Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.

La belle et la meute (2017)

Kaouther Ben Hania, Tunesien

Trailer abspielen

Mariam ist eine Uni-Studentin aus Tunis. Sie vergnügt sich gerne, geht mit ihrer Freundin an einen Discoabend und spricht Youssef an. Die beiden gehen ins Freie, und wenig später rennt Mariam durch die Strassen. Sie wurde von drei Polizisten vergewaltigt. Kaouther Ben Hania setzt danach ihre Erzählung an, in der eine Frau im Laufe einer Nacht versucht, Anzeige zu erstatten und dabei mit einem Männersystem konfrontiert wird.

Die Tunesierin Kaouther Ben Hania zählt zu den Künstlerinnen, die keine Hemmung haben, das Frausein im arabischen Raum zu thematisieren. In ihrem Mockumentary Le challat de Tunis ging sie im Gewand der Fiktion auf einer Recherche in der Realität und suchte nach dem Mann, der Frauen auf den Strassen seiner Stadt die Röcke aufgeschlitzt haben soll, wenn sie ihm zu kurz erschienen. Ihre Kamera lässt dabei nicht locker, sie befragt Männer wie Frauen in einer Männerwelt, die sich mit gottgegebener Selbstverständlichkeit als erhaben sieht. La belle et la meute nun ist ein richtiger Spielfilm, der freilich seinerseits auf einem realen Ereignis beruht. Eine junge Frau wird vergewaltigt und findet sich auf der Suche nach Gerechtigkeit verzweifelt zum zweiten Mal als Opfer wieder. Die Männerwelt schützt sich, und Frauen stehen den Mannsbildern bei. Die aufstrebende tunesische Schauspielerin Mariam Al Ferjani hat keinen einfachen Stand, muss sie doch Situationen spielen, in die ihre Figur gerät und die Kaouther Ben Hania mit fiebriger Kameraführung und Nähe zu erfassen sucht. Das Streben geht, wie schon bei Le challat de Tunis, ins möglichst Authentische, man hat das Gefühl, man sei eins zu eins dabei in dieser nächtlichen Suche nach einem Strohhalm der Hoffnung. La belle et la meute ist ein Film über die Schutzlosigkeit einer jungen Frau nicht nur draussen in den Strassen, wo sie als Freiwild behandelt wird, nein auch drinnen im Spital, auf der Polizeistation, wo immer sie hineilt. Ben Hania zeichnet ein schonungsloses Bild ihrer Gesellschaft, und Reaktionen wie die einer Exiltunesierin, die vom Film gehört hat und ihn verurteilt, weil eine Vergewaltigte selber schuld sei, zeigen, wie wichtig Ben Hanias Film und ihre resolute Stimme sind.
Walter Ruggle

Dauer
101 Minuten
Sprache
OV Arabisch
Untertitel
deutsch, französisch, englisch
Video-Qualität
720p
Verfügbarkeit
Schweiz, Liechtenstein
Kaouther Ben Hania
Le challat de Tunis (2014)
Kaouther Ben Hania
Tunesien
90′
Tunesien, vor der Jasminrevolution. 2003 soll in Tunis ein Unhold auf einem Motorrad unter-wegs gewesen sein, der es mit einem Rasier-messer auf die Hintern von Frauen abgesehen hatte. Zehn Jahre später macht sich Regisseurin Kaouther Ben Hania daran, «Die Klinge von Tunis» aufzuspüren. Je länger ihre Recherche dauert, desto zwielichtiger schillert die Wahrheit darin: eine Enquête, ein Metafilm oder alles ein grosser Jux? Man hört bald auf, sich Fragen zu stellen, denn die Interview- und Actionszenen in den Quartieren von Tunis jagen sich förmlich und widerlegen laufend das eben Gehörte oder Gesehene, so dass man bald mehr die meisterliche Jongliernummer der jungen Regisseurin bestaunt, als versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Auch das Interesse herauszufinden, welche Figur nun real oder erfunden ist, lässt nach, denn am Ende spielen sie alle ihre Rolle in diesem Film, sei diese nun von der Gesellschaft auferlegt oder von der Regisseurin zugesprochen. Die Menschen überraschen immer wieder von neuem mit ihrem Schwung, salopper Beredsamkeit und der Fähigkeit zur Selbstironie: Die Männer finden ihren ganz eigenen Dreh, sich über ihren Machismo lustig zu machen.Dokument oder Fiktion? Eine Mischung von beidem und eine vergnügliche Irritation, so viel ist gewiss. Erst im Abspann kann man feine Unterschiede ausmachen. Und Eines ist so oder so wahr: Das Abtauchen in die Realität der tunesischen Gesellschaft nach der Jasmin-Revolution zeigt, dass diese längst nicht alle Probleme gelöst hat.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 56 430 12 30
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.

Filmgenuss pur, rund um die Uhr: filmingo bietet eine kuratierte Auswahl an Arthouse-Filmen zum Streamen im Abonnement oder per Einzelmiete. Betrieben durch die Schweizer Stiftung trigon-film.

Support
+41 56 430 12 30
support@filmingo.ch
Mo-Fr von 9:00 bis 17:00 Uhr
Auf dem Laufenden bleiben

Jetzt anmelden für den monatlichen Newsletter von filmingo mit der Übersicht über alle neuen Filme, Kategorien und den Tipps des Monats!