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Un prophète

Jacques Audiard, Frankreich, 2009

Malik El Djebena, gerade 19 Jahre alt, wird zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Franzose maghrebinischer Abstammung landet in einem Gefängnis, das von einer korsischen Mafiagruppe unter der Führung von Cesar Luciano kontrolliert wird. Luciano bietet dem Analphabeten Malik seinen Schutz an, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Malik muss einem Mitgefangenen die Kehle durchschneiden. Aus Angst begeht Malik die Tat widerwillig und steigt dadurch in der Hierarchie innerhalb der Gefängnismauern schnell auf. Als Vertrauter von Luciano geniesst er immer mehr Privilegien, wird aber von den Korsen dennoch nie als einer der ihren akzeptiert. Während er Botengänge und Aufträge für die Korsen ausführt, erfährt er von dem Mafiaboss Cesar Respekt und Demütigung zugleich. Malik lernt schnell, sich mit der Situation zu arrangieren, und gewinnt innerhalb der Gefängnismauern auch bei seinen nicht-korsischen Mitgefangenen immer mehr Ansehen. Doch er verbirgt vor Allen, dass er im Geheimen ganz eigene Pläne schmiedet.
Malik El Djebena, gerade 19 Jahre alt, wird zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Franzose maghrebinischer Abstammung landet in einem Gefängnis, das von einer korsischen Mafiagruppe unter der Führung von Cesar Luciano kontrolliert wird. Luciano bietet dem Analphabeten Malik seinen Schutz an, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Malik muss einem Mitgefangenen die Kehle durchschneiden. Aus Angst begeht Malik die Tat widerwillig und steigt dadurch in der Hierarchie innerhalb der Gefängnismauern schnell auf. Als Vertrauter von Luciano geniesst er immer mehr Privilegien, wird aber von den Korsen dennoch nie als einer der ihren akzeptiert. Während er Botengänge und Aufträge für die Korsen ausführt, erfährt er von dem Mafiaboss Cesar Respekt und Demütigung zugleich. Malik lernt schnell, sich mit der Situation zu arrangieren, und gewinnt innerhalb der Gefängnismauern auch bei seinen nicht-korsischen Mitgefangenen immer mehr Ansehen. Doch er verbirgt vor Allen, dass er im Geheimen ganz eigene Pläne schmiedet.
Dauer
149 Minuten
Sprache
OV Französisch
Untertitel
Deutsch, Französisch
Video-Qualität
1080p
Verfügbarkeit
Schweiz, Liechtenstein
Portrait de la jeune fille en feu
Céline Sciamma
Frankreich
121′
Was für ein subtiler Blick zurück in eine andere Epoche. Bretagne, man schreibt das Jahr 1770. Die Malerin Marianne wird beauftragt, die adelige Braut Héloïse zu porträtieren. Diese verwehrt sich jedoch dem Erstellen eines Hochzeitsporträts und damit indirekt der Hochzeit selbst. So muss Marianne einen Weg finden, die rebellische Héloïse im Geheimen zu malen. Nach «Tomboy» und «Bande de filles» hat Céline Sciamma eine malerische Liebesgeschichte geschaffen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin, die unter anderem auch am erfolgreichen Animationsfilm «Ma vie de Courgette» mitgewirkt hatte, erhielt in Cannes 2019 für das stimmige «Portrait de la jeune fille en feu» den Preis für das beste Drehbuch. Viel Lob bekamen auch die beiden Hauptdarstellerinnen Adèle Haenel und Noémie Merlant, die zum malerischen Bild aus dem 18. Jahrhundert beitragen. Wer den Film verpasst hat, sollte diese subtile doppelte Betrachtung der Betrachteten nachholen. Und wer ihn gesehen hat: Wieder schauen.
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Les Misérables
Ladj Ly
Frankreich
104′
Stéphane ist neu bei einer Polizei-Sondereinheit des Pariser Vororts Montfermeil. Mit Chris und Gwada stehen ihm erfahrene Teamkollegen zur Seite. Schon an Stéphanes erstem Arbeitstag wird klar, dass die drei sehr unterschiedlich auf die Spannungen unter den verschiedenen Gruppen im Ort reagieren. Dann gerät die Situation bei einer Verhaftung ausser Kontrolle – und dabei filmt eine Drohne jede Bewegung der völlig überforderten Polizisten. Regisseur Ladj Ly führt uns ins pulsierende Leben von Montfermeil bei Paris, wo er selbst aufgewachsen ist. Ein Ort, laut, bunt, wild und roh. Hier liess Victor Hugo 1862 seinen Roman «Les Misérables» («Die Elenden») spielen. Hier muss man, um zu bestehen, die Regeln der Strasse kennen. Ladj Ly kennt sie, das spürt man vom ersten Bild seines Spielfilms an. Am Festival in Cannes wurde er mit dem Jury-Preis ausgezeichnet, Frankreich schickt ihn ins Rennen um die Oscars 2020. «Les Misérables» ist einer der stärksten französischen Filme seit dem Kult gewordenen «La Haine»: Ein Hochspannungs-Thriller, der vor Dringlichkeit vibriert - authentisch, eindringlich, explosiv.
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En liberté!
Pierre Salvadori
Frankreich
108′
Yvonne arbeitet als Polizistin in einer südfranzösischen Stadt am Meer. Ihr noch nicht lange verstorbener Ehemann Santi war Polizeichef. Er gilt nach wie vor als Held, wird gefeiert und verehrt. Alles Lüge – per Zufall findet Yvonne heraus, dass Santi in Wirklichkeit durch und durch korrupt war. Wegen ihm ist der unschuldige Antoine für acht Jahre hinter Gittern gelandet. Als Antoine entlassen wird, heftet sich Yvonne an seine Fersen. Sie will unbedingt dazu beitragen, seinen guten Ruf wiederherzustellen. Doch Antoines Anpassungsschwierigkeiten an sein neues Leben in Freiheit sorgen für jede Menge Turbulenzen. Pierre Salvadori bringt mit seiner ziemlich schrägen Komödie «En liberté!» ein Feuerwerk von witzigen Pointen auf die Leinwand. Die schnelle Story nimmt durch Missverständnisse, Irrungen und Wirrungen immer wieder überraschende Wendungen und überzeugt durch herausragende Schauspielerinnen und Schauspieler wie Adèle Haenel («Portrait de la jeune fille en feu»), Pio Marmaï («Santa & Cie») und Audrey Tautou («Amélie de Montmartre»). Anschnallen, die Fahrt ist kurvenreich und Genres variierend.
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La bonne épouse
Martin Provost
Frankreich
109′
Was braucht eine junge Frau für eine erfolgreiche Zukunft? Paulette Van der Beck weiss es! Zusammen mit der Schwester ihres Mannes und einer Angestellten führt sie Ende der 1960er-Jahre eine Haushaltsschule in der französischen Provinz. Die drei bringen ihren Schülerinnen bei, was sie als perfekte Gattinnen und Hausfrauen können müssen. Natürlich befasst sich Paulette nicht mit den Finanzen, sowas ist schliesslich Männersache. Das aber erweist sich als fatal, denn eines Tages muss sie feststellen, dass ihr Institut vor dem Ruin steht. Und als wäre das nicht genug, weht jetzt, im Mai 1968, plötzlich auch noch eine Brise aufständischer feministischer Ideen aus Paris Richtung Paulettes Schule… Die Spielfilme «Séraphine», «Sage Femme» und nun «La Bonne Épouse»: Der französische Drehbuchautor und Regisseur Martin Provost versteht es, stimmige und stimmungsvolle Geschichten mit Frauen im Mittelpunkt zu erzählen. In den Hauptrollen seiner neuen Komödie glänzen Juliette Binoche, Yolande Moreau und Noémie Lvovsky mit ihrem herausragenden schauspielerischen Können. «La Bonne Épouse» überrascht mit einer vergnüglichen Story, liebevollen Details, köstlichen Dialogen – französisches Kino voller Esprit und Humor.
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Les rivières
Mai Hua
Frankreich
97′
Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden Kindern begleitet Mai Hua im Jahr 2013 ihre todkranke Grossmutter von Vietnam nach Frankreich, wo diese auf spektakuläre Weise wiederauflebt. Zugleich bricht die unbewältigte Familienvergangenheit auf Mai herein: Sie sieht sich als Erbin dieses komplizierten und schmerzhaften Familienvermächtnisses, das sie auf keinen Fall an ihre eigene Tochter weitergeben will.
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La vérité - The Truth
Hirokazu KORE-EDA
Frankreich
107′
Schauspielerin Fabienne (Catherine Deneuve) gilt als Ikone des französischen Kinos. Als ihre Memoiren veröffentlicht werden, kehrt ihre Tochter Lumir (Juliette Binoche), selbst erfolgreiche Drehbuchautorin, mit Ehemann Hank (Ethan Hawke) und dem gemeinsamen Kind von New York nach Paris zurück. Das Wiedersehen von Mutter und Tochter ist mit grossen Spannungen verbunden. Pikante Wahrheiten werden ausgesprochen und verschiedenste Geheimnisse kommen ans Licht. Nach dem preisgekrönten «Shoplifters» ist «La vérité» Kore-edas erster ausserhalb von Japan inszenierter Spielfilm. Er wollte, sagt der Japaner Hirokazu Kore-eda, der hier zum ersten Mal ausserhalb seiner Heimat einen Film gedreht hat, «dass sich die Geschichte im Herbst abspielt; ich wollte das, was die Heldin in der Dämmerung ihres Lebens durchmacht, mit den Landschaften von Paris in der Nebensaison überlagern. Ich hoffe, dass man wahrnimmt, wie das Grün des Gartens, dessen Farbtöne sich mit dem nahenden Winter verändern, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter begleitet und diesem Moment in ihrem Leben Farbe verleiht. Während der Dreharbeiten sagte mir Ethan Hawke: ‹Das Wichtigste beim Filmemachen ist nicht, die gleiche Sprache zu sprechen, sondern die gleiche Vision des Films zu teilen.› Diese Worte waren sehr unterstützend und halfen mir, den Kurs zu halten, ohne das Vertrauen in mich zu verlieren.» Entstanden ist weniger ein Kore-eda-Film als vielmehr ein amüsantes und nicht nur fiktives Porträt über einen französischen Altstar und ein jüngeres Talent des gleichen Fachs.
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Aurore
Blandine Lenoir
Frankreich
89′
Agnès Jaoui glänzt mit Witz und Wärme als Frau im besten Alter, die sich nicht unterkriegen lässt. Ohne Mann und ohne Arbeit, aber mit höllischen prämenopausalen Hitzewallungen und demnächst auch bereits mit Enkelkind: in einer von Produktivitätswahn geprägten Gesellschaft fühlt sich Aurore mehr und mehr aufs Abstellgleis gedrängt. Doch sie verliert den Humor nicht, erlangt ihr Selbstbewusstsein und ihre Unternehmungslust zurück, erfindet sich neu, weil sie an sich glaubt. Wird sie auch das Herz ihrer unverhofft wiedergetroffenen Jugendliebe erobern? Blandine Lenoir, die als Schauspielerin arbeitet und auch eine Reihe Kurzfilme realisiert hat, sagt sehr treffend über ihre Figur: «Sie nimmt ihr Leben in die Hand, ist eine starke Persönlichkeit, die im Kampf gegen die Diskriminierung die Solidarität anderer Frauen entdeckt und erkennt, dass noch alles möglich ist. Ich wollte diese Geschichte wie immer mit Humor erzählen, über Dinge lachen, die eigentlich gar nicht lustig sind.» Das Ziel hat sie erreicht, «Aurore» ist ein Film voll von köstlichen Szenen über eine Frau, die sich selber nicht aufgeben will und gewinnt. Ein Mutmacher. Die Regisseurin sagt denn auch: «Ich glaube sehr an die weibliche Solidarität. eine Solidarität die mich täglich und durch alle Altersstufen hindurch begleitet. Da war es natürlich essenziell, dass dies im Film zur Geltung kommt.» Gedreht hat sie ihren Film in La Rochelle, also in der Provinz, weil es ihr wichtig war, dass man viel Himmel sieht und dass die Heldin trotz allem eine relativ angenehme Lebensqualität hat.
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Les 2 Alfred
Bruno Podalydès
Frankreich
92′
Dem Langzeitarbeitslosen Alexandre bleiben zwei Monate Zeit, um seiner Frau zu beweisen, dass er gleichzeitig auf die beiden kleinen Kinder aufpassen und finanziell unabhängig werden kann. The Box, ein ultra-nices Start-up, möchte ihn auf Probe einstellen. Doch das unabdingbare Firmencredo – keine Kinder! und seine zukünftige äusserst reizbare Chefin lassen Alexandre keine andere Wahl, als zu lügen. Wird ihm die Zufallsbekanntschaft mit Arcimboldo, einem temporär etwas aus der Bahn geworfenen «Unternehmer seiner selbst» und König der kleinen Jobs auf Abruf aus der Patsche helfen können?
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La belle saison
Catherine Corsini
Frankreich
106′
Die 23-jährige Delphine verlässt den Bauernhof ihrer Eltern, um sich in Paris eine selbständige Existenz aufzubauen – für eine junge Frau vom Land ein fast undenkbares Vorhaben in Frankreich zu Beginn der 70er Jahre. Carole dagegen stammt aus Paris, ist mit Manuel liiert und engagierte Feministin der ersten Stunde. Bald nachdem sich die beiden Frauen begegnen, entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebe zwischen ihnen, die ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellt. Als Delphine zurück muss aufs Land, folgt Carole ihr ohne Umschweife. In der idyllisch anmutenden Spätsommer-Kulisse müssen Delphine und Carole ihre Amour fou plötzlich im Heimlichen und in ständiger Angst vor Entdeckung leben, denn Delphines Mutter begegnet der Städterin von Beginn weg mit Misstrauen. Regisseurin Catherine Corsini lotet in ihrem Spielfilm LA BELLE SAISON das Toleranzgefälle innerhalb einer Gesellschaft aus, zwischen Stadt und Land, aber auch zwischen den Generationen. Vor dem Hintergrund der Frauenbewegung in den 70er Jahren ist ihr dabei ein so unterhaltsames wie tiefberührendes Liebesdrama gelungen. Das Publikum in Locarno zeigte sich hingerissen und LA BELLE SAISON wurde mit dem «Variety Piazza Grande Award 2015» ausgezeichnet.
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La tortue rouge
Michael Dudok de Wit
Frankreich
81′
Ein Schiffbrüchiger kämpft sich durch den stürmischen Ozean. Er strandet auf einer einsamen Insel, auf der nur Vögel und einige neugierige kleine Krebse leben. Der Mann baut ein Floss. Doch es gelingt ihm nicht, damit aufs Meer hinauszufahren. Es dauert eine Weile, bis er herausfindet, welche geheimnisvolle Kraft ihn am Verlassen der Insel hindert: Eine majestätische rote Schildkröte – die bald einen überraschenden Wandel durchmacht… Der Oscar-prämierte Regisseur Michael Dudok de Wit erzählt eine zauberhafte Geschichte über den Kreislauf des Lebens und der Liebe. Sein in Cannes ausgezeichneter «La Tortue Rouge» ist der erste europäische Film, der vom berühmten japanischen Ghibli-Studio («Spirited Away – Chihiros Reise ins Zauberland») mitproduziert wurde. Anders als viele aktuelle Animationsfilme wurde er teilweise von Hand gezeichnet, was seinen Bildern eine ganz besondere Magie verleiht. «La Tortue Rouge» ist ein einzigartiges Kino-Juwel, vielschichtig und wunderschön.
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Le discours
Laurent Tirard
Frankreich
88′
Adrien steckt in der Klemme – er sitzt beim Familienessen fest. Der Vater gibt die gleiche Anekdote wie immer zum Besten, die Mutter serviert die altbewährte Lammkeule und die Schwester hängt ihrem zukünftigen Ehemann an den Lippen als wäre er ein Genie. Und Adrien wartet. Er wartet darauf, dass Sonia auf seine Textnachricht antwortet und die «Beziehungspause» beendet, die nun schon einen Monat dauert. Aber sie antwortet nicht. Zu allem Überfluss bittet ihn sein Schwager in spe, bei der Hochzeit eine Rede zu halten... Oha, das hat er nicht kommen sehen! Adriens Nervosität schlägt in Panik um. Aber was, wenn diese Rede das Beste ist, was ihm passieren konnte? Ein traditionelles Familienessen, Sticheleien wegen einer misslungenen Kinderbastelei und ein langweiliges Gespräch über Fussbodenheizungen… Wer hätte in einer solchen Situation nicht das Bedürfnis, sich an einen anderen Ort zu träumen? Wer hat sich nicht schon einmal aus seinen sozialen Pflichten ausgeklinkt und stattdessen fieberhaft auf eine Versöhnungs-Nachricht gewartet? Und wen hat noch nie die Angst gepackt bei dem Gedanken daran, eineRede halten zu müssen? Auf Adrien treffen an diesem Abend alle drei Kriterien zu. Und sozögert er nicht, die imaginäre vierte Wand zu durchbrechen und seine Mordgelüste undanderen Gemütszustände direkt mit dem Publikum zu teilen.
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Grâce à dieu
François Ozon
Frankreich
138′
Sie sind mutig, klug und kämpfen mit Energie und Fantasie für ihr Anliegen. Der beruflich erfolgreiche Familienvater Alexandre ist einer von ihnen. Per Zufall hat er entdeckt, dass der Priester, der ihn einst missbraucht hatte, nach wie vor im Amt ist. Doch was Alexandre auch unternimmt, um die Kirche zu veranlassen, den fehlbaren Priester seiner Ämter zu entheben: Er erreicht nichts. Erst als sich immer mehr andere Betroffene mit Alexandre zusammentun, sie das Tabu des Schweigens brechen und ihre Aktionen gemeinsam planen, beginnt sich das Blatt zu wenden… Eindringliche Melodramen wie «Frantz», spritzige Komödien wie «Potiche», spannende Krimis wie «Dans la maison»: Mit Leichtigkeit wechselt François Ozon die Genres und versteht es dabei immer wieder, zu überraschen. Jetzt greift der französische Regisseur erstmals eine aktuelle, wahre Begebenheit auf: Den Fall des Priesters Preynat, der die Justiz und die Öffentlichkeit nicht nur Frankreich seit einiger Zeit beschäftigt. Dabei fokussiert Ozon, der in seinem Film keineswegs die Kirche als Ganzes in Frage stellt, auf die Situation der Betroffenen. «Grâce à Dieu» ist aufrührendes, facettenreiches und herausragend gespieltes Kino, das zeigt, wie man gemeinsam mit Mut und Kraft auch festgefahrene Strukturen bewegen kann.
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La chambre bleue
Mathieu Amalric
Frankreich
75′
Ein Mann und eine Frau lieben sich heimlich in einem Zimmer. Sie begehren einander, wollen einander, beissen einander mitunter. Süsse flüchtige Momente in der Abenddämmerung. Mindestens ist es das, wofür der Mann sie hält. Der Schauspieler und Regisseur Mathieu Amalric adaptiert für seinen fünften Spielfilm den aufregenden Kriminalroman LA CHAMBRE BLEUE von Georges Simenon. Spielt die Geschichte von Simenon in den 60er Jahren, hat Amalric seine Fassung davon ganz und gar im Heute angesiedelt.
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Entre les murs - Die Klasse (2008)
Laurent Cantet
Frankreich
129′
François ist Lehrer in einem Vorort von Paris. Die Jugendlichen, die er unterrichtet, sind zwischen 13 und 15. Im Klassenzimmer prallen unterschiedlichste Meinungen und Kulturen aufeinander. François will nicht bloss den Stoffplan durchziehen. Vielmehr möchte er den Jugendlichen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Das ist alles andere als einfach. «Entre les murs» geht auf die lebhafte Reise durch die grossen und klei­nen Dramen ei­nes Schuljahrs. Laurent Cantet erzählt von Lust und Frust des Lehrens und Lernens. Er verhandelt dabei brennende gesellschaftliche Fragen wie diejenige nach Zukunftsperspektiven – und das mit herzerfrischender Ehrlichkeit, mit viel Mut und funkeln­dem Humor. Viele Eltern haben erst mit dem Lockdown begreifen können, was es heisst, ihre Lieblinge den ganzen Tag zu betreuen und auf dem Weg ins Leben zu begleiten. Der Film zeigt auf unterhaltsame und fesselnd gespielte Art, dass Schule heute kein Honiglecken ist. Für die Brillanz dieses Einblicks erhielt er 2008 die Goldene Palme am Festival in Cannes.
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Le Havre
Aki Kaurismäki
Frankreich
93′
Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohémien, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die französische Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Den Traum vom literarischen Durchbruch hat er längst begraben, und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika. Und so ist Marcel gezwungen, sich noch einmal gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben. Als Waffen stehen ihm einzig sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der MitbewohnerInnen seines Quartiers zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blinden Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen. «Le Havre» ist Aki Kaurismäkis poetisch stilles Aufbegehren gegen die Gleichgültigkeiten unserer Zeit. Thomas Allenbach schrieb: «In seinem bislang letzten abendfüllenden Spielfilm erweist Aki Kaurismäki erneut dem französischen Kino die Reverenz. Schauplatz ist Le Havre in der Normandie, das durch Marcel Carnés Le quai des brumes in die Filmgeschichte eingegangen ist. Le Havre, das ist bei Kaurismäki aber nicht bloss eine konkrete Stadt – der Hafen spielt in seinem Werk als Ort der Passage und als Chiffre für die Möglichkeit des Aufbruchs eine zentrale symbolische Rolle.»
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Avant la fin de l'été
Maryam Goormaghtigh
Frankreich
80′
Auch nach fünf Jahren Studium in Paris hat sich Arash noch immer nicht an das Leben in Frankreich gewöhnt und will zurück in den Iran. In der Hoffnung, dass er seine Meinung ändert, überreden ihn seine beiden Freunde Hossein und Ashkan zu einer letzten Reise durch Frankreich. Eine dokumentarische Fiktion.
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Das Salz der Erde
Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado
Frankreich
110′
Sebastião Salgados Bilder bewegen die Menschen seit Jahrzehnten. Hinter dem, was sie zeigen, leuchten Geschichten und mitunter ganze Universen auf. Der Fotograf arbeitet auf allen Kontinenten, für seine Reportagen verbringt er jeweils Monate an einem Ort. Im Lauf der Zeit wurde er Zeuge von zahlreichen wichtigen und düsteren Ereignissen der Menschheitsgeschichte. Schliesslich reiste Sebastião Salgado an von der Zivilisation unberührte Orte und realisierte «Genesis»: eine atemberaubend schöne fotografische Liebeserklärung an unseren Planeten. Der vielfach ausgezeichnete Kino-Poet Wim Wenders («Pina») hat «Das Salz der Erde» zusammen mit Juliano Ribeiro Salgado – dem Sohn des Fotografen – realisiert. Die beiden Regisseure finden einen sehr persönlichen Zugang zu Sebastião Salgado. Das Charisma dieses Ausnahmetalents und seine die Seele berührenden, von einem ganz speziellen Leuchten durchdrungenen Bilder beeindrucken nachhaltig. «Das Salz der Erde» ist eine grossartige Hommage – aufwühlend, magisch, unvergesslich.
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Deux
Filippo Meneghetti
Frankreich
95′
Nina und Madeleine wohnen seit Jahrzehnten im obersten Stockwerk Tür an Tür. Alle glauben, dass sie einfach Nachbarinnen sind. Sie kommen und gehen zwischen den beiden Wohnungen hin und her, geniessen und teilen die Freuden des täglichen Lebens, bis ein unvorhergesehenes Ereignis ihre Beziehung auf den Kopf stellt. Dieses Ereignis bringt Madeleines Tochter dazu, nach und nach die Wahrheit über die beiden Liebenden zu enthüllen.
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Demain - Tomorrow
Mélanie Laurent und Cyril Dion
Frankreich
120′
Das ist der Film zur Zeit - und über sie hinaus. Denn: Was, wenn es die Formel gäbe, die Welt zu retten? Was, wenn jeder und jede von uns dazu beitragen könnten? Als die französische Schauspielerin Mélanie Laurent («Inglourious Basterds») und der Aktivist Cyril Dion in der Wissenschafts-Zeitschrift «Nature» eine Studie gelesen haben, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Ökosysteme innerhalb der nächsten 80 Jahre voraussagt, wollten sie sich nicht mit diesem Horror-Szenario abfinden. Sie machten sich zusammen auf den Weg, sprechen mit Experten, besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass eine andere Zukunft möglich ist. «Demain - Tomorrow» zeigt: Sobald Menschen aktiv werden, kann aus einem Traum die Realität von morgen werden. Der inspirierende Film von Mélanie Laurent und Cyril Dion trifft den Nerv der Zeit. Wo auch immer er in den Kinos gelaufen ist, wurde er zum absoluten Publikumsliebling. So war in der Westschweiz seit vielen Jahren kein Dokumentarfilm so erfolgreich wie der mit dem renommierten César prämierte «Tomorrow». Und jetzt ist er weiter zu sehen, zu geniessen, zu entdecken, zu empfehlen, denn: Wir haben nur eine Welt, und für sie sollten wir uns alle engagieren. Mahatma Gandhi hat auf den Punkt gebracht, was das heisst: «Be the change that you wish to see in the world.»
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Été 85
François Ozon
Frankreich
101′
Alexis in Handschellen in einem spärlich beleuchteten Gang. Was ist passiert im kleinen Küstenort in der Normandie? Die Geschichte beginnt ein paar Wochen zuvor. Alexis fährt allein aufs Meer hinaus, ein überraschend aufziehendes Unwetter lässt sein kleines Boot kentern. Der 16-Jährige wird vom selbstbewussten, etwas älteren David aus der stürmischen See gerettet. So beginnt eine grosse, leidenschaftliche Sommerliebe. Eines Tages jedoch muss Alexis feststellen, dass sein Liebster die halbe Nacht mit einer neuen Bekanntschaft am Strand verbracht hat. Und bald steht eine Bootsfahrt mit der lebenslustigen Kate an, mit der David heftig flirtet. François Ozon («Grace à Dieu», «Frantz») erzählt in «Été 85» eine flirrende, abgründige Liebesgeschichte. Inspiriert ist der Film von Aidan Chambers Roman «Tanz auf meinem Grab». Für die beiden Hauptfiguren hat Ozon mit Félix Lefebvre und Benjamin Voisin zwei herausragende junge Schauspieler gefunden. An ihrer Seite brilliert Valeria Bruni Tedeschi in der Rolle von Davids Mutter. «Été 85» ist ein Film von eleganter Raffinesse, mit dem der Franzose an seine grossen Erfolge wie «Swimming Pool» oder «Sous le Sable» anknüpft und die Atmosphäre der 1980er-Jahre aufleben lässt, dabei so zeitlos wie universell ist – und alles hat, was den typischen «Ozon-Touch» ausmacht.
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Doubles vies
Olivier Assayas
Frankreich
103′
Alain (Guillaume Canet) ist vierzig und betreibt einen renommierten Pariser Verlag, bei dem sein langjähriger Freund Léonard seine Romane veröffentlicht. Doch die Branche befindet sich im Wandel und Alain hat Schwierigkeiten, sich der Digitalisierung anzupassen. Alains Frau Selena (Juliette Binoche) ist der Star einer beliebten Fernsehserie und Léonards Partnerin Valérie unterstützt als engagierte PR-Agentin einen Politiker. Nun will Alain Léonards neues Manuskript ablehnen. Damit wird das ohnehin schon vertrackte Beziehungsgeflecht zwischen den Paaren zunehmend komplizierter.
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Nul homme n'est une île
Dominique Marchais
Frankreich
96′
«Kein Mensch ist eine eigene Insel, sondern ein Teil des Ganzen» schrieb der englische Poet John Donne und inspirierte den Filmemacher Dominique Marchais zu dieser dokumentarischen Reise, die in Sizilien mit der Kooperative Galline Felici beginnt und ihn über Frankreich ins Lugnez und in den Bregenzer Wald im Vorarlberg führt. Er betrachtet Gegenwärtiges und zeigt mögliche Zukunftsperspektiven anhand von Beispielen diesseits und jenseits der Alpen. Das Lokale als Perspektive und letzter Ort für Utopien. Im bündnerischen Vrin etwa besuchen wir den regional wirkenden Architekten Gion Caminada, im Bregenzer Wald betrachten wir Projekte, die von der Gemeinschaft ermöglicht und getragen wurden und lauschen mit Gewinn Beteiligten zu: «Ab und zu ist es ganz gut, wenn die Sachen etwas schlafen, wenn nicht zuviel passiert.» Es geht um das, was hier ist, um den Raum dazwischen auch und die Lebenskunst, aus dem Ort das zu machen, was er in sich birgt. «Gesunde Grösse, würde auch der Welt gut tun», dazu gilt es, Sehnsucht zu wecken nach einer erstrebenswerten Zukunft. Ein Film, der weit weg beginnt, um nahe zu münden.
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The Patience Stone
Atiq Rahimi
Frankreich
102′
Sie ist jung, wunderschön – und eigentlich sollte sie längst weg sein. In ihrem Viertel in Kabul kommt es nämlich ständig zu Scharmützeln. So bringt sie ihre beiden Kinder in einen ruhigeren Teil der Stadt, zu einer erfrischend energischen Tante. Sie selbst kehrt jeden Tag in ihr Haus zurück, zu ihrem Ehemann, der aufgrund einer Verletzung in tiefer Bewusstlosigkeit liegt. Ohne zu wissen, ob er sie hören kann, beginnt die Frau zu erzählen: von ihren Träumen, von ihren geheimsten Gedanken. Und auch davon, dass ein anderer Mann, der zunächst gewaltsam in ihr Leben eingedrungen ist, sie emotional immer mehr bewegt. Atiq Rahimi erzählt die Geschichte einer Frau, die sich nach und nach von den Regeln eines fundamentalistisch ausgelegten Islams befreit. Dargestellt wird sie von der mit «Poulet aux prunes» bekannt gewordenen Golshifteh Farahani, basierend auf seinem gleichnamigen Roman, für den er mit dem «Prix Goncourt» ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch hat er zusammen mit Jean-Claude Carrière verfasst.
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Gilles Caron - Histoire d'un regard
Mariana Otero
Frankreich
94′
Der Fotograf Gilles Caron verschwand 1970 spurlos in Kambodscha. Er war kaum 30 Jahre alt und einer der wichtigsten Zeugen seiner Zeit, berichtete über den Sechstagekrieg, den Mai 68, Belfast, Biafra, Vietnam. Mariana Otero machte sich auf die Suche nach dem Menschen hinter den Bildern. Ein Film für alle, die gerne fotografieren. Und ein Stück Zeitgeschichte, vermittelt über Bilder, die sich, wie das nebenstehende mit Daniel Cohn Bendit in Paris im Mai 68, ganzen Generationen einprägten und für ihre Zeit stehen.
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La fracture
Catherine Corsini
Frankreich
99′
Comiczeichnerin Raphaela (Valeria Bruni-Tedeschi) und Verlegerin Julie (Marina Foïs) sind seit zehn Jahren ein Paar, doch nun scheint ihre Beziehung am Ende zu sein. Bei einem ihrer aufreibenden Streits stürzt Raphaela, bricht sich den Arm und die beiden landen unversehens in einer Pariser Notaufnahme. Draussen toben heftige Proteste, das Krankenhaus füllt sich mit verletzten Demonstrierenden, das Personal ist am Ende mit den Nerven und die Lage droht zu eskalieren. Als der wütende LKW-Fahrer Yann (Pio Marmaï) zu Raphaela ins Zimmer verlegt wird, knallen Vorurteile und Klassen-Ressentiments aufeinander. Doch im Laufe der ereignisreichen Nacht werden sich auch viele Gemeinsamkeiten finden. Catherine Corsini greift in LA FRACTURE brandaktuelle Themen wie den Pflegenotstand und die Spaltung der Gesellschaft auf. Dabei ist ihr Film, der auf den letzten Filmfestspielen von Cannes seine Weltpremiere feierte, so bitter wie komisch, so energiegeladen wie berührend. Mit Valeria Bruni-Tedeschi und Marina Foïs als brillante Hauptdarstellerinnen, liefert der Film eine emotionale Achterbahnfahrt, die uns atemlos zurücklässt.
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Nous finirons ensemble
Guillaume Canet
Frankreich
129′
Max ist in sein Haus am Meer gefahren, um neue Kraft zu schöpfen. Doch unverhofft ist es mit seiner Ruhe vorbei. Freunde, die er seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat, stehen unangemeldet vor der Tür. Sie wollen mit Max seinen 60. Geburtstag feiern. Die Überraschung ist perfekt – der Rest nicht so ganz. Max sieht sich gedrängt, in der glücklichen Komödie mitzuspielen, in der es jedoch ständig zu Misstönen kommt. Die Zeit ist schliesslich nicht stillgestanden: Kinder sind gewachsen, weitere Kinder wurden geboren, die Prioritäten der Eltern haben sich verschoben, es kam zu Trennungen und auch Schicksalsschläge sind nicht ausgeblieben. Erst wenn jeder sagt, was er wirklich denkt, entdeckt man das Wesen wahrer Freundschaft. Nach dem erfolgreichen «Les petits mouchoirs» finden die Freunde in «Nous finirons ensemble» wieder zusammen. Guillaume Canet, den man sonst als Schauspieler vor der Kamera sieht, hat sich erneut auf den Regiestuhl gesetzt. Eine warmherzige Komödie, welche geschickt die heiteren Momente des Lebens mit der Melancholie über deren Verstreichen verbindet und sie auf das letztlich Wichtigste kondensiert: die Freundschaft.
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Maria by Callas
Tom Volf
Frankreich
114′
"Es gibt zwei Personen in mir, Maria und die Callas..." Die da spricht ist eine reflektierte Künstlerin, und sie kehrt ihr Innerstes nach aussen, um selber zu begreifen, wie sie vom braven Teenager zur absoluten Weltikone werden konnte: MARIA BY CALLAS erzählt die Geschichte eines einzigartigen Lebens. Aus Interviews, privaten Aufnahmen und Briefpassagen mit grosser Sorgfalt montiert, enthüllt der Film eine so leidenschaftliche wie kluge und sensible Persönlichkeit. Hier ist grosse Künstlerin auf der Suche nach Wahrhaftigkeit, Schönheit, Liebe - so nah war man der grossen Operndiva noch nie.
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Lumière! L'aventure commence
Thierry Fremaux
Frankreich
90′
1895 erfanden Auguste und Louis Lumière den Kinematographen und drehten die ersten Filme der Geschichte. Regie, Kamerafahrten, Spezialeffekte - die beiden Brüder prägten auch die Kunst der Filmgestaltung mit. Cannes-Festivalchef Thierry Frémaux' spannende Zusammenstellung ihrer teils weltberühmten, teils neu zu entdeckenden Meisterstücke in restaurierten Kopien ist eine bewegende Reise zu den Anfängen des Kinos. Die unvergesslichen Film-Juwelen bieten darüber hinaus einen einmaligen Blick auf die Welt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Lumière - das Abenteuer des Kinos beginnt!
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Sans soleil (1983)
Chris. Marker
Frankreich
104′
In seinen filmischen Essays hat der Franzose Chris. Marker aufgezeigt, welches Potential an Fiktion in jedem Dokument steckt. Auch Lyrik gibt es, im Kino, und die Erinnerung, das sind Bilder. Eine von Chris. Markers wunderbaren Erinnerungsarbeiten heisst «Sans Soleil», ist 1983 herausgekommen und hat ihren Titel von Mussorgski entlehnt. Denn Filme sind wie Musik: Sie entfalten sich in der Zeit. Sich Zeit nehmen, das ist eine Kunst, erst recht im Zeitalter der digitalen Hektik und Beliebigkeit. Auf japanische Art beten, beschreibt Marker in «Sans Soleil»: Ein Gebet, das sich ins Leben einfügt, ohne es zu unterbrechen. Wie ein guter Film. Marker nimmt sich Zeit für die Bilder, begleitet sie in seinen Filmessays mit Kommentaren, die literarisches Format haben, und bindet uns ein in einen Prozess der Wahrnehmung. Seine Texte schaffen die unterschiedlichsten Spannungen, indem sie das Bild, zu dem sie gehören, mal ganz direkt begleiten, mal sind sie vorausgeeilt, mal liefern sie die Erklärung hintennach. Mal heben sie unmerklich ab, mal graben sie sich ein. «Wie kann man sich an Durst erinnern?» fragt der Kommentar, und im Bild sehen wir eine Afrikanerin auf einem Flussboot. Das Bild wird angehalten, eingefroren. Von Anfang an war ein Tropfen hörbar, ein Geräusch, das auch später immer wieder aufgenommen wird. In einer zunächst kühnen Assoziation schneidet Marker auf den japanischen Penner, der den Verkehr an einer vielbefahrenen Kreuzung regelt und sich damit «an der Gesellschaft rächt». Auch er kennt den Durst, aber in seiner «Erinnerung» ist es das Verlangen nach Sake. «Hitchcock hatte nichts erfunden, alles war da.» Zu dieser Erkenntnis kommt der «Vertigo»-Bewunderer Marker in «Sans Soleil». Auch die Fiktion war immer schon das, was da ist - erst in den vergangenen Jahren hat sie begonnen, in virtuelle Räume vorzudringen, und wenn es eine neue Entwicklung gibt, dann jene technische: Im virtuellen Raum ist materiell nichts Existent und doch alles da. Marker hat 1983 bereits über die elektronisch generierten und verfremdeten Bilder nachgedacht, anhand des Computerkünstlers Hayao Yamaneko, der die existierenden Bilder elektronisch bearbeitet: «Wenn die Bilder der Gegenwart sich nicht ändern, die Bilder der Vergangenheit ändern.» Mit der Zone in Andrei Tarkowskis «Stalker» hat Marker die Computerarbeit damals verglichen. Bewegen wir uns am Ende aus Zeit und Raum? Ein grossartiges Essay zur Wahrnehmung und zur Erinnerung. Geben wir Chris. Marker das letzte Wort: «Die Sache, die den meisten von uns fehlt, und vor allem den Cineasten, ist die Zeit. Die Zeit zu arbeiten, aber auch vor allem, nicht zu arbeiten. Die Zeit zu reden, zuzuhören und vor allem, zu schweigen. Die Zeit zu Filmen und nicht zu filmen, zu verstehen und nicht zu verstehen, erstaunt zu sein und zu warten aufs Erstaunen, die Zeit zu leben.» Walter Ruggle
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The Prince of Nothingwood
Sonia Kronlund
Frankreich
86′
Die Regisseurin Sonia Kronlund begleitet in ihrem Film Nothingwood den afghanischen Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor Salim Shaheen. In seinem Heimatland ist er eine bekannte Grösse in der Filmszene, im Ausland hingegen kaum bekannt. Etwa hundert Kilometer von Kabul entfernt findet sich Salim Shaheen hier ein, um einige seiner 110 Filme zu zeigen und dabei den 111. zu drehen.
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Der Tod von Ludwig XIV.
Albert Serra
Frankreich
116′
Leid und Sterben machen auch vor den Mächtigsten, ja Absoluten nicht Halt: Der Sonnenkönig Ludwig XIV. – eine Paraderolle für die Truffaut-Ikone Jean-Pierre Léaud – verspürt im August 1715 nach einem Spaziergang plötzlich Schmerzen im Bein. Die nächsten Tage verbringt er in seiner Kammer, führt die Regierungsgeschäfte bestmöglich weiter und gleitet allmählich seinem Tod entgegen. Ein Historienfilm als Kammerspiel, Opulenz auf engstem Raum, der Totentanz eines Bettlägerigen – während um den Kranken herum schon so eifrig wie eifersüchtig an der Zukunft ohne ihn gebastelt wird.
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National Gallery
Frederick Wiseman
Frankreich
173′
Was haben die Bilder von Tizian und William Turner, von Caravaggio und Van Gogh uns heute noch zu erzählen? Wie werden die Meisterwerke den BesucherInnen vermittelt, was steckt hinter einem Museumsbetrieb, und wie lässt sich eine solche Institution vermarkten? «Das grosse Museum» bietet einen spannenden Einblick in den Mikrokosmos des Kunstmuseums. Eine Restauratorin ist der Geschichte eines mehrfach bearbeiteten Rubens-Gemäldes auf der Spur; ein anderer verzweifelt ausdrucksstark an der Reparatur eines Modellschlachtschiffs. Eine Frau vom Publikumsdienst fühlt sich am Haus nicht integriert; ein verdienter Sammlungsleiter wird in den Ruhestand verabschiedet. Es entsteht nicht nur das Portrait einer staatlichen Kultureinrichtung, die ihre Integrität mit Budgetvorgaben und Konkurrenzdruck ausbalancieren muss. Unangestrengt stellt «Das grosse Museum» auch weiter reichende Fragen: Wie lässt sich vermitteln zwischen der Bewahrung der Werke und ihrer zeitgemässen Präsentation? Welche Zwecke hat Kunst für die Selbstdarstellung einer Nation in Politik und Tourismus zu erfüllen? Frederick Wiseman ist einer der wichtigsten Pioniere des US-amerikanischen Direct Cinema. Er verbrachte mehrere Wochen in der National Gallery in London. In seinem unverkennbaren Stil, der sich an ‚reiner Beobachtung’ orientiert, zeigt uns Wiseman, was er als Zeuge im Museum alles wahrnimmt: Die weltbekannten Kunstwerke in monumentalen Grossaufnahmen, aber auch alles andere, was einen Museumsbetrieb ausmacht: Führungen, Vorträge, Konzerte, die Kuratoren und Kunstvermittler, die Museumsleitung oder Marketingspezialisten bei der Arbeit und die Besucher und deren Blick auf die Bilder.
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Une Histoire à Soi - A Story of One's Own
Amandine Gay
Frankreich
101′
Anne-Charlotte, Joohee, Céline, Niyongira, Mathieu stammen aus Brasilien, Sri Lanka, Ruanda, Südkorea und Australien, doch haben alle eines gemein: sie wurden adoptiert. Ihre Lebensberichte liefern eine zugleich persönliche und politische Geschichte der internationalen Adoption.
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120 battements par minute
Robin Campillo
Frankreich
137′
Paris, Anfang der 1990er-Jahre. Seit fast zehn Jahren breitet sich Aids in Frankreich aus, doch in weiten Teilen der Gesellschaft ist das Thema tabu. Die Regierung kümmert sich nicht um Aufklärung, die Pharma-Lobby verschleppt die Entwicklung neuer Medikamente. Die Aktivistengruppe Act Up will auf die Missstände aufmerksam machen. Sie schmeisst mit Kunstblut gefüllte Wasserbomben an die Wände von Forschungseinrichtungen und kapert mit Infobroschüren bewaffnet die Schulzimmer der Stadt. Wie weit die Aktionen gehen dürfen, wird bei wöchentlichen Treffen kontrovers diskutiert. Als der 26-jährige Nathan, der selbst HIV-negativ ist, zu Act Up stösst, zieht ihn die Entschlossenheit der Gemeinschaft sofort in den Bann. Und er verliebt sich in Sean, den Mutigsten und Radikalsten der Gruppe. Der aus Marokko stammende französische Regisseur Robin Campillo (Autor von «Entre les murs», Palme d’Or 2008) engagierte sich jahrelang selbst bei Act Up. Mit «120 BPM» setzt er der europäischen Stop-Aids-Bewegung ein filmisches Denkmal. Grand Prix Cannes, Queer Palm, Fipresci-Preis.
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