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Tumult im Urwald – Crowded Jungle

Lisa Faessler, Ecuador, 1998

Die Schweizer Filmemacherin Lisa Faessler (1946-2014) hatte während Jahrzehnten das ecuadorianische Amazonasgebiet als ihre zweite Heimat gewählt. Eindrücklich lässt sie uns (wie bereits in «Shuar - Volk der Wasserfälle») in «Tumult im Urwald» an ihren Grenzerfahrungen im Regenwald teilhaben. Auf einer letzten Busfahrt vom Andenhochland in den Dschungel wird sie von ihrem Film heimgesucht, den sie über die Huaorani und die Anthropologin Laura Rival gedreht hat. «Früher ging ich uneingeschränkt davon aus, dass man an einer Kultur teilhaben kann.» Ihr Film ist ein Abschied vom unheimlichen, nicht fassbaren Fremden und dem noch unheimlicheren Bekannten, dem Weissen – als Helfer, Forscher, Filmer. Zerstörer? Die Kamera führten Pio Corradi und Jürg Hassler. Der Blick des Filmteam ist in Schwarzweiss festgehalten, der Blick auf die Wissenschaftlerin und Mittlerin Laura in Farbe.
Die Schweizer Filmemacherin Lisa Faessler (1946-2014) hatte während Jahrzehnten das ecuadorianische Amazonasgebiet als ihre zweite Heimat gewählt. Eindrücklich lässt sie uns (wie bereits in «Shuar - Volk der Wasserfälle») in «Tumult im Urwald» an ihren Grenzerfahrungen im Regenwald teilhaben. Auf einer letzten Busfahrt vom Andenhochland in den Dschungel wird sie von ihrem Film heimgesucht, den sie über die Huaorani und die Anthropologin Laura Rival gedreht hat. «Früher ging ich uneingeschränkt davon aus, dass man an einer Kultur teilhaben kann.» Ihr Film ist ein Abschied vom unheimlichen, nicht fassbaren Fremden und dem noch unheimlicheren Bekannten, dem Weissen – als Helfer, Forscher, Filmer. Zerstörer? Die Kamera führten Pio Corradi und Jürg Hassler. Der Blick des Filmteam ist in Schwarzweiss festgehalten, der Blick auf die Wissenschaftlerin und Mittlerin Laura in Farbe.
Dauer
75 Minuten
Sprache
OV Deutsch/Englisch/Spanisch/Shuar
Untertitel
Deutsch fix
Video-Qualität
1080p
Verfügbarkeit
Weltweit
Trans-Cutucu, Zurück in den Urwald (2009)
Lisa Faessler
Ecuador
92′
Das Bergmassiv Cutucú, im Süden des Amazonasgebietes in Ecuador, war ein Schutzwall gegen die ökologische Zerstörung, für die indianische Bevölkerung aber auch ein Hindernis. Sie hatten keinen Zugang zur modernen Welt. Der Strassenbau durch das Cutucú-Massiv eröffnet nun die Mobilität, welche den Abbau fossiler Ressourcen ermöglichen, aber den Ureinwohnern auch den gewünschten Anschluss an die zivilisierte Welt gewähren wird. Unspektakulär vollzieht sich dieser Prozess, wo der so genannte Fortschritt Einzug hält und nicht mehr zu bremsen ist: es wird gebaggert, geschaufelt, gerodet, verkauft und gekauft, der alltägliche Wahnsinn halt.Ausschnitte aus dem Film Shuar, Volk der heiligen Wasserfälle (1986) rufen uns in Erinnerung, dass in der traditionellen Shuarkultur, die Natur gesamthaft beseelt war und die Mobilität im halluzinogenen Rausch keine Grenzen kannte. Heute transportieren die Ureinwohner mit Pferden Holzbretter in die Zivilisation. Holz ist das schnellste Geschäft, andere Produkte müssen erst erzeugt werden. Doch nun verschwindet der Urwald, im alltäglichen Wahnsinn halt.
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Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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