Migration

Zum Weltflüchtlingstag haben wir eine Reihe von Filmen ausgewählt, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit Migration beschäftigen.

Styx (2018)
Wolfgang Fischer
Deutschland
95′
Rike ist eine erfolgreiche Ärztin. In ihrem dringend benötigten Urlaub will sie allein auf einer Segelyacht von Gibraltar nach Ascension im Atlantik reisen. Ihr Wunsch nach unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen, doch nach einem Sturm schlägt das Abenteuer in eine nicht gekannte Herausforderung um: In der Nähe ihres Schiffes entdeckt sie ein beschädigtes, hoffnungslos überladenes Flüchtlingsboot. Mit Rike sind wir schlagartig mitten drin. Unser Alltag birgt Gefahren. Die 40-jährige Notfallärztin Rike wird mitten in der Nacht zu einem Autounfall gerufen und gibt alles, um den verletzten Fahrer zu retten. Wenig später belädt sie unter dem Affenfelsen von Gibralter eine gemietete Yacht, mit der sie auf Darwins Spuren nach Ascension segeln will, mit sich allein sein, auf sich gestellt und gefordert, den Frieden und die Ruhe geniessend auch. Sie sind eindrücklich, die Passagen mit dem Boot, die Kommunikation mit anderen Schiffen und dem Festland, das Meistern eines nächtlichen Sturms. Packend inszeniert von Wolfgang Fischer und glaubwürdig verkörpert von Suzanne Wolff, atemberaubend fotografiert von Benedict Neuenfels. «Styx» ist zunächst ganz einfach ein toller Segelfilm über eine Frau, die weiss, was sie will und zupackt. Rike geniesst die Bewunderung des Personals auf einem Frachtschiff, das sich auf derselben Route bewegt, von den Funkpunkten am Festland wird sie begrüsst und begleitet. Bis zu dem Moment, in dem schlagartig eine ganz andere Realität in die des auf der Yacht eindrücklich präsenten nordwestlichen Wohlstands hereinbricht und die Idylle stört. In Rikes Sichtweite steht eine Schiff voller Flüchtlinge still. Hilfe ist angesagt, doch was kann die einzelne Frau auf der viel zu kleinen Yacht allein auf hoher See anstellen? Wir erleben die innere Zerrissenheit einer Ärztin, die helfen will, aber nichts tun kann, wir erfahren die Distanzierung der Anderen, die auf ihre Notrufe abweisend reagieren. Und wir haben schlagartig die schöne heile Welt mit dem Drama der Migration auf engem Raum zusammengebracht. Selten hat man dies im Kino fast wortlos und so verdichtet gesehen. Walter Ruggle
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Neuland (2013)
Anna Thommen
Schweiz
96′
«Neuland» von Anna Thommen bietet Einblick in den Schulalltag in der Schweiz, in eine etwas spezielle Schule, ein wunderbarer, berührender, unaufgeregt gestalteter, fast nebenbei beobachtender Film: ein Bijou! Afghanistan, Kamerun, Serbien, Venezuela – sie haben weite Wege hinter sich, die neuen SchülerInnen von Herrn Zingg in der Integrationsklasse Basel. Jung und mit Träumen für eine bessere Zukunft reisten sie in die Schweiz und setzen nun grosse Hoffnungen in ihren Lehrer: Er soll ihnen den Weg im neuen Land weisen. Geschützt und abgeschirmt von der Gesellschaft lernen die SchülerInnen innerhalb von zwei Jahren Sprache und Kultur der Schweiz kennen. Lehrer Zingg hat dabei immer nur das eine Ziel vor Augen: den durch harte Schicksalsschläge traumatisierten Jugendlichen einen beruflichen Einstieg in die Gesellschaft zu ermöglichen. Doch je näher das Schulende rückt, desto quälender stellt sich für die jungen MigrantInnen die Frage: Gibt es überhaupt einen Platz für mich in diesem Land? Es geht um Menschen bei uns und darum, dass Menschen nicht Masse sind sondern Individuen. Man muss sie nur wahrnehmen.
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Midnight Traveler (2019)
Hassan Fazili
Afghanistan
88′
Unterwegs von Afghanistan nach Europa, auf der Flucht vor dem Tod, dokumentierte die Familie des Filmemachers Hassan Fazili drei Jahre mit ihren Handys. Entstanden ist ein Film, der uns aus der Perspektive von Flüchtlingen eine Flucht zusammenfasst. Eine Todesdrohung der Taliban treibt den afghanischen Regisseur Hassan Fazili und seine Frau Fatima Hussaini, ebenfalls Filmemacherin, im Jahr 2015 in die Flucht. Zusammen mit den beiden Töchtern Nargis (11) und Zahra (6) fliehen sie auf der Suche nach Sicherheit aus der Heimat ins ferne Europa. Das Ehepaar und auch die beiden Töchter filmen die mehrjährige Reise mit ihren Mobiltelefonen. Auf der Balkanroute, während langer und ungewisser Aufenthalte in verschiedenen Flüchtlingslagern, gibt es ihnen Kraft, ihre schwierige Situation fortwährend zu dokumentieren. Trotz Widrigkeiten und Rückschlägen verlieren die Eltern nie das Menschsein aus den Augen. Sie nehmen alle Entbehrungen auf sich und hoffen auf eine bessere Zukunft für ihre Töchter, die sich auf der langen Reise allmählich emanzipieren. Der Filmemacher sagt: «Wir hatten Glück. Aber die Umstände waren oft grauenhaft.» Sein Film lässt uns die beschwerliche Reise nachvollziehen.
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Les Misérables (2019)
Ladj Ly
Frankreich
104′
Stéphane ist neu bei einer Polizei-Sondereinheit des Pariser Vororts Montfermeil. Mit Chris und Gwada stehen ihm erfahrene Teamkollegen zur Seite. Schon an Stéphanes erstem Arbeitstag wird klar, dass die drei sehr unterschiedlich auf die Spannungen unter den verschiedenen Gruppen im Ort reagieren. Dann gerät die Situation bei einer Verhaftung ausser Kontrolle – und dabei filmt eine Drohne jede Bewegung der völlig überforderten Polizisten. Regisseur Ladj Ly führt uns ins pulsierende Leben von Montfermeil bei Paris, wo er selbst aufgewachsen ist. Ein Ort, laut, bunt, wild und roh. Hier liess Victor Hugo 1862 seinen Roman «Les Misérables» («Die Elenden») spielen. Hier muss man, um zu bestehen, die Regeln der Strasse kennen. Ladj Ly kennt sie, das spürt man vom ersten Bild seines Spielfilms an. Am Festival in Cannes wurde er mit dem Jury-Preis ausgezeichnet, Frankreich schickt ihn ins Rennen um die Oscars 2020. «Les Misérables» ist einer der stärksten französischen Filme seit dem Kult gewordenen «La Haine»: Ein Hochspannungs-Thriller, der vor Dringlichkeit vibriert - authentisch, eindringlich, explosiv.
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Transit (2018)
Christian Petzold
Deutschland
101′
Der Roman «Transit» von Anna Seghers ist die Basis dieses Films, in dem Christian Petzold die Geschichte von damals im Heute spielen lässt, ohne daraus das geringste Aufsehen zu machen. Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, ein deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Ein Visum für eines der möglichen Aufnahmeländer wird gebraucht, zudem Transitvisa und die Tickets für die Schiffspassage. Das alles ist rar. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen? In der atemberaubenden, fast schwebenden Begegnung des historischen Stoffs mit der Gegenwart des heutigen Marseille erzählt Christian Petzold die Geschichte einer Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist. In der Hauptrolle spielt Franz Rogowski. In der FAZ hat Andreas Kilb zur Kinopremiere des Films geschrieben: «Es gibt nur wenige Beschreibungen von Marseille in Anna Seghers’ Roman „Transit“. Eine dieser seltenen Stellen, in denen die Erzählung gleichsam den Atem anhält, handelt von der Place Saint-Ferréol am Rand des Hafenviertels: „Nicht nur unermessliche Leere schien den Platz zu erfüllen trotz seiner Zeitungsbuden und frierenden Bäume, sondern unermessliche Zeit. Vermischt mit dem Staub, schien der Wind ungeheure Stösse von Zeit daherzufegen.“ Einen Herzschlag lang ist die Panik ruhiggestellt, die das Buch von der ersten bis zur letzten seiner knapp zweihundert Seiten durchzieht. Dann geht der Kampf um die letzten Visen und Schiffspassagen, die letzten Tickets in die Freiheit weiter. Man muss sich den Film von Christian Petzold als bildliche Umsetzung dessen vorstellen, was auf diesem Platz passiert. Ein Erzählraum öffnet sich und füllt sich mit unermesslichen Schüben von Zeit.»
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Le Havre (2011)
Aki Kaurismäki
Frankreich
93′
Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohémien, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die französische Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Den Traum vom literarischen Durchbruch hat er längst begraben, und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika. Und so ist Marcel gezwungen, sich noch einmal gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben. Als Waffen stehen ihm einzig sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der MitbewohnerInnen seines Quartiers zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blinden Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen. «Le Havre» ist Aki Kaurismäkis poetisch stilles Aufbegehren gegen die Gleichgültigkeiten unserer Zeit. Thomas Allenbach schrieb: «In seinem bislang letzten abendfüllenden Spielfilm erweist Aki Kaurismäki erneut dem französischen Kino die Reverenz. Schauplatz ist Le Havre in der Normandie, das durch Marcel Carnés Le quai des brumes in die Filmgeschichte eingegangen ist. Le Havre, das ist bei Kaurismäki aber nicht bloss eine konkrete Stadt – der Hafen spielt in seinem Werk als Ort der Passage und als Chiffre für die Möglichkeit des Aufbruchs eine zentrale symbolische Rolle.»
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Teza (2008)
Haile Gerima
Äthiopien
133′
Nachdem Anberber einige Jahre in Deutschland Medizin studiert hat, kehrt er nach Äthiopien zurück und findet das Land seiner Kindheit in Aufruhr. Sein Traum, das Gelernte in Äthiopien anzuwenden, ist durch die Junta Mengistus in Frage gestellt, weil diese die Intellektuellen für ihre politischen Ziele missbrauchen will. Erinnerungen aus der Kindheit tauchen auf, ganz besonders, nachdem Anberber nach einer weiteren Abwesenheit mit einer Verletzung heimkehrt. Eine beeindruckende Reise durch die Zeiten. Der in den USA lebende Äthiopier Haile Gerima, Filmemacher und Philosoph, erzählt in seinem Spielfilm Teza bis zu einem gewissen Grad auch seine eigene Geschichte, wenn er den jungen Anberber seine Heimat verlassen lässt, um in Europa zu studieren. Für Gerima waren es die USA, aber das Unterwegssein, das Heimkehren, das Fremdsein hüben wie drüben, das kennt er selber bestens. Aus den USA heraus lässt sich ein kompromissloser Film wie dieser nicht finanzieren, also stützte sich Gerima auf einen deutschen Produzenten und siedelte einen Teil der Geschichte in Deutschland an. Das Land der Fremde kann an vielen Orten sein. In Teza betrachtet Haile Germia am Schicksal von Anberber die jüngere Geschichte seiner Heimat aber auch das menschliche Drama, das sich in dieser Geschichte abspielt. Der Film vereint die Erfahrungen einer ganzen Generation, in der viele Hoffnungen zerstört worden waren. Äthiopien durchlebte nach der Regierung von Haile Selassie in den 1970er Jahren eine äusserst turbulente Phase, in der Fundamentalismus mit kommunistischer Eti-kette das Land terrorisierte und verfolgt wur-de, wer nicht linientreu nickte. Teza führt uns in Rückblenden in verschiedene Zeiten im Leben seiner Hauptfigur vor Augen, wie leicht der Mensch von Ideologen vergessen wird, wie sich Mechanismen wiederholen, wie rasch einer fremd sein kann in seiner eigenen Um-gebung und wie schwierig der Alltag in einem von Vorurteilen geprägten Umfeld ist, egal wo auf der Welt. Eingebettet in archaische Landschaften Äthiopiens klammert Haile Gerima den Schmerz nicht aus, den die Menschen da durchlebt haben. Die grosse Geschichte kümmert sich nicht um die kleinen (Lebens)-Ge-schichten, aber sie sind das, was wir alle durchleben. Einer der eindrücklichsten Filme aus Afrika und ein Film auch über Europa. Walter Ruggle
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Der schwebende Schritt des Storchs (1991)
Theo Angelopoulos
Griechenland
136′
Theo Angelopoulos hat in seinen Filmen nie einfach Geschichten erzählt. Er weigerte sich, uns mit äusserlichen Handlungen etwas vorzumachen. Der Grieche liess Bilder sprechen, entwarf über eindringlich gestaltete Sequenzen ganze Seelenlandschaften und setzte sich mit seiner Filmsprache radikal vom verbreiteten gefilmten Theater ab. Seine Filme sind Marksteine im europäischen Kino. Natürlich gibt es auch bei ihm so etwas wie einen roten Faden, doch seine Filme leben von der Variation eines Themas im musikalischen Sinn: Im Fall von «Le pas suspendu de la cigogne» (Der schwebende Schritt des Storchs) ist es ein inzwischen noch aktuelleres: Jenes der Grenze. Ein Fernsehjournalist glaubt, in einer Flüchtlingsstadt einen Politiker ausgemacht zu haben, der vor einiger Zeit spurlos verschwunden war. Dieser (Marcello Mastroianni) hatte sich mit einer persönlichen Erklärung im Parlament verabschiedet und lediglich gesagt: «Es gab Zeiten, da herrschte Ruhe, und man konnte die Musik hören im Regen.» Seine Frau (Jeanne Moreau) sucht den Fremden auf, um zu sehen, ob er der Mann ist, mit dem sie verheiratet war. Der Film liess uns am Ende des 20. Jahrhunderts die Verfassung einer Welt wahrnehmen, in der viele unterwegs sind und nirgendwo ankommen können.
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Una noche - Eine Nacht in Havanna (2012)
Lucy Mulloy
Kuba
90′
Havanna heute. Lila und Zwillingsbruder Elio träumen von einem anderen Leben. Zwar ist da die karibische Stadt, die sie packt und fasziniert, gleichzeitig wissen sie, dass es andere Möglichkeiten gibt und dass ihr Leben oft genug am Rand steht. Raúl wird mit ihnen das Weite suchen. Ein Film voller Energie über eine Insel, auf der man bleiben möchte und doch abhaut. Nur neunzig Meilen trennen die karibische Insel Kuba von Florida. Wie viele Kubanerinnen und Kubaner wollen auch Lilas Zwillingsbruder Elio und sein Freund Raúl weg aus Havanna. Zwar lieben sie ihre Heimatstadt und all die Reize, die sie einzigartig machen. Aber sie haben genug davon, eingesperrt zu sein in ihrem vermeintlichen Paradies. Sie wählen den gefährlichen Weg übers Meer, den während Jahren ungezählte gewählt haben, die sich absetzen wollten. Aus ein paar Brettern und zwei Autoreifen wird ein Floss gebastelt, und damit wollen Elio und Raúl die Flucht wagen. Lila fährt mit. Regisseurin Lucy Mulloy zeigt in ihrem packenden Spielfilmdebüt die faszinierenden Seiten Havannas, das Magische und einzigartige der kubanischen Hauptstadt. Aber sie spart auch die Schattenseiten eines überholten politischen Systems nicht aus und erzeugt damit jene Atmosphäre, in der die Jugendlichen zwischen Bleiben und Abhauen zerrissen sind. Gelingt den Dreien die Flucht? Ein spannungsvoll inszeniertes und visuell faszinierendes Abenteuer beginnt, Grossstadtfilm und Meeresabenteuer in einem.
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mit Bonus
Pizza Bethlehem (2010)
Bruno Moll
Schweiz
84′
Bonus: Interview mit Bruno Moll
Im Zentrum von Bruno Molls Film PIZZA BETHLEHEM, der an den Solothurner Filmtagen 2010 von Publikum und Medien als Highlight gefeiert wurde, stehen neun junge Frauen des FC Bethlehem. Das Team spiegelt die ethnische Zusammensetzung des Berner Quartiers, in dem die Mädchen leben, der Film betrachtet beschwingt, liebe- und humorvoll den Alltag der jungen Frauen in Schule, Liebe, Beruf und Familie - und er lässt natürlich den Frauenfussball leben. Moll fragt nach dem Selbstverständnis seiner Fussballerinnen, nach ihren Träumen und Ängsten, fragt nach Religion, Ausbildung und Liebe. Was heisst es, fremd sein im Land, in dem man aufgewachsen ist, wo man sich zuhause fühlt? Der Filmemacher hat - einmal mehr - eine Vertrautheit erreicht, die alles andere als selbstverständlich ist und die einen hier mitunter vergessen lässt, dass diese 15- bis 16-jährigen Mädchen keine Filmprofis sind und ganz einfach sich selber darstellen. Marie, Agime, Rosa, Elmaze, Tiziana und die anderen sind so überzeugend und frisch, weil sie im besten Sinn sich selber und bei sich selber sind und sein können, in den eigenen vier Wänden, beim Shoppen, mit Freundinnen, auf dem Fussballfeld. So ist ein faszinierendes, lebendiges und vielschichtiges Porträt entstanden vom anderen Jungsein mitten in der Schweiz. Diese ist unübersehbar ein Imigrationsland, auch wenn das Einzelne, deren Vorfahren hier vor gar nicht langer Zeit eingewandert sind, nicht wahrhaben wollen. Moll bringt die Elemente, die er auf immer wieder überraschende ja verblüffende Art aufgenommen hat, in einen Fluss, auf dem dringliche Fragen erkennbar werden. Das geschieht geradezu nebenbei, so dass sein Film sowohl Erwachsene wie Jugendliche ansprechen kann und Einsichten bietet ins Leben gleich nebenan um die Ecke. Walter Ruggle Die Juniorinnen des FC Bethlehem: Marie Bonvin Alessandra Caradonna Natâsa Milankovic Agime Murina Yolanda Oluoma Daria Palandrani Rosa Pedro Tiziana Satraniti Elmaze Sinani
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Reise zur Sonne (1999)
Yesim Ustaoglu
Türkei
109′
In «Günese Yolculuk» (Reise zur Sonne) hat die türkische Regisseurin Yeșim Ustaoğlu in langwierigen Dreharbeiten mit militärischen Interventionen gleich mehrere Themen aufgegriffen, die in ihrer Heimat eigentlich tabu sind. Sie redet von Kurdistan, sie zeigt Aufnahmen von staatlicher Gewalt, und sie macht auf bewegende Art vor allem eines deutlich: Frieden ist dann möglich, wenn man sich wechselseitig ernst nimmt und akzeptiert. Um den anderen zu respektieren, müsste man sich bewusst werden, dass man an den meisten Orten dieser Welt ein Fremder, eine Fremde ist und man genauso gut in der Haut des anderen stecken könnte. Zwei junge Männer aus entgegengesetzten Regionen der Türkei begegnen sich in diesem wunderbaren Film zufällig in Istanbul und werden Freunde. Beide hoffen auf eine bessere Zukunft und versuchen, in der Grossstadt ein Auskommen zu finden. Berzan stammt aus einem kurdischen Dorf im äussersten Osten und schiebt als fliegender Händler jeden Morgen seinen Karren mit Musikkassetten in die Stadt. Mehmet ist erst kürzlich aus der Westtürkei hier angekommen und findet einen Job bei den Wasserwerken, wo er mit einem archaisch anmutenden Hörrohr die Strassen nach geborstenen Leitungen abhorcht. Es ist, als würde er nach Strömungen suchen, die an der Oberfläche nicht wahrnehmbar sind, aber sehr wohl vorhanden und lebensspendend. Mehmet hat es nie interessiert, dass Berzan Kurde ist. Was für ihn zählt, sind die Träume der beiden, die Freude am Zusammensein, die Nähe, die wohl tut. Wichtig ist ihm ihre Freundschaft, in der es kein Wenn und Aber gibt, in der das Zwischenmenschliche entscheidend ist und die Sehnsucht. Berzan sehnt sich nach seinem Heimatdorf zurück, wo er glaubt, dass seine Verlobte auf ihn warten würde, während Mehmet sich in Istanbul in die feinfühlige Arzu verliebt hat. Sie war in Deutschland aufgewachsen. Inzwischen ist Arzu in ihre alte Heimat zurückgekehrt und muss hier erleben, wie rasch einer in den Verdacht kommen kann, der politischen Opposition anzugehören. Die Regisseurin erzählt ihren hochgradig politischen Stoff auf packende Weise. Atmosphärisch dicht und stimmungsbewusst schildert sie Freundschaft und Liebe, feinfühlig charakterisiert sie ihre Figuren und eindrücklich gestaltet sie die Reise in den äussersten Osten ihrer Heimat, in bei uns kaum bekannte Regionen. Mit Geschick versteht Yeșim Ustaoğlu es dabei, politische Ereignisse in die erfundene Handlung einzuflechten und ein subtiles, vielschichtiges Drama von einer Sprengkraft zu gestalten, die an Herz wie Geist rührt. Walter Ruggle
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Die Ewigkeit und ein Tag (1998)
Theo Angelopoulos
Griechenland
133′
Zum ersten Mal seit «Die Tage von 36» (1973) scheint in einem Spielfilm des Griechen Theo Angelopoulos wieder die Sonne. Sie erinnert in «Die Ewigkeit und ein Tag» umso intensiver an die Zeit des Glücks, die Jahre zurückliegt. Alexander nimmt Abschied. Der von Bruno Ganz über verschiedene Zeiten hinweg so gegenwärtig verkörperte Poet aus Saloniki hat noch einen Tag in dieser Welt vor sich. Und die Ewigkeit - wo auch immer. Angesichts des Todes wird dem Schriftsteller das Unvollendete an der menschlichen Existenz so richtig bewusst. Und die Flüchtigkeit der Zeit. «Alles ist so schnell gegangen», stellt Alexander fest. Sie «hätte diesen Moment anhalten sollen wie man einen Schmetterling im Fliegen anhalten möchte», liest er in einem Brief seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau. Jetzt besucht er noch einmal die Tochter, die Mutter und die Haushälterin. Jetzt nimmt er Abschied von Orten voller Erinnerungen und vom Gefühl, die Liebe im Leben verpasst zu haben beim Versuch, dem Leben in der Poesie näher zu kommen. Walter Ruggle
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Herencia (2001)
Paula Hernández
Argentinien
92′
Die Filmemacherin Paula Hernández gehört heute zu den Schlüsselfiguren des argentinischen Filmschaffens, das in den letzten Jahren viel hat von sich reden machen. Filme wie «Lluvia» oder «Un amor» waren auch bei uns zu sehen und haben mit ihrem sensiblen Blick in den Beziehungsalltag überzeugt. Jetzt hat trigon-film sich darum bemüht, dass auch der Erstling von Paula Hernández zu sehen ist. Auch wenn es nicht alle Tage vorkommt, dass eine Premiere schon ein paar Jährchen alt ist: Hier lohnt es sich bestimmt. Eine kleine Perle, in der es bereits um das zentrale Thema im Werk der Argentinierin geht, um die Liebe, die Welten versetzen kann und Menschen in jeder Beziehung bewegt. Peter reist von Deutschland nach Buenos Aires, um jene Frau zu finden, in die er sich vor einiger Zeit Hals über Kopf verliebt hat und mit der er zusammenleben will. Er hat von ihr aber nicht viel mehr als den Namen, eine Adresse, die nicht mehr stimmt, und die Erinnerung an verzaubernde Momente. Peter trifft fürs Erste auf Olinda, die eine Quartierkneipe führt und selber vor einem halben Jahrhundert auf der Suche nach ihrer grossen Liebe in Argentinien gestrandet war. Allein schon das Dekor und die gute Küche lohnen den Besuch in Olindas Kneipe und Hernández stimmigen Film über das Lieben im Leben.
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Volunteer (2019)
Anna Thommen
Schweiz
93′
VOLUNTEER ist ein Film über die Basisbewegung einfacher Schweizer Bürger, die aufbrechen, um Tausenden in Griechenland gestrandeten Flüchtlingen zu helfen. In der reichen und sicheren Schweiz lassen Bürger mit unterschiedlichen Hintergründen ihr geordnetes Leben zurück, um Menschen in Not zu unterstützen. Da ist ein Schweizer Bauer und seine Frau, die Kühe in den Alpen züchten, ein Hauptmann der Schweizer Armee, eine Pensionärin, die am Seeufer residiert, und ein erfolgreicher Komödiant und Entertainer. Diese Freiwilligen begeben sich auf ein Abenteuer, das ihr Leben für immer verändern wird.
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Sin señas particulares (2020)
Fernanda Valadez
Mexico
99′
Der mexikanische Teenager Jesús bricht auf in Richtung US-amerikanischer Grenze, nach deren risikoreicher Überquerung er sich ein besseres Leben verspricht. Jesús verschwindet, seine Mutter macht sich auf die Suche. Mit ihrem beeindruckenden Spielfilmdebüt beweist die Mexikanerin Fernanda Valadez ihr Gespür für ein visuell starkes, emotionales und spannendes Erzählen. Sie ging von realen Geschichten von verschwundenen Migranten aus, die in ihrer mexikanischen Heimat zum Alltag gehören. Und sie schrieb ein Drehbuch, das uns in eine menschliche Erfahrung mitnehmen sollte. Ihr Ansatz, die den Sohn suchende Mutter und den die Mutter suchenden Sohn zusammenzuführen und gemeinsam die Reise in Regionen anzutreten, die nicht umsonst als Todeszonen bezeichnet werden, macht den Spielfilmerstling ungemein stark. Er wurde von einem Frauenteam gestaltet, das ganz bewusst darauf verzichtet, explizite Gewalt zu zeigen. Die so beschriebene Realität wirkt umso stärker. Einen wesentlichen Beitrag zur Ausdruckskraft des Films leistet die Kamerafrau Claudia Becerril: Ihre Aufnahmen, das Schreiben mit der Landschaft, verblüffen immer wieder. Sie schaffen es, das Innere der Figuren und die Verlorenheit zu spiegeln und sichtbar zu machen.
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Entre les murs - Die Klasse (2008)
Laurent Cantet
Frankreich
129′
François ist Lehrer in einem Vorort von Paris. Die Jugendlichen, die er unterrichtet, sind zwischen 13 und 15. Im Klassenzimmer prallen unterschiedlichste Meinungen und Kulturen aufeinander. François will nicht bloss den Stoffplan durchziehen. Vielmehr möchte er den Jugendlichen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Das ist alles andere als einfach. «Entre les murs» geht auf die lebhafte Reise durch die grossen und klei­nen Dramen ei­nes Schuljahrs. Laurent Cantet erzählt von Lust und Frust des Lehrens und Lernens. Er verhandelt dabei brennende gesellschaftliche Fragen wie diejenige nach Zukunftsperspektiven – und das mit herzerfrischender Ehrlichkeit, mit viel Mut und funkeln­dem Humor. Viele Eltern haben erst mit dem Lockdown begreifen können, was es heisst, ihre Lieblinge den ganzen Tag zu betreuen und auf dem Weg ins Leben zu begleiten. Der Film zeigt auf unterhaltsame und fesselnd gespielte Art, dass Schule heute kein Honiglecken ist. Für die Brillanz dieses Einblicks erhielt er 2008 die Goldene Palme am Festival in Cannes.
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San Gottardo (1977)
Villi Hermann
Schweiz
91′
Ein Film über die Migration, über die «Völkerwanderung», welche der Bau des Eisenbahntunnels (1872-1882) und derjenige des Strassentunnels (1969-1980) verursacht haben. Leute zogen von einem Land ins andere, von einem Kulturbereich in den anderen, und Gesellschaftsformen wurden miteinander konfrontiert. Der Film spielt sich ab zwischen zwei Denkmalenthüllungen: Die Enthüllung des Escher-Denkmals auf dem Zürcher Bahnhofplatz bildet den Schluss. Dazwischen wird gezeigt, was alles unter den Tüchern lag, wie Bürgertum und Arbeiterschaft vom Gotthardtunnelbau geprägt wurden.
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Das höchste Gut einer Frau ist ihr Schweigen - Il valore della donna è il suo silenzio (1979)
Gertrud Pinkus
Schweiz
94′
«Das höchste Gut des Mädchens ist seine Schönheit, das höchste Gut der Frau ist ihr Schweigen». Diesem süditalienischen Sprichwort hat Gertrud Pinkus den Titel ihres Films über eine Gastarbeiterfrau in Frankfurt entlehnt. «In der Strasse, in der ich wohne,» sagte Gertrud Pinkus damals, «leben viele ausländische Familien. Begegne ich den Frauen beim Einkaufen, beeindruckt mich jedesmal ihre Lebendigkeit und ihre Offenheit». Beim näheren Hinsehen musste die Autorin allerdings bald schon feststellen, dass — ist die grosse Schranke des Schweigens einmal durchbrochen — Dinge zutage treten, die sie kaum fassen konnte. Sie hat deshalb beschlossen, einmal hinter die Gardinen der ausländischen Frauen zu schauen. So einfach, wie sie sich das allerdings vorgestellt hatte, gestaltete sich das nicht. Es erwies sich als äusserst schwierig, an die Frauen heranzukommen, denn auch der Fremde, wo Möglichkeiten bestehen würden, sich der unmittelbaren Kontrolle der Familie zu entziehen, behalten die Frauen die Angst vor dem Ausgestossenwerden, vor der Aechtung. So hat sich Pinkus, die ursprünglich einen rein dokumentarischen Bericht vorgesehen hatte, darauf beschränken müssen, die Aeusserungen einer anonym bleibenden Maria M. auf der Tonspur festzuhalten und dazu Szenen zu inszenieren, die von einer anderen Gastarbeiterfrau und ihren Angehörigen gespielt werden. Lediglich die Aufnahmen in der italienischen Heimat der «Portraitierten» sind dokumentarisches Original. «Das höchste Gut einer Frau ist ihr Schweigen» bleibt ein eindrücklicher Film aus dokumentarischen und inszenierten Elementen, ein Destillat aus Schicksalen süditalienischer Migrantinnen.
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mit Bonus
Mon cousin anglais (2019)
Karim Sayad
Schweiz
82′
Bonus: BABOR CASANOVA Ein mittellanger Dokumentarfilm von Karim Sayad
PREMIERE IM STREAMING: Ab 12. März 2021 Als Fahed 2001 in Grossbritannien ankam, hatte er den Kopf voller Träume. 2018 steckt er in einer Midlife-Krise und muss eine Entscheidung treffen. Wird er sich weiterhin beugen und 50 Stunden lang zwischen Dönerladen und Fabrik arbeiten? Oder soll er nach Algerien zurückkehren, in ein Land, aus dem er geflohen ist mit der Hoffnung, anderswo ein besseres Leben zu finden? «Mon cousin anglais» ist die Chronik eines Exils. Der Filmemacher Karim Sayad sagt, Faheds «Wunsch heimzukehren, bot mir den idealen Anlass für ein Porträt, das die Repräsentation von Migrationsbewegungen umkehrt. Sie besteht oft darin, von den Ankommenden und ihrem Traum des Westens zu erzählen. Sein Schicksal eines Working Poor in einem England nach dem Brexit wirft Fragen auf und erhellt gleichzeitig eine soziopolitische Realität. 'Mon cousin anglais' handelt vom Bedürfnis der Wiederannäherung an bestimmte Werte nach nahezu zwei Jahrzehnten im Exil, von der Lust sich in der Lebensmitte neu zu erfinden und dem Wunsch, dazuzugehören.»
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