und Tobei machen sich auf einen Weg, der sie immer weiter wegführt von sich selber, der Wunschträumen und Phantomen folgt und nicht den Spuren der Wirklichkeit. Unterwegs, auf jener grandiosen Bootspassage, treibt der Tod phantomartig an ihnen vorbei - sie verstehen es nicht, das Zeichen richtig zu deuten. Und so wird der Tod Wirklichkeit. Genjuro rennt später einer Liebe nach, die er für echter und stärker hält als jene zu seiner eigenen, daheim gelassenen Frau. Die Liebe aber, sie entpuppt sich als Phantom als Geist einer längst verblichenen Prinzessin.
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Ultimas imagenes del naufragio (1989)
Eliseo Subiela
Argentinien
130′
Robert ist ein Versicherungsangestellter und seit langen Jahren unglücklich verheiratet. Er träumt davon, Schriftsteller zu werden. Eines Tages rettet er die geheimnisvolle Laura vor dem Selbstmord. Dies erweist sich für ihn zunächst als wahrer Glücksfall: Sie versorgt ihn nicht nur mit Geschichten aus ihrem Leben, die er zu Papier bringen kann, sie hat darüber hinaus auch noch all das, was ihm zu seinem Glück fehlt. Robert verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Frau, nicht ahnend, was dadurch auf ihn zukommt.
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Wenn die Kraniche ziehen (1957)
Michail Kalatosow
Russland
91′
In der ehemaligen Sowjetunion gab es ein staatliches Kino, das phasenweise in der Langeweile von Propaganda und Konfektion verkam. Ende der 1950er Jahre aber blühte ein eigenständiges Filmschaffen auf, das im Rahmen der Staatsproduktion dank einem später als «Tauwetter» bezeichneten kulturellen Klima entstand und zu kurzem aber grossem Format aufblühte. Das Paradebeispiel dieser Zeit und ein wegweisendes Stück Kino ist der Spielfilm «Wenn die Kraniche ziehen» von Michail Kalatosow. Visuell noch heute bestechend und legendär gehört der Film zu jenen Werken, die sich überzeugend gegen den Krieg auflehnten. Angesiedelt ist er 1941 in Moskau, kurz vor dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion. Boris und Weronika sind ein Liebespaar, sie lässt sich von ihm Eichhörnchen nennen, und die beiden beobachten den Zug der Kraniche über der Stadt. Nach dem Ausbruch des Krieges meldet sich Boris freiwillig zur Front und wird am Tag vor Weronikas Geburtstag eingezogen. Ihr gelingt es nicht, sich von ihm zu verabschieden, und Boris kann ihr nur sein Geburtstagsgeschenk, ein Spielzeug-Eichhörnchen, hinterlassen. Weronika wird später von Boris’ Familie aufgenommen. Boris’ Vater Fjodor Iwanowitsch ist Arzt, ausserdem leben noch Boris’ Schwester Irina, sein Cousin, der Pianist Mark, und die Grossmutter in der Wohnung. Mark war schon immer in Weronika verliebt und nutzt die Abwesenheit von Boris, um Weronika zu verführen. Sie willigt ein, ihn zu heiraten. Währenddessen fällt Boris an der Front, nachdem er seinen verwundeten Kameraden Wolodja gerettet hat. Weronika erfährt aber nichts von seinem Tod und hält ihn weiterhin für vermisst.
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Wir Bergler in den Bergen (1974)
Fredi M. Murer
Schweiz
112′
Der ethnographische Dokumentarfilm in drei Sätzen von Fredi M. Murer spiegelt die drei unterschiedlichen, nebeneinander existierenden Entwicklungsstadien des Bergkantons Uri, aus dem der in Zürich lebende Filmemacher stammt. In Göschenen, am Fusse des an der europäischen Nord-Süd-Achse liegenden Gotthards, hat die Industrialisierung längst Einzug gehalten: aus den ehemaligen Bergbauern sind Angestellte und Arbeiter geworden. Im Schächental hingegen pflegt man noch die traditionelle Familien- Alpwirtschaft. Und das Dorf Bristen im Maderanertal findet sich mitten im Umbruch, man pflegt zwar noch die traditionelle Landwirtschaft, gleichzeitig aber verlassen täglich 250 Einwohner den Ort, um auswärts zur Arbeit oder zur Schule zu gehen. Faszinierend ist dieser Klassiker des neuen Schweizer Films heute noch, weil er mit Liebe und Sorgfalt sich den Menschen und ihrer Arbeit nähert, weil er sie selber zu Wort kommen lässt und damit eine Betrachtung von innen heraus schafft. Schön zu sehen, wie die damals brandneue Gotthardstrasse sich präsentierte und amüsant zu hören, wie man mit dem Teufelstein umging. Eine Zeitreise.
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Wolken ziehen vorüber - Drifting Clouds (1996)
Aki Kaurismäki
Finnland
95′
Wie spielt es eigentlich so, das Leben? Wir schreiben das Jahr 2005. Eine Frau und ein Mann mittleren Alters wohnen zusammen. Der neue Fernseher, den sie geleast haben, bietet 12 Sender und über sie das Unglück der Welt in Farbe. Früher musste man zum Umschalten immer aufstehen, sagt der Mann. Heute ist das dank Fernsteuerung bequemer. Die Frau arbeitet als Oberkellnerin im traditionsreichen Speiselokal «Dubrovnik» in Helsinki; der Mann ist Trampilot (wie das heute heisst) bei den Verkehrsbetrieben. Das Restaurant wird an eine Foodkette verkauft, das Personal nicht mehr gebraucht. Die Verkehrsbetriebe werden saniert, die Angestelltenzahl halbiert: Wer zieht die schlechten Karten? Kreuz drei für den Mann. Ausrangiert. Der Mann und die Frau sind arbeitslos und möchten arbeiten. Arbeitslosengeld will er keines: «Ich bettle nicht.» Um seine Zukunft kümmern will er sich selber: «Ich verlange kein Mitleid.» Der Mann und die Frau suchen nach neuen Möglichkeiten, aber die Welt scheint sie nicht mehr zu brauchen: Mal heisst es, sie wäre mit 38 für eine Kellnerin zu alt, mal besteht er einen Gesundheitstest nicht, weil er auf einem Ohr schlecht hört. Mal gewährt ihnen die Bank für eine Eigeninitiative keinen Kredit, mal verspielen sie mit einem Eisatz den letzten Rest, den sie noch hatten. Das Glück ist nicht auf der Seite der beiden. Das Alte hat keinen Platz in der Gegenwart: Sie ist zum Verzweifeln, die Situation. Und immer noch geben der Mann und die Frau nicht auf. «Dieser Film erzählt von ein paar "altmodischen" Menschen in dieser Modernen Welt. Er hat Hauptfiguren und Nebenfiguren. Einige von ihnen sind leicht komisch.» Der Finne Aki Kaurismäki macht keine grossen Worte, wenn er über seine Filme spricht. Drei Sätze genügen ihm, als Inhaltsangabe. Und genauso lakonisch ist sein Stil. In Cannes, am Filmfestival, das ihn 1996, fünfzehn Jahre nach seinem ersten Film zum ersten Mal für wettbewerbswürdig befand, meinte er, die Welt hätte um 1960 herum ihre Entwicklung einstellen können. Er ist Jahrgang 57, das war zur Zeit seiner Kindheit, und er präzisierte: Nein: 1962, weil er einen Cadillac mit Jahrgang 62 fahre. Danach, und das Beispiel steht für alles, habe Cadillac kein einziges interessantes Modell mehr hervorgebracht. Warum kann ein Restaurant heute nicht mehr Personal haben und ein Orchester? Warum muss alles kettenmässig auf eine Linie getrimmt werden? Die Fragen, die der Film stellt, stellt er implizit, unauffällig. Eigentlich stellt er sie gar nicht, er regt sie bestenfalls an. Warum sehen die Menschen fern und können kaum noch miteinander reden? Das war schon vor dem Aufkommen des Internets eine Frage, ist es heute mehr denn je. Der Fortschritt, sagt Aki Kaurismäki, sei das schrecklichste Wort, das er kenne, und er nimmt einzig den medizinischen Bereich aus. Der Fortschritt hat dazu geführt, dass immer mehr Leute ohne Arbeit sind. Was also, fragt der Film, haben sie davon? Gesundgeschrumpfte Welt, wohin? © Walter Ruggle
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Yaaba (1989)
Idrissa Ouedraogo
Burkina Faso
86′
"Yaaba" ist Mooré und bedeutet in der Sprache der Mossi in Burkina Faso Grossmutter. Bila, ein zwölfjähriger Junge, nennt so die alte Sana, die bei den DorfbewohnerInnen als Hexe gilt und aus der Gemeinschaft verstossen wurde. Langsam fassen der Junge und die einsame Greisin Vertrauen zueinander. "Yaaba" erzählt auch ganz allgemein über das dörfliche Leben in Afrika. So fliessen viele Nebenaspekte ein: Streitigkeiten unter Eheleuten nicht nur in Bilas Familie, der Umgang im Dorf mit dem Säufer Noah, die Ausgestaltung eines grossen Festes, alltägliche Szenen beim Wasserholen, beim Verstauen von Vorräten oder auf dem Markt. Als Bilas Cousine Nopoko an Tetanus erkrankt, wird Sanas "böser Blick" dafür verantwortlich gemacht. Bila bittet die alte Frau um Hilfe. Während sie zum Heiler Taryam unterwegs ist, zündet ein Mann aus dem Dorf ihre Hütte an. Eine liebevoll gestaltete, detailreiche, poetisch-märchenhafte Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden. Idrissa Ouedraogo erzählt von der Schönheit der Steppe Westafrikas, vom Gang der würdigen Greisin und von der unbekümmerten Spielfreude der Kinder. Er bedient sich dabei überwiegend ruhiger Bilder und langer Einstellungen, die dem Betrachter Zeit geben, Einzelheiten zu erfassen. Die Schauspieler sind ausnahmslos Laien und stammen überwiegend aus dem Dorf, das als Drehort diente. Die alte Frau, die die Rolle der Sana spielt, hatte in ihrem Leben zudem nie zuvor einen Film gesehen. Einfühlsam und gleichnishaft plädiert "Yaaba" für mehr Toleranz und eine vorurteilsfreie Weltsicht.
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Yeelen (1987)
Souleymane Cissé
Mali
106′
Ein Schlüsselfilm Afrikas in restaurierter Fassung! Der junge Nianankoro steht an der Schwelle zum Erwachsensein und soll deshalb mit dem Wissen und den Fähigkeiten vertraut gemacht werden, die es ihm ermöglichen, die ihn umgebenden Kräfte zu beherrschen. Sein Vater ist ein mächtiger Magier, der mit allen Mitteln verhindern will, dass ihm sein Sohn ebenbürtig wird. Er wäre sogar bereit, ihn zu töten. Nianankoros Mutter verhindert dies und schickt ihren Sohn auf eine Reise, auf der er jenes Wissen erwerben soll, das es ihm erlauben wird, seinem Vater selbständig gegenüberzutreten. Yeelen ist ein visionärer Film über den Weg des Erwachsenwerdens, ein Film von einer inneren Schönheit, die sich nicht einfach mit Worten beschreiben lässt, voller Tiefe, Innigkeit und sanftem Humor. Yeelen ist auch einer der wichtigsten und nachhaltigsten Filme des afrikanischen Kinos. Er hatte schon bei seiner ersten Präsentation in den 80er Jahren in Cannes Aufsehen erregt und dem schwarzafrikanischen Filmschaffen zu besserer Wahrnehmung im Norden verholfen. Yeelen begeistert noch heute beim Entdecken wie beim Wiedersehen, noch immer bestechen die Bilder Cissés, taucht man ein in die archaisch anmutende Geschichte, in der es nicht zuletzt um die Wahrnehmung geht und um das Sehen. Walter Ruggle
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