Chinas Kino

Chinas Kino war einst geprägt von opernhaften Filmen, die von allem handeln mochten nur nicht von Chinas Wirklichkeit. Das hat sich nach der Kulturrevolution radikal geändert. Entstanden sind Filme, die nichts anderes versuchen, als den Alltag zu betrachten und zu reflektieren, und die bestechend sind in der Frische, in der sie das tun. Als die ersten Absolventen der wieder geöffneten Filmschulen in den 1980er Jahren ihre Filme vorlegten, stockte dem westlichen Publikum der Atem: Chen Kaige, Zhang Yimou, Li Shaohong oder Tian Zhuangzhuang präsentierten Arbeiten, die thematisch anders lagen, von den Studiobühnen befreit und in die Landschaften hinausverlegt waren. Danach gesellten sich Jüngere dazu und suchten inhaltlich wie formal den Tabubruch. Ein Film, der mit dem Label «In China zensuriert» im Westen lanciert werden kann, findet ein grösseres Publikum als einer, der einfach so herauskommt. Das ist Teil jener Vermarktungswirtschaft, die man in China selber nun auch pflegt. Der Widerspruch im Verhalten der Machthaber, meinte ein Filmemacher, «steckt zwischen der sehr raschen und starken Entwicklung des Landes und der Mentalität, die sich noch nicht bewegt hat. Die offizielle Sicht der Dinge hat sich noch nicht verändert. Aber das ist eine Frage der Zeit.» Und damit wären wir unweigerlich bei Mao angelangt, der notiert hatte: «Die Zeit kümmert sich um alles.»

So Long, My Son (2019)
Xiaoshuai Wang
China
185′
Yaojun und Liyun sind glücklich bis zum Tag, da ihr einziger Sohn beim Spielen ertrinkt. Sie verlassen die Heimat und tauchen in der Anonymität der Stadt unter. Adoptivsohn Liu Xing bringt nicht den erhofften Trost. Immer wieder werden die Eheleute von ihren Erinnerungen eingeholt und kehren schliesslich an den Ort der verlorenen Hoffnungen zurück. Ein grossartiges Fresko, das uns das China der letzten Jahrzehnte vor Augen führt.
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Ash is purest white (2018)
Zhangke Jia
China
136′
Die so selbstbewusste wie unabhängige Qiao ist mit Bin zusammen, einem einflussreichen Gangster in einer nordchinesischen Stadt. Ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos, gleichzeitig geniesst sie den Respekt und die Vorteile, die ihr als Frau eines Bandenführers zuteilwerden. Eines Tages wird Bin von einer Gang angegriffen. Im letzten Moment greift Qiao zur Waffe und rettet ihm das Leben. Sie nimmt die Schuld für die Schiesserei auf sich und muss fünf Jahre ins Gefängnis. Nach ihrer Entlassung will sie Bin wiedersehen – doch er ist verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum mehr wiederzuerkennen… Jia Zhang-Ke ist einer der wichtigsten Regisseure des chinesischen Gegenwartskinos und hat zahllose internationale Preise gewonnen. Zuletzt hat er das Kinopublikum mit «A Touch of Sin» und «Mountains May Depart» begeistert. Im Spielfilm «Ash Is Purest White» erzählt er vor dem Hintergrund des rasanten gesellschaftlichen Wandels in seiner Heimat eine bittersüsse, starke Liebesgeschichte, die sich von 2001 bis in die Gegenwart spannt. Ein schillerndes, kraftvolles und grossartig gespieltes Meisterwerk.
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I Love Beijing (2001)
Ying Ning
China
78′
Dezi ist ein junger rastloser Taxifahrer. Seine Arbeit bringt ihn mit Menschen in Kontakt, deren Lebensstil weit über seinen geistigen Horizont hinausgeht, was auf seine Frauenbekanntschaften nicht zutrifft. Der Film folgt ihm auf seinen Touren durch ganz Beijing. Er ist immer unterwegs, Menschen und Orte treten in sein Leben und verlassen es wieder. Dezis Fahrten von einem Ort zum anderen bzw. von einer Frau zur anderen gleichen Beijings Suche nach der eigenen Identität, die sich irgendwo zwischen den alten Werten und einer unbekannten Zukunft befindet. Mühelos werden in Ning Yings neuem Film Vertrautes und Unbekanntes miteinander vermischt. Im Mittelpunkt steht zum einen das Leben des Taxifahrers Dezi und zum anderen das Leben der Stadt Beijing, durch dessen Straßen sich der Film mit kritischem und aufklärendem Blick bewegt. Kleine, gewöhnliche Momente werden zu Symbolen für das zeitgenössische Beijing vergrössert. Sie bringen dem Zuschauer die Stadt näher, dann wird sie ihm wieder weit entrückt. Die Kombination vermittelt den Eindruck einer Stadt im Übergang, eines Ortes, der seine Vergangenheit immer mehr verliert, dessen Gegenwart von Geschäftigkeit bestimmt ist und dessen Zukunft sich nur vage abzeichnet.
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In Her Eyes (2011)
Xiaolu Guo
China
109′
Big Mao trifft Big Mac Ohne realen äusseren Anlass, aufgrund einer schieren Vermutung, rückt ein Dorf in der chinesischen Provinz mit einem Mal ins Zentrum des öffentlichen Interesses, nachdem sich ein heimliches Liebespaar im Feld zum Turteln getroffen hatte und eine Ausrede suchen musste. Ein unbekanntes Flugobjekt sei da ausgemacht worden, und schon beginnt der Traum vom grossen Geld in der kommunistischen Kommune zu leben. Das Ufo, das in den Augen einer Dorfschönen schwebte, kann Medien und Leute anziehen, damit lässt sich Geld verdienen. Die Schriftstellerin und Filmemacherin Xiaolu Guo hat die Romanvorlage geschrieben und jetzt aus dem Buch eine bunte Filmkomödie gedreht, in der sie die Situation in China mit Schalk betrachtet. Vor drei Jahren hatte sie bereits Aufsehen erregt und in Locarno mit ihrem Spielfilm «She, A Chinese» den Goldenen Leoparden abgeholt. China ist im Umbruch und mit rasendem Tempo unterwegs. Der Wandel betrifft die grossen Zentren, aber er dringt auch in die Provinz vor. Die Gegensätze zwischen einem bereits stark von kapitalistischen Grossstadtdimensionen geprägten Shanghai und den nach wie vor dominierenden kommunistischen, eher düster wirkenden Produktivitätszentren sind gross, aber als Träume werden überall dieselben Aussichten verkauft. Die Schriftstellerin und Filmemacherin Xiaolu Guo ist eine vielseitig begabte Künstlerin, die sich in ihren Arbeiten für den ganz gewöhnlichen Menschen interessiert und vor allem für den Menschen im rasenden Wandel der chinesischen Gesellschaft. In Ufo in her Eyes zeigt sie, wie zwei Welten aufeinandertreffen, die einander mitunter ausschliessen. Hier das halbwegs idyllische, eher ärmliche Landleben, in dem das Einheitstenu noch immer prägend wirkt, dort die Welt des Kaufens und Verkaufens, in der alles geht und seinen Preis haben muss. Xiaolu Guo inszeniert mit Humor und schrägen Zuspitzungen, wie der Ausverkauf im Kommunismus läuft, und sie legt damit den Finger auf einen wunden Punkt im Wirtschaftswunder China: Nicht alle schaffen es, bei diesem Tempo mitzuhalten, und ob die Rechnung mit dem Zäukeln und Zurechtweisen schliesslich aufgeht, wissen die Götter im Himmel von Mao. Wer China auch nur ein bisschen kennt, wird überall in diesem Film auf Erinnerungsmomente stossen, wem es fremd ist, vermag Xiaolu Guo die gegenwärtige Situation im Land auf unterhaltsame, lockere Weise ein Stück weit näherbringen. Die Filmemacherin hat sich nie davor gescheut, auch an Tabus in ihrer Heimat zu kratzen. Und immer wieder präsentiert sie uns kurlige Szenen, in denen man das Gefühl bekommt, mit den Ausserirdischen seien gar nicht etwa Kreaturen gemeint, die von anderen Planeten kommen; es reicht am Ort der Handlung eigentlich schon, dass jemand aus der Hauptstadt eintrifft oder gar aus einem anderen Land. Da trifft dann eben Big Mac auf Big Mao. Globalisierung auf Chinesisch.
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Night Train (2007)
Yinan Diao
China
91′
Die 30-jährige Wu Hongyan arbeitet am Gericht der Provinz Shaanxi in China, wo sie als Henkerin zum Tode verurteilte Frauen hinrichten muss. Trotz der makaberen Arbeit steigt Wu Hongyan jedes Wochenende in den Zug und fährt in eine Stadt, wo sie am organisierten Abendprogramm einer Partnervermittlungsagentur teilnimmt. Ihre Liebesabenteuer sind mittelprächtig, bis sie den hübschen Li Jun trifft. Sie weiss jedoch nicht, dass Li Jun der Ehemann jener Frau ist, welche sie als Ietzte hingerichtet hat. Wer das chinesische Filmschaffen über die Jahre hinweg verfolgt hat und insbesondere auch noch jene Zeit, in der die operettenhaften Grossproduktionen von Gnaden der kommunistischen Partei an westlichen Festivals präsentiert wurden, staunt heute nicht schlecht über die unbändige Kraft der Unabhängigkeit, die sich da entwickelt hat. Die jungen Filmschaffenden Chinas pfeifen auf das, was der Apparat sich immer noch vorstellen mag. Sie nehmen ihre Kameras und filmen das Leben. Und einige gehen, wie Yinan Diao, noch viel weiter: Sie blicken hinein in die Abgründe einer Gesellschaft, die einem schier unerträglichen Wandel ausgesetzt ist und irgendwie selber damit fertig werden muss. Yinan Diao hatte bereits das Drehbuch für den lebensdampfenden «Spielfilm» Shower von Zhang Yang geschrieben. Hier legt er seine eigene Regiearbeit vor, die mit zum Packendsten gehört, was uns aus China inden letzten Jahren erreicht hat. Keine Komödie, kein Martial-Art-Märchen mit fliegenden Säbelrasslern, kein Epochengemälde und auch keinen Hauch von Bedienung exotischer Sehnsüchte. Nein: Night Train bietet eine schonungslose Innenansicht Chinas und ist ein Film, der aus sich selber heraus über das Betrachtete erzählt und über die Art, wie sein Autor betrachtet. Man muss sich dieser Betrachtung aussetzen, um zu erleben, wie ein Bildermensch es schafft, eine Atmosphäre der Vereinsamung zu gestalten, eine Welt, in der Frauen und Männer auf der Suche nach Zärtlichkeit sind und die gleichzeitig darauf angelegt ist, ihnen alles Sanfte auszutreiben. Aussen ist da innen, ein zutiefst unterkühltes Zeitbild und ein Kunstwerk in äusserster Konsequenz, kurz: ein Stück Kino, das unter die Haut geht. Walter Ruggle
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Platform (2000)
Zhangke Jia
China
149′
Wanderschauspieler in China In der chinesischen Kleinstadt Fenyang führt eine Theatergruppe noch 1979 ein Stück auf, in dem Mao Zedong verherrlicht wird. Nach dessen Tod 1976 beginnen sich Politik, Gesellschaft und Kultur zu verändern. Wellen der Liberalisierung erreichen auch Fenyang und sein Theater, beeinflussen Leben und Bühne. Jia Zhangke beschreibt auf hochsensible und vielschichtige Weise den irren Wandel, in dem sich China befindet. Der Titel von Jia Zhangkes Spielfilm referiert auf einen populären Rocksong im China der 80er Jahre. Sein Refrain lautet: "Wir warten, alle unsere Herzen warten, warten für immer auf dem Bahnsteig." In diesem Lied, meint Jia, stecke vieles, die Hoffnung einer Reise genauso wie die der Abfahrt oder die der Ankunft. Das entspricht dem Geist der 80er Jahre in China und Jia Zhangkes eigenen Jugenderfahrungen in Fenyang. In "Platform" führt er uns auf eine Reise durch die tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Tod Mao Zedongs 1976 in der Aera Deng Xiaopings. Pop-Musik aus Hongkong und Taiwan, westliche Literatur, das Fernsehen, die "Entdeckung des Individuums" waren Errungenschaften, die das Leben auch in der Provinz umkrempelten. "Die Subkultur zerstörte das geistige Gefängnis in dem wir lebten, zur gleichen Zeit wurden aber auch die moralischen Normen über Bord geworfen", erinnert sich Jia. Diese Dualität prägte seine Arbeit am Film. "Platform" betrachtet diese Epoche des Übergangs ohne falsches Pathos, dafür mit sehr viel Sensibilität für die kleinen Wandlungen, die sich oft beinahe unmerklich abspielen. Die Geschichte seines Filmes folgt den Figuren vor dem Hintergrund einer sich verändernden Welt und führt uns vor Augen, was "der lange Marsch", auf dem sich die chinesische Gesellschaft befindet, mit sich bringt. "Platform" ist in seiner Anlage vergleichbar mit dem griechischen Meisterwerk "Die Wanderschauspieler" von Theo Angelopoulos, ein zeitloses Werk zur Zeit. Walter Ruggle
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mit Bonus
Shanghai, Shimen Road (2011)
Haolun Shu
China
84′
Bonus: Gespräch mit Haolun Shu
Xiaoli ist 17, lebt in Shanghai und ist fasziniert von der Kamera, die er von seiner Mutter geschenkt bekommen hat. Diese ist in die USA ausgereist und hofft, dass ihr der Junge Fotos aus seinem Alltag schickt, bevor er nachreist. Er will bleiben, verliebt sich in die schöne Lanmi und erfährt von Lili, dass es in Beijing Studentendemos gegeben habe. Mit dem Blick auf das Leben einer Strasse betrachtet Haolun Shu feinfühlig den Wandel in Shanghai. Shanghai ist die Boomtown Chinas mit einer langen und grossen Geschichte: Sie ist atemberaubend in mancherlei Hinsicht. Der junge Regisseur Haolun Shu nähert sich der Stadt und ihrer Entwicklung von innen heraus, indem er in seinem Spielfilm die Geschichte von Xiaoli erzählt, der in den späten 1980er Jahren an der Shimen Strasse in Shanghai aufwächst. Die Mutter lebt in den USA, und so sind sein Grossvater sowie die Nachbarin und beste Freundin Lanmi seine wichtigsten Bezugspersonen. Lanmi arbeitet in einer Fabrik, träumt von einem besseren Leben im Ausland und gerät auf Abwege. Xiaoli beobachtet das still, ohne immer genau zu begreifen, was vor sich geht. Doch die erste Liebe entschwindet seinem unschuldigen Blick immer mehr. Mit der Klassenkameradin Lili, die frisch aus der Hauptstadt angekommen ist, entdeckt er das Leben ausserhalb seiner Strasse, die Studentenunruhen in Beijing und das sich wandelnde China, das sich westlichen Lebensformen öffnet. Er entwickelt erstmals so etwas wie ein politisches Bewusstsein. Shanghai, Shimen Road ist ein berührender Film über China, das riesige Reich mit den kleinen Gassen, ein Film über das Erwachsenwerden und die Träume junger Menschen, die hier noch mehr als anderswo mit Widersprüchen umgehen müssen. In China erscheinen sie besonders intensiv. Der Dokumentarfilmer Haolun Shu steht mit seinem Spielfilmerstling in der Bewegung des jungen chinesischen Kinos, das den Alltag sucht, er ist aber auch ein Filmemacher, der der schrillen Moderne nicht erliegt und in seiner kleinen Strasse bleibt, die immer noch typisch ist in der Grossstadt. Mit Augenmerk auf sie bringt er uns den Wandel nahe und hält fest, was schwindet. Walter Ruggle
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A Touch of sin (2013)
Zhangke Jia
China
130′
Dahai wirft seinem Chef vor, sich auf Kosten der Angestellten masslos zu bereichern. Da er kein Gehör findet, beschliesst der Minenarbeiter, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen. Yo ist Rezeptionistin eines Saunaclubs in einer chinesischen Megacity. Sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, der sie dauernd hinhält. Als ein Club-Kunde zudringlich wird, bricht Yos Frustration mit Wucht nach aussen. Wie Dahai und Yo müssen auch der mittellose San und der von einem Job zum nächsten ziehende Fabrikarbeiter Hui zu extremen Mitteln greifen, um ihre Würde zu verteidigen. China ist in aller Munde. Industrie und Wirtschaft boomen, mit der Lebensqualität hapert's. Unzählige Männer und Frauen verlassen ihre Heimat, um anderswo im Land Arbeit zu finden. Soziale Bindungen werden pulverisiert. In diesem Umfeld hat Jia Zhangke (Platform) seinen Spielfilm angesiedelt. Er verknüpft die auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichten der vier Hauptfiguren zu einem kritischen Werk. Radikal, knallhart und mit schwarzem Humor prangert er soziale Missstände an. Er verschont uns nicht in seinem Bild einer brutalen Realität. Das ist eindrücklich in der Gestaltung und der Konsequenz - kein Film für sensible Gemüter.
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Mountains may depart (2015)
Zhangke Jia
China
126′
Die Chinesin Tao ist jung, attraktiv und umschwärmt. Sowohl der bodenständige Grubenarbeiter Liangzi wie auch der grossspurige Geschäftsmann Jinsheng Zhang wetteifern um ihre Zuneigung. Man schreibt das Jahr 1999, in China wächst der Wunsch nach Wohlstand und einem westlich geprägten Lebensstil. Fünfzehn Jahre später hat sich das Leben der drei vollständig verändert. Liangzi zieht als Wanderarbeiter von Ort zu Ort. Tao und Jinsheng Zhang, die zwischenzeitlich geheiratet hatten, sind bereits wieder geschieden. Ihr kleiner Sohn Dollar lebt beim Vater in Australien. Im Jahr 2025, als Teenager, wird Dollar seine Muttersprache nicht mehr verstehen und seine Kindheit in China scheint nur noch ferne Erinnerung… Meisterregisseur Jia Zhang-ke hat sich mit Filmen wie «A Touch of Sin» und «Still Life» international einen Namen gemacht. Nun erzählt er in drei Zeitfenstern – 1999, 2014 und 2025 – vom Umbruch einer ganzen Nation und vom bewegten Schicksal einer Handvoll Menschen, von ihrer Suche nach Liebe und Lebenssinn. «Mountains May Depart» – Gewinner des Publikumspreises in San Sebastian – ist universell verständliches, formal brillantes, herausragend gespieltes Kino.
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