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Daratt (2006)

Mahamat-Saleh Haroun, Tschad

Die Regierung im Tschad hat eine allgemeine Amnestie erlassen, um den Teufelskreis der Gewalt zu stoppen. Der 16-jährige Atim erhält von seinem Grossvater einen Revolver, damit er den Mann töten kann, der seinen Vater getötet hat. Atim verlässt sein Dorf und geht in die Hauptstadt N'Djamena auf der Suche nach einem Mann, den er nicht kennt.

Er findet eine respektierte und Respekt gebietende Persönlichkeit, die eine kleine Bäckerei führt, und er beginnt für den Mann zu arbeiten. Atim lernt Brot zu backen, und langsam entwickelt sich eine eigenartige Beziehung zwischen den beiden. Der Ältere würde den Jüngeren sogar gern als Sohn adoptieren – er kennt den Anlass seines Besuches nicht. Gleichzeitig aber umkreisen die beiden einander, der eine unsicher darüber, ob er Rache nehmen soll, der andere dabei, sich selbst fast aufzugeben angesichts der Konkurrenz durch eine Grossbäckerei. Mahamat-Saleh Haroun erzählt eine durchwegs ruhige Geschichte, friedfertig und liebevoll, und dies, obwohl in ihr das Moment zum Schuss schlummert.

Dauer
92 Minuten
Sprache
OV Arabisch/Französisch
Untertitel
deutsch, französisch, italienisch
Video-Qualität
480p
Verfügbarkeit
Schweiz, Oesterreich, Deutschland, Liechtenstein
Mahamat-Saleh Haroun
Un homme qui crie (2010)
Mahamat-Saleh Haroun
Tschad
88′
Adam ist ein schöner Mann. Früher war er Schwimm-Champion, und alle kannten ihn. Nun arbeitet er als Bademeister in einem Luxus-Hotel von Tschads Hauptstadt N’Djamena. Bis er versetzt wird und sein Gefühl von Würde verliert. Adams Sohn Abdel wird von der Armee zwangsrekrutiert. In beeindruckenden Bildern und bewegenden Stimmungen erzählt Mahamat-Saleh Haroun, wie der Vater aufbricht, den verratenen Sohn zu retten. ***************** Der verratene Sohn Mahamat-Saleh Haroun, dessen letzter Spielfilm Daratt tief beeindruckt hat, ist einer der wenigen Filmemacher aus Schwarzafrika, die es noch schaffen, zu filmen und auch in Europa wahrgenommen zu werden. Im Frühjahr 2010 hat er es mit seinem Spielfilm «Un homme qui crie» in den Wettbewerb von Cannes geschafft und damit unter jene 20 Filme, denen diese Ehre einmal im Jahr zuteil werden kann. Das ist bereits eine Auszeichnung für sich und keine Selbstverständlichkeit, denn afrikanische Filmschaffende haben hier keinen leichten Stand: Sie wollen über ihre Heimat reden und ihre Geschichten in der ihnen entsprechenden Ausdrucksform erzählen. Sie drehen, wie Haroun, unter schwierigsten Bedingungen in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land wie dem Tschad, weil sie die Situation der Menschen vor Ort beschreiben möchten und über ihre Erzählung davon berichten. Haroun erzählt die Geschichte eines Mannes, der im westlich geprägten Hotel in der afrikanischen Grossstadt einen begehrten Job hat und diesen liebt. Die Globalisierung und der Ausverkauf machten aber auch vor N’Djamena nicht halt: Chinesen haben das Hotel übernommen und organisieren es neu. Wie für Murnaus Der letzte Mann ist auch für Harouns Adam der alte Platz nicht mehr gegeben, er muss vom Pool an die Barriere am Eingang wechseln und damit wird der stolze Mann gebrochen. Dass er gleichzeitig noch den Sohn verraten hat, der ihm Konkurrent war, lässt Adam hadern. Seine Suche nach dem Jungen, die Verzweiflung, in der er ihn zurücktransportiert, die Einsamkeit, in der er bleibt: Haroun versteht es, über seine Geschichte in starken Bildern zu erzählen und in ihnen ein Stück Alltagsrealität im Tschad zu verdichten: zum bewegenden Versuch eines Vaters, den eigenen Sohn zu retten. Walter Ruggle
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