Südamerika

A idade da terra (1980)
Glauber Rocha
Brasilien
152′
Symphonie in Bild und Ton Dieser 1980 am wieder geborenen Filmfestival von Venedig erstmals präsentierte und heftigst debattierte Film wurde zum Vermächtnis des jung verstorbenen Glauber Rocha, der notierte: «A idade da terra (Das Alter der Erde) ist die Zerlegung der Erzählsequenz, ohne dass dabei der infrastrukturelle Diskurs verloren geht, der die repräsentativsten Zeichen der dritten Welt materialisieren soll.» Bühne sind die drei wichtigsten Städte Bahia, Brasília und Rio. Der Film, sagte Rocha selber, «bietet eine Symphonie in Bild und Ton an oder ist eine Anti-Symphonie, die die wesentlichen Probleme in den Hintergrund stellt. Dieser Film kann nur so eingeordnet werden: Er ist mein Porträt neben dem Porträt Brasiliens.» Der Film ist, wie jemand in der Imdb schreibt, kein Werk für ein Publikum, das experimentelle und kontroverse Arbeiten scheut. Wer Glauber Rocha und seine Radikalität schätzt, wird diesen Film als das sehen und verstehen, was bei seiner Uraufführung in Venedig mit Händen fassbar war: Der Film ist ein einziges Aufbäumen, das zum letzten Aufbäumen Glauber Rochas werden sollte: Der engagierte und enragierte Brasilianer, der das "Cinema Novo" massgeblich geprägt hat, starb 1981 an den Folgen einer Lungeninfektion.
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Anina (2013)
Alfredo Soderguit
Uruguay
78′
Anina Yatay Salas, ein nachdenkliches Mädchen mit roten Haaren, mag ihren Namen gar nicht. Jeder einzelne Teil davon ist ein Palindrom, kann also vorwärts und rückwärts gelesen werden. Damit ziehen ihre Mitschülerinnen sie auf, vor allem Aninas erklärte Feindin Yisel. Als die Mädchen sich auf dem Pausenhof prügeln, müssen beide zur strengen Direktorin, die eine besonders nervenaufreibende disziplinarische Massnahme für die beiden parat hat. Sie bekommen einen schwarzen versiegelten Briefumschlag überreicht, den sie eine Woche lang nicht öffnen dürfen. Von Alpträumen geplagt, ziehen sich die Tage für Anina in die Länge. Zusammen mit ihrer besten Freundin schmiedet Anina allerhand Pläne, um im Voraus an den Inhalt des Kuverts zu kommen. Allmählich erkennt Anina in Yisel eine Schicksalsgenossin, die sogar noch größere Probleme hat als sie selbst. Eine zaghafte Annäherung beginnt. Getragen von der Erzählstimme des Mädchens, folgt der Film dem Fluss von Aninas Gedanken und vermittelt so einen Einblick in ihre Innenwelt. Aninas Tagträume drehen sich nicht nur um Sorgen und Nöte, sondern auch um erwachende Liebesgefühle.
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Antonio das mortes (1969)
Glauber Rocha
Brasilien
99′
In einem Dorf im Nordosten erscheint ein «Cangaceiro» und gibt sich als Reinkarnation des berühmten Lampião aus. Antônio das Mortes, der gedungen wurde, das Böse in Gestalt der Cangaceiros und Propheten auszurotten, macht sich auf den Weg, ihn zu treffen und es beginnt ein Duell zwischen dem «Drachen des Bösen» und dem «Heiligen Krieger». Ein Film, so gewalttätig und schön wie das Sertão, der Nordosten Brasiliens, in dem Glauber Rocha sein opernhaftes und vielschichtiges Werk drehte.
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Aqui no ha pasado nada (2016)
Alejandro Fernández Almendras
Chile
96′
In Sundance hat er erstmals Aufsehen erregt: Der Spielfilm aus Chile, der mit Crowdfunding finanziert wurde und einen spektakulären Fall aufgreift, gleichzeitig fesselndes Porträt einer Jugend ist, die eigentlich alles hat und permanent auf allen Kanälen kommuniziert. Vicente geniesst das Leben. Er liebt Partys, Mädchen, schnelle Autos. In einer Sonntagnacht fährt er mit anderen Jugendlichen, mit denen er gefeiert hat, durch die Stadt. Plötzlich erschüttert ein Schlag den Wagen. Am Morgen stellt sich heraus, dass ein Mann überfahren worden ist, ein Vater von drei Kindern, und niemand hat Hilfe geleistet. Obwohl Vicente nicht am Steuer sass, gilt er bald als der Schuldige. Denn der Vater des eigentlichen Fahrers ist ein Senator und Wirtschaftsboss, einer der mächtigsten Männer im Land, auf den kein Schatten fallen darf. Alejandro Fernández Almendras rekonstruierteinen wahren Fall, der in Chile hohe Wellen schlug. Den Titel könnte man übersetzen als Teil der Bitte an einem Unfallplatz: Gehen Sie weiter, hier ist nichts passiert. Aquí no ha pasado nada fasziniert in seiner Erzählweise und verblüfft noch stärker, wenn man sich die Entstehungsgeschichte vor Augen führt. Finanziert durch Crowdfunding, wurde der Film mit gerade mal 27’000 Dollars in nur 11 Tagen gedreht. Sicher hat dieses kühne und spontane Vorgehen dazu beigetragen, dass ein sehr direktes, ungeschminktes und authentisches Porträt Jugendlicher und ihrer Musik entstanden ist. Der Film gibt weit über Chile hinaus Einblick in den Alltag einer globalisierten Jugend, die alles hat, gerne an die Grenzen geht und permanent mobil kommuniziert, während den Eltern die Zeit für die Kinder fehlt. Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte: Chiles Kino lebt! Walter Ruggle
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Barravento (1962)
Glauber Rocha
Brasilien
81′
Glauber Rochas Erstling Die Fischer in einem Dorf in Bahia an der Nordküste Brasiliens müssen ihr Netz von einem Händler mieten und dafür 90 Prozent des Fangs abgeben. Mehr noch: Der Netzbesitzer droht ihnen immer wieder, ihr Arbeitsgerät zu entziehen. Ganz ähnlich wie zwei Jahre später in «Deus e o Diabo na Terra do Sol» rebelliert die schwarze Gemeinschaft nicht, sie erträgt die Ausbeutung durch den weissen Gauner im Glauben, dass ihr eines Tages die Götter aus der Not helfen werden. Firmino, ein junger Mann mit neuen Ideen, der aus der Stadt in sein Dorf zurückgekommen ist, rebelliert gegen den Fatalismus. Er zerschneidet das Netz der Fischer, das dem Händler gehört, um sie zur Selbsthilfe zu bewegen. Es gelingt ihm jedoch lediglich, das Bewusstsein Aruans, des irdischen Vertreters der Meeresgöttin, zu verändern. Glauber Rocha bezieht in seinem Erstling nicht nur den Rhythmus seiner Sequenzen, sondern auch das Wesen seiner Erzählung aus dem manchmal ruhigen und sinnlichen, manchmal erregten und unerbittlichen Spiel von Meer und Erde. Indem er das einfache Leben der Sklavenabkömmlinge beschreibt, verankert er seinen Film in der Wirklichkeit. Der Film gleicht einem freien, entfesselten Gedicht und packt noch heute durch die Ausstrahlungskraft seiner Bilder.
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Birds of Passage - Pájaros de verano (2018)
Ciro Guerra, Cristina Gallego
Kolumbien
125′
In den 1970er-Jahren verschlägt es eine Wayúu-Familie in Kolumbien in den florierenden Drogenhandel, den die Bedürfnisse nordamerikanischer Jugendlicher in Fahrt bringen. In der Wüste von Guajira übernimmt eine indigene Familie eine führende Rolle im Handel mit Marihuana und kommt auf den Geschmack von Reichtum und Macht. Das ist atemberaubend erzählt, packend inszeniert, exzellent gespielt und grandios gefilmt. Ein Familienclan Schon der ethnografisch anmutende Einstieg in die Filmhandlung ist eine Wucht und zeugt von der präzisen Beobachtungsgabe der Filmschaffenden und von dem, was ihnen elementar wichtig ist: Die Menschen vor Ort. Ciro Guerra und Cristina Gallego, die bereits den berauschenden Spielfilm El abrazo de la serpiente in den Amazonas-Urwald hineingezaubert haben, wollen die Geschichte des beginnenden Drogenhandels aus der Perspektive der betroffenen Bevölkerung erzählen, wollen ihre Gesichter zeigen, ihre Traditionen, ihre Form des Erzählens auch. Die Wayúu leben auf der Karibik-Halbinsel Guajira in Kolumbien und im benachbarten Venezuela. Sie sind die grösste indigene Bevölkerungsgruppe der Region und ihre Sprache Wayuunaiki wird von gut 300’000 Menschen gesprochen. Die Schilderung der Geschichte eines Familienclans, die Cristina Gallego und Ciro Guerra auf der Basis von realen Begebenheiten zu einem lateinamerikanischen Spiel mir das Lied vom Tod choreografiert haben, ist der oralen Erzähltradition der Wayúu verpflichtet und mit Bewusstsein für Genres wie für Ethnografisches fesselnd inszeniert. Einfache Bauern mutieren da ohne Vorbereitung zu Geschäftsleuten in einem von aussen aufgesetzten System, dessen Spielregeln ihre eigenen durcheinanderbringen. Birds of Passage schenkt den Wayúu Gehör, bietet eine andere Perspektive auf eine vermeintlich bekannte Geschichte. Und er geht ans Grundsätzliche, denn ob wegen Marihuana für Nordwestler in Kolumbien getötet wird oder für das Cobalt der globalen Handyproduktion im Kongo: Von den Opfern vor Ort spricht kaum jemand. «Wir haben die Seele verloren - niemand beschützt uns mehr», erkennt die Mutter am Ende des Films, der dem Mechanismus des Kapitalismus in die Fratze blickt. Walter Ruggle
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Birdwatchers (2008)
Marco Bechis
Brasilien
104′
Eine Gruppe von Reisenden lässt sich im brasilianischen Regenwald zum Vögelbeobachten auf dem Flussboot durch die Natur führen und kommt an einer Gruppe von Indianerinnen und Indianern vorbei. Die mit Pfeil und Bogen bewaffneten Urwaldbewohnenden machen den Gästen Eindruck; das Bild fürs Fotoalbum haben sie auf sicher. Ausgehend von diesem Moment einer typischen Begegnung auf Distanz nähert sich Marco Bechis sanft der Realität im Mato Grosso do Sul, dem einst gigantischen Urwaldgebiet in Brasilien. Er lässt uns eintauchen in die einzigartige Atmosphäre des Regenwalds und erzählt von einer Gruppe Guarani-Kaiowá-Indigener, die ein Stück Ackerland besetzen, das einst von ihnen bewohnt worden war - damals, als der Urwald noch ein Urwald war. Zwei Welten stehen einander in der bewegenden Geschichte gegenüber. Eine Reise ins Herz des Regenwalds in Brasilien und ins Innere der Natur. Unvergesslich. Spiel mir das Lied vom Urwald Er gehörte zu den unbestrittenen Höhepunkten am Filmfestival von Venedig. Mit Birdwatchers hatte der Filmemacher Marco Bechis eine ausgesprochen dicht gestaltete Geschichte vorgelegt, in der es um das Leben im Mato Grosso do Sul in Brasilien geht und um Momente, die es kennzeichnet. Der Cast besteht einerseits aus professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern, die die Rollen der weissen Siedlerfamilien und Grossgrundbesitzenden verkörpern. Andererseits sind da die Guarani-Kaiowá-Indianer, die seit Menschengedenken an diesem Flecken Welt leben und immer stärker in Bedrängnis gekommen sind. Sie spielen zwar auch Rollen, denn der Film ist eine erzählte Geschichte, aber sie müssen gar nicht viel spielen, sie können sich selber sein und sich selber in die Handlung einbringen. Wie viel Erde braucht der Mensch? Wem gehört sie überhaupt, die Erde? Und wie gehen jene, die neu in eine Region kommen, mit jenen um, die schon länger da waren. An Birdwatchers haben mich mehrere Sachen fasziniert. Marco Bechis blickt in einen bedrohten Lebensraum, ohne auf einfache Polemik zu machen. Und dennoch ist klar, für wen sein Herz schlägt. Das zeigt sich etwa darin, wie er die Atmosphäre des Urwalds erfasst, wie er die einzelnen Elemente zusammenträgt und uns über Aug und Ohr in diesen Lebensraum eintauchen lässt, in dieses Stück Natur. Erreicht hat er seine Intensität unter anderem damit, dass er den Indigenen Sergio Leones Kultfilm Spiel mir das Lied vom Tod zeigte, um ihnen klarzumachen, dass in den Pausen, im Unausgesprochenen, oft mehr steckt als im übertrieben Gespielten. Und so machen sie für uns nachvollziehbar, was bedroht ist, wenn wir von der Bedrohung des Regenwaldes reden. In Brasilien wie anderswo. (c) Walter Ruggle
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Bombón - el perro (2004)
Carlos Sorin
Argentinien
97′
Juan ist 52, arbeitslos und eigentlich ein hoffnungsloser Fall. Auch seine Messer wird er nicht los, und wenn er mal eins verkaufen kann, so wird er mit dem Preis nicht einmal die Entstehungskosten des Materials decken. Aber Juan ist unterwegs, und das kann nie schaden, denn wer sich bewegt, begegnet auch anderen. Zum Beispiel einer jungen Frau, die von einer Panne blockiert hilflos am Strassenrand steht. Er kann ihr helfen und kommt nun auf den Hund. Ein rassenreines Prachtstück von argentinischer Dogge wird ihm überlassen. Man hat bei den Schenkenden eher das Gefühl, dass sie das geerbte Monstrum loswerden möchten, als dass sie Juan wirklich ein Geschenk machen wollen. Und bei ihm ist klar, dass der Hund ihn fürs Erste noch mehr einschüchtert, als es die Situation tut, in der er steckt. Carlos Sorín ist ein Meister der einfachen Geschichten von einfachen Leuten. Wer seinen letzten Spielfilm "Historias mínimas" gesehen hat, konnte sich der Faszination nicht entziehen. Einer Faszination, die nicht von Stars ausgeht, sondern von einfachen Menschen, die als Laien in eine Rolle schlüpfen, die weitgehend ihre eigene ist.
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Borges - Los libros y la noche (2000)
Tristan Bauer
Argentinien
79′
Um den hundertsten Geburtstag von Jorge Luis Borges zu feiern, hat Tristán Bauer einen ausgesprochen anregenden Filmessay gestaltet: Gekonnt, respektvoll und poetisch vermischt er Archivdokumente, Gespräche und Fotos zum Leben des Schriftstellers, die Borges' politische Haltung, seine Probleme mit dem Perón Regime und seine internationalen Erfolge widerspiegeln. Tristán Bauer beschränkt sich nicht auf eine Historikerarbeit, er rekonstruiert nüchtern und subtil die Welt des Schriftstellers: unendliche Brunnen der seltsamen Bibliothek von Babel, zahlreiche Gänge, Kreise, Spiegel, Treppen und Sechsecke. Auf der Suche nach Borges' Welt und nach ihrer Fiktion gelingt es ihm, die Atmosphäre der Gedichte und Geschichten, der literarischen und metaphysischen Obsessionen des Schriftstellers wiederzugeben. Der Film handelt in Dokumentar- und Spielfilmsequenzen vom Leben und Werk von einem der bedeutendsten spanischsprachigen Schriftsteller, und stellt Archivdokumente der faszinierenden Welt unendlicher Bibliotheks- und Bücherlabyrinthe gegenüber. Walter Santa Ana spielt die vom argentinischen Schriftsteller geschaffene Figur, die niemand anders als Borges selbst ist. Walter Ruggle
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Compañeros - La noche de 12 años (2018)
Álvaro Brechner
Uruguay
117′
Nach dem Roman «Memorias del calabozo» von Mauricio Rosencof und Eleuterio Fernández Huidobro erzählt Álvaro Brechner die schier unglaubliche Geschichte der ausserordentlichen Freundschaft, die die beiden Autoren mit José "Pepe" Mujica verbindet, dem späteren Präsidenten Uruguays. Ein zutiefst bewegender Film, der in seinem Kern Hoffnung stiftet. «Und wenn dies mein letztes Gedicht wäre, rebellisch und traurig, ausgefranst aber ganzheitlich, ein einziges Wort würde ich notieren: Compañeros - Gefährten.» Das Zitat aus Álvaro Brechners neuem Film bringt es auf den Punkt: Im spanischen Wort «compañeros» ist alles enthalten, was die unglaubliche Geschichte ausmacht, die der Uruguayaner nach dem Roman «Memorias del calbozo» erzählt. Man kennt den einen der Protagonisten, José Pepe Mujica, weil er als Staatspräsident so etwas wie ein vorbildlicher Politiker war, und das heisst: weil er, anders als die meisten Politiker, nicht zuerst an sich und seine Popularität dachte sondern seine Aufgabe in den Vordergrund stellte und über sie populär wurde. Geimeinsam mit seinen Gefährten Mauricio Rosencof und Eleuterio Fernández Huidobro hat Mujica zwölf Jahre in Isolationsgefangenschaft verbracht. Es hat zur Person Pepe Mujica bereits eine ganze Reihe von Porträts gegeben, das letzte drehte Emir Kusturica, aber hier wird in Form eines packenden Spielfilms die Geschichte erzählt, für die es wenig Dokumente gibt, nur starke Erinnerungen. Mujica wurde eingekerkert und isoliert von der Welt, als er 37 Jahre alt war; er war 50, als er freikam. Álvaro Brechner beschreibt mit seinem weltweit ungezählte Male ausgezeichneten Film die Erfahrung von drei Freunden, die gleichzeitig ein elementares Stück Geschichte Lateinamerikas darstellt, wo in verschiedenen Ländern während Jahren die Militärs herrschten. Unter der Junta von 1973 bis 1985 wurden in Uruguay Tausende inhaftiert und gefoltert, viele getötet. Gefangene sind auch die Tupamaros Pepe Mujica, der Schriftsteller Mauricio Rosencof und der spätere Verteidigungsminister Eleuterio Fernández Huidobro. Sie engagieren sich für Gerechtigkeit und Freiheit und landen dafür im Knast und in Verliessen, in die man sich den ärgsten Feind nicht hinwünscht. Wie sie das überlebt haben, ist unglaublich, aber es zeugt auch davon, dass man für Ideale wie die Freiheit kämpfen kann und dass die Hoffnung das Letzte ist, was stirbt. Es ist die Kraft der Fantasie und die Entschlossenheit, die die drei in ihrer Isolation am Leben halten. Es ist der Einfallsreichtum, mit dem sie ihre Situation bewältigen. Sie träumen von einem anderen Land, und der Traum sollte in Erfüllung gehen. Ein bewegender Film über drei Gefährten, die ihren Geist brauchen, um zu leben. Walter Ruggle
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Der deutsche Freund - El amigo alemán (2012)
Jeanine Meerapfel
Argentinien
103′
Die junge Jüdin Sulamit Löwenstein wächst mit ihren Eltern in den 1950er Jahren in Argentinien auf und verliebt sich in ihren deutschen Nachbarn Friedrich, dessen Vater ein Nazi-Scherge war. Argentinien ist in den 50er-Jahren der beliebteste Zufluchtsort von Alt-Nazis auf der Flucht vor der Verantwortung für ihre grauenvollen Verbrechen. Dort wächst die junge Jüdin Sulamit Löwenstein auf, deren Eltern es nicht gerne sehen, dass ihre Tochter Zeit mit dem deutschen Nachbarsjungen Friedrich Burg verbringt. Immerhin wird gemunkelt, dass dessen strenger Vater ein untergetauchter Nazi-Scherge sei. Sulamit und Friedrich verlieben sich ineinander und ziehen zum Studieren nach Deutschland. In der Zwischenzeit konnte Friedrich die tragische Wahrheit über seinen Vater herausfinden und bricht mit ihm. Um sich so weit wie nur möglich von der väterlichen Schuld zu entfernen, setzt sich Friedrich verbissen gegen jede Ausprägung des Faschismus ein und unterstützt die deutsche Studentenbewegung. Wenig später kehrt er nach Argentinien zurück, um gegen die dortige Militärdiktatur zu kämpfen. Erst sehr viel später und nach vielen Irrwegen finden sich Sulamit und Friedrich schliesslich im fernen Patagonien wieder.
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Ecuador (2012)
Jacques Sarasin
Ecuador
75′
Im Andenland Ecuador tut sich einiges, ohne dass es draussen in der Welt richtig wahrgenommen würde. Präsident Rafael Correa hat mit seinem Land eine der vorbildlichsten Verfassungen erarbeitet und vom Volk absegnen lassen. Jacques Sarasin schaut hin und lässt uns staunen: Ein Land, das zu sich selber steht. 2007 machte die Regierung unter Präsident Rafael Correa den waghalsigen Vorschlag, das gesamte Erdöl in diesem Nationalpark unter der Erde zu belassen (was 20% der Erdölreserven Ecuadors ausmacht) - unter der Bedingung, dass der ecuadorianische Staat die Hälfte der entgangenen Erträge von der internationalen Gemeinschaft zurückbekommt. Dieses Geld würde in einen Fonds zur nachhaltigen Entwicklung des Landes einfliessen und etwa der Verbreitung erneuerbarer Energien zugutekommen. Konkret würde diese Initiative bedeuten, dass der Welt über 400 Millionen Tonnen in die Atmosphäre ausgestossenes Kohlendioxyd erspart bleiben. Damit würde Ecuador zwar auf mehrere Milliarden Dollar verzichten, dafür aber der Zerstörung eines der vielfältigsten Gebiete der Welt entgegenwirken und damit eindeutig Pionierarbeit leisten. Das Erdöl stellt für den kleinen Andenstaat das wichtigste Exportgut dar - weit wichtiger noch als der hierzulande bekannte Kakao oder die Bananen -, hat dem Land aber auch schon viele Umwelt- und Gesundheitsprobleme sowie Konflikte mit der indigenen Bevölkerung des Regenwaldes beschert. Die ecuadorianische Regierung hängt völlig von den Erdöleinnahmen ab, und insofern ist die Yasuni-Initiative für ein so armes Land wie Ecuador ein ziemlich gewagtes, aber auch mutiges Unterfangen. Rafael Correa ist Protagonist dieses Zeitdokumentes, und er tritt nicht zum ersten Mal in einem Film von Jacques Sarasin auf. Correas Politik wird uns aber auch von anderen Seiten dargelegt: Der gegenwärtige Aussenminister und ehemalige Wirtschaftsminister Ricardo Patiño, der ehemalige Energieminister Alberto Acosta sowie ein versierter Soziologe sind gewichtige Interviewpartner Sarasins. Gemeinsam ist den meisten von ihnen die Suche nach einer neuen Entwicklungsform für Länder wie Ecuador, die im Weltmarktgeschehen eine benachteiligte Position einnehmen. Viele von ihnen - ausgenommen der einzigen kritischen Stimme im Film vom Präsidenten der Privatbanken Ecuadors - plädieren für das etwas vage Konzept des «Sozialismus des 21. Jahrhunderts», ein Begriff, der vor allem durch Hugo Chávez in Venezuela bekannt wurde. Damit soll ein neues Gesellschaftsmodell ausgehandelt werden, in dem der Mensch und die Natur dem Kapital übergeordnet sind.
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Eduardo Falú (2009)
Oliver Primus Arno Oehri
Argentinien
81′
Das ist ein poetischer Reisebericht zur einzigartigen Musik des argentinischen Maestro Eduardo Falú (1923 - 2013) und gleichzeitig ein lebensnahes Portrait dieses grossartigen Musikers. Ausgehend von seiner speziellen Beziehung zur Landschaft im Nordwesten Argentiniens, zu seiner Heimatstadt Salta, zu den weiten Ebenen der Pampa, zum hochaufragenden Gebirge der Anden mit seinen dramatischen Schluchten, fruchtbaren Tälern und kargen Hochebenen, verfolgt das Filmportrait die Stationen seines Lebens und seiner Karriere.
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El abrazo de la serpiente (2015)
Ciro Guerra
Kolumbien
124′
Zwei Forscher dringen ins Innerste des Amazonas vor: Der deutsche EthnologeTheodor Koch-Grunberg im Jahr 1909, der nordamerikanische Botaniker und Abenteurer Richard Evan Schultes im Jahr 1940. Begleitet werden beide vom gleichen Schamanen, der selber der einzige Überlebende eines ausgelöschten Stammes ist und sie je zum Ziel ihrer Wünsche fuhren soll: Sie suchen eine im Urwald verborgene Wunderpflanze. Absolut halluzinierend. Apocalypse Now am Amazonas. Der Kolumbianer Ciro Guerra hat schon in früheren Filmen sein erzählerisches Talent bewiesen; in diesem mutigen Epos setzt er einen Massstab im Umgang mit der Erzählung aus dem Amazonas. Zusehends wandeln sich in «El abrazo de la serpiente» die beiden realen historischen Handlungen zum zeitüberschreitenden spirituellen Abenteuer, zum bildgewaltigen psychedelischen Trip, wie man ihn seit «Apocalypse Now» von Francis Ford Coppola nicht mehr in dieser Intensität gesehen hat. Joseph Conrad lässt auch hier mit seinem Roman «Heart of Darkness» grussen, der Mekong dort, der Kongo da und nun dieser Amazonas. Packend, wie uns Guerra uber Mensch, Natur und die destruktive Macht des Kolonialismus nachdenken lässt, wie er die Rollen umkehrt, unvergesslich seine Tauchfahrt ins Innere des immensen Regenwalds. Erst ganz am Ende des sehr bewusst und in prächtigem Licht-Schattenspiel in Schwarzweiss gedrehten Films taucht er mit seiner Breitwand-Kamera, die von David Gallego präzis geführt wird und den Sog des Orts erfasst, auf aus dem Regenwald, in dem wir uns zwei Stunden lang bewegt haben, verschafft einen Überblick über die schiere Unendlichkeit des Amazonasbeckens und lässt uns aufatmen. Zumindest wir sind noch einmal davongekommen. Was für ein ausserordentlicher Sehgenuss. Walter Ruggle
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El boton de nacar (2015)
Patricio Guzmán
Chile
82′
Der Chilene Patricio Guzmán (Nostalgia de la luz) ist ein wunderbarer Erzähler. Sanft führt er uns durch seine Geschichten, die er dem Leben entnimmt und der Geschichte. In Nostalgia de la luz lud er uns ein in die Wüste und ins Universum. Dieses Mal sind es Patagonien und der Ozean. Chile hat 4300 Kilometer Küste, hat Vulkane, Berge und Gletscher. Guzmàn lauscht den Stimmen der Natur und jenen der Ureinwohner Patagoniens. Sein Film ist ein Gedicht. Es gibt Filme, die nehmen einen als Zuschauerin oder Zuschauer vom allerersten Augenblick an auf. Sie strahlen einen Zauber aus und haben etwas Wohltuendes. Es geht dabei nicht ums Verführen - eine Aktion, die das Kino im umfassenden Sinn auch beherrscht. Nein: Es geht um ein Hinführen, hinein in das, was uns ihr Autor erzählen, was er uns näher bringen will. Das kann eine erfundene Geschichte sein, dann nennt man es einen Spielfilm, es kann die in Bilder und Töne gefasste Begegnung mit dem Realen sein, dann wird man von einem Dokumentarfilm reden. Einer, der die Kunst des Dokumentarischen beherrscht wie wenige ist der Chilene Patricio Guzmán. Und das Faszinierende, Schillernde, Bewegende, Packende, das Traumwandlerische ist es, dass seine Filme so spielerisch leicht wirken, obschon sie auch von Dingen erzählen, über die die Menschheit nicht stolz sein kann. Nostalgia de la luz war die Erzählung vom unendlich Grossen des Universums und dem unendlich Kleinen des Menschen im Sand der irdischen Wüste. El botón de nacár nun ist ein Tauchen im Ozean, der Chile umbrandet und ein Auftauchen in dem, was Menschen im Lauf der Jahrhunderte da getrieben haben. Patricio Guzmán geleitet uns, führt vom Kleinen ins Grosse und wieder zurück. Er schafft Zusammenhänge, erzählt von den Ureinwohnern, die einst in Patagonien lebten und davon, was ihnen ge-schah, von einem Patagonen, der zur Erzählfigur wurde und von einem Perlmuttknopf, der am Grund des Pazifiks gefunden wurde und von der jüngeren Geschichte Chiles kündet. Man sitzt im Kino, schaut in die einzigartige Natur, erkennt Zusammenhänge, lauscht den Gedanken des Filmemachers und den Klängen von Patagoniens Sprache, des Wassers: Man staunt und ist bewegt. Walter Ruggle
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El mudo (2013)
Daniel und Diego Vega
Peru
87′
Nach einer kurzen Untersuchung kommt die Polizei zum Schluss, dass der Schuss, der den Justizfunktionär Constantino Zegarra nur um ein Haar verfehlte, nichts weiter als ein Irrläufer war. Doch Constantino ist überzeugt davon, dass ihn jemand umbringen wollte, und rollt den Fall wieder auf, was ihn dazu führen wird, seinen Zuständigkeitsbereich zu überschreiten, um zu beweisen dass er recht hat.
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El nido vacio (2008)
Daniel Burman
Argentinien
87′
In seinem neusten Film erzählt der Argentinier Daniel Burman von einem Moment, der das Leben aller Eltern mit erwachsen werdenden Kindern prägt. Es ist die Zeit, in der die Kinder ausfliegen, das Nest verlassen. «El nido vacío», das verlassene Nest eben, ergründet den Moment der Leere, wenn die Kinder gross geworden sind und selbstständig, wenn sie das erreicht haben, was ihnen die Eltern ja über die Jahre ihrer Kindheit hinweg wünschten. Das alltägliche familiäre Chaos endet - was folgt? In «El nido vacío» ist es Leonardo, ein erfolgreicher Schriftsteller, der sich mit seiner Frau eines Tages in dieser Situation vorfindet. Was stellt man sich vor? Was ist wirklich? Ein ebenso sanfter wie klug gebauter Film rund um die Familie, die Träume und Ängste auch, um Hoffnungen und Ahnungen. Ein weiteres starkes Stück von Daniel Burman, der mit «Esperando al Mesías» (2000) und «El abrazo partido» (2004) aufgefallen war und eine der herausragenden Figuren im jungen argentinischen Kino ist , grossartig in Szene gebracht und überraschend. Mit Almodovar-Schauspielerin Cecilia Roth und Oscar Martínez, der am Festival von San Sebastian für die Darstellung des Vaters ausgezeichnet wurde, genauso wie Kameramann Hugo Colace, der es schafft, die Kamera zu einer eigenständigen Figur werden zu lassen.
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El otro (2007)
Ariel Rotter
Argentinien
80′
Für den 46-jährigen Anwalt Juan Desouza scheint alles darauf hinzudeuten, dass er wie sein Vater ein Leben in Sicherheit und Wohlstand verbringen wird. Als ihm seine Frau mitteilt, vielleicht schwanger zu sein, und zugleich sein Vater schwer erkrankt, beginnt Juan über sein Dasein nachzudenken. Eine geschäftliche Reise verleitet ihn dazu, die Identität zu wechseln und das Leben dadurch aus anderer Perspektive neu zu sehen. Das Nachdenken über das, was wir sind, ist so alt wie der Mensch. Was ist der Geist? Was ist die Seele? Was ist der Körper? Vieles ist fassbar, anderes nicht oder nur ansatzweise. Zum Glück. Denn so ist es immer wieder reizvoll, sich dem unfassbaren Teil des Daseins zu widmen, dem etwa, dem wir uns schwer entziehen können: unserem Körper. Ariel Rotter gehört zu den talentiertesten Filmemachern der äusserst dynamischen jungen Generation in Argentinien. Er hat hier eigentlich nur einen einfachen Versuch angestellt und einen Mann in den besten Jahren aus seinem eigenen Leben austreten lassen. Nicht so radikal, wie das Michelangelo Antonioni in «Professione: Reporter» machte, wo Jack Nicholson von einer Rolle in eine andere wechselte und dabei nicht ahnte, was ihn damit erwarten würde. Aber anregend, eher spielerisch. Denn Juan Desouza, grossartig verkörpert von Julio Chávez, wechselt ja nicht nur einmal seine Rolle, er versucht es gleich mehrfach. Der Auslöser ist derselbe wie bei Antonioni: Ein Toter. Gewechselt wird einfach die Identität, der Körper bleibt derselbe. Und damit gerät Ariel Rotters Film zu einer kleinen, feinen Studie über das Körperliche am Menschsein. Was tragen wir herum, und was trägt uns herum? Was macht uns eigentlich aus? Und könnten wir nicht einfach ein Anderer sein bzw. eine Andere? Ein faszinierender Film, von dem man sich tragen lassen kann in dem Sinn, als er mit seinen Körperbetrachtungen in unterschiedlichen Lebensaltern das Sinnieren über das eigene Dasein anregt. Wer sind wir? Und was ist unser Körper? Und was bleibt uns und von uns? Dieser Film ist auch eine sinnliche Erfahrung. Walter Ruggle
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El rey de San Gregorio (2006)
Alfonso Gazitúa Gaete
Chile
80′
"El rey de San Gregorio" ist eine Geschichte über die reine und schlichte Liebe. Alfonso Gazitúa Gaete erzählt aus dem Leben von Pedro Vargas - der sich selber spielt -, einem 30 Jahre alten Mann, der im Viertel San Gregorio wohnt und sowohl physisch als auch psychisch benachteiligt ist, da er eine leichte Behinderung aufweist. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, die Hauptfigur dieser wunderschönen Liebesgeschichte zu sein, zusammen mit seiner Prinzessin Cati, die psychisch schwer behindert ist und die Pedro über alles liebt und verehrt. Wie in allen Liebesdramen gibt es auch in diesem Film Gegner, die die Liebesbeziehung verhindern wollen. Pedros Mutter Maria fällt es schwer zu akzeptieren, dass ihr Sohn verliebt ist. Und dann ist da auch noch Catis frustrierte Schwester Marta, die sich davor fürchtet, dass Pedro ihre Beziehung zu ihrer Schwester gefährden könnte. Trotzdem kämpft Pedro dafür, mit seiner Prinzessin zusammen zu sein, wobei er auf Gott vertraut und auf die weisen Ratschläge von Juan, einem alten Mann, der ihm beibringt, an die Liebe zu glauben. DARSTELLENDE Pedro Vargas als Pedro, spielt sich selbst. Der 30-jährige Petro Vargas lebt mit einer leichten geistigen und körperlichen Behinderung im Quartier San Gregorio in Santiago de Chile, wo er als „der König“ bekannt ist. Sensibel, romantisch und optimistisch, wünscht er sich sehnlichst, die intensive Liebe zu leben, die ihn mit Cati verbindet. Cati, die Prinzessin (Maria José Parga) Sie ist Pedros Angebetete. Als Folge einer Poliomyelitis im Alter von 3 Jahren lebt sie heute mit einer schweren Behinderung. Das Sprechen fällt ihr schwer. Sie lacht häufig und oft hat man den Eindruck, sie sei mit ihren Gedanken anderswo. Sie wünscht sich nur eines: mit Pedro zusammensein. Maria José Parga ist Schauspielerin.
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El viaje (1992)
Fernando Solanas
Argentinien
133′
Fernando Solanas schickt den 17-jährigen Martin Nunca, der mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens lebt, auf eine lange Reise der Entdeckungen durch den lateinamerikanischen Kontinent. Mit dem Fahrrad bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Unterwegs sammelt er Erfahrungen, lernt die Facetten verschiedener Orte und Länder kennen. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires steht unter Wasser, doch der Staatschef Doktor Rana (Frosch) lässt sich nicht beirren. Er hat unverzüglich auf die anhaltende Katastrophe reagiert und sich angepasst, indem er mit Schwimmflossen aus dem Regierungspalast tritt, um dem Volk sein mediengerechtes Lächeln vorzuführen. Martin entdeckt die reichen Mythen des Kontinents, die Geschichte der Azteken und der Indios in den Anden genauso wie die katastrophalen sozialen und ökologischen Zustände der Gegenwart. Seine Suche nach dem Vater wird ein aufregendes Durchforsten des Kontinents, wobei Solanas mit wunderbaren Ironien die Widersprüchlichkeiten zwischen Alltagsrealität und Politik aufzeigt.
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Familia sumergida (2018)
María Alché
Argentinien
91′
Fremd und eigenartig wird Marcelas Welt nach dem Tod ihrer Schwester Rina. Sie fühlt sich in ihrem eigenen Haus verloren. Auch scheint ihre Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern zu leiden. Als Nacho, ein junger Freund ihrer Tochter, unerwartet vorbeikommt, geht sie mit ihm auf einen Spaziergang und endlich kann sie reden. Aber wieder zu Hause, beginnt sie immer mehr, Gespräche mit Verwandten aus einer anderen Dimension zu führen.
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Gatos viejos - Alte Katzen (2011)
Sebastian Silva Pedro Peirano
Chile
86′
Isidora und Enrique sind um die 80 und leben mit ihren ebenso betagten Katzen in einer eleganten Wohnung in Santiago. Nur befindet sich diese im achten Stock und macht Isidora schnell zur Gefangenen, wenn wieder mal der Lift ausfällt. Ausgerechnet an einem solchen Tag kündigt die Tochter ihren Besuch an. Das kann nichts Gutes verheissen. Bald fegt die zapplige Rosario wie ein Orkan durch die Wohnung. Sie ist allergisch auf Katzen, doch nicht nur das. Nachdem sich auch ihre Freundin «Hugo» dazugesellt hat, schimmern die wahren Beweggründe der Visite durch: Sie haben es auf das Apartment abgesehen. Das ist zu viel für Isidora, die ihre Anflüge von Demenz vor den Gästen kaum mehr verbergen kann. Und plötzlich geht es hier nicht mehr ums Geld, sondern um Liebe, Vergänglichkeit und verpasste Chancen. Ein virtuos inszeniertes Kammerstück, das nahtlos von der Komödie in die Tragödie und wieder zurück gleitet. Nach dem wunderbar anrührenden Erfolgsfilm «Cinco dias sin Nora» aus Mexiko erreicht uns hier eine Überraschung aus Chile, eine besinnliche Komödie übers Altwerden. Von den französischen Art-et-Essay-Kinos in Cannes 2011 zum besten Film ihres Programms geadelt. Vom Altwerden Es sind die kleinen seelischen Regungen, an denen die beiden Filmemacher Pedro Peirano und Sebastián Silva interessiert sind. In ihrem letzten Film La nana, dem eine bemerkenswerte Festivalkarriere mit Preisregen beschieden war, tasteten sie seismografisch die Seele einer verhärmten Hausangestellten ab, die sich durch eine besondere Begegnung nach und nach öffnen lernt. Im eigenwilligen Gatos viejos folgen sie nun der Bewegung in die andere Richtung: dem Rückzug in die eigene Welt einer Frau, die die allerersten Anzeichen von Alzheimer an sich wahrnimmt. Die sich - derart in die Enge getrieben - Gedanken machen muss zu ihrer Wohnsituation, aber auch zum Verhalten ihrer rabiaten Tochter. Faszinierend an der vierhändigen Arbeit der beiden Filmemacher ist der ihnen eigene Stil, der dokumentarisches Beobachten mit fulminantem Schauspiel verbindet und aus dem Schlagabtausch gereifter Charaktere jenen Humor destilliert, den das Leben schreibt. Da fliegen auch mal die Fetzen und fallen harte Worte. Unter Wahrung der Einheit von Ort, Zeit und Handlung weitet sich der Film so in drei Akten von der bissigen Komödie zum persönlichen Drama der Hauptfiguren - mehr noch zum menschlichen Drama schlechthin: Wie fühlt es sich an, alt zu werden, wachen Bewusstseins zu spüren, dass einen die geistigen Fähigkeiten verlassen? Zu merken, dass einem nur noch wenig Zeit bleibt, gewisse Dinge ins Lot zu bringen? Mit naturalistischem Blick hält die Kamera die Beschwerlichkeiten im Alter fest, registriert Isidoras seelisches Beben in Close-ups, verwandelt ihr Gesicht in eine eigentliche Landschaft der Emotionen. Durch die Perspektive der bejahrten Isidora erfahren wir ihren verzerrten Blick auf die Tochter und das Gefühl beginnender Umnachtung sozusagen aus erster Instanz. Zerbrechlich auf der einen, steif auf der andern Seite - dieses Seilziehen meistert die chilenische Theaterikone Bélgica Castro alias Isidora mit Brillanz. Sie blickt mit 90 Jahren auf eine aussergewöhnliche Schauspielkarriere zurück und ist mit ihrem Filmpartner Enrique, dem Dramaturgen Alejandro Sieveking, auch im richtigen Leben zusammen. Fast schon logisch, dass der Schauplatz ihre eigene Wohnung ist, Katzen inklusive! Wenn Isidora sich schliesslich eingestehen muss, dass auch sie Schuld trifft, dass sie nämlich ihrer Tochter zu wenig Liebe geschenkt hat, wird eine kleine Geste der Versöhnung möglich, etwas mehr Verständnis, ein wenig Zärtlichkeit, ohne dass wir deswegen auf ein Happy End zusteuern. Nein, wir befinden uns mitten im Leben. Brigitte Siegrist
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Gente de bien (2014)
Franco Lolli
Argentinien
86′
Gabriel hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Als sein Sohn Eric zu ihm zieht, wird das Geld knapp. So folgen sie der gutgemeinten Einladung der wohlhabenden Maria, die Ferien mit ihrer Familie zu verbringen. Eine Begegnung voller Herausforderungen.
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Gloria (2013)
Sebastian Lelio
Chile
109′
Diese Frau muss man einfach lieben! Gloria ist 58, geschieden. Ihre Kinder sind längst aus dem Haus. Allein will sie ihre Tage und Nächte aber nicht verbringen. So tanzt sie voller Lebensfreude an Single-Partys und flirtet, was das Zeug hält. Da lernt sie den etwas älteren Rodolfo kennen. Was liebevoll beginnt, wird für Gloria allerdings bald zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Doch diese Frau lässt sich nicht unterkriegen: Gloria steht nach jedem Rückschlag wieder auf – und ihr Stern strahlt noch heller als zuvor.
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Herencia (2001)
Paula Hernández
Argentinien
92′
Die Filmemacherin Paula Hernández gehört heute zu den Schlüsselfiguren des argentinischen Filmschaffens, das in den letzten Jahren viel hat von sich reden machen. Filme wie «Lluvia» oder «Un amor» waren auch bei uns zu sehen und haben mit ihrem sensiblen Blick in den Beziehungsalltag überzeugt. Jetzt hat trigon-film sich darum bemüht, dass auch der Erstling von Paula Hernández zu sehen ist. Auch wenn es nicht alle Tage vorkommt, dass eine Premiere schon ein paar Jährchen alt ist: Hier lohnt es sich bestimmt. Eine kleine Perle, in der es bereits um das zentrale Thema im Werk der Argentinierin geht, um die Liebe, die Welten versetzen kann und Menschen in jeder Beziehung bewegt. Peter reist von Deutschland nach Buenos Aires, um jene Frau zu finden, in die er sich vor einiger Zeit Hals über Kopf verliebt hat und mit der er zusammenleben will. Er hat von ihr aber nicht viel mehr als den Namen, eine Adresse, die nicht mehr stimmt, und die Erinnerung an verzaubernde Momente. Peter trifft fürs Erste auf Olinda, die eine Quartierkneipe führt und selber vor einem halben Jahrhundert auf der Suche nach ihrer grossen Liebe in Argentinien gestrandet war. Allein schon das Dekor und die gute Küche lohnen den Besuch in Olindas Kneipe und Hernández stimmigen Film über das Lieben im Leben.
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Hombre mirando al sudeste (1986)
Eliseo Subiela
Argentinien
109′
Als Rantés in die Psychiatrie kommt und behauptet, aus einer anderen Galaxie zu stammen, weckt er das Interesse von Dr. Julio Denis. Nachmittags schaut Rantés immer nach Südosten und kommuniziert mit seinem Herkunftsland. Obwohl Julio diese häufig vorkommende Psychose bekannt ist, erscheinen ihm Rantés und seine Mission mit jeder gemeinsamen Sitzung «normaler».
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La historia oficial (1985)
Luis Puenzo
Argentinien
114′
Argentinien, 1983: Das Ende des dreckigen Krieges und damit der Herrschaft der Militärjunta ist in Sicht, offene Wahlen stehen bevor. An ihrer Schule lehrt Alicia unbeirrt die «offizielle» Geschichte Argentiniens, spart die Gräueltaten der Diktatur - Folter, Verschwinden von Oppositionellen, Massenexekutionen - aus. Auf die drängenden Fragen ihrer Schüler reagiert sie mit Unverständnis und Härte. Die Rückkehr ihrer alten Freundin Ana aus dem Exil und die Demonstranten auf der Plaza de Mayo, die unentwegt für die Aufklärung der Zwangsadoptionen unter der Militärdiktatur kämpfen, zwingen die Mutter eines adoptierten Kindes, sich mit der noch «inoffiziellen» Geschichte des Landes auseinanderzusetzen. Schrittweise muss sie realisieren, dass auch ihre Familie untrennbar mit einem dunklen Kapitel des Landes verbunden ist. Zwei Jahre nach Ende der Diktatur thematisierte Luis Puenzo in seinem bei den Oscars und in Cannes ausgezeichneten Film das Schicksal der «Desaparecidos» (Verschwundenen) und ihrer Kinder, die an regimetreue Paare vergeben wurden.
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La hora de los hornos (1968)
Fernando Solanas
Argentinien
88′
Alle Macht der Leinwand Die 60er Jahre brachten nicht nur ästhetisch neue Wellen in die Filmgeschichte: Sie brachten auch politische Bewegungen auf die Leinwand. Zum Beispiel in Lateinamerika, wo in Brasilien, Chile, Kuba, Bolivien oder Argentinien Filmemacher sich laut- und bildstark äusserten. Film ist immer politisch - als Erkenntnis ist diese Feststellung jünger als die Filmgeschichte, wenngleich man angesichts des allgemeinen handlungs- und technikorientierten Geschreibes und Geplauders derzeit wieder das Gefühl haben könnte, es hätte die Auseinandersetzung mit der politischen Ebene jeglichen Filmens nie gegeben. Neben dem gewissermassen implizit, in seiner Wirkung politischen Kino gab es früh schon das explizite, Position beziehende, ja agitativ genutzte Filmschaffen, am ausgeprägtesten sicherlich in der frühen Sowjetunion. Dort hatte Lenin den Film zur Kunst der Künste erklärt. Als Teil von Befreiungsbewegungen verstanden sich Filmemacher in verschiedensten Winkeln der Welt, und ob sie Spielfilme machten oder die sie umgebende Wirklichkeit in Bildern festhielten: Das Kino ermöglichte es ihnen, den Aufschrei ihrer Kulturen rund um die Welt zu transportieren. "Das Kino als Fenster zur Welt", lautete eine Definition von André Bazin, "Voraussetzung für das Verständnis sind das Interesse an und die Achtung gegenüber der anderen Kultur", meinte der Bolivianer Jorge Sanjines. Und anschaulicher, direkter als andere künstlerische Ausdrucksformen konnte das Kino die eigenen Bilder, Geschichten und Töne um die Welt bringen. Es ist bald fünfzig Jahre her, seit der Argentinier Fernando Solanas zusammen mit dem Spanier Octavio Getano unter dem Titel "Kino der Dekolonisation" eine Art Manifest zur Unabhängigkeit der verschiedenen Kinematographien verfasst hat. Darin heisst es unter anderem: "Eine Kinematographie wie eine Kultur wird nicht durch ihre Geographie national, sondern nur dadurch, dass sie den besonderen Notwendigkeiten der Befreiung und Entwicklung eines jeden Volkes entspricht. Das Kino, das heute in unseren Ländern dominiert und von Infrastrukturen und Superstrukturen bestimmt wird - den Ursachen jeder Unterentwicklung - kann nur ein abhängiges Kino und damit konsequenterweise ein unmündiges und unterentwickeltes Kino sein." Das legendäre Manifest hat im Zeitalter der globalen Vernetzung nichts an Aussagekraft eingebüsst. Im Gegenteil: Dieselben Konzerne, die heute den Grossteil der Kinoprogramme auf dem Globus diktieren, haben sich auch in die Computernetze eingenistet und werden dort mit derselben Effizienz dafür besorgt sein, dass die Länder des Südens darin bestenfalls als Farbtupfer in Erscheinung treten. Fernando Solanas war neben Leuten wie Glauber Rocha, Miguel Littin, Santiago Alvarez, Fernando Birri oder Jorge Sanjines einer jener Lateinamerikaner, die sich nicht nur in kulturpolitischen, antiimperialistischen Manifesten äusserten; seine Filme, unter ihnen der monumentale Dreiteiler "La hora de los hornos" (Die Stunde der Feuer, 1968), zeigten, was Emanzipation im Kino bedeutet. Solanas ging mit seinem politischen Kino auf dem Kontinent wohl insofern am weitesten, als er sich in erster Linie als "politischer Kämpfer" verstand. Das viereinhalbstündige Pamphlet gegen die neokolonialistische Repression ist geprägt von einem unmissverständlichen Tonfall, einer umfassenden, essayistisch dokumentierenden Methode und der agitativen Montage. Meditativ wird mit der langen Einstellung auf das Bild des zur Zeit der Dreharbeiten ermordeten Che Guevaras eingestimmt. Doch nicht nur der Film, auch die Arbeitsbedingungen sind Beispiel extremer Voraussetzungen. Gedreht wurde vier Jahre im Untergrund, fertiggestellt nach der Flucht ins Exilland Italien. Die politische Aktivität ging noch weiter, wurde der Film schliesslich auch nach Argentinien zurückgeschmuggelt und dort im Untergrund mit ungeheurem Erfolg gezeigt: Über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, ungezählte Verhaftungen. "In dieser Zeit", heisst es in "La hora de los hornos", "ist in Lateinamerika kein Platz für Passivität oder Unschuld. Der Kompromiss des Intellektuellen wird an dem gemessen, was er riskiert." Walter Ruggle
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La memoria del agua (2015)
Matias Bize
Chile
84′
Amanda und Javier lieben einander und leben glücklich mit ihrem vierjährigen Buben im eigenen Haus, bis ein Unfall, geschehen in einem Moment der Unaufmerksamkeit, ihnen das Kind raubt. Der Film setzt danach an: Wie weiter mit dem Leben, wie weiter in der Liebe? Matías Bize versteht es vorzüglich, aus der Fragilität des Moments das Ganze zu betrachten und Antworten zu suchen auf die Frage: Was ist das überhaupt, die Liebe? Am liebsten tasten Liebesfilme die Phase der ersten Begegnungen ab, die Zeit des Knisterns, der hemmungslosen Passion, des offenen Traums. Der Chilene Matías Bize hat schon mehrere Filme über die Liebe gestaltet, weil er selber natürlich auch Betroffener ist und sich Fragen stellt. «Um einen Film zu machen», sagt er, «muss man von der Wahrheit ausgehen. Bei mir entstehen sie aus ganz persönlichen Geschichten heraus und Fragen, die ich mir dazu stelle.» Auch wenn er das Drama des Unfalltods eines Kindes nicht selber erlebt hat, stellt er es hier vor den Anfang seiner Erzählung. Ausgehend von ihm betrachtet er das, was eine Liebe auszeichnen kann aber auch fordern. Wie weiter nach einem Schicksalsschlag? Im Auseinandergehen, das die Frau wünscht, weil sie im Gesicht des Mannes immer jenes ihres gemeinsamen Buben sieht, findet auch ein Zusammenkommen statt. Bize Filme kreisen mal witzig verspielt, mal sentimental melancholisch, mal existenziell intensiv um die Liebe - nah an den Darstellenden, packend inszeniert, interessiert an inneren Realitäten, fokussiert auf einen prägenden Moment. Seine Arbeiten, hat man den Eindruck, reifen mit seiner Person. Hier erzählt er in beeindruckenden Stimmungen vom Abschiednehmen und davon, wie anspruchsvoll menschliche Beziehungen sind und wie wertvoll.
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La mirada invisible (2010)
Diego Lerman
Argentinien
93′
Diego Lerman erzählt - dem Roman «Ciencias morales» (Sittenlehre) von Martín Kohan folgend - von einer 23-jährigen Schulangestellten, die zur Zeit der Diktatur in Argentinien als Aufseherin für Ordnung sorgen muss und dabei eine Beobachtende, Spähende wird. Sie will alles richtig und korrekt machen, sollte neutral und streng sein, gleichzeitig lebt sie nicht ohne Empfindungen und Emotionen. La mirada invisible ist ein starker Film über den Alltag unter einem Regime, das dem freien Leben keinen Platz einräumt, eine der grossen Entdeckungen vom Filmfestival Cannes. Lerman schafft es mit einem hervorragenden Schauspielerensemble, die Mechanismen aufzuzeigen, die unter den unmenschlichen Bedingungen einer Diktatur wichtig werden, das schwindende Vertrauen in alle und alles, die Gefahr, im Räderwerk der Perversion eine Rolle zu spielen. ************* Die Konformistin Es gab eine Zeit im europäischen Kino, die sehr politisch war und dies nicht nur in Bezug auf Themen - sie war es auch in der Form. Zu den grossartigsten Filmen jener Tage gehören Werke wie Il conformista von Bernardo Bertolucci, La caza von Carlos Saura oder Meres tou 36 von Theo Angelopoulos. Die Zeiten haben sich gewandelt und mit ihnen auch das Kino. Das kann man ohne Nostalgie und Verklärung feststellen, das liegt in der Natur der Dinge. Manchmal taucht im Kino ein neuer Film auf, der einen an dieses Potenzial der Siebenten Kunst erinnert. Das kann ein Film wie Lola von Brillante Mendoza sein, in dem der Philippine die adäquate, radikale Form der Annäherung an seine Lebensrealität sucht und findet, das kann aber auch der Film eines jungen Argentiniers sein, der sich einer Zeit in seiner Heimat widmet, in der er selber gerade mal reif für den Kindergarten war. Diego Lerman blickt in La mirada invisible zurück in die Phase der argentinischen Militärdiktatur und damit in eine Erfahrung, die verschiedene Länder Lateinamerikas teilen. Nun haben wir, mag man sagen, schon einige Spielfilme gesehen, die aus dieser Zeit erzählen und von den Abscheulichkeiten, die Militärköpfe zu organisieren und zu befehlen imstande sind. Lerman interessiert sich nicht dafür, er erzählt kein trauriges Fait divers. Dem preisgekrönten Roman «Ciencias morales» des Schriftstellers Martín Kohan folgend, betrachtet der Filmemacher vielmehr das Phänomen der Anpassung und stillen Unterdrückung. Und er tut dies mit einer atemberaubenden Konsequenz, formal kontrolliert und präzis, so dass man sich im Kino bald einmal auch an diese grossen Tage des politischen Films in Europa erinnert fühlt. Der Nachgeborene fragt sich, wie es überhaupt möglich war, dass in seiner geliebten Heimat Argentinien eine Diktatur sich aufbauen und halten konnte. Und er betrachtet das Phänomen des vorauseilenden Gehorsams am kleinen Kosmos einer Schule, an der kleinen Figur einer Angestellten und an den kleinen Formen der Unterdrückung, die die grossen spiegeln und möglich machen. Lerman hat mit Omar Núñez und Juliet a Zylberberg zwei grossartige Schauspielende zur Seite und ein visuelles Bewusstsein, das den Atem stocken lässt. Walter Ruggle
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La teta asustada - Eine Perle Ewigkeit (2009)
Claudia Llosa
Peru
94′
Fausta ist eine junge, bildhübsche Frau in Lima. Ihre Mutter war aus den Anden in die Stadt gezogen. Jetzt stirbt die alte Frau, und die Tochter bleibt allein mit den bösen Geschichten zurück, die ihr die Mutter erzählt hatte. Fausta hat Angst, sich allein in der Stadt zu bewegen, weil sie aus den Erzählungen der Mutter von deren Vergewaltigung erfahren hat. Mit einer Kartoffel in der Vagina schützt sich die Frau vor den Männern, und weil sie Geld braucht, um die Mutter zum Begräbnis ins Dorf zurückzuführen, arbeitet sie bei einer reichen Musikerin in der Stadt. Für Fausta beginnt eine Reise aus der Furcht in die Freiheit, eine Reise zu sich selber. Die Peruanerin Claudia Llosa hat einen zutiefst bewegenden Film gestaltet, der vom verborgenen Schmerz erzählt und dies in einer von der ersten Einstellung an radikalen Form tut - in stiller Wucht. Mit verblüffender Leichtigkeit erzählt sie - bei der ganzen Erdenschwere - vom Alltag der Indigenen und Mestizen in den Barriadas, entwickelt wunderbare Szenen und Überraschungen, die von einem eigenständigen Humor getragen sind. Ein peruanischer Film, der im wahrsten Sinn vor Augen führt, wie stark das junge Filmschaffen im Andenland ist, ein Film, der von der ersten bis zur letzten Szene trägt und packt und Dinge wagt, sie man so im Kino noch nicht gesehen hat. LA TETA ASUSTADA wurde in Berlin 2009 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Claudia Llosa hat ein grosses Erzähltalent, zählt zweifellos zu den wichtigen Figuren des heutigen Kinos und schafft es, vergleichbar mit Filmschaffenden wie Antonioni, das Innenleben ihrer Figuren aus ihrer Umgebung heraus in diese zurückzuspiegeln. Sie schreibt ihren Film auf die Leinwand, steigt über die Sprachlosigkeit angesichts des Gewesenen ein und führt uns sorgsam in die verletzte Seele, die von der Indigenen Magaly Solier grandios verkörpert wird. Das ist starkes Autorinnen-Kino, lebendige Filmkunst heute. Walter Ruggle
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La tierra y la sombra (2015)
Acevedo César Augusto
Kolumbien
98′
Alfonso ist ein alter Bauer, der nach Hause zurückkehrt, um sich um seinen schwerkranken Sohn zu kümmern. Er entdeckt sein altes Haus wieder, wo die Frau, die einmal seine Ehepartnerin war, noch immer lebt mit seiner Schwiegertochter und dem Enkelsohn. Die Landschaft, die ihn erwartet, gleich einem Ödland. Weite Zuckerrohrplantagen umgeben das Haus und produzieren immerwährende Aschenwolken. 17 Jahre, nachdem er seine Familie verlassen hat, versucht Alfonso wieder dazuzugehören und seine Familie zu retten.
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Las aventuras de dios (2001)
Eliseo Subiela
Argentinien
82′
Geträumtes Leben Das Kino ist die Kunst der Erinnerung. Und Eliseo Subiela ist einer der begabtesten Erinnerungskünstler der Filmkunst. In "Las aventuras de Dios" lässt er uns zwischen Realitäten geradezu schweben. Ein Mann taucht aus dem Meer auf und findet sich in einem verlassen wirkenden, geradezu surrealen Hotelpalast aus den dreissiger Jahren wieder. Dort stösst er auf eine Reihe von Figuren, die ihn an Momente des Lebens erinnern, an die menschliche Existenz und ihre Ingredienzen. Er versucht herauszufinden, was es mit dem Ort auf sich hat, weiss nicht, träumt er, wird er geträumt oder soll das alles wahr sein. Gefangen ist er da zusammen mit Valeri, einer attraktiven Frau, mit der er in einem alten Cabrio Ausflüge in die Stadt unternimmt. Immer wieder durchquert er das labyrinthähnliche Hotelgebäude und ist in der Gegenwart genauso wie in einem zeitlosen Raum. Kommt er hier wieder weg? Oder ist er da für immer gefangen? Gibt es überhaupt eine Wirklichkeit oder ist ohnehin alles erdacht, erfunden, erlogen, erträumt, ersonnen, erhofft, ersehnt? Es ist eine wundersame Reise in philosophische Gefilde, auf die uns Eliseo Subiela einlädt und auf der er uns mit unseren eigenen Fluchtwegen konfrontiert. «Göttliche Abenteuer» titelt der Argentinier Eliseo Subiela seinen jüngsten Film, und in der Tat bewegen wir uns darin wundersam im Kopf seines Protagonisten. LiebhaberInnen des gefühlvollen Regisseurs aus Buenos Aires mögen sich vielleicht an den Film mit dem schönsten Titel erinnern, «No te mueras sin decirme a donde vas» («Stirb nicht, ohne mir zu sagen, wohin du gehst»). Darin versucht ein Mann eine Traummaschine herzustellen, mit deren Hilfe man die Innenseite des Menschen besser erfassen könnte, seine Nachtbilder auch am Tag sichtbar machen. Wie sehr Eliseo Subiela einer der begabtesten Erinnerungskünstler ist, zeigt sich nun wieder in «Las aventuras de dios», der stärker an die frühesten anlehnt und im besten Sinn an Höhepunkte des europäischen Autorenfilms um 1960 herum erinnert, an Meisterwerke wie «L'année dernière à Marienbad» von Alain Resnais oder «Das Schweigen» von Ingmar Bergman. Subiela lässt uns zwischen Realitäten schweben, zwischen Innen und Aussen, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Liebe und Verlassenheit. Als einen «metaphysischen Thriller» bezeichnet er selber seine Geschichte von einem Mann, der in seinen eigenen Kopf vorzudringen scheint und dort aus den Fluten des Gedankenmeeres aufsteigt, um in einem scheinbar verlassenen Hotel aufzutauchen. Dort stösst er auf eine Reihe von Figuren, die ihn an Momente des Lebens erinnern, an die menschliche Existenz und ihre Zutaten. Subiela hat den Film in Digital Video-Technik gedreht, was die Brüchigkeit der Geschichte noch betont. Walter Ruggle
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Liquid Truth (2017)
Carolina Jabor
Brasilien
88′
Rubens ist ein beliebter und sorgloser Schwimmlehrer, bis er eines Tages von einer Mutter beschuldigt wird, ihren Sohn zärtlich berührt zu haben. Die Anschuldigungen werden verbreitet und beschleunigt durch moderne Kommunikationsmittel. Carolina Jabor hat einen ungemein packenden, brennend aktuellen und wichtigen Spielfilm gestaltet, der uns erkennen lässt, dass sich Wahrheit nicht per elektronischer Kommunikation vermittelt. Facebook, Twitter, SMS, Instagram, WhatsApp, Blogs und anderes mehr - heutige Kommunikationsformen haben ihre Reize, weil sie uns schnell und bequem mit anderen verbinden und Nachrichten austauschen lassen, Bilder, Töne, was immer und wann immer wir wollen. Sie bergen gleichzeitig aber auch grosse Gefahren, denn schnell ist ein Post gemacht, und eine Unwahrheit oder Verleumdung macht die Runde. Schnell kann ein soziales Medium asozial werden. Zu jenen, die das in ihrem Alltag besonders stark zu spüren bekommen, gehören Lehrerinnen und Lehrer. Rubens ist als Schwimmlehrer total beliebt bei den Kindern und Jugendlichen; er hat einen guten Draht zu ihnen, liebt seine Arbeit und das Leben. Bis zu dem Moment, da er von einer Mutter via Posts beschuldigt wird, ihren Sohn zärtlich berührt zu haben. Die engagierte Filmemacherin Carolina Jabor erzählt diese Geschichte mit dem brasilianischen Filmstar Daniel de Oliveira in der Hauptrolle bravourös und so, dass wir selber als Beobachtende unsere Einschätzung immer wieder in Frage stellen und uns damit in der Situation befinden, Urteile zu fällen, für die wir genaugenommen zu wenig Anhaltspunkte haben, aber eben doch Indizien. Sie arbeitet mit dem, was Kommunikation ausmacht, mit dem Verbalen wie mit dem Nonverbalen, mit dem, was ausgedrückt wird, wie mit dem Verschwiegenen. Liquid Truth, der Titel ihres packenden und hochaktuellen Filmes, deutet es an: Die Wahrheit ist fliessend, die Grenzen zwischen wahr und unwahr verschwimmen. Sie hängt mit Wahrnehmung zusammen, und diese kann uns täuschen. Auch mit Äusserungen, die oft schwer überprüfbar sind und heute mehr denn je. In der professionellen Medienwelt und in der Politik hat der Begriff «Fake News» die Runde gemacht. Er wird verwendet, um jegliche Wahrheitsdiskussion zu zerschmettern. In Jabors Film, der so etwas wie ein sozialer Thriller ist und spürbar auch mit dem Blick einer Frau erzählt, geht es um unseren Austausch im ganz normalen Alltag, wo einer oder eine für Handlungen verantwortlich gemacht wird und im Strudel der Messages so gut wie keine Chance hat, Klarheit zu schaffen. Die Urteile sind gefällt. Es gibt noch nicht viele Filme, die das so alltagsnah und präzis auf den Punkt bringen. Walter Ruggle
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Los silencios (2018)
Beatriz Seigner
Brasilien
90′
Nuria, Fabio und ihre Mutter Amparo treffen auf einer kleinen Insel inmitten des Amazonas ein, im Grenzgebiet von Brasilien, Kolumbien und Peru. Sie sind geflüchtet vor dem bewaffneten Konflikt in ihrer kolumbianischen Heimat, nachdem der Vater spurlos verschwunden ist. Eines Tages taucht er in ihrem neuen Zuhause wieder auf. Die Familie entdeckt, dass die ganze Insel von Geistern bevölkert ist. Beatriz Seigner hat eine bewegende Reflexion über das Entwurzeltsein der Flüchtlinge gestaltet. Fantastischer Realismus Mitten in der Nacht kommt Amparo auf dem Amazonas-Eiland mit dem schönen Namen «Isla de la Fantasia» an. Aus der Ferne können wir nur wenige Lichter ausmachen, die genauso gut Sterne sein könnten. Die Augen der Kinder Nuria und Fabio verleihen der Ankunft einen Hauch von Fantasie und Staunen. Die Insel wirkt arm, aber sie nimmt die eintreffenden Flüchtlinge mit Mitgefühl auf. Nuria stellt beim Kennenlernen ihres neuen Zuhauses fest, dass die BewohnerInnen nicht alleine sind. Es ist da noch eine andere Gemeinschaft, die ihrem Alltag nachgeht, ohne dass wir uns ihrer Anwesenheit bewusst wären - wie in einer Parallelwelt. Zu dieser Menschengruppe gehört der verschollene Vater der Kinder. Los silencios ist zunächst eine naturalistische Betrachtung der Flüchtlingssituation in jener Region, in der Peru, Kolumbien und Brasilien aufeinandertreffen. Der Film leuchtet, wirkt sensibel und bewegend. Die junge Regisseurin Beatriz Seigner schafft es mit der Leichtigkeit des Thailänders Apichatpong Weerasethakul in Uncle Boonmee, dem Übernatürlichen etwas selbstverständlich Natürliches einzuhauchen. Sie schafft das im subtilen Spiel von Licht und Farben der Kamerafrau Sofia Oggioni, die es sogar wagt, es fluoreszieren zu lassen und der Emotion des Melodramas etwas Zärtliches zu verleihen. Die Filmemacherin will aber mehr als eine ästhetisch schöne, ausgewogene Arbeit. Sie bleibt nah an den Realitäten der Menschen, die in dieser Grenzregion leben. Es ist diese Mischung zwischen sozialem Realismus und fantastischem Traum, die Fernando Birri «magischen Realismus» genannt hat und der hier unterstützt wird von einem Soundtrack, in dem die Geräusche des Waldes und des Flusses allgegenwärtig sind, zu dem Akkorde von einheimischen Instrumenten hinzugefügt werden, die das Geheimnisvolle bereichern und die Poesie von allem hervorheben.
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Loveling - Liebling (2017)
Gustavo Pizzi
Brasilien
97′
Für einmal einfach Alltag. In Petrópolis bei Rio de Janeiro lebt Irene mit Mann Klaus und vier Söhnen. Der älteste, ein talentierter Handballer, wird von einem Profiverein aus Deutschland gescoutet. Irene wusste, dass Kinder flügge werden, aber dieser Abschied kommt früher als erwartet. Stolz mischt sich mit mütterlicher Sorge: Was macht er draussen in der Welt ohne sie? Gustavo Pizzi und Karine Teles wurden von der Geburt ihrer Zwillinge inspiriert, diese anrührende Geschichte über die Liebe zum Kind und das Loslassen zu erzählen. Mit Karine Teles steht und fällt dieses kleine Schmuckstück aus Brasilien. Der Filmstar hat nicht nur die Idee gehabt und am Drehbuch mitgeschrieben - sowie das Film-Zwillingspaar im echten Leben zur Welt gebracht -, die Teles verkörpert auch die Hauptrolle der Irene. Und wie! Man kann sagen: Der ganze Film kreist um diese Frau wie die Planeten um die Sonne, und kreisend um ihre Mutter, Schwester und Ehefrau bewegen sich auch die anderen Figuren. Was mich an diesem Film am meisten fasziniert und berührt hat, ist die Nähe zum Alltag, das Unbeschönigende, Ungeschminkte, das aus dem Vollen des Lebens heraus Geschöpfte. Kino ist ja eigentlich eine Kunst mit Hang zum Überhöhen, was sich oft auch ausbezahlt und Sinn macht. Hier aber erzählt uns ein Paar eine Geschichte, bei der man mitunter das Gefühl hat, die Familie, um die es geht, sei sich gar nicht bewusst, dass da eine Kamera alles aufzeichnet. Und dabei wissen wir doch, dass alles geschrieben und gespielt ist. Die vierfache Mutter Irene muss damit Leben, dass der älteste Sohn eine verlockende Einladung nach Europa bekommen hat und bald abreisen wird. Sie lebt mit einem Träumer von Mann und einer Schwester, die den ihren zu verlassen versucht. Das alles ist mit Liebe für Details erzählt, lebensnah gespielt, voll von komischen und amüsanten Momenten und von Hoffnung. Ein Film, der irgendwie gut tut, vielleicht eben auch deshalb, weil er uns nichts vormacht. © Walter Ruggle
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Lugares comunes (2003)
Adolfo Aristarain
Argentinien
108′
Der sechzigjährige Fernando Robles ist Professor für Pädagogik an einer Universität in Buenos Aires. Er ist seit vielen Jahren mit Liliana Rovira verheiratet, einer Spanierin, die als Sozialarbeiterin in den ärmeren Quartieren Buenos Aires' tätig ist. Beide verspüren Liebe und Respekt füreinander, sind einander treu und könnten sich ein Leben ohne den jeweiligen Partner nicht mehr vorstellen. Ihr Sohn Pedro ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Söhne. Sie leben im fernen Madrid, wo Pedro einen guten Job hat und zur gutsituierten Mittelschicht gehört. Fernandos Ruhe wird erschüttert, als er aus heiterem Himmel einen Brief erhält, der ihn über seine vorzeitige Pensionierung informiert. Ein Ereignis, welches das Leben des Paars vollständig verändert. Der argentinische Altmeister betrachtet auf einfühlsame Art die Situation des Älterwerdens und den Moment, an dem ein Paar auf ein langes gemeinsames Leben zurückblickt, auf Erfahrenes, Geteiltes, Verpasstes. Sein Film greift den einschneidenden Moment einer vorzeitigen Pensionierung auf, in der ein Mensch aus seinem gewohnten Lebensgang geworfen wird und man ihm aus was für Gründen auch immer, bedeutet, dass er an seinem Arbeitsplatz nicht mehr gebraucht wird. Es ist eine zärtliche Annäherung an den Moment des Übergangs, an dem es um so verdrängte Dinge wie den Sinn und das Sinnliche geht und wo das zusammen Sein seine Bedeutung erfährt. Aristarain lässt seine Figuren angesichts der neuen Situation über das sinnieren, was das Leben ist und was es sein könnte. Ein im besten Sinn reifer Film.
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mit Bonus
Medianeras (2011)
Gustavo Taretto
Argentinien
90′
Bonus:
Frisch verliebt im Zeitalter von Internet, Facebook und Twitter. Mariana und Martín sind die beiden Hauptfiguren in Gustavo Tarettos vergnüglichem Spielfilm. Sie leben an der selben Strasse im pulsierenden Buenos Aires. Er ist ein Computerfreak und muss erst wieder lernen, mit dem Tageslicht umzugehen, nachdem er die ganze Zeit vor dem Bild-schirm sass und Spiele entwarf. Sie setzt sich zuhause eine Schaufensterpuppe zusammen, um eine Mannsfigur zu haben. Gleichzeitig ist Mariana ein Fan des Bildersuchrätsels «Wo ist Walter?», in dem es darum geht, aus dem Wirrwarr einer Szenerie die eine Figur herauszufinden. Wird Mariana ihren Martín finden? Die Stadt bringt sie zusammen und hält sie voneinander fern. Wir schauen den beiden zu und entdecken dabei auch Buenos Aires, das Taretto in seiner architektonisch reizvollen Komposition mit visuellem Spürsinn festhält. ****************** Online verliebt in Buenos Aires Kennen Sie das Wimmelbilderbuch «Wo ist Walter?» Es ist in allen möglichen Sprachen der Welt erschienen und ändert sich inhaltlich nie, denn es kommt ohne Sprache aus. Lediglich der Name des Gesuchten variiert je nach Land. Im englischen Original heisst der Mann mit der Zipfelmütze und dem rot-weiss gestreiften Pullover Wally, in Frankreich ist es Charlie und bei uns im deutschen Sprachraum eben Walter. Es gibt nahe liegende Gründe, weshalb das Buch und seine gesuchte Figur Walter es mir angetan haben. Aber es gibt auch andere. In der Kunstgeschichte war Brueghel durch seine Bilder mit unüberschaubaren Figurenzahlen bereits aufgefallen. Die Such-Bücher, die bei Kindern wie Erwachsenen gleichsam beliebt sind, faszinieren durch ihre barocke Fülle in wechselnden Dekors und darin, dass sie auf eine umwerfend einfach Art von der Verlorenheit des Einzelnen im jeweiligen Umfeld erzählen. Auch der junge argentinische Filmemacher Gustavo Taretto ist fasziniert von Walter und der Idee, dass man manchmal etwas oder jemanden sucht und einfach nicht entdeckt. Taretto hat einen mehrfach preisgekrönten Kurzfilm dazu gestaltet, aus dem er die Geschichte zweier junger Menschen und der pulsierenden Grossstadt, in der sie verloren sind, weiter entwickelte. Mariana und Martín sind jung, verträumt, beschäftigt, verspielt und einsam. Sie leben Wand an Wand und wissen doch nichts voneinander. Das gehört zum Städtischen und kann auch seine Vorteile haben. Etwas Anonymität tut manchmal ganz gut - aber nicht immer. Taretto erzählt in Momentaufnahmen aus dem Leben und aus Buenos Aires. Gestaltet hat er ein modernes und bewegtes Bilderrätsel, in das wir genüsslich eintauchen können, in dem wir Spuren folgen und Figuren wahrnehmen. Werden sich die beiden nach Liebe Sehnenden treffen? Unterhaltsam im besten Sinn ist der Film geworden, weil er uns im Zeitalter der virtuellen Bekanntschaften und Nachbarschaften besonders berührt. In einer Schlüsselszene finden sich die beiden beinahe, als sie sich beim Chatten online nahekommen, als sie sich virtuell spüren. Wäre da nicht der Stromausfall im Quartier und mit ihm die Erkenntnis, dass im Virtuellen alles vom EW abhängt und die Liebe im Realen halt immer noch am Schönsten ist. Walter Ruggle
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Monos (2019)
Alejandro Landes
Kolumbien
102′
Patagrande, Rambo, Leidi, Sueca, Pitufo, Lobo, Perro und Bum Bum lauten die Kampfnamen von acht Jugendlichen, die in einer abgelegenen Bergregion einer paramilitärische Einheit angehören und zu Ausschweifungen und Gewalt neigen. Ein Bote übermittelt die Anweisungen der „Organisation“: Die Gruppe soll gut auf die Milchkuh Shakira und die US-amerikanische Geisel Doctora aufpassen, die sich in ihrer Obhut befinden. Der Spass hat ein Ende, als der Tod an die Tür klopft, ihr Standort bekannt wird und die Einheit sich weiter in den Dschungel zurückziehen muss. Alejandro Landes und Co-Autor Alexis Dos Santos haben einen packenden Überlebens-Thriller gestaltet. So spärlich die Erklärungen für das Geschehen, so drastisch die dargestellten Emotionen. Landes’ aufreibender dritter Spielfilm beleuchtet die wechselnden Loyalitäten und Machtkämpfe innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen und überzeugt durch Jasper Wolfs bestechende Bildsprache, Mica Levis’ spannungsvolle Filmmusik und die präzise Montage von Yorgos Mavropsaridis, Ted Guard und Santiago Otheguy.
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Mr. Kaplan (2014)
Álvaro Brechner
Uruguay
98′
Jacobo Kaplan führt ein ganz normales Leben. Nichts unterscheidet ihn von seinen Freunden, die einst aus Nazideutschland nach Südamerika geflohen waren und hier nun auch ihren Lebensabend verbringen. Es ärgert Jacobo, dass er alt geworden ist und eigentlich nichts Aussergewöhnliches geleistet hat. Um dies zu ändern und einen Coup zu landen, heckt er einen wagemutigen Plan aus. Eine Komödie vom Strand des Lebens. Jacobo ist ein Mann, wie es sie viele gibt. Hoffnungsfroh als Junge ins Leben geschickt und unversehens ins Alter gekommen. Was, fragt sich Jacobo Kaplan irgendwann nach seinem 70. Lebensjahr immerhin, was habe ich eigentlich getan, woran die Nachwelt sich erinnern könnte? Besonders an seiner Biografie ist ja doch, dass er als Kind jüdischer Eltern aus Nazideutschland fliehen musste, um überhaupt eine Lebenschance zu haben. So ist er als Señor Kaplan in Montevideo gestrandet, am südlichen Zipfel des lateinamerikanischen Kontinents, hat hier gearbeitet, Familie gegründet und ist alt geworden. Alvaro Brechner erzählt uns auf amüsante Weise von diesem netten, leicht griesgrämigen Herrn, der sich an einem Fest als Nichtschwimmer auf dem Sprungbrett eines Pools wiederfindet und den anderen etwas beweisen möchte, was er vielleicht besser lassen würde. Von Enkelin Lotti erfährt er von einem Deutschen, den die Jungen Nazi nennen, und nun hat Jacobo Kaplan seine Mission: Er will den vermeintlichen Kriegsverbrecher entführen und einem Gericht zuführen. Assistiert wird er dabei von Wilson, einem entlassenen Polizisten, der selber so etwas wie ein Ziel in seinem Leben verloren hat. Es ist ein Vergnügen, den beiden in ihrem tollpatschigen Versuch, Geschichte zu schreiben, zuzuschauen. Wir erleben, wie schnell aus vagen Vermutungen Tatsachen geformt werden, wie einer zu wissen glaubt und alles so einrichtet, dass seine Vermutungen stimmen. Es ist gleichzeitig eine liebevolle Annäherung ans Altern und an die Frage, was denn eigentlich bleibt von dem, was wir in jenem Leben bieten, das uns da zur Verfügung steht. Überraschungen sind jedenfalls garantiert in dieser Komödie von dem, der loszieht, als hätte es James Bond noch nicht gegeben. Walter Ruggle
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Neruda (2016)
Pablo Larraín
Chile
108′
Der berühmte chilenische Dichter und Kommunist Pablo Neruda (geboren als Ricardo Eliezer Neftalí Reyes Basoalto, 1904 - 1973) bezichtigt Staatspräsident Videla – einst sein Kampfgefährte – des Verrats. Man schreibt das Jahr 1948, der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Nerudas Kritik hat Folgen: Er verliert als gewählter Senator die politische Immunität, soll verhaftet werden und muss untertauchen. Das ruft Kommissar Óscar Peluchonneau auf den Plan. Er ist von der Idee besessen, Pablo Neruda dingfest zu machen. Doch dieser lenkt ihn immer wieder in die Irre und entkommt. Das Katz- und Maus-Spiel führt den wortgewaltigen Freigeist und den sturen Staatsdiener bis ins Andengebirge, wo Neruda das letzte Kapitel des Duells mit Peluchonneau in Szene setzt. Endlich wird hier dem chilenischen Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda filmisch Reverenz erwiesen. Regisseur Pablo Larraín greift reale Ereignisse auf und bettet sie in einen fiktionalen Plot mit Film-Noir-Elementen. Ironisch-provokativ und mit Esprit wird so ein faszinierendes Pablo-Neruda-Universum rekonstruiert. Larraíns bewegender Spielfilm ist erhellend für Neruda-Kenner, animierend für ein entdeckungsfreudiges Kinopublikum und bringt mit Luis Gnecco und Gael García Bernal herausragende Darsteller auf die Leinwand. «Alle Wege führen zum selben Ziel: andere davon zu überzeugen, wer wir sind. Und wir müssen Einsamkeit, Schwierigkeiten, Isolation und Schweigen erfahren, um den verzauberten Ort zu erreichen, wo wir unseren tolpatschigen Tanz tanzen und unsere sorgenvolles Lied singen können.» Pablo Neruda
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Nostalgia de la luz (2010)
Patricio Guzmán
Chile
90′
In seinem dokumentarischen Essayfilm geht der Chilene Patricio Guzmán von einem zweifachen Blick in die Vergangenheit aus: Zum einen sind da die Astronomen, die in der Atacama-Wüste in den Himmel blicken und den Ur-sprung des Universums erkunden, zum anderen die Frauen, die im Wüstensand um die Observatorien herum nach sterblichen Überresten ihrer Liebsten suchen, die Opfer der Militärdiktatur geworden sind. Eine Reise ins Licht. ********* Der Mensch im Universum Patricio Guzmán gehört zu den Schlüsselfiguren des lateinamerikanischen Kinos, und er tut dies, obwohl das Terrorregime Chiles den Filmemacher in den 1970er Jahren zum Gang ins Exil gezwungen hatte. Immer wieder hat er auf das Unrecht aufmerksam gemacht, das in seiner Heimat herrschte. La batalla de Chile, dieses viereinhalbstündige Monument, setzte ein «Denkt mal!» in die Filmgeschichte. «Ein Land ohne ein dokumentarisches Filmschaffen ist wie eine Familie ohne Fotoalbum», hat Guzmán gesagt. Und so hat er sein Leben dem Familienalbum gewidmet, einem Album, das weit über seine Heimat Chile betrachtenswert ist, weil vieles, das der Filmemacher uns vor Augen führt, auch anderswo ausgemacht werden kann. Und weil, wenn er Salvador Allendes Geschichte beschreibt, er auch die grösseren Zusammenhänge transparent macht. In keinem anderen Film hat Patricio Guzmán ein grösseres Mass an Allgemeingültigkeit erreicht, als in Nostalgia de la luz. Hier löst er sich zunächst von der chilenischen Geschichte und erzählt uns von Menschen, die in der Atacama-Wüste im Norden seiner Heimat nach den Sternen gucken, weil diese hier am besten sichtbar sind. Und wer nachts in den Himmel schaut, der schaut in die Vergangenheit. Alles Licht, was uns da erreicht, ist Vergangenheit, hat einen oft Jahrtausende langen Weg zurückgelegt. Guzmán lädt uns ein zum Hineindenken ins Universum, und er stellt uns ein paar Frauen vor, die um die Teleoskope in der Wüste 20 Jahre lang im ebenfalls unendlich scheinenden Sand gegraben haben, auf der Suche nach der Vergangenheit, nach Überresten ihrer Liebsten, die die Diktatur umgebracht hat und verschwinden liess. Was für ein mickriges Geschöpf ist er doch, der Mensch im Universum, und wieviel Schmerz kann er verbreiten. Dieser Essay ist eine Einladung in andere Dimensionen. Walter Ruggle
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Paraiso (2009)
Hector Galvez
Peru
89′
Paradiesgarten heisst das Armenviertel in Lima, in dem Héctor Gálvez seinen Filmerstling angesiedelt hat. Er zeigt uns darin eine Jugend, deren Perspektiven begrenzt scheinen und die dennoch von einer Zukunft träumt und von einem Weg. Joaquín, Antuanet, Sara, Lalo und Mario sind die Helden des Films, in dem Gálvez eine einfache und gerade deshalb auch universell verständliche Sprache pflegt. Héctor Gálvez, der Regisseur von Paraíso, hatte den Auftrag, in diesem Quartier von Lima ein Videoatelier zu organisieren. Vor Ort fand er Jugendliche vor, die ihrem sozialen Elend entfliehen wollten und deren Begegnung ihn nachhaltig beeindruckte. Aus den Gesprächen entstand das Drehbuch zu seinem ersten Film. Er hat bei dessen Umsetzung auf einen Realismus gesetzt, bei dem seine Nähe und Sympathie zu den einzelnen Figuren in jeder Einstellung spürbar ist. Wir folgen Jugendlichen in ihrem Alltag mit den Kumpels, den Familien. Einzelne gehen zur Schule, andere versuchen hier und dort ein paar Soles zu verdienen in Gelegenheitsarbeiten, die nirgendwohin führen. Selbst wenn sie sich manchmal kleinere Schelmereien erlauben, spürt man, dass sie eigentlich völlig aufrichtig sind. Die Mütter werden nachts in ihren Häusern immer noch von den Albträumen des Bürgerkriegs heimgesucht, während die Männer und Väter auffallend abwesend sind. Da gibt es keinen Miserabilismus, keinen Paternalismus in diesem überzeugend realistischen Zeugnis, im Gegenteil: Der Regisseur schenkt die Würde nicht nur den Menschen im Jardínes del Paraíso sondern auch der Jugend in allen Vororten und Armenvierteln der Welt.
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mit Bonus
Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Bonus:
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein ausgesprochen anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. ********* Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat bereits mehrere Kurzfilme gedreht und war als engagierte Kulturschaffende 2008 in jenem Rat beschäftigt, der Ecuador eine neue Verfassung gibt. Sie hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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Rara (2016)
Pepa San Martin
Chile
86′
Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Sara mit ihrer jüngeren Schwester bei der Mutter, die jetzt mit einer Frau zusammen ist. Der Alltag der vier unterscheidet sich kaum von dem anderer Familien. Für Sara ist die Situation ganz in Ordnung. Doch nicht alle sehen es so, insbesondere ihr Vater hat Bedenken. Das einfühlsame Spielfilmdebüt von Pepa San Martín beruht auf wahren Ereignissen und betrachtet alles aus der Perspektive der 13-jährigen Sara. Auf den ersten Blick sieht der Alltag in Saras Familie ganz normal aus: Schule, Aufgaben, Knatsch mit der Schwester, Herzklopfen bei einem der Jungs in der Klasse, Hänseleien, gemeinsames Essen am Familientisch. Sara ist 12, bald kann sie ihren 13. Geburtstag feiern und freut sich schon auf ihr Fest. Eigentlich möchte sie das ganz normal zu Hause feiern, doch in der Schule hört sie ab und an Fragen, die sie verunsichern. Denn Saras Mutter hat den Vater ihrer beiden Töchter verlassen und lebt mit ihnen und einer Frau zusammen. Für Sara und ihre jüngere Schwester Catalina die selbstverständlichste Sache der Welt, fürs Umfeld nicht immer. Und gerade jetzt wieder nicht, wenn es um die Einladungen geht und darum, wer denn alles an die Geburtstagsparty kommen soll und auch kommen darf. Die junge Regisseurin Pepa San Martín hat bei Alicia Schersons Spielfilm Turistas als Darstellerin mitgewirkt und mit der Landsfrau nun dieses federleichte Drehbuch über den ganz gewöhnlichen Alltag einer Zwölfjährigen geschrieben. Inszeniert hat sie es mit ausgeprägtem Sinn für die Bedeutung des Unscheinbaren, die kleinen Gesten, die nebenbei fallengelassenen Sätze, die Blicke, die unseren Alltag prägen und ganz besonders den Alltag eines Kindes beeinflussen können. Sara geht es gut, sie ist aufgeweckt. Die Regisseurin hat ganz bewusst ihren Blick eingenommen, und das trägt, zusammen mit den beiden schlicht grossartigen Mädchen, die die Schwestern spielen, ganz entscheidend zu den Qualitäten ihres Erstlings bei. Einfühlsam im besten Sinn des Wortes erzählt Pepa San Martìn aus dem Alltag eines Mädches an der Schwelle zur Pubertät; mit der Selbstverständlichkeit, mit der die beiden Frauen ihre Beziehung leben, greift sie ein Thema auf, das keine Nationalität kennt - aber Vorurteile. Walter Ruggle
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Refugiado (2014)
Diego Lerman
Argentinien
94′
Der Junge Matias und seine Mutter Laura verlassen in Panik die Wohnung, in der sie leben, nachdem die Frau einmal mehr von ihrem Mann geprügelt wurde. Häusliche Gewalt nennt man das, und man weiss, dass sie verbreiteter ist, als man denkt. Matias ist achtjährig und Laura wieder schwanger. Zusammen suchen Mutter und Kind einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können und unerreichbar für den Mann und Vater. Diego Lerman erzählt von einem Flüchtlingspaar in der eigenen Stadt. Buenos Aires ist austauschbar, denn das, was die beiden erleben, könnte sich überall abspielen, auch bei uns. Packend ist der Film inszeniert, konsequent beschreibt der Regisseur die Wahrnehmung des Kindes in einer Situation, die für die Mutter unhaltbar geworden ist. Wo ist sie, die Geborgenheit? Es ist zutiefst beeindruckend, wie Diego Lerman es schafft, von der Gewalt an einer Mutter zu erzählen, ohne äusserliche Gewalt zu zeigen. Die Absenz des Mannes macht einen schönen Teil der ungemeinen Kraft dieses Filmes aus, der uns nach innen blicken lässt, indem er aufs Ablenkende an der Oberfläche verzichtet. Der Regisseur von «La mirada invisible» setzt zusammen mit seiner Co-Autorin María Meira dort an, wo die Verzweiflung die Flucht als letzten Ausweg fordert: Laura nimmt ihren Buben und will ganz einfach weg. Wohin, ist ihr eigentlich unklar, sicher nicht zurück. Im Frauenhaus mag sie auch nicht bleiben. Aber wohin? Wir lesen täglich von Menschen, die auf der Flucht sind vor brutalen Regimen oder aus wirtschaftlicher Not. Diego Lerman widmet sich jenen, die mitten unter uns abhauen wollen. Auslöser für seinen Film war eine von ihrem Mann malträtierte Frau, die er eines Tages vor dem Hauseingang vorfand. Er begann zu recherchieren und stiess auf die Gewalt, die mitten in unseren Gesellschaften ausgeübt wird in einem Ausmass, das erschreckend ist. Der Filmemacher wählte den unschuldigen Blick eines aufgeweckten Knaben (mit intensivem Blick verkörpert durch Sebastián Molinaro), der wahrnimmt, aber nicht wirklich einordnen kann. Entstanden ist ein eigentlicher Krimi, der die schiere Ausweglosigkeit fühlbar macht. Lerman schafft es mit seiner in jedem Augenblick dichten Inszenierung, uns in die Situation der beiden zu versetzen, mit ihnen auf der Flucht zu sein und dabei gewahr, dass wir ja eigentlich in der eigenen Stadt sind. Buenos Aires liefert Fassaden, die überall in der Welt stehen könnten, jene Fassaden, die verbergen, was sich hinter ihnen abspielt. Das ist ein Thriller, der uns hineinführt in ein tabuisiertes Thema und über die Wahrnehmung von Matías teilhaben lässt. Unglaublich intensiv. Walter Ruggle
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Rojo (2018)
Benjamín Naishtat
Argentinien
105′
Der angesehene Rechtsanwalt Claudio Mora sieht aus wie ein Mann, der nichts zu verbergen hat. Er führt mit seiner Frau und seiner Tochter ein beschauliches Leben in der argentinischen Provinz. Man schreibt das Jahr 1975. Während eine Welle politischer Gewalt die Städte überrollt, geht bei Mora alles seinen gewohnten Gang – bis er eines Abends in einem Restaurant mit einem fremden Mann in einen Streit mit dramatischen Folgen gerät. Am nächsten Tag ist der Vorfall für Mora fast schon vergessen. Doch plötzlich taucht ein Privatdetektiv auf und beginnt, unbequeme Fragen zu stellen – und Moras Erfolgs-Rezept, bei allen Machenschaften in seinem Umfeld wegzuschauen, steht auf der Kippe… Regisseur Benjamín Naishtat war mit seinen Filmen zu Gast an den renommierten Festivals von Cannes, Berlin und Locarno. Jetzt festigt er mit dem mehrfach ausgezeichneten «Rojo» seinen Ruf als aufregende neue Stimme des argentinischen Kinos. Seine geglückte Mischung aus bitterböser Satire und spannendem Noir-Thriller orientiert sich an den grossen Arthouse-Klassikern der 70er-Jahre und ist dabei so frisch wie eigenständig. Naishtat erzählt von einem Mann, der ein paar falsche Entscheidungen trifft, und öffnet den Blick auf eine Welt, in der niemand wirklich unschuldig ist.
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Rust - Ferrugem (2018)
Aly Muritiba
Brasilien
99′
Tati und Renet besuchen dieselbe Klasse im Gymnasium und folgen sich auf Social Media. Während einer Klassenfahrt kommen sich die beiden näher, doch die aufkommende Beziehung endet bereits am nächsten Tag, als Tati entdeckt, dass ihr verlorenes Telefon zum Durchsickern eines intimen Videos an die gesamte Schule geführt hat. Mit gravierenden Folgen. Renet wiederum kämpft zu Hause mit Instabilität, nachdem seine getrennten Eltern darüber streiten, was das Beste für ihre Kinder ist.
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Sonhos de Peixe - Fischträume (2006)
Kirill Mikhanovsky
Brasilien
107′
In einem kleinen Dorf an der Nordostküste Brasiliens fristet der junge Fischer Jusce sein Leben damit, mit ungenügender Ausrüstung 30 Meter tief nach Hummern zu tauchen. Sein "Gewinn" am Ende eines langen und riskanten Arbeitstages ist es, nahe bei Ana zu sitzen, währenddem diese ihre Lieblingsseifenoper geniesst. Ana träumt davon, das Dorf zu verlassen, um die Welt zu entdecken. Jusce hingegen ist zufrieden mit dem Leben, das er führt. Eines Tages kommt Rogerio, Jusces alter Fischerkollege, für die Ferien aus der Grosstadt zurück. Er fährt in seinem Sportwagen durch die Dünen und erregt damit Anas Aufmerksamkeit. Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden um Anas Aufmerksamkeit beginnt, als Rogerio Jusce einmal mit dem Auto zu Ana bringt. Jusce muss sich selbst ein neues Image verschaffen, um Ana nicht an Rogerio zu verlieren, der ein so abenteuerliches Leben führt. Kirill Mikhanovsky siedelt seine Liebesgeschichte um den Taucher an der Küste an und spielt wunderbar mit Bildern und mit Tönen. Der Sommerfilm war ein Geheimtipp in Cannes.
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Trans-Cutucu, Zurück in den Urwald (2009)
Lisa Faessler
Ecuador
92′
Das Bergmassiv Cutucú, im Süden des Amazonasgebietes in Ecuador, war ein Schutzwall gegen die ökologische Zerstörung, für die indianische Bevölkerung aber auch ein Hindernis. Sie hatten keinen Zugang zur modernen Welt. Der Strassenbau durch das Cutucú-Massiv eröffnet nun die Mobilität, welche den Abbau fossiler Ressourcen ermöglichen, aber den Ureinwohnern auch den gewünschten Anschluss an die zivilisierte Welt gewähren wird. Unspektakulär vollzieht sich dieser Prozess, wo der so genannte Fortschritt Einzug hält und nicht mehr zu bremsen ist: es wird gebaggert, geschaufelt, gerodet, verkauft und gekauft, der alltägliche Wahnsinn halt.Ausschnitte aus dem Film Shuar, Volk der heiligen Wasserfälle (1986) rufen uns in Erinnerung, dass in der traditionellen Shuarkultur, die Natur gesamthaft beseelt war und die Mobilität im halluzinogenen Rausch keine Grenzen kannte. Heute transportieren die Ureinwohner mit Pferden Holzbretter in die Zivilisation. Holz ist das schnellste Geschäft, andere Produkte müssen erst erzeugt werden. Doch nun verschwindet der Urwald, im alltäglichen Wahnsinn halt.
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mit Bonus
Turistas (2009)
Alicia Scherson
Chile
105′
Bonus:
Carla ist 37 Jahre alt, verheiratet, vielleicht schwanger und eigentlich sollte sie glücklich sein, als sie mit ihrem Mann und einem Wasserscooter von Santiago aus Richtung Süden in die Sommerferien aufbricht. Die beiden plaudern, wie das Paare in Autos so tun mögen. Und plötzlich verändert eine Kleinigkeit die ganze Stimmung grundlegend. Vielleicht möchte Carla ja gar nicht da sein, wo sie ist. Vielleicht möchte sie lieber mit dem norwegischen Rucksacktouristen Ulrik an einer Landstrasse stehen, auf dem Weg zum Nationalpark, wo sie zwischen grossen Bäumen wandeln, im Zelt übernachten und sich mit dem Parkaufseher über Vögel und alte Popsongs un-terhalten könnte. Vielleicht wäre das wirklich besser, und sei’s ganz einfach deshalb, weil etwas frische Luft manchmal gut tut. Carla wird jedenfalls von ihrem Mann am Wegrand sitzen gelassen und muss schauen, wie sie wieder zurückfindet - weniger nach Santiago, also zu sich selber. Wo, bitte, geht`s zur Natur Alltäglichkeiten gibt’s zum Einstieg: Ein verheiratetes Paar ist im Auto unterwegs aus dem Alltag in die Ferien. Der Titel Turistas macht rasch Sinn: Die Biologin Carla, grossartig verkörpert durch spanisch-chilenische Schauspielerin Aline Kuppenheim, und ihr Mann Joel, den wir bald hinter uns lassen, reisen, sind Touristen im eigenen Land. Bald lässt er sie am Strassenrand sitzen, weil er das Gefühl hat, sie hätte ihm nicht alles gesagt, was sie ihm hätte sagen müssen. Der kleine Zwist mag auch noch alltäglich sein, nicht aber die Trennung, die doch überraschend kommt und die bald einmal dazu führt, dass das Wort «Touristen» noch einen anderen Sinn bekommt, einen philosophischeren. Denn Touristinnen und Touristen sind wir ja alle irgendwie und dauernd auf unserer Lebensreise. Alicia Scherson gehört seit ihrem verblüffenden Erstling Play zu den Entdeckungen und den grossen Talenten im chilenischen Kino, das sich in den letzten Jahren wieder verblüffend regt. Sie selber hat Biologie studiert, und irgendwie hat man gerade bei ihrem jüngsten Film das Gefühl, da betrachtet eine Forscherin das Verhalten zweier Menschenkäfer unter dem Mikroskop, das die Kamera auch sein kann, wenn sie entsprechend klug eingesetzt wird. Carla muss zur Kenntnis nehmen, dass ihr Mann mitsamt dem Ferienzeugs allein davongefahren ist. Und sie entscheidet sich, nachdem sie zuerst ganz einfach heimkehren wollte, zu einem Abstecher in einen nahen Naturpark, in ein Stück gepflegte Wildnis. Die Bekanntschaften, die sie dort macht, haben es in sich, alle leicht schräg, alle leicht abseitig, immer nur minim und also irritierend. Und genau hier brilliert Scherson, indem sie all das, was da geschieht, was da kreucht und fleucht, mit der Ruhe einer Biologin betrachtet und in seinem Sein sein lässt. Das macht ihren Film zu einem stillen Wahrnehmungsgenuss: Nichts ist laut, aber alles deutet von den Rändern her aufs Zentrum: Die Sehnsucht nach dem Wiederfinden der Natur. Walter Ruggle
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Ultimas imagenes del naufragio (1989)
Eliseo Subiela
Argentinien
130′
Robert ist ein Versicherungsangestellter und seit langen Jahren unglücklich verheiratet. Er träumt davon, Schriftsteller zu werden. Eines Tages rettet er die geheimnisvolle Laura vor dem Selbstmord. Dies erweist sich für ihn zunächst als wahrer Glücksfall: Sie versorgt ihn nicht nur mit Geschichten aus ihrem Leben, die er zu Papier bringen kann, sie hat darüber hinaus auch noch all das, was ihm zu seinem Glück fehlt. Robert verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Frau, nicht ahnend, was dadurch auf ihn zukommt.
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Un amor - Eine Liebe fürs Leben (2012)
Paula Hernández
Argentinien
100′
Eine erinnerte Liebesgeschichte aus weiblicher Sicht erzählt: Lisa kehrt nach dreissig Jahren nach Buenos Aires zurück und besucht dort Lalo und Bruno, jene beiden Freunde aus der Schulzeit, mit denen sie das Liebeserwachen erfahren hat. Jetzt steht sie mitten im Leben und will wissen, was aus den Jungs ihrer Passion von damals geworden ist. Paula Hernández erzählt feinfühlig und subtil, wie uns Momente des Lebens prägen und ... was bleibt. Der ersten Liebe wieder begegnen Unser Leben läuft. Wir besuchen die Schule, erlernen einen Beruf, gehen Beziehungen ein, und irgendwann merken wir, dass die Hälfte unserer Zeit abgelaufen sein muss. Wie war das nun schon wieder? War’s das? Was ist aus den anderen geworden? Die Argentinierin Paula Hernández lässt - der Novelle «Eine Liebe fürs ganze Leben» von Sergio Bizzio folgend - eine Frau mittleren Alters im Heute zwei Jungs aus der Jugend besuchen. Lalo und Bruno sind in den 1970er Jahren dicke Freunde, als eines schönen Tages lasziv die neue Schülerin Lisa auftaucht und den beiden den Kopf verdreht. Sie verzaubert sie und wirbelt überhaupt so ziemlich alles durcheinander in der kleinen Stadt am Fluss. Doch Hals über Kopf ziehen Lisas Eltern mit ihrer Tochter wieder weg, und dreissig Jahre später kehrt die nun reife und erfolgreiche Frau aus beruflichen Gründen zurück. Das Dreieck der Jugendtage will sie nicht wiederbeleben, aber wissen, was aus den Männern der grossen Liebschaften von damals geworden ist. Paula Hernández’ Film Un amor ist ein stimmungsbewusst und sensibel erzähltes Eintauchen in Erinnerungen und gleichzeitig aus der Perspektive der Erwachsenen ein Versuch über die Gefühle, die das Leben in seiner ungefähren Mitte prägen. Lisa folgt einer Intuition und sucht aus schierem Gwunder ihre beiden unterschiedlichen Liebhaber aus der Schulzeit auf. Mit ihnen und uns schweift sie zurück in die Tage am Fluss, da das ganze Leben noch offen war, ein Spiel irgendwie und eben doch schon berührend ernst. Das ist eine Geschichte, in der wir uns wieder finden können, wo wir auch stehen im Leben. Walter Ruggle
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Zama (2017)
Lucrecia Martel
Argentinien
114′
Don Diego de Zama ist ein untergebener Beamter der spanischen Krone in einer fernen Kolonie in Lateinamerika. Jedes Jahr hofft er auf seine Versetzung, die ihn näher zu seiner Familie bringt. Doch der Befehl kommt nicht. Die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel meldet sich zurück mit der Adaption eines meisterlichen Romans aus der lateinamerikanischen Literatur. In der Erzählung von Lucrecia Martel gibt es keine wirkliche Linearität, vielmehr ist es eine Abfolge verschiedener Szenen, die den Helden Don Diego de Zama beschreiben. Der dient dem König von Spanien, und er tut dies ohne grosse Eile oder Kompetenz. Er verbringt seine Tage vor allem damit, die Frauen um ihn herum zu belauern, egal ob Sklavin oder Gräfin. Er beobachtet sie in der Hoffnung, ihren Blick einzufangen, was allerdings nie eintrifft, es sei denn ein ironischer Blick, wie derjenige der spanischen Gräfin, oder selbst ein verächtlicher Blick von den jungen Sklavinnen, die sich über ihn lustig machen. Die Gouverneure kommen und gehen, aber das so stark ersehnte königliche Schreiben, das seine Versetzung ankündigen soll, kommt nicht. Des Wartens überdrüssig meldet sich Zama freiwillig zur Jagd nach dem gefürchteten Banditen Vicuña Porto. Zama soll nicht als historischer Film betrachtet werden. Lucrecia Martel steht dazu: Sie hat sich Freiheiten gegenüber der Geschichte erlaubt. Und dies ohne Gewissensbisse, denn diese wurde von weissen Männern geschrieben, die den Eingeborenen jegliche Qualitäten aberkannten - und auch den Frauen. Die Regisseurin schafft eine dystopische Welt, die gut die Atmosphäre der spanischen Kolonien im Lateinamerika des 18. Jahrhunderts wiedergibt, wo die Männer Mühe haben, ihre europäische Identität zu bewahren, welche ihr letzter Stolz bleibt, wenn alles andere in Verwahrlosung versinkt. Zama ist eine phänomenale malerische Symphonie, für die der portugiesische Kameramann Rui Poças aus jeder Szene ein Gemälde gestaltet hat mit seiner Auswahl an Farben und Cadres, die Gesten und Blicke mit einer verblüffenden Nähe festhalten. Die Tonspur wird vom selben fantastischen Geist getragen, indem sie eine reissende Tonart und mysteriöse Geräuschkulissen findet. Zama verlangt vom Zuschauenden, sich mittragen zu lassen, damit die Erfahrung unvergesslich wird. Martial Knaebel
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