Zentralasien

Anna Karenina (2017)
Karen Schachnasarow - Shakhnazarov
Russland
138′
Leo Tolstois grandioser Roman um Anna Karenina und deren schleichenden Ausschluss aus der vermeintlich noblen Gesellschaft wurde schon oft verfilmt, aber wir bekamen in der Regel die westlichen Versionen zu sehen. Jetzt bietet sich die Gelegenheit, Tolstois Figuren für einmal in Russisch reden zu hören. Darüber hinaus hat der Filmemacher den Blickwinkel von Annas Liebhaber Wronski gewählt, der mitten im russisch-japanischen Krieg 1904 Annas erwachsenem Sohn von seiner unsterblichen Liebe erzählt. Die unsterbliche Liebe Die Liebesgeschichte «Anna Karenina» gehört mit ihrer scharfsinnigen Studie der so genannt noblen Gesellschaft zu den besten Romanen, die je geschrieben wurden. Mehr als 60 Mal wurde Tolstois 1878 veröffentlichtes Buch über Ehe und Moral bereits verfilmt. Russlands Altmeister Karen Schachnasarow weiss das und wählte denn auch einen speziellen Blickwinkel für seine Erzählung. Er setzt dreissig Jahre nach dem Tod von Anna an und lässt ihren Liebhaber Wronski mitten in den Kriegswirren von 1904 auf den erwachsenen Sohn Sergei treffen. Der war damals ein Kind und hat die Spannungen zwischen Vater und Mutter nur schwerlich verstehen können. Während die Haupthandlung Tolstois Meisterwerk folgt, stützt sich Schachnasarow in der Rahmenhandlung auf die Aufzeichnungen des Schriftstellers und Arztes Wikenti Weressajew und dessen persönlichen Erfahrungsbericht. Sergei behandelt als Arzt im Lazarett in der Mandschurai den verletzten Wronski und taucht im Gespräch mit ihm in die Erinnerungen ein. Und wir mit den beiden. Anna Karenina lebt das eheliche Leben mit ihrem Mann und verliebt sich hoffnungslos in den attraktiven Offizier Wronski. Als der Ehemann die Situation begreift, verweigert er seiner Frau die Scheidung, um den Schein zu wahren. Für Schachnasarow hat nie ein Autor besser die Beziehung zwischen Frau und Mann beschrieben, und so bleibt er der Vorlage treu, inszeniert das Buch schnörkellos, damit wir in die Zeit Annas eintauchen können. Schönes Erzählkino in bester Tradition. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Blind Dates (2013)
Levan Koguashvili
Georgien
99′
Mit 40 Jahren lebt der Lehrer Sandro noch immer bei seinen Eltern, die sich ständig in sein Privatleben einmischen. Die «Blind Dates», zu denen ihn sein Freund Iva drängt, interessieren ihn kaum. Bei einem Ausflug ans Schwarze Meer verliebt Sandro sich in die Friseurin Manana. Als deren Ehemann vor-zeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, nimmt Sandros Situation absurde Dimensionen an. Eine trockene Komödie in bester georgischer Tradition. Kaurismäki auf georgisch Soll man sagen, da kommt ein georgischer Kaurismäki? Man könnte, es gäbe genügend Gründe: Levan Koguashvili versteht es, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, auf ein paar wenige Figuren, die er liebevoll zeichnet, die den Blues der Zeit auf ihren schmalen Schultern tragen und verloren dastehen in einer überschaubaren kleinen Welt. Sie ist ihnen allen irgendwie auch so zu gross. Wie der Finne versteht es der Georgier, seine Figuren mit voller Zuneigung in Dekors zu inszenieren, die mindestens soviel erzählen wie die Handlung selbst. Die Kargheit gehört zu den Qualitäten. Nichts wirkt überhöht, alle sind ihrem Schicksal ergeben und tragen es mit stoischer Fassung. Aki Kaurismäki dürfte seine Freude haben an diesem Wesensverwandten aus dem Kaukasus. So weit schweifen muss man allerdings nicht, denn die Ahnen dieser Form des Kinos stammen nicht aus Finnland: Sie arbeiteten zum Beispiel zur Zeit der Sowjetunion in Georgien, wo das Filmschaffen vergleichsweise unabhängig und frei sich entfalten konnte. Otar Iosseliani und Eldar Schengelaja seien als zwei Beispiele von Filmschaffenden erwähnt, die den Lauf der Dinge im Stand der Zeit mit Ruhe und visuellem Scharfsinn zu betrachten verstanden und uns in den 1960er bis in die frühen 80er Jahre mit meisterlichen Arbeiten beglückten. Beim einen war es die Poesie des Alltags, die ihre Blüten treiben konnte, beim anderen die Absurdität der Bürokratie. Levan Koguashvili nun erzählt von den zwischenmenschlichen Beziehungen im Allgemeinen - eine der aburdesten Szenen spielt in einer Wohnung von Trauernden - und von den Schwierigkeiten eines Lehrers im Besonderen, der doch endlich eine Frau finden sollte. Er tut das in einer Lakonie, die eine stille Sprengkraft hat, einen absolut trockenen Humor: Exquisiter kaukasischer Blues. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Centaur (2017)
Aktan Abdykalykow - Arym Kubat
Kirgisistan
89′
Der Kirgise Aktan Arym Kubat hat uns bereits mit Filmen wie Beshkempir oder The Light Thief verzückt. Hier erzählt er die Geschichte eines Mannes, der ein friedliches Leben in der Bergwelt Kirgisistans lebt und dennoch spürt, wie die Zeiten sich ändern. Pferde verleihen ihm Flügel, und weil die stolzen Tiere heute immer mehr Handelsobjekte sind, klaut er ab und zu eines - nicht um Geld zu machen, nein: um gemeinsam die Freiheit zu träumen. Ein Pferdedieb geht um am Rande von Bischkek, hoch oben in den Bergregionen der Hauptstadt Kirgisistans. Sonst passiert nicht viel in der kleinen Gemeinde, die doch so gross ist, dass sie einmal ein Kino besass. Dort öffneten Geschichten vom Krieg in Afghanistan, indische Bollywood-Märchen oder die Filme von Tolomush Okeyev aus der ehemaligen Sowjetunion Fenster zur Welt. Der frühere Filmvorführer Centaur lebt nach wie vor hier mit seiner gehörlosen Frau und dem kleinen Sohn. Doch sein friedliches Leben scheint zunehmend von Missgunst und Intrigen anderer bestimmt. Centaur, gespielt vom Regisseur Aktan Arym Kubat selber, glaubt, dass das Volk der Kirgisen von den Zentauren abstammt, jenen mythologischen Mischwesen aus Pferd und Mensch, und dass die Pferde «die Flügel des Menschen» seien. In ruhigen Bildern und verschmitztem Spiel erzählt der kirgisische Regisseur seine allegorische Geschichte über das Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur zwischen Glauben und Aberglauben, Moderne und Tradition. Das hat etwas Befreiendes, wohltuend Leichtes.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Corn Island (2014)
George Ovashvili
Georgien
100′
Jedes Jahr im Frühling schwemmt der kraftvolle Fluss Enguri in Georgien grosse Brocken fruchtbaren Bodens aus den Höhen des Kaukasus in die Ebene, wo sie sich allmählich zu kleinen Inseln zusammenfügen. So entstehen Oasen für wildes Leben und für Menschen. Abga, ein alter Bauer, ist mit seiner 16-jährigen Enkelin Asida am Fuss der Berge zu Hause. Zurückgezogen und einfach leben sie von und mit der rauen Wildnis. Obwohl es lebensgefährlich ist, weil die schwimmenden Landstücke jederzeit abtreiben können, will Abga es wagen, eine der Inseln zu bepflanzen. Zusammen mit Asida baut er eine kleine Hütte, pflügt den Boden und säht Mais aus. Als der Mais langsam aus dem Boden zu spriessen und zu wachen beginnt, begegnet Asida einem verwundeten Soldaten, der auf der Korninsel Schutz sucht. Sie versteckt ihn, und so gerät die schwimmende Insel ins Visier seiner Verfolger. Der Grossvater bereitet den Boden für sein gefahrloses Verschwinden, denn er fürchtet den Verlust seines neuen Zuhauses und Asidas, die sich zu dem Soldaten hingezogen fühlt und sich seit seiner Ankunft ein eigenständiges Leben erträumt. In meisterhaft arrangierten Bilderströmen von berückender Schönheit und sinnlicher Wildheit erzählt George Ovashvili («The Other Bank») in seinem neusten Spielfilm «Corn Island» die Geschichte eines zarten Erwachens und einer Freiheitssuche. Der Gewinner des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary führt uns auf eine hypnotisierende Reise durch eine Welt voller Vergangenheiten und Zukünfte, durch Geheimnisse und Wandlungen, die wir nirgendwo besser als in der Natur erfühlen können.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Das Mädchen mit der Hutschachtel (1927)
Boris Barnet
Russland
93′
Findet man das kleine Glück in der grossen Stadt? Die junge Hutmacherin Natascha, die mit ihrem Grossvater in einem winterlich eingeschneiten Vorort lebt, muss mit dem Zug vom Dorf nach Moskau pendeln, um ihre Kreationen im Hutladen der extravaganten Frau Irene abzuliefern. Diese führt Natascha gegenüber der Verwaltung als Untermieterin, um mehr Wohnraum beanspruchen zu können. Der tollpatschige Bahnbeamte umwirbt das reizende Mädchen vom Land mit seinem hinreissenden Lächeln. Sie aber geht eine Scheinehe mit dem Provinzler Ilja ein und verschafft ihm so ein Zimmer in Moskau. Mit einem scheinbar wertlosen Lotterieschein, den Irenes Gatte Natascha überlässt, werden die Verstrickungen turbulent. Stilsicher und sozialkritisch beschreibt Boris Barnet die Kontraste zwischen Stadt und Land und die neuen Lebensumstände in Moskau. Drei grosse Schauspieltalente, Anna Stén, Iwan Kowal-Samborski und Wladimir Fogel, bilden das Dreieck der Beziehungen. Ursprünglich als Vehikel zur Bewerbung der Staatslotterie bestellt, machte der Film das Studio reich und das Regie-Naturtalent Boris Barnet als Begründer der lyrischen Komödie berühmt.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Die Farbe des Granatapfels (1969)
Sergej Paradschanow
Armenien
80′
Der armenische Lyriker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hof des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er ermordet und zum Märtyrer wurde. Die ungewöhnliche Filmbiografie des Sayat Nova besteht aus acht Kapiteln, die seine Lebensstationen mit Hilfe von stark surrealistischen Tableaus darstellen. Darin wird wenig gesprochen, das meiste an Worten findet sich in den lyrischen Zwischentiteln: Vorrang hat der visuelle Ausdruck. Sergej Paradschanow zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dem Leben des Poeten: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe, die Zeit am Hof. Dabei strebt er an, ins poetische Universum des Dichters einzudringen, es gleichsam mit seinem eigenen zu verschmelzen. Ulrich Gregor hat seinerzeit geschrieben: «Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» Sergej Paradschanows Bilder und Sayat Novas Poesie dringen tief in die christlich-orientalische Kultur Armeniens vor und sind sorgsam und streng komponiert. Ein ganz spezieller Augenschmaus.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Durak (2014)
Juri Bykow
Russland
121′
Dmitri Nikitin ist ein einfacher und grundehrlicher Klempner, der in einer russischen Stadt lebt. Eines Nachts wird er in ein Wohnhaus gerufen, wo die Leitungen platzen und die BewohnerInnen in grosser Gefahr sind. Alle müssten unverzüglich evakuiert werden - doch niemand kümmert sich darum. Mit aller Kraft versucht Dmitri, ein System korrupter Bürokraten zu bekämpfen. Das packende Gesellschaftsbild erhielt in Locarno eine Standing Ovation. Das alte Haus von Russland Wenn ein russischer Film den Titel Durak trägt, was übersetzt soviel wie Idiot heisst, dann liegt der Gedanke an Dostojewski nahe. Der hatte im 19. Jahrhundert die Geschichte geschrieben vom Fürsten Myschkin, welcher nach seiner Rückkehr aus der Schweiz in St. Petersburg eine Erbschafts-Angelegenheit klären soll. Die Gesellschaft belächelt den kindlich-naiv wirkenden Mann als Verrückten und weltfremden Sonderling. Dmitri, die Hauptfigur im Film Durak, ist ein Wesensverwandter von Dostojewskis Fürst, wobei er in der Gegenwart lebt und zuhause fleissig für die Ingenieur-Prüfung büffelt. Selber bereits Familienvater, haust er mit Frau und Sohn zusammen bei den Eltern; vom Vater hat er den Sinn für Gerechtigkeit gelernt und für korrektes Verhalten. Wie wenig dies im heutigen Russland noch gefragt ist, davon erzählt Juri Bykow in seinem vom ersten Moment an packenden und zupackenden Spielfilm, der zu den Highlights am Filmfestival von Locarno gehörte. Zusammen mit einer schlicht grossartigen Crew von Schauspielerinnen und Schauspielern inszeniert er sein Drama, das von einem Einzelnen erzählt, der Gutes tun möchte, und von einer Gesellschaft, die keine Zeit dafür hat, keine Lust und keinen Glauben mehr. Alle prügeln sich irgendwie durchs Leben. Am einfachen und in seiner Dramatik anschaulichen Beispiel eines Wohnhauses, das binnen Stunden zusammenbrechen wird, lässt Bykow die kollektive Verantwortungslosigkeit ihre Blüten treiben - jedes Handeln käme da einem Eingeständnis von früherem Fehlverhalten gleich, also lässt man es lieber bleiben. So irr die Geschichte, so konsequent sie erzählt ist und ihren Lauf nimmt, so fesselnd ist das Geschehen, das sich in einer einzigen Nacht abspielt und tief blicken lässt. Der Riss im russischen Haus reicht bis in sowjetische Zeiten. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Euphoria (2006)
Ivan Vyrypaev
Russland
71′
Der Liebe Wahn am Don Absolute Liebes-Leidenschaft ist angesagt, hinein gezaubert in die grossartige russische Landschaft am Don, wo sich zwei Liebende verhalten wie Kinder. Doch die Frau ist mit einem anderen Mann verheiratet, und der wird dem Paar keine Ruhe lassen. Der sibirische Regisseur Ivan Vyrypaev (auch: Iwan Wyrypajew) gehört zu den Stars im jungen russischen Theater. Sein packendes Kinodebüt hat er selber geschrieben und in der Natur der Steppe inszeniert. Die Ausgangslage ist klar, das Ende mag erahnbar sein, was hier besticht, ist die ungemeine Wucht. Berauschend! Zu den unvergänglichen Stärken der besten Filme russischer Herkunft zählt ihre visuelle Kraft. Seien das die Stummfilme der jungen Sowjetunion, seien es die Meisterwerke der kurzen Tauwetterzeit oder die Filme von Autoren wie Andrej Tarkowski: Sie alle zeichnet ein Erzählen in aussagekräftigen Bildern und Montagen aus. Ivan Vyrypaev stammt aus den unendlichen sibirischen Weiten und hat sich in seiner Heimat bereits als Theaterregisseur einen Namen gemacht. In seinem ersten Spielfilm inszeniert er eine Leidenschaft in die Landschaft und lässt innen aussen werden und aussen innen. Vera ist verheiratet und junge Mutter eines Kindes. Pavel hat sie an der Hochzeit eines gemeinsamen Bekannten gesehen. Sie lässt ihm keine Ruhe mehr, und er will wissen, ob ihr das umgekehrt auch so geht. Beide sind sie entflammt, und beide denken sie nicht an den Dritten, der eigentlich als erster da gewesen wäre. Dreiecksgeschichten wurden in Literatur, Theater und Kino immer wieder erzählt, und dennoch entfalten sie dann und wann von Neuem ihre Sprengkraft. Die Ausgangslage ist klar, das Ende mag erahnbar sein, aber was hier besticht, ist die ungemeine Wucht, die der junge Vyrypaev mit seinen grossartigen Schauspielerinnen und Schauspielern auf die Leinwand katapultiert. Er erzählt uns die uralte Geschichte von der masslosen Liebe, choreographiert sie in die Landschaft hinein, die die Figuren in sich birgt, verschluckt und ausspuckt. Ein Film auch, in dem die russische Seele sich in der Unendlichkeit des Don-Beckens ausbreiten kann und wir ganz einfach abtauchen und für einen kurzen aber heftigen Moment alles vergessen: Denn es zählt nur das eine, die pure, die nackte Leidenschaft. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Gorod Zero (1989)
Karen Schachnasarow - Shakhnazarov
Russland
97′
Karen Schachnasarow, der Regisseur von ANNA KARENINA, gehörte in den 1980er Jahren zu den jungen Talenten im Kino des Umbruchs in der ehemaligen Sowjetunion und zu den schönsten Beispielen aus jenen Jahren zählt die Komödie GOROD ZERO (Die Stadt Zero), die auf erfrischende Art die Absurditäten des sowjetischen Alltags zuende dachte und klar machte, dass der Weg, der damals Perestroika genannt wurde, ein langer sein muss. Der Fim zeigte das Leben als absurdes Museum. Alexei Warakin steigt in der frühen Morgendämmerung aus dem Schlafwagen eines Zuges. Ein Taxi bringt ihn zum Hotel. Draussen fährt ein Tram vorbei. Ein Tag hat begonnen. Es gibt nichts, was darauf hindeutet, dass dieser Tag kein gewöhnlicher sein soll. Allen scheint alles normal, auch und gerade das scheinbar Ungewöhnliche. Nur Alexei, der Mann vom Zug hat Mühe, an vieles von dem zu glauben, was er wahrnimmt. Uns geht es ähnlich wie ihm, und das soll so sein, das ist so reizvoll. Karen Schachnasarow, der Regisseur des Filmes «Gorod Zero», war damals ein verhältnismässig junger sowjetischer Filmemacher, der sich mit Filmkomödien in seiner Heimat bereits einen Namen geschaffen hatte und mit diesem Film auch im anderswo Aufsehen erregte. Zuvor hatte er bereits mit dem Spielfilm «Kurier» den Hauptpreis am Filmfestival von Moskau geholt. Schachnasarow setzte mit «Gorod Zero» seine Reihe von Filmen fort, die auf unterhaltsame Art auch zeitkritische Stoffe bearbeiteten. Die Komödie erscheint noch heute als ein ein absurd anmutendes Stück, das auf dem Boden der Realität sehr schön und geschickt zu hüpfen verstand. Die Geschichte des Mannes, der in eine Stadt führt, dort eigenartige Dinge erlebt und nicht mehr rauskommt, hat es in sich. Warakin möchte seiner misslichen Situation möglichst rasch wieder entfliehen, doch das schafft er nicht, kann er nicht schaffen. Wie alle andern ist er verwachsen mit dem Ganzen, Teil der Bedingungen für ebendiese Situation. Die Stadt Zero steht natürlich für die schwierige Phase, in der sich die sowjetische Gesellschaft in der Zeit des Umbruchs befand. Auf der einen Seite jene in all den Jahren der staatlichen Bevormundung gewachsene Trägheit, in der jeder und jede gerade das Notwendigste schafft, wo ein Fabrikdirektor erst mit acht Monaten Verspätung wahrnimmt, dass sein Chefingenieur ertrunken ist, ein Kellner nur gerade jenen Gast bedient, auf den er sich nun einmal eingelassen hat. Auf der anderen Seite die neue Idee von echter Selbstverantwortung, die teils bereits Fuss fassen konnte. Nur: Neue Ideen haben es schwer, zu sehr lebt man im alten Trott. Schachnasarow vereinigt auf der kafkaesken Reise des Mannes aus Moskau mehrmals einige Personen zum Gruppenbild: Das kann im Dekor eines tief unter der Erdoberfläche gelegenen Wachsfigurenmuseums sein, wo ein irrer historischer Abriss uns bis zurück in die trojanische Zeit fährt, das kann in einem Hotelzimmer geschehen, wo neben ein paar Animierdamen, Staatspersonal und eine verstummte Liebhaberin räsonieren, mit all ihre Wünschen, Träumen, Idealen eine Art lebendiges aber eben genauso erstarrtes Kabinett abgeben. Das alte Volkslied, das die Gruppe in Warakins Hotelzimmer singt, hat mit der Unmöglichkeit zu tun, sich von diesem Leben zu lîsen. Da kommt das zentrale Motiv des Filmes zum Tragen: All die Figuren wissen im Innersten sehr wohl um die Absurdität ihrer Situation, aber sie gestehen sie sich letztlich nicht ein und schaffen es deshalb auch nicht, von ihr loszukommen. Kein Zufall, dass Schachnasarow die Filme von Luis Buñuel liebt. Der Russe versteht es, die einzelnen Szenen in wenige, lakonische Einstellungen aufzulösen, die einerseits einen real scheinenden Vorgang vormachen und andererseits die absurde Situation in klaren Strichen zeichnen. Menschliche Wahrnehmung ist subjektiv und damit relativ. Der Schein kann immer wieder trügen, und in neuen Zusammenhängen kommen einem neue Rollen zu. Warakin muss hören, er sei der Sohn des ersten Rock'n'Roll-Tänzers im Ort, der bereits am 18. Mai 1957 aus dem Rahmen tanzte und damit Aufsehen erregt hatte. Schon einmal frönte seine Heimatstadt des freien Tanzes. Inzwischen wird wieder Rock'n'Roll getanzt, gibt es am Bildschirm billige Stripshows zu sehen, hat alles sich gewandelt, nur eines ist gleichgeblieben: Das Wesen der Menschen. «Gorod Zero» ist ein wunderbares Zeitdokument, ein witziger, unterhaltsamer und bisweilen sogar intellektuell verstiegener Film. Die Zeit der Gleichgültigkeit, die in der Stadt Zero vorherrscht, als Alexei ankommt, sollte überwunden werden, aber wie? Ob sich Alexei absetzen kann, bleibt offen. Vielleicht, scheint Schachnasarow zu bedeuten, gelingt ihm die Bootsfahrt ins Ungewisse besser als jene erste Fahrt, die ihn ins vermeintlich Gewisse gebracht hatte. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Heavenly Nomadic - Nomaden des Himmels (2015)
Mirlan Abdykalykow
Kirgisistan
78′
Eine Nomadenfamilie lebt mit ihren Pferden in der berauschenden Natur Kirgistans. Schaiyrs Mann ist vor Jahren im nahen Fluss ertrunken. Eine neue Liebe bahnt sich an, als der Meteorologe Jermek seine Mess-Station neben Schaiyrs Zuhause aufbaut. Erzählt im sanften Rhythmus des Nomadenlebens, nimmt uns Regisseur Mirlan Abdykalykow mit auf eine Zeitreise in das so leicht verwundbare Herz einer Familie und hinein in die traumhafte Natur. Die Schönheit der Natur Es gibt immer noch Orte auf dieser Welt, wo die Menschen in Harmonie mit Natur und Naturmythologien leben. Die Nomadenfamilie von Schaiyr lebt glücklich mit ihren Pferden in den kirgisischen Bergen, frei von den Bedürfnissen, die die moderne Bequemlichkeit uns vorgibt. In der Welt der 7-jährigen Enkelin Umsunai ist die Wirklichkeit mit den Legenden der sie umgebenden Natur fest verwoben, das schenkt ihr die Mittel, der Trauer um ihren verstorbenen Vater zu begegnen. Sie glaubt fest daran, dass er - wie es in einer der schönsten Legenden erzählt wird - in einen Steinkauz verwandelt wurde, der seine Kreise über den Gipfeln zieht. Als ihr Bruder aus der Stadt zurückkehrt, saugt sie gierig Einzelheiten aus dem urbanen Studentenleben auf. In den Ohren der Grosseltern scheinen diese Geschichten Vorboten einer Entfremdung zu sein. Als sie sich neu verliebt, kann sich auch Umsunais Mutter Schaiyr kaum vorstellen, diese Welt der Stille zurückzulassen. Für das in die Jahre gekommene Hirtenpaar wirkt das Baugerät, das auf den Wiesen auftaucht, wie ein dunkles Omen. Mit jedem Stück Natur, das langsam verschwindet, scheint sich auch ein Stück ihrer Seele zu verflüchtigen. Mirlan Abdykalykow wurde 1982 geboren und ist seit seinem achten Lebensjahr auch in der Filmlandschaft zu Hause. In drei Filmen, bei denen sein Vater Aktan Regie führte, spielte er die Hauptrolle, darunter in Beshkempir (Der Adoptivsohn), den trigon-film im Kino und auf DVD herausgebracht hat. Mirlan Abdykalykow bietet uns hier eine poesievolle Ode an die Schönheit der Natur und besticht in der sanften Erzählweise.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Kosh ba Kosh (1990)
Bachtiar Chudonasarow
Tadschikistan
92′
Mira, eine junge Frau aus Russland, kommt nach Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan, um ihren Vater zu besuchen, einen Spieler, der oft verliert und schliesslich sogar Mira an einen alten Mann verspielt. Doch Daler, ein junger Mitspieler, verliebt sich in Mira und entführt sie ganz einfach in seine ziemlich schräge Welt. Daler ist nämlich Chef der örtlichen, durch und durch vergammelten Luftseilbahn. Seine verblichenen gelben Kabinen taugen für jede Fracht: Touristinnen und Touristen genauso wie für Heu, Bierkisten, Diebesgut und sogar als Liebeslaube für luftige Schäferstündchen. Für Mira arrangiert Daler ein romantisches Picknick, schwebend zwischen Himmel und Erde. Und so beginnt auch schon die Liebesgeschichte von Mira und Daler. Wenn der Film endet (nicht aber die Liebe), wird Mira eine fremde, manchmal auch exotische Welt kennengelernt haben. Sie wird einen Bürgerkrieg gesehen haben. Sie wird ihren Vater in den Tod begleitet haben und Daler auf dem Weg in ein neues Leben. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Nabat (2014)
Elchin Musaoglu
Aserbaidschan
106′
Homage an die Mütter Ausgehend von einer wahren Geschichte, erzählt Elchin Musaoglu in seinem zweiten Spielfilm von der alten Bäuerin Nabat und ihrem kranken Mann, die auf ihrem Hof ausharren, während das nahe Dorf wegen wachsender Kriegsgefahr zur Geisterstadt wird. Nabat spielt in Berg-Karabach, der seit langem umkämpften Grenzregion zwischen Aserbaidschan und Armenien, in der es in den 1990er Jahren zum offenen Krieg kam. Der Film beginnt wie eine soziale Chronik, bis sich mit dem Tod von Nabats Mann eine überraschend fantastische Atmosphäre einstellt. Am Tag nach der Beerdigung kehrt Nabat ins Dorf zurück, das komplett menschenleer ist und offensichtlich in grosser Eile verlassen wurde. Alles wurde liegengelassen, ein Bühnenbild wie aus einem Katastrophenfilm. Voller subtiler Anspielungen und bisweilen offen Tarkowski zitierend, überrascht Nabat: ein Film, der ein aktuelles aber verdrängtes Thema formal bravourös umsetzt und nicht umsonst an wichtigen Festivals der Welt gezeigt wurde.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Offret - Opfer (1986)
Andrei Tarkowski
Russland
149′
In Opfer, dem letzten Film des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkovsky, bricht über die Geburtstagsfeier eines Schauspielers eine apokalyptische Katastrophe herein. Der ehemalige Schauspieler Alexander (Erland Josephson) feiert seinen Geburtstag zusammen mit seiner Familie und einigen Freunden in seinem Haus an der Küste. Es ist ein schöner Tag, bis im Radio die Nachricht von einer Katastrophe kommt, die die ganze Welt bedroht. Um alles wieder so sein zu lassen wie am Vortag, will Alexander ein Opfer bringen, aber ob das helfen wird?
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Rusalka (2008)
Anna Melikian
Russland
114′
Aus Russland erreicht uns der märchenhaft bezaubernde Film RUSALKA. Alisa hat die Nase voll vom Leben in der Provinz und zieht in die Grossstadt Moskau. Dort rettet die quirlige Meerjungfrau einen lebensmüden reichen Geschäftsmann vor dem Ertrinken im Konsumrausch und findet ihren Märchenprinzen. Ebenso zauberhaft wie die Handlung ist der visuelle Stil, in dem Anna Melikian von den Abenteuern ihrer ins Binnenland gespülten Meerjungfrau erzählt. Weit weg vom Mainstream und ohne bekannte Stars verzaubert uns die Filmemacherin mit der grandiosen Schauspielerin Masha Shalaeva, deren Namen man sich merken sollte. ******** Alisa wurde in ein Heim gesteckt, weil sie eines Tages beschlossen hatte, nicht mehr zu reden. Alles war ihr zu blöd. Und jetzt setzt sie ihre magischen Kräfte ein und lässt ihr Dorf am Meer wegblasen. Damit landet sie mit Mutter und Grossmutter dort, wo es die Heimatlosen hintreibt - in der Grossstadt, und das heisst in Russland: In einem boomenden Moskau. Der in Berlin ausgezeichnete Film der aus Aserbaidschan stammenden Regisseurin Anna Melikian ist ein modernes Märchen, in dem sich alte Mythen und jugendliche Imagination zu einer traumhaften Grossstadtromanze verbinden. Nebenbei: Rusalka hat auch einen sehr populären Stoff zur Grundlage, auf den auch die erfolgreichste Oper von Antonín Dvořák aufbaut und das Andersen-Märchen «Die kleine Meerjungfrau». Beide basieren ihrerseits auf der Undine-Sage - der Film RUSALKA ist eine durch und durch moderne, heutige Version davon.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Silent Souls - Ovsyanki (2010)
Aleksei Fedorchenko
Russland
77′
Als seine geliebte Frau Tanja stirbt, bittet Miron seinen besten Freund Aist, ihm zu helfen, sie nach der Tradition der Merja-Kultur von der Welt zu verabschieden. Die Merja sind eine alte ugurisch-finnische Gemeinschaft, deren Traditionen am Verschwinden sind. Und so fahren die beiden Männer los auf eine Reise, die sie Tausende von Kilometer durch unberührte Landschaften führt. Begleitet werden sie von zwei kleinen Vögeln in einem Käfig, und Miron teilt Aist seine intimsten Erinnerungen mit, die er aus dem Eheleben hat. An den Ufern des heiligen Sees nehmen sie endgültig Abschied von der Frau, die sie beide geliebt hatten. Eine lyrische Reise in die Schönheiten der Landschaft, den Wert von Traditionen und in die Geschichte einer Liebe. Ein atemberaubend fotografierter Ausflug in die Kunst des Erzählens, der nicht umsonst in Venedig für die beste Kameraarbeit ausgezeichnet wurde. ***************************** Von der Lust am Erzählen Es ist schon ungewöhnlich, dass eine Liebesgeschichte damit beginnt, dass die Geliebte gestorben ist und zu Grabe getragen werden soll. Der Russe Aleksei Fedorchenko erzählt eine solche Geschichte, und er macht über sie unter anderem klar, dass das Lebensende keine wirkliche Grenze für die Liebe darstellt. Tanja ist tot, ihr Mann Miron will ihren Körper nach alter Tradition dem Feuer am Flussufer übergeben, und Aist, sein bester Freund und auch ein sehr guter Freund von Tanja, soll ihm dabei helfen. Vielleicht, denkt man mitunter beim Betrachten der traumhaften Bilder von Michail Kirchman, vielleicht war das alles nur ein Traum. Aber dann erzählt uns eine Stimme von der Wirklichkeit und dem, was sich in ihr zugetragen hat. Und wir beginnen zu glauben an das, was wir sehen und was uns die Stimme erzählt. Aleksei Fedorchenko liebt das Spiel mit der Wahrnehmung und den Wirklichkeiten. Er weiss, dass er uns im Kino alles erzählen kann und dass wir, staunenden Kindern gleich, da sitzen und uns ihm und seiner Erzählung anvertrauen. Gibt es das Volk der Merja überhaupt, war eine der Fragen, die nach der Premiere in Venedig diskutiert wurde. Wen kümmert’s? Es gibt diesen Film und seine Geschichte über zwei Männer und eine Frau, über den Wert von Traditionen und ihren Verlust, über die unsterb-liche Liebe und die körperliche Lust, die selten im Kino so unspekulativ daherkommt und so sinnlich. Das hat auch damit zu tun, wie Fedorchenko mit dem Körperlichen umgeht, mit der Zärtlichkeit, mit der zwei Männer den Körper einer Frau für den letzten irdischen Akt bereitmachen oder mit dem Liebesakt, den die beiden mit zwei Frauen später erleben. Und schliesslich dreht sich alles darum, was wir erinnern, wie wir es erinnern, was wir daraus machen und wie wir es erzählen. Ist es wahr? War es das? Oder war es am Ende nur ein Traum? Ein traumhafter Film auf alle Fälle. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Soy Nero (2016)
Rafi Pitts
Mexico
117′
Nichts vermag den jungen Mexikaner Nero von seinem Traum abbringen, US-amerikanischer Staatsbürger zu werden. Er folgt den Spuren des älteren Bruders, die ihn nach LA führen, in eine Villa des American Dreams. Um eine Green Card zu bekommen, meldet er sich freiwillig zum Militärdienst. Und schon findet Nero sich in einer Wüstenlandschaft der Kriegsgebiete im Mittleren Osten wieder. Ein packender Film über Grenzen und einen, der um sein Leben rennt. José Antonio Gutiérrez war der erste Soldat, der im zweiten Krieg der USA gegen den Irak starb. Der Strassenbub aus Guatemala hatte eine beschwerliche Reise auf sich genommen, um in die USA zu gelangen, wo er sich bei der Army meldete, um US-Bürger zu werden. Den Pass hat er posthum erhalten. Er hat sein Leben gegeben, um Bürger eines Landes zu werden, nicht, um es zu verteidigen. Die Geschichte von José Antonio Gutiérrez hat Rafi Pitts beschäftigt. Er hat aus verschiedenen Schicksalen eine fiktive Figur geschaffen, die des 19-jährigen Mexikaners Nero, der Grenzen überwindet, sich bei der US-Army meldet und dann Grenzen verteidigt. Rafi Pitts führt uns in seiner Geschichte von Nero Variationen von Grenzen vor Augen, innerhalb derer sich Menschen befinden, die Menschen überwinden möchten und die sie mitunter gefangenen machen. Der Film «Soy Nero» ist in vier Schau-Plätze gegliedert, die je für eine Phase im Leben von Nero stehen. Auf die Grenze zu den USA folgt die Freiheit in den USA, verkörpert durch einen Autofahrer, der mit seiner Tochter unterwegs ist, bewaffnet, ein Gefangener seiner Ängste. Der dritte Schauplatz ist eine Villa in Bevery Hills, wo die Dekadenz sich schön breit gemacht hat. Schliesslich das Abverdienen der Staatsbürgerschaft beim Bewachen einer unsichtbaren Linie in einer Wüste im Mittleren Osten. Rafi Pitts versteht es, Situationen zu inszenieren, in denen sich Verhaltens-muster zugespitzt zeigen. Hier verdichten sich die Fragen, die ihn beschäftigen, an jenem Grenzzaun in der Wüste. «Ich bin Nero», sagt der Held, aber er weiss weniger denn je, was das bedeutet. Mexikaner ist er nicht mehr. US-Bürger ist er noch nicht, aber er setzt sein Leben für die USA aufs Spiel. Am Ende des Tages ist Nero allein auf weiter Flur, er rennt einmal mehr, ist weiter auf der Flucht. © Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
mit Bonus
Stalker (1979)
Andrei Tarkowski
Russland
161′
Bonus:
Eine in Zeit und Ort nicht näher beschriebene Stadt, die am Rande eines als Zone bezeichneten Gebietes liegt. In dieser Zone geschehen seltsame Dinge, es gibt rätselhafte Erscheinungen, deren Ursache zum Zeitpunkt der Handlung schon Jahre zurückliegt und nur vermutet werden kann. War es eine Atomkatastrophe oder ein Meteoriteneinschlag - man weiss es nicht. Das Gebiet wurde evakuiert, abgesperrt und steht unter schwerer Bewachung. Im Vorspann des Films heisst es: «... was es war? Der Fall eines Meteoriten? Der Besuch von Bewohnern des menschlichen Kosmos? Wie auch immer, in unserem kleinen Land entstand das Wunder aller Wunder- die ZONE. Wir schickten sofort Truppen hin. Sie kamen nicht zurück. Da umzingelten wir die ZONE mit Polizeikordons... und haben wahrscheinlich recht daran getan... im übrigen-ich weiß nicht, ich weiß nicht... Aus einem Interview des Nobelpreisträgers Professor Wallace mit einem Korrespondenten der RAI.» Der Stalker (Kundschafter) verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute illegal durch den Sperrgürtel zu bringen und sie innerhalb der Zone zu führen. Seine Tochter ist krank, der Beruf des Vaters und das Leben nahe der Zone haben an dem Mädchen ihre Spuren hinterlassen. Der Stalker hat Gespür, ja Ehrfurcht für diesen sich ständig verändernden Ort entwickelt, fühlt die Gefahren im Voraus und hat seine Methoden, den tödlichen Fallen, die die Zone stellt, auszuweichen. Zwei seiner Kunden, der Professor und der Schriftsteller, wollen aus unterschiedlichen Motiven an einen Ort gebracht werden, der sich in der Zone befindet und der als "Raum der Wünsche" bezeichnet wird. An dieser Stelle gehen, glaubt man der Legende, die geheimsten, innigsten Wünsche in Erfüllung. Während der Schriftsteller sich die ihm seit einiger Zeit fehlende Eingebung zurück wünscht, hat der Professor völlig andere Absichten: Er will diesen Raum zerstören, weil er dessen Missbrauch befürchtet. Aber auch der Stalker selbst hat seine Gründe, an diesen Ort zu gehen. Er will den Menschen zur Hoffnung auf ein glückliches Leben verhelfen.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Star (2014)
Anna Melikian
Russland
133′
Mascha ist bereit, alles zu opfern, um gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen und Filmstar zu werden. Sie ist nicht besonders begabt, dafür sehr optimistisch. In einem Nachtclub, wo sie als Meerjungfrau arbeitet, trifft sie Kostia, den Sohn eines Moskauer Oligarchen. Der Junge flieht aus dem goldenen Käfig des Elternhauses, um das wahre Leben zu spüren. Bald landet dort auch Rita, die kühl berechnende Stiefmutter von Kostia. Die Lebenswege dieser drei ganz verschiedenen Menschen kreuzen sich auf überraschende Weise. Ein faszinierendes neues Märchen für Erwachsene von Anna Melikian, die uns schon mit «Rusalka» verzaubert hat. Mascha ist eine aufgestellte junge Frau. Sie hat trotzdem ein Problem, denn sie meint, ihr Körper würde nicht in allen Belangen dem entsprechen, was die Medien und die Werbung ihr und Tausenden von anderen aufgestellten jungen Frauen in der ganzen Welt als Ideal vorführen. Also macht sich Mascha eine Liste mit jenen Dingen, die sie an sich ändern möchte. Ohren anpassen, Beine begradigen, Busen auspolstern, Lippen aufpumpen. Zum Teil geht das ohne grossen Aufwand, zum Teil ist es mit Kosten verbunden, die Mascha sich nicht leisten kann. Woher nur das Geld nehmen, ohne zu stehlen? Anna Melikian (Rusalka) erzählt mit einem leisen Schalk vom Schönheitswahn unserer Gegenwart, und sie tut dies in städtischen Dekors, die von der Zerrissenheit der Gesellschaft künden. Es gibt nicht viele Filmschaffende, die die Architektur noch so direkt sprechen lassen wie die Russin, die nah am Alltag bleibt, gleichzeitig das Märchenhafte liebt und es versteht, die wunden Punkte ihrer Umgebung zu fokussieren. Wie in «Rusalka» kommt auch hier eine Art menschliche Fee zur Welt, die versucht, sich anzupassen und dabei Gefahr läuft, sich selber zu verlieren. Das ist ein weiteres starkes Kino-Stück aus Russland: es trifft mit seinem Thema die ganze Welt. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
The Light Thief - Der Dieb des Lichts (2010)
Aktan Abdykalykow - Arym Kubat
Kirgisistan
79′
Alle nennen ihn nur Svet-Ake (Herr Licht). Er ist der Elektriker des Orts, aber für viel mehr als nur für den Strom zuständig. Die Leute rufen den hilfsbereiten Mann zur Lösung der unterschiedlichsten Probleme, angefangen beim elektrischen Kurzschluss bis hin zum Beziehungskurzschluss. Egal, ob es die sind, die die ganze Energie einer Stadt kontrollieren wollen, oder jene, denen die Energie zum Leben fehlt: Svet-Ake ist immer zur Stelle mit praktischer Hilfe und Rat - auch wenn er mitunter das Gesetz arg strapazieren muss. Da wird aus schierem Mitleid auch mal ein Stromzähler rückwärts eingestellt, so dass der bedürftige Benutzer statt der hohen Stromrechnung eine Gutschrift vom Elektrizitätswerk ausbezahlt bekommt. Doch Gutherzigkeit wird in einem Land, das mitten im politischen Umbruch steckt, nicht automatisch belohnt. Aktan Arym Kubat beschreibt in «Svet-Ake» auf vergnüglich lockere Art den Alltag im unabhängig gewordenen Kirgisistan und zeigt, dass die Menschen auch lernen müssen, mit der Freiheit umzugehen. Weil er sich selber dabei nicht ausnehmen will, spielt der Regisseur die Hauptrolle gleich selber.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
The Other Bank (2010)
George Ovashvili
Georgien
89′
Tedo ist zwölf. Er lebt gemeinsam mit seiner jungen Mutter Keto in einer abgeschiedenen Hütte ausserhalb der georgischen Hauptstadt Tiflis. Tedo und Keto sind Flüchtlinge aus Abchasien. Der Bürgerkrieg hat ihnen alles genommen, auch Tedos und Ketos Hoffnung auf eine glückliche Zukunft in einer intakten Familie. Als sie aus Abchasien flüchteten, war Tedo erst vier. Tedos Vater mussten die beiden zurücklassen, sein Herz war zu schwach, als dass er die anstrengende Reise hätte auf sich nehmen können. Inzwischen ist Tedo Lehrling in einer Autoreparaturwerkstatt, Keto arbeitet als Verkäuferin. Die wenigen Groschen, die Tedo verdient, steckt er seiner Mutter zu, damit die es nicht länger nötig hat, zu fremden, unfreundlichen Männern freundlich zu sein. Der Junge leidet sehr darunter, dass er zum Lebensunterhalt nur wenig beitragen kann, und auch der Lebenswandel seiner Mutter bereitet ihm große Probleme. Als er entdeckt, dass sie einen Liebhaber hat, ist das zu viel für Tedo. Er fasst den Entschluss, zu seinem Vater nach Abchasien zurückzukehren. Vielleicht findet er ja dort die Lösung für all seine Probleme. Auf seiner Reise macht Tedo viele Bekanntschaften, und er muss viele Rückschläge einstecken. Nicht überall ist er willkommen. Aber als seine Reise zu Ende geht, hat er viele neue Einsichten gewonnen. Zum Beispiel, dass es nicht überall besser ist, wo man nicht ist. ********* Dieser Blick! Dieser Junge! Von allem Anfang an nimmt uns Tedo Bekhauri, der die Hauptfigur des Tedo spielt, in seinen Bann. Wir folgen dem Jungen in seinem wehrlos wirkenden Gang durch den Alltag in der georgischen Stadt, nehmen seine abwesende Mutter wahr und die Entbehrungen, die zur Normalität gehören. Man schlägt sich durch, so gut es geht. Tedo ist mit seinem Schicksal nicht allein, aber er ist allein auf sich gestellt. George Ovashvili hat diesen Jungen nach langer Suche gefunden und mit ihm die Idealbesetzung für die Rolle eines Kindes in einer Welt, in der für Kinder kein Platz übrig scheint oder jedenfalls keine Gegenwart. Tedo bricht auf, seinen Vater zu suchen, begibt sich auf eine Reise in die Finsternis der kaukasischen Konflikte, der ausgebrannten Erde. Was uns als Begleitende im Kino so packt, ist die Gelassenheit, mit der der Junge durch die Zeit und Geografie wandelt, seine Wehrlosigkeit, die mit einer engelhaften Unverletzbarkeit gepaart scheint. Das stille Wunder dieses Filmes über die schiere Ausweglosigkeit in einer geschundenen Region ist die Hoffnung, die mit dem Jungen reist, sein Glaube daran, dass er das Ziel erreicht und mit dem Vater auch das Leben wieder findet. Walter Ruggle
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Wenn die Kraniche ziehen (1957)
Michail Kalatosow
Russland
91′
In der ehemaligen Sowjetunion gab es ein staatliches Kino, das phasenweise in der Langeweile von Propaganda und Konfektion verkam. Ende der 1950er Jahre aber blühte ein eigenständiges Filmschaffen auf, das im Rahmen der Staatsproduktion dank einem später als «Tauwetter» bezeichneten kulturellen Klima entstand und zu kurzem aber grossem Format aufblühte. Das Paradebeispiel dieser Zeit und ein wegweisendes Stück Kino ist der Spielfilm «Wenn die Kraniche ziehen» von Michail Kalatosow. Visuell noch heute bestechend und legendär gehört der Film zu jenen Werken, die sich überzeugend gegen den Krieg auflehnten. Angesiedelt ist er 1941 in Moskau, kurz vor dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion. Boris und Weronika sind ein Liebespaar, sie lässt sich von ihm Eichhörnchen nennen, und die beiden beobachten den Zug der Kraniche über der Stadt. Nach dem Ausbruch des Krieges meldet sich Boris freiwillig zur Front und wird am Tag vor Weronikas Geburtstag eingezogen. Ihr gelingt es nicht, sich von ihm zu verabschieden, und Boris kann ihr nur sein Geburtstagsgeschenk, ein Spielzeug-Eichhörnchen, hinterlassen. Weronika wird später von Boris’ Familie aufgenommen. Boris’ Vater Fjodor Iwanowitsch ist Arzt, ausserdem leben noch Boris’ Schwester Irina, sein Cousin, der Pianist Mark, und die Grossmutter in der Wohnung. Mark war schon immer in Weronika verliebt und nutzt die Abwesenheit von Boris, um Weronika zu verführen. Sie willigt ein, ihn zu heiraten. Währenddessen fällt Boris an der Front, nachdem er seinen verwundeten Kameraden Wolodja gerettet hat. Weronika erfährt aber nichts von seinem Tod und hält ihn weiterhin für vermisst.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.

Filmgenuss pur, rund um die Uhr: filmingo bietet eine kuratierte Auswahl an Arthouse-Filmen zum Streamen im Abonnement oder per Einzelmiete. Betrieben durch die Schweizer Stiftung trigon-film.

Support
+41 56 430 12 30
support@filmingo.ch
Mo-Fr von 9:00 bis 17:00 Uhr
Auf dem Laufenden bleiben

Jetzt anmelden für den monatlichen Newsletter von filmingo mit der Übersicht über alle neuen Filme, Kategorien und den Tipps des Monats!