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La hora de los hornos (1968)
Fernando Solanas
Argentinien
88′
Alle Macht der Leinwand Die 60er Jahre brachten nicht nur ästhetisch neue Wellen in die Filmgeschichte: Sie brachten auch politische Bewegungen auf die Leinwand. Zum Beispiel in Lateinamerika, wo in Brasilien, Chile, Kuba, Bolivien oder Argentinien Filmemacher sich laut- und bildstark äusserten. Film ist immer politisch - als Erkenntnis ist diese Feststellung jünger als die Filmgeschichte, wenngleich man angesichts des allgemeinen handlungs- und technikorientierten Geschreibes und Geplauders derzeit wieder das Gefühl haben könnte, es hätte die Auseinandersetzung mit der politischen Ebene jeglichen Filmens nie gegeben. Neben dem gewissermassen implizit, in seiner Wirkung politischen Kino gab es früh schon das explizite, Position beziehende, ja agitativ genutzte Filmschaffen, am ausgeprägtesten sicherlich in der frühen Sowjetunion. Dort hatte Lenin den Film zur Kunst der Künste erklärt. Als Teil von Befreiungsbewegungen verstanden sich Filmemacher in verschiedensten Winkeln der Welt, und ob sie Spielfilme machten oder die sie umgebende Wirklichkeit in Bildern festhielten: Das Kino ermöglichte es ihnen, den Aufschrei ihrer Kulturen rund um die Welt zu transportieren. "Das Kino als Fenster zur Welt", lautete eine Definition von André Bazin, "Voraussetzung für das Verständnis sind das Interesse an und die Achtung gegenüber der anderen Kultur", meinte der Bolivianer Jorge Sanjines. Und anschaulicher, direkter als andere künstlerische Ausdrucksformen konnte das Kino die eigenen Bilder, Geschichten und Töne um die Welt bringen. Es ist bald fünfzig Jahre her, seit der Argentinier Fernando Solanas zusammen mit dem Spanier Octavio Getano unter dem Titel "Kino der Dekolonisation" eine Art Manifest zur Unabhängigkeit der verschiedenen Kinematographien verfasst hat. Darin heisst es unter anderem: "Eine Kinematographie wie eine Kultur wird nicht durch ihre Geographie national, sondern nur dadurch, dass sie den besonderen Notwendigkeiten der Befreiung und Entwicklung eines jeden Volkes entspricht. Das Kino, das heute in unseren Ländern dominiert und von Infrastrukturen und Superstrukturen bestimmt wird - den Ursachen jeder Unterentwicklung - kann nur ein abhängiges Kino und damit konsequenterweise ein unmündiges und unterentwickeltes Kino sein." Das legendäre Manifest hat im Zeitalter der globalen Vernetzung nichts an Aussagekraft eingebüsst. Im Gegenteil: Dieselben Konzerne, die heute den Grossteil der Kinoprogramme auf dem Globus diktieren, haben sich auch in die Computernetze eingenistet und werden dort mit derselben Effizienz dafür besorgt sein, dass die Länder des Südens darin bestenfalls als Farbtupfer in Erscheinung treten. Fernando Solanas war neben Leuten wie Glauber Rocha, Miguel Littin, Santiago Alvarez, Fernando Birri oder Jorge Sanjines einer jener Lateinamerikaner, die sich nicht nur in kulturpolitischen, antiimperialistischen Manifesten äusserten; seine Filme, unter ihnen der monumentale Dreiteiler "La hora de los hornos" (Die Stunde der Feuer, 1968), zeigten, was Emanzipation im Kino bedeutet. Solanas ging mit seinem politischen Kino auf dem Kontinent wohl insofern am weitesten, als er sich in erster Linie als "politischer Kämpfer" verstand. Das viereinhalbstündige Pamphlet gegen die neokolonialistische Repression ist geprägt von einem unmissverständlichen Tonfall, einer umfassenden, essayistisch dokumentierenden Methode und der agitativen Montage. Meditativ wird mit der langen Einstellung auf das Bild des zur Zeit der Dreharbeiten ermordeten Che Guevaras eingestimmt. Doch nicht nur der Film, auch die Arbeitsbedingungen sind Beispiel extremer Voraussetzungen. Gedreht wurde vier Jahre im Untergrund, fertiggestellt nach der Flucht ins Exilland Italien. Die politische Aktivität ging noch weiter, wurde der Film schliesslich auch nach Argentinien zurückgeschmuggelt und dort im Untergrund mit ungeheurem Erfolg gezeigt: Über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, ungezählte Verhaftungen. "In dieser Zeit", heisst es in "La hora de los hornos", "ist in Lateinamerika kein Platz für Passivität oder Unschuld. Der Kompromiss des Intellektuellen wird an dem gemessen, was er riskiert." Walter Ruggle
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Highway (2012)
Deepak Rauniyar
Nepal
72′
Ein Mann aus Kathmandu, der erfolglos probiert, mit seiner Frau ein Kind zu bekommen, sucht einen Wunderheiler in den östlichen Bergen Nepals auf. Der hat tatsächlich einen Zaubertrank parat. Allerdings muss der Mann innerhalb von 36 Stunden zurück zu seiner Ehefrau, sonst wirkt die Medizin nicht mehr. Im Bus, der sich durch die engen Strassen, Hügel und Täler Nepals quält, sitzen noch mehr Menschen, die dringend woanders sein müssten: den Internetchat-Lover treffen, Geld für Medikamente überbringen, die Eltern sehen. Aber die Reisegruppe muss immer wieder pausieren, weil Generalstreiks, Staus, Pannen und aufgebrachte Dorfbewohner den Bus aufhalten. Ein paar der Hindernisse werden von den Passagieren überwunden, die sich während des Trips immer besser kennenlernen. Sie verkleiden sich gar als Hochzeitsgesellschaft, um weiterfahren zu dürfen. Zu Hause hat sich allerdings in der Zwischenzeit alles geändert. Der Erstlingsfilm von Deepak Rauniyar, der mit einem Minibudget, einer Handvoll begeisterter Darsteller und improvisierten Dialogen in einem der ärmsten Länder der Welt gezaubert wurde, ist ein Roadmovie voller Überraschungen und Leidenschaft - und eine kompromisslose Darstellung der nepalesischen Realität.
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I Love Beijing (2001)
Ying Ning
China
78′
Dezi ist ein junger rastloser Taxifahrer. Seine Arbeit bringt ihn mit Menschen in Kontakt, deren Lebensstil weit über seinen geistigen Horizont hinausgeht, was auf seine Frauenbekanntschaften nicht zutrifft. Der Film folgt ihm auf seinen Touren durch ganz Beijing. Er ist immer unterwegs, Menschen und Orte treten in sein Leben und verlassen es wieder. Dezis Fahrten von einem Ort zum anderen bzw. von einer Frau zur anderen gleichen Beijings Suche nach der eigenen Identität, die sich irgendwo zwischen den alten Werten und einer unbekannten Zukunft befindet. Mühelos werden in Ning Yings neuem Film Vertrautes und Unbekanntes miteinander vermischt. Im Mittelpunkt steht zum einen das Leben des Taxifahrers Dezi und zum anderen das Leben der Stadt Beijing, durch dessen Straßen sich der Film mit kritischem und aufklärendem Blick bewegt. Kleine, gewöhnliche Momente werden zu Symbolen für das zeitgenössische Beijing vergrössert. Sie bringen dem Zuschauer die Stadt näher, dann wird sie ihm wieder weit entrückt. Die Kombination vermittelt den Eindruck einer Stadt im Übergang, eines Ortes, der seine Vergangenheit immer mehr verliert, dessen Gegenwart von Geschäftigkeit bestimmt ist und dessen Zukunft sich nur vage abzeichnet.
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Herencia (2001)
Paula Hernández
Argentinien
92′
Die Filmemacherin Paula Hernández gehört heute zu den Schlüsselfiguren des argentinischen Filmschaffens, das in den letzten Jahren viel hat von sich reden machen. Filme wie «Lluvia» oder «Un amor» waren auch bei uns zu sehen und haben mit ihrem sensiblen Blick in den Beziehungsalltag überzeugt. Jetzt hat trigon-film sich darum bemüht, dass auch der Erstling von Paula Hernández zu sehen ist. Auch wenn es nicht alle Tage vorkommt, dass eine Premiere schon ein paar Jährchen alt ist: Hier lohnt es sich bestimmt. Eine kleine Perle, in der es bereits um das zentrale Thema im Werk der Argentinierin geht, um die Liebe, die Welten versetzen kann und Menschen in jeder Beziehung bewegt. Peter reist von Deutschland nach Buenos Aires, um jene Frau zu finden, in die er sich vor einiger Zeit Hals über Kopf verliebt hat und mit der er zusammenleben will. Er hat von ihr aber nicht viel mehr als den Namen, eine Adresse, die nicht mehr stimmt, und die Erinnerung an verzaubernde Momente. Peter trifft fürs Erste auf Olinda, die eine Quartierkneipe führt und selber vor einem halben Jahrhundert auf der Suche nach ihrer grossen Liebe in Argentinien gestrandet war. Allein schon das Dekor und die gute Küche lohnen den Besuch in Olindas Kneipe und Hernández stimmigen Film über das Lieben im Leben.
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The Orator (2011)
Tusi Tamasese
Samoa
110′
Der kleinwüchsige Saili lebt mit seiner schönen Frau und deren Tochter als Aussenseiter am Dorfrand. Die Nachbarn drohen, ihm das Land wegzunehmen, auf dem das Grab seines Vaters liegt. Eine Familienfehde bringt zusätzliches Unheil in das Leben Sailis. Um die Harmonie wieder herzustellen und sich den Respekt seiner Umgebung zu verschaffen, entscheidet sich der stolze Saili, den ihm zustehenden Platz als Dorfredner einzunehmen. Das darauffolgende Rededuell entwickelt seine ganz eigene Spannung und Dramaturgie, bei dem Gewinner und Verlierer schliesslich instinktiv das Ergebnis anerkennen. "Ich zeige das Bild meiner Heimat, das mir während meiner Kindheit begegnet ist," so Tusi Tamasese. In seinem Debütfilm verbindet er eine klassische Underdog-Geschichte mit einer Handlung um die in Samoa traditionell hochgeschätzte Redekunst. Es ist der erste Film, der ausschliesslich auf Samoa und in der Landessprache gedreht wurde. Die Musik kann übrigens hier gegen einen frei zu bestimmenden Beitrag bezogen werden.
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Nairobi Half Life (2012)
David Tosh Gitonga
Kenia
100′
Afrika hat unglaublich lebendige lokale Filmproduktionen und mit Nigeria jenes Land, das weltweit die zweitgrösste Zahl an Filmen herstellt. Der deutsche Regisseur Tom Tykwer (Lola rennt) hat begonnen, in Kenia Filme zu produzieren und jungen Filmschaffenden eine Chance zu geben. Der Spielfilm «Nairobi Half Life» von Tosh Gitonga legt Zeugnis der Vitalität ab und zeigt, dass das Engagement sich lohnt. Ein packendes Stück afrikanisches Kino von heute. Mwas lebt in der kenianischen Provinz und verkauft DVDs. Er selber liebt das Schauspielen und ist auch talentiert. Als er in der Hauptstadt Nairobi sein Glück versuchen will, wird er zuerst einmal mit dem Alltag in der Metropole konfrontiert. Der ist nicht einfach, und der Weg auf die Bühne mit einigen Hürden gespickt. Mwas hat eine Idee im Kopf: Er will Schauspieler werden. Mit diesem Traum und seinem Talent zieht er aus dem Dorf nach Nairobi, das nicht umsonst den Übernamen «Nai Robbery» trägt. Mwas muss viel lernen. Allein kämpft er um seine Chance im Grossstadt-Dschungel, um seine Zukunft. Er landet in einer Gang, behält aber seinen Traum vom Schauspielen immer fest im Blick, beginnt ein gefährliches Doppelleben zwischen Off-Theatertruppe und Raubzügen. «Nairobi Half Life» überrascht. Das ist ein pulsierender Gangsterfilm aus Kenia: lustig, traurig, hart - wie das Leben in Nairobi: Ein authentischer Einblick in Afrikas Grossstädte. David Tosh Gitongas Regiedebüt spiegelt die Erfahrung zahlloser Afrikaner wider, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben vom Land ins raue Klima überv.lkerter Städte ziehen. Und er zeigt, wie erfrischend das junge Kino ist.
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mit Bonus
Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Bonus:
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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Maboroshi (1995)
Hirokazu KORE-EDA
Japan
109′
Yumiko, eine 25-jährige Frau aus Osaka, heiratet mit Ikuo jenen Mann, den sie als Reinkarnation ihrer Grossmutter wahrnimmt. Sie war gerade zwölf Jahre alt, als diese sich zum Sterben an den Ort ihrer Kindheit aufmachte, und Yumiko sie nicht aufhalten konnte. Zusammen mit Ikuo hat sie einen Sohn, der gerade drei Monate alt ist, als gemeldet wird, dass der Vater sich unter einen Vorortszug gestürzt hätte. Zurück bleibt ein Schuh und das Glöcklein, das die Frau ihrem Geliebten als Schlüsselanhänger geschenkt hatte. Über die Vermittlung einer Nachbarin findet Yumiko fünf Jahre später einen anderen Mann, der seinerseits die Frau verloren hat und mit seiner kleinen Tochter in jenem Fischerdorf am Meer lebt. Kore-eda setzt diesen spärlichen Handlungsfaden in meditativ wirkende Bilder um, in denen die Menschen sich immer wieder in Durchgängen befinden, aus dem Dunkeln auf ein Licht zustreben, wo eine Farbe dominiert: Das Blau. Einem Subplot gleich setzt er den Ton ein, schafft sowohl mit der Musik seines taiwanesischen Komponisten als auch mit ganz alltäglichen Geräuschen Raum. Wie das Licht im Bild scheint der Glocken-Klang im Ton eine Konstante zu schaffen und die Betrachtenden zu führen. Man kann Hirokazu Kore-edas filmische Sprache vergleichen mit älteren asiatischen Regisseuren, etwa in ihrer Beschaulichkeit mit dem Taiwanesen Hou Hsiao-hsien («Der Puppenmeister»). Gleichzeitig ist bei ihm aber auch eine japanische Tradition spürbar, die von Yasujiro Ozu vorgezeichnet ist, zumindest was den Umgang mit den Figuren einer Familie im Cadre des Bildes betrifft. Walter Ruggle
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La pelicula del rey (1986)
Carlos Sorin
Argentinien
103′
Bekannt sind von Carlos Sorín Filme wie «Bombon el perro» oder «Historias minimas». Zu wenig bekannt ist sein 1987 in Venedig ausgezeichneter Erstling «La pelicula del rey», der nun in restaurierter Fassung vorliegt. Um 1860 brach der Franzose Orélie Antoine, beeindruckt von Reiseberichten jener Zeit, in den Süden Argentiniens auf und liess ich dort zum König von Araucanien und Patagonien proklamieren. Die argentinische Regieurung verwies ihn des Landes. Mehr als 100 Jahre später machte sich Carlos Sorín das absurde Unternehmen von Antoine zur Geschichte eines Regisseurs, der darüber einen Film drehen möchte und seinerseits an gewissen Widrigkeiten der Verhältnisse scheitert. Aus dem Film über einen Abenteurer wird das Abenteuer eines Films. Mit der Hartnäckigkeit, mit der der Franzose sein Königreich zu errichten versuchte, mit demselben Wahn, verfolgt auch der Filmemacher sein Ziel. Ja er übernimmt am Ende sogar die Rolle Ades Orélie Antoine. Ein Film im Film und eine Parabel über das Filmemachen in Argentinien zur Zeit vor der argentischen neuen Welle. Scheitern war damals wahrscheinlicher als Erfolg. Für sein doppelbödiges Spiel hart an der eigenen Wirklichkeit hat der Argentinier expressive Bilder gestaltet, die bis ins Surreale hineinreichen. Es sollte Jahre dauern, bis er selber wieder den Mut fand, einen Kinofilm zu drehen. Und dank «Historias minimas» war ihm wenigstens endlich auch der Kinoerfolg gegönnt.
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La Yuma (2010)
Florence Jaugey
Nicaragua
84′
Yuma ist jung, fröhlich und lebenshungrig, doch das Milieu, in dem sie aufgewachsen ist, bietet ihr wenig Perspektiven. Nur als erfolgreiche Sportlerin hat sie eine Chance, dem Elendsviertel von Managua zu entkommen. Sie kämpft sich nach oben. Als sie den intellektuellen Ernesto kennenlernt, eröffnet sich ihr eine neue Welt. Kann sie sich auch in diese Klasse kämpfen? Eine kraftvolle Lebens- und eine zarte Liebesgeschichte. Florence Jaugey verknüpft in ihrem ersten Spielfilm gekonnt Szenen, die aus dem Leben in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas gegriffen sind, mit der fiktiven Geschichte um eine junge Frau mit geballter Lebenskraft, die sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft. Yuma ist Rebellin im Ring und im Leben, sie boxt sich nicht nur in ihre eigene Zukunft, sondern sorgt auch für das Überleben ihrer Geschwister. Wie ein zartes Pflänzchen schlingt sich die aufkeimende Liebe zwischen ihr und dem aus guter Familie stammenden Ernesto - eine Beziehung, die symbolisch die Kluft in der Gesellschaft überbrückt - durch Yumas Alltag. Schafft sie auch diesen Sprung oder droht hier ein Knock-out? Erzählung und Musik schlagen im Rhythmus der temperamentvollen jungen Frau, die sich von nichts und niemandem von ihrem Weg abbringen lässt, auch dann nicht, als sie von ihrem Umfeld - von ihrer Herkunft - ausgebremst wird. Humorvolle Tupfer setzt Jaugey immer wieder mit den schillernden Figuren, die sie um die Protagonistin versammelt. Das hoffnungsvolle Ende mündet in einer herrlichen Zirkusszene, die zum Träumen einlädt. Näher beim Neorealismus als bei Rocky, ist La Yuma in einem Land mit turbulenter Geschichte verankert, das man kaum mehr wahrnimmt, nachdem es aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Es ist dies der erste Spielfilm, der seit zwanzig Jahren in Nicaragua entstehen konnte und die Realisierung des Projekts hat sich über zehn Jahre hingezogen. Den Kampfeswillen hat die Regisseurin also mit ihrer Hauptfigur gemein und man spürt, dass es ihr ein Anliegen ist, einem Land ohne eigene Bilder, ohne eigentliche Filmindustrie, ein visuelles Gesicht zu geben. Mit dem Boxen hat die Autorin einen Sport gewählt, der sinnbildlichen Charakter hat; was sie ausdrückt, hat Gültigkeit an allen Orten dieser Welt - selbst in unserer Wohlstandsgesellschaft.
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