Spanische Dialoge

mit Bonus
Un amor - Eine Liebe fürs Leben (2012)
Paula Hernández
Argentinien
100′
Bonus: Gespräch mit Paula Hernández
Eine erinnerte Liebesgeschichte aus weiblicher Sicht erzählt: Lisa kehrt nach dreissig Jahren nach Buenos Aires zurück und besucht dort Lalo und Bruno, jene beiden Freunde aus der Schulzeit, mit denen sie das Liebeserwachen erfahren hat. Jetzt steht sie mitten im Leben und will wissen, was aus den Jungs ihrer Passion von damals geworden ist. Paula Hernández erzählt feinfühlig und subtil, wie uns Momente des Lebens prägen und ... was bleibt. Der ersten Liebe wieder begegnen Unser Leben läuft. Wir besuchen die Schule, erlernen einen Beruf, gehen Beziehungen ein, und irgendwann merken wir, dass die Hälfte unserer Zeit abgelaufen sein muss. Wie war das nun schon wieder? War’s das? Was ist aus den anderen geworden? Die Argentinierin Paula Hernández lässt - der Novelle «Eine Liebe fürs ganze Leben» von Sergio Bizzio folgend - eine Frau mittleren Alters im Heute zwei Jungs aus der Jugend besuchen. Lalo und Bruno sind in den 1970er Jahren dicke Freunde, als eines schönen Tages lasziv die neue Schülerin Lisa auftaucht und den beiden den Kopf verdreht. Sie verzaubert sie und wirbelt überhaupt so ziemlich alles durcheinander in der kleinen Stadt am Fluss. Doch Hals über Kopf ziehen Lisas Eltern mit ihrer Tochter wieder weg, und dreissig Jahre später kehrt die nun reife und erfolgreiche Frau aus beruflichen Gründen zurück. Das Dreieck der Jugendtage will sie nicht wiederbeleben, aber wissen, was aus den Männern der grossen Liebschaften von damals geworden ist. Paula Hernández’ Film Un amor ist ein stimmungsbewusst und sensibel erzähltes Eintauchen in Erinnerungen und gleichzeitig aus der Perspektive der Erwachsenen ein Versuch über die Gefühle, die das Leben in seiner ungefähren Mitte prägen. Lisa folgt einer Intuition und sucht aus schierem Gwunder ihre beiden unterschiedlichen Liebhaber aus der Schulzeit auf. Mit ihnen und uns schweift sie zurück in die Tage am Fluss, da das ganze Leben noch offen war, ein Spiel irgendwie und eben doch schon berührend ernst. Das ist eine Geschichte, in der wir uns wieder finden können, wo wir auch stehen im Leben. Walter Ruggle
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La pelicula del rey (1986)
Carlos Sorin
Argentinien
103′
Bekannt sind von Carlos Sorín Filme wie «Bombon el perro» oder «Historias minimas». Zu wenig bekannt ist sein 1987 in Venedig ausgezeichneter Erstling «La pelicula del rey», der nun in restaurierter Fassung vorliegt. Um 1860 brach der Franzose Orélie Antoine, beeindruckt von Reiseberichten jener Zeit, in den Süden Argentiniens auf und liess ich dort zum König von Araucanien und Patagonien proklamieren. Die argentinische Regieurung verwies ihn des Landes. Mehr als 100 Jahre später machte sich Carlos Sorín das absurde Unternehmen von Antoine zur Geschichte eines Regisseurs, der darüber einen Film drehen möchte und seinerseits an gewissen Widrigkeiten der Verhältnisse scheitert. Aus dem Film über einen Abenteurer wird das Abenteuer eines Films. Mit der Hartnäckigkeit, mit der der Franzose sein Königreich zu errichten versuchte, mit demselben Wahn, verfolgt auch der Filmemacher sein Ziel. Ja er übernimmt am Ende sogar die Rolle Ades Orélie Antoine. Ein Film im Film und eine Parabel über das Filmemachen in Argentinien zur Zeit vor der argentischen neuen Welle. Scheitern war damals wahrscheinlicher als Erfolg. Für sein doppelbödiges Spiel hart an der eigenen Wirklichkeit hat der Argentinier expressive Bilder gestaltet, die bis ins Surreale hineinreichen. Es sollte Jahre dauern, bis er selber wieder den Mut fand, einen Kinofilm zu drehen. Und dank «Historias minimas» war ihm wenigstens endlich auch der Kinoerfolg gegönnt.
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mit Bonus
Medianeras (2011)
Gustavo Taretto
Argentinien
90′
Bonus: 3 Kurzfilme (Una vez mas, Hoy no estoy, Medianeras)
Frisch verliebt im Zeitalter von Internet, Facebook und Twitter. Mariana und Martín sind die beiden Hauptfiguren in Gustavo Tarettos vergnüglichem Spielfilm. Sie leben an der selben Strasse im pulsierenden Buenos Aires. Er ist ein Computerfreak und muss erst wieder lernen, mit dem Tageslicht umzugehen, nachdem er die ganze Zeit vor dem Bild-schirm sass und Spiele entwarf. Sie setzt sich zuhause eine Schaufensterpuppe zusammen, um eine Mannsfigur zu haben. Gleichzeitig ist Mariana ein Fan des Bildersuchrätsels «Wo ist Walter?», in dem es darum geht, aus dem Wirrwarr einer Szenerie die eine Figur herauszufinden. Wird Mariana ihren Martín finden? Die Stadt bringt sie zusammen und hält sie voneinander fern. Wir schauen den beiden zu und entdecken dabei auch Buenos Aires, das Taretto in seiner architektonisch reizvollen Komposition mit visuellem Spürsinn festhält. ****************** Online verliebt in Buenos Aires Kennen Sie das Wimmelbilderbuch «Wo ist Walter?» Es ist in allen möglichen Sprachen der Welt erschienen und ändert sich inhaltlich nie, denn es kommt ohne Sprache aus. Lediglich der Name des Gesuchten variiert je nach Land. Im englischen Original heisst der Mann mit der Zipfelmütze und dem rot-weiss gestreiften Pullover Wally, in Frankreich ist es Charlie und bei uns im deutschen Sprachraum eben Walter. Es gibt nahe liegende Gründe, weshalb das Buch und seine gesuchte Figur Walter es mir angetan haben. Aber es gibt auch andere. In der Kunstgeschichte war Brueghel durch seine Bilder mit unüberschaubaren Figurenzahlen bereits aufgefallen. Die Such-Bücher, die bei Kindern wie Erwachsenen gleichsam beliebt sind, faszinieren durch ihre barocke Fülle in wechselnden Dekors und darin, dass sie auf eine umwerfend einfach Art von der Verlorenheit des Einzelnen im jeweiligen Umfeld erzählen. Auch der junge argentinische Filmemacher Gustavo Taretto ist fasziniert von Walter und der Idee, dass man manchmal etwas oder jemanden sucht und einfach nicht entdeckt. Taretto hat einen mehrfach preisgekrönten Kurzfilm dazu gestaltet, aus dem er die Geschichte zweier junger Menschen und der pulsierenden Grossstadt, in der sie verloren sind, weiter entwickelte. Mariana und Martín sind jung, verträumt, beschäftigt, verspielt und einsam. Sie leben Wand an Wand und wissen doch nichts voneinander. Das gehört zum Städtischen und kann auch seine Vorteile haben. Etwas Anonymität tut manchmal ganz gut - aber nicht immer. Taretto erzählt in Momentaufnahmen aus dem Leben und aus Buenos Aires. Gestaltet hat er ein modernes und bewegtes Bilderrätsel, in das wir genüsslich eintauchen können, in dem wir Spuren folgen und Figuren wahrnehmen. Werden sich die beiden nach Liebe Sehnenden treffen? Unterhaltsam im besten Sinn ist der Film geworden, weil er uns im Zeitalter der virtuellen Bekanntschaften und Nachbarschaften besonders berührt. In einer Schlüsselszene finden sich die beiden beinahe, als sie sich beim Chatten online nahekommen, als sie sich virtuell spüren. Wäre da nicht der Stromausfall im Quartier und mit ihm die Erkenntnis, dass im Virtuellen alles vom EW abhängt und die Liebe im Realen halt immer noch am Schönsten ist. Walter Ruggle
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Iniciales S.G. (2019)
Rania Attieh, Daniel Garcia
Argentinien
97′
Sergio Garcés ist Schauspieler, hält sich mit kleinen Rollen über Wasser und träumt vom grossen Ruhm, der ihn noch nicht erreicht hat. Nur die Initialen teilt er mit seinem Vorbild Serge Gainsbourg. Das Duo Rania Attieh und Daniel García bietet uns eine fröhliche Tragikomödie, in der der mehr als schwarze Humor eine absurde Logik akzentuiert. Sergio ist auf alle Fälle der vollkommen perfekte Anti-Held in dieser schrägen Satire um ein verwundetes Mannsbild, ein Anti-Held wie es ihn nicht alle Tage zu geniessen gibt. Diego Peretti verleiht ihm nicht nur sein Gesicht, er verleiht ihm auch eine erstaunliche Tiefe, so dass wir am Ende fast schon zärtliche Gefühle für die Figur empfinden, diesen perfekten Verlierer, der nichts unternimmt, sich auch nur ein wenig sympathisch zu machen. Neben Peretti porträtiert Julianne Nicholson eine Jane, die eine deutliche Ähnlichkeit mit der von Gainsbourg aufweist - seltsamerweise scheint dies dem Sergio-Fan des französischen Sängers nicht aufzufallen. Die dritte Schlüsselfigur der Geschichte schliesslich, ein Erzähler, hebt die surreale Atmosphäre der Situationen hervor, mit denen unsere beiden Helden konfrontiert sind.
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Rojo (2018)
Benjamín Naishtat
Argentinien
105′
Der angesehene Rechtsanwalt Claudio Mora sieht aus wie ein Mann, der nichts zu verbergen hat. Er führt mit seiner Frau und seiner Tochter ein beschauliches Leben in der argentinischen Provinz. Man schreibt das Jahr 1975. Während eine Welle politischer Gewalt die Städte überrollt, geht bei Mora alles seinen gewohnten Gang – bis er eines Abends in einem Restaurant mit einem fremden Mann in einen Streit mit dramatischen Folgen gerät. Am nächsten Tag ist der Vorfall für Mora fast schon vergessen. Doch plötzlich taucht ein Privatdetektiv auf und beginnt, unbequeme Fragen zu stellen – und Moras Erfolgs-Rezept, bei allen Machenschaften in seinem Umfeld wegzuschauen, steht auf der Kippe… Regisseur Benjamín Naishtat war mit seinen Filmen zu Gast an den renommierten Festivals von Cannes, Berlin und Locarno. Jetzt festigt er mit dem mehrfach ausgezeichneten «Rojo» seinen Ruf als aufregende neue Stimme des argentinischen Kinos. Seine geglückte Mischung aus bitterböser Satire und spannendem Noir-Thriller orientiert sich an den grossen Arthouse-Klassikern der 70er-Jahre und ist dabei so frisch wie eigenständig. Naishtat erzählt von einem Mann, der ein paar falsche Entscheidungen trifft, und öffnet den Blick auf eine Welt, in der niemand wirklich unschuldig ist.
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Familia sumergida (2018)
María Alché
Argentinien
91′
Fremd und eigenartig wird Marcelas Welt nach dem Tod ihrer Schwester Rina. Sie fühlt sich in ihrem eigenen Haus verloren. Auch scheint ihre Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern zu leiden. Als Nacho, ein junger Freund ihrer Tochter, unerwartet vorbeikommt, geht sie mit ihm auf einen Spaziergang und endlich kann sie reden. Aber wieder zu Hause, beginnt sie immer mehr, Gespräche mit Verwandten aus einer anderen Dimension zu führen.
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El viaje (1992)
Fernando Solanas
Argentinien
133′
Fernando Solanas (1936-2020) schickt den 17-jährigen Martin Nunca, der mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens lebt, auf eine lange Reise der Entdeckungen durch den lateinamerikanischen Kontinent. Mit dem Fahrrad bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Unterwegs sammelt er Erfahrungen, lernt die Facetten verschiedener Orte und Länder kennen. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires steht unter Wasser, doch der Staatschef Doktor Rana (Frosch) lässt sich nicht beirren. Er hat unverzüglich auf die anhaltende Katastrophe reagiert und sich angepasst, indem er mit Schwimmflossen aus dem Regierungspalast tritt, um dem Volk sein mediengerechtes Lächeln vorzuführen. Martin entdeckt die reichen Mythen des Kontinents, die Geschichte der Azteken und der Indios in den Anden genauso wie die katastrophalen sozialen und ökologischen Zustände der Gegenwart. Seine Suche nach dem Vater wird ein aufregendes Durchforsten des Kontinents, wobei Solanas mit wunderbaren Ironien die Widersprüchlichkeiten zwischen Alltagsrealität und Politik aufzeigt.
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Der deutsche Freund - El amigo alemán (2012)
Jeanine Meerapfel
Argentinien
103′
Die junge Jüdin Sulamit Löwenstein wächst mit ihren Eltern in den 1950er Jahren in Argentinien auf und verliebt sich in ihren deutschen Nachbarn Friedrich, dessen Vater ein Nazi-Scherge war. Argentinien ist in den 50er-Jahren der beliebteste Zufluchtsort von Alt-Nazis auf der Flucht vor der Verantwortung für ihre grauenvollen Verbrechen. Dort wächst die junge Jüdin Sulamit Löwenstein auf, deren Eltern es nicht gerne sehen, dass ihre Tochter Zeit mit dem deutschen Nachbarsjungen Friedrich Burg verbringt. Immerhin wird gemunkelt, dass dessen strenger Vater ein untergetauchter Nazi-Scherge sei. Sulamit und Friedrich verlieben sich ineinander und ziehen zum Studieren nach Deutschland. In der Zwischenzeit konnte Friedrich die tragische Wahrheit über seinen Vater herausfinden und bricht mit ihm. Um sich so weit wie nur möglich von der väterlichen Schuld zu entfernen, setzt sich Friedrich verbissen gegen jede Ausprägung des Faschismus ein und unterstützt die deutsche Studentenbewegung. Wenig später kehrt er nach Argentinien zurück, um gegen die dortige Militärdiktatur zu kämpfen. Erst sehr viel später und nach vielen Irrwegen finden sich Sulamit und Friedrich schliesslich im fernen Patagonien wieder.
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Zama (2017)
Lucrecia Martel
Argentinien
114′
Don Diego de Zama ist ein untergebener Beamter der spanischen Krone in einer fernen Kolonie in Lateinamerika. Jedes Jahr hofft er auf seine Versetzung, die ihn näher zu seiner Familie bringt. Doch der Befehl kommt nicht. Die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel meldet sich zurück mit der Adaption eines meisterlichen Romans aus der lateinamerikanischen Literatur. In der Erzählung von Lucrecia Martel gibt es keine wirkliche Linearität, vielmehr ist es eine Abfolge verschiedener Szenen, die den Helden Don Diego de Zama beschreiben. Der dient dem König von Spanien, und er tut dies ohne grosse Eile oder Kompetenz. Er verbringt seine Tage vor allem damit, die Frauen um ihn herum zu belauern, egal ob Sklavin oder Gräfin. Er beobachtet sie in der Hoffnung, ihren Blick einzufangen, was allerdings nie eintrifft, es sei denn ein ironischer Blick, wie derjenige der spanischen Gräfin, oder selbst ein verächtlicher Blick von den jungen Sklavinnen, die sich über ihn lustig machen. Die Gouverneure kommen und gehen, aber das so stark ersehnte königliche Schreiben, das seine Versetzung ankündigen soll, kommt nicht. Des Wartens überdrüssig meldet sich Zama freiwillig zur Jagd nach dem gefürchteten Banditen Vicuña Porto. Zama soll nicht als historischer Film betrachtet werden. Lucrecia Martel steht dazu: Sie hat sich Freiheiten gegenüber der Geschichte erlaubt. Und dies ohne Gewissensbisse, denn diese wurde von weissen Männern geschrieben, die den Eingeborenen jegliche Qualitäten aberkannten - und auch den Frauen. Die Regisseurin schafft eine dystopische Welt, die gut die Atmosphäre der spanischen Kolonien im Lateinamerika des 18. Jahrhunderts wiedergibt, wo die Männer Mühe haben, ihre europäische Identität zu bewahren, welche ihr letzter Stolz bleibt, wenn alles andere in Verwahrlosung versinkt. Zama ist eine phänomenale malerische Symphonie, für die der portugiesische Kameramann Rui Poças aus jeder Szene ein Gemälde gestaltet hat mit seiner Auswahl an Farben und Cadres, die Gesten und Blicke mit einer verblüffenden Nähe festhalten. Die Tonspur wird vom selben fantastischen Geist getragen, indem sie eine reissende Tonart und mysteriöse Geräuschkulissen findet. Zama verlangt vom Zuschauenden, sich mittragen zu lassen, damit die Erfahrung unvergesslich wird. Martial Knaebel
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Bombón - el perro (2004)
Carlos Sorin
Argentinien
97′
Juan ist 52, arbeitslos und eigentlich ein hoffnungsloser Fall. Auch seine Messer wird er nicht los, und wenn er mal eins verkaufen kann, so wird er mit dem Preis nicht einmal die Entstehungskosten des Materials decken. Aber Juan ist unterwegs, und das kann nie schaden, denn wer sich bewegt, begegnet auch anderen. Zum Beispiel einer jungen Frau, die von einer Panne blockiert hilflos am Strassenrand steht. Er kann ihr helfen und kommt nun auf den Hund. Ein rassenreines Prachtstück von argentinischer Dogge wird ihm überlassen. Man hat bei den Schenkenden eher das Gefühl, dass sie das geerbte Monstrum loswerden möchten, als dass sie Juan wirklich ein Geschenk machen wollen. Und bei ihm ist klar, dass der Hund ihn fürs Erste noch mehr einschüchtert, als es die Situation tut, in der er steckt. Carlos Sorín ist ein Meister der einfachen Geschichten von einfachen Leuten. Wer seinen letzten Spielfilm "Historias mínimas" gesehen hat, konnte sich der Faszination nicht entziehen. Einer Faszination, die nicht von Stars ausgeht, sondern von einfachen Menschen, die als Laien in eine Rolle schlüpfen, die weitgehend ihre eigene ist.
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La hora de los hornos (1968)
Fernando Solanas
Argentinien
88′
Alle Macht der Leinwand Die 60er Jahre brachten nicht nur ästhetisch neue Wellen in die Filmgeschichte: Sie brachten auch politische Bewegungen auf die Leinwand. Zum Beispiel in Lateinamerika, wo in Brasilien, Chile, Kuba, Bolivien oder Argentinien Filmemacher sich laut- und bildstark äusserten. Film ist immer politisch - als Erkenntnis ist diese Feststellung jünger als die Filmgeschichte, wenngleich man angesichts des allgemeinen handlungs- und technikorientierten Geschreibes und Geplauders derzeit wieder das Gefühl haben könnte, es hätte die Auseinandersetzung mit der politischen Ebene jeglichen Filmens nie gegeben. Neben dem gewissermassen implizit, in seiner Wirkung politischen Kino gab es früh schon das explizite, Position beziehende, ja agitativ genutzte Filmschaffen, am ausgeprägtesten sicherlich in der frühen Sowjetunion. Dort hatte Lenin den Film zur Kunst der Künste erklärt. Als Teil von Befreiungsbewegungen verstanden sich Filmemacher in verschiedensten Winkeln der Welt, und ob sie Spielfilme machten oder die sie umgebende Wirklichkeit in Bildern festhielten: Das Kino ermöglichte es ihnen, den Aufschrei ihrer Kulturen rund um die Welt zu transportieren. "Das Kino als Fenster zur Welt", lautete eine Definition von André Bazin, "Voraussetzung für das Verständnis sind das Interesse an und die Achtung gegenüber der anderen Kultur", meinte der Bolivianer Jorge Sanjines. Und anschaulicher, direkter als andere künstlerische Ausdrucksformen konnte das Kino die eigenen Bilder, Geschichten und Töne um die Welt bringen. Es ist bald fünfzig Jahre her, seit der Argentinier Fernando Solanas zusammen mit dem Spanier Octavio Getano unter dem Titel "Kino der Dekolonisation" eine Art Manifest zur Unabhängigkeit der verschiedenen Kinematographien verfasst hat. Darin heisst es unter anderem: "Eine Kinematographie wie eine Kultur wird nicht durch ihre Geographie national, sondern nur dadurch, dass sie den besonderen Notwendigkeiten der Befreiung und Entwicklung eines jeden Volkes entspricht. Das Kino, das heute in unseren Ländern dominiert und von Infrastrukturen und Superstrukturen bestimmt wird - den Ursachen jeder Unterentwicklung - kann nur ein abhängiges Kino und damit konsequenterweise ein unmündiges und unterentwickeltes Kino sein." Das legendäre Manifest hat im Zeitalter der globalen Vernetzung nichts an Aussagekraft eingebüsst. Im Gegenteil: Dieselben Konzerne, die heute den Grossteil der Kinoprogramme auf dem Globus diktieren, haben sich auch in die Computernetze eingenistet und werden dort mit derselben Effizienz dafür besorgt sein, dass die Länder des Südens darin bestenfalls als Farbtupfer in Erscheinung treten. Fernando Solanas war neben Leuten wie Glauber Rocha, Miguel Littin, Santiago Alvarez, Fernando Birri oder Jorge Sanjines einer jener Lateinamerikaner, die sich nicht nur in kulturpolitischen, antiimperialistischen Manifesten äusserten; seine Filme, unter ihnen der monumentale Dreiteiler "La hora de los hornos" (Die Stunde der Feuer, 1968), zeigten, was Emanzipation im Kino bedeutet. Solanas ging mit seinem politischen Kino auf dem Kontinent wohl insofern am weitesten, als er sich in erster Linie als "politischer Kämpfer" verstand. Das viereinhalbstündige Pamphlet gegen die neokolonialistische Repression ist geprägt von einem unmissverständlichen Tonfall, einer umfassenden, essayistisch dokumentierenden Methode und der agitativen Montage. Meditativ wird mit der langen Einstellung auf das Bild des zur Zeit der Dreharbeiten ermordeten Che Guevaras eingestimmt. Doch nicht nur der Film, auch die Arbeitsbedingungen sind Beispiel extremer Voraussetzungen. Gedreht wurde vier Jahre im Untergrund, fertiggestellt nach der Flucht ins Exilland Italien. Die politische Aktivität ging noch weiter, wurde der Film schliesslich auch nach Argentinien zurückgeschmuggelt und dort im Untergrund mit ungeheurem Erfolg gezeigt: Über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, ungezählte Verhaftungen. "In dieser Zeit", heisst es in "La hora de los hornos", "ist in Lateinamerika kein Platz für Passivität oder Unschuld. Der Kompromiss des Intellektuellen wird an dem gemessen, was er riskiert." Walter Ruggle
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Lugares comunes (2003)
Adolfo Aristarain
Argentinien
108′
Der sechzigjährige Fernando Robles ist Professor für Pädagogik an einer Universität in Buenos Aires. Er ist seit vielen Jahren mit Liliana Rovira verheiratet, einer Spanierin, die als Sozialarbeiterin in den ärmeren Quartieren Buenos Aires' tätig ist. Beide verspüren Liebe und Respekt füreinander, sind einander treu und könnten sich ein Leben ohne den jeweiligen Partner nicht mehr vorstellen. Ihr Sohn Pedro ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Söhne. Sie leben im fernen Madrid, wo Pedro einen guten Job hat und zur gutsituierten Mittelschicht gehört. Fernandos Ruhe wird erschüttert, als er aus heiterem Himmel einen Brief erhält, der ihn über seine vorzeitige Pensionierung informiert. Ein Ereignis, welches das Leben des Paars vollständig verändert. Der argentinische Altmeister betrachtet auf einfühlsame Art die Situation des Älterwerdens und den Moment, an dem ein Paar auf ein langes gemeinsames Leben zurückblickt, auf Erfahrenes, Geteiltes, Verpasstes. Sein Film greift den einschneidenden Moment einer vorzeitigen Pensionierung auf, in der ein Mensch aus seinem gewohnten Lebensgang geworfen wird und man ihm aus was für Gründen auch immer, bedeutet, dass er an seinem Arbeitsplatz nicht mehr gebraucht wird. Es ist eine zärtliche Annäherung an den Moment des Übergangs, an dem es um so verdrängte Dinge wie den Sinn und das Sinnliche geht und wo das zusammen Sein seine Bedeutung erfährt. Aristarain lässt seine Figuren angesichts der neuen Situation über das sinnieren, was das Leben ist und was es sein könnte. Ein im besten Sinn reifer Film.
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Hombre mirando al sudeste (1986)
Eliseo Subiela
Argentinien
109′
Als Rantés in die Psychiatrie kommt und behauptet, aus einer anderen Galaxie zu stammen, weckt er das Interesse von Dr. Julio Denis. Nachmittags schaut Rantés immer nach Südosten und kommuniziert mit seinem Herkunftsland. Obwohl Julio diese häufig vorkommende Psychose bekannt ist, erscheinen ihm Rantés und seine Mission mit jeder gemeinsamen Sitzung «normaler».
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Ultimas imagenes del naufragio (1989)
Eliseo Subiela
Argentinien
130′
Robert ist ein Versicherungsangestellter und seit langen Jahren unglücklich verheiratet. Er träumt davon, Schriftsteller zu werden. Eines Tages rettet er die geheimnisvolle Laura vor dem Selbstmord. Dies erweist sich für ihn zunächst als wahrer Glücksfall: Sie versorgt ihn nicht nur mit Geschichten aus ihrem Leben, die er zu Papier bringen kann, sie hat darüber hinaus auch noch all das, was ihm zu seinem Glück fehlt. Robert verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Frau, nicht ahnend, was dadurch auf ihn zukommt.
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Gente de bien (2014)
Franco Lolli
Argentinien
86′
Gabriel hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Als sein Sohn Eric zu ihm zieht, wird das Geld knapp. So folgen sie der gutgemeinten Einladung der wohlhabenden Maria, die Ferien mit ihrer Familie zu verbringen. Eine Begegnung voller Herausforderungen.
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La mirada invisible (2010)
Diego Lerman
Argentinien
93′
Diego Lerman erzählt - dem Roman «Ciencias morales» (Sittenlehre) von Martín Kohan folgend - von einer 23-jährigen Schulangestellten, die zur Zeit der Diktatur in Argentinien als Aufseherin für Ordnung sorgen muss und dabei eine Beobachtende, Spähende wird. Sie will alles richtig und korrekt machen, sollte neutral und streng sein, gleichzeitig lebt sie nicht ohne Empfindungen und Emotionen. La mirada invisible ist ein starker Film über den Alltag unter einem Regime, das dem freien Leben keinen Platz einräumt, eine der grossen Entdeckungen vom Filmfestival Cannes. Lerman schafft es mit einem hervorragenden Schauspielerensemble, die Mechanismen aufzuzeigen, die unter den unmenschlichen Bedingungen einer Diktatur wichtig werden, das schwindende Vertrauen in alle und alles, die Gefahr, im Räderwerk der Perversion eine Rolle zu spielen. ************* Die Konformistin Es gab eine Zeit im europäischen Kino, die sehr politisch war und dies nicht nur in Bezug auf Themen - sie war es auch in der Form. Zu den grossartigsten Filmen jener Tage gehören Werke wie Il conformista von Bernardo Bertolucci, La caza von Carlos Saura oder Meres tou 36 von Theo Angelopoulos. Die Zeiten haben sich gewandelt und mit ihnen auch das Kino. Das kann man ohne Nostalgie und Verklärung feststellen, das liegt in der Natur der Dinge. Manchmal taucht im Kino ein neuer Film auf, der einen an dieses Potenzial der Siebenten Kunst erinnert. Das kann ein Film wie Lola von Brillante Mendoza sein, in dem der Philippine die adäquate, radikale Form der Annäherung an seine Lebensrealität sucht und findet, das kann aber auch der Film eines jungen Argentiniers sein, der sich einer Zeit in seiner Heimat widmet, in der er selber gerade mal reif für den Kindergarten war. Diego Lerman blickt in La mirada invisible zurück in die Phase der argentinischen Militärdiktatur und damit in eine Erfahrung, die verschiedene Länder Lateinamerikas teilen. Nun haben wir, mag man sagen, schon einige Spielfilme gesehen, die aus dieser Zeit erzählen und von den Abscheulichkeiten, die Militärköpfe zu organisieren und zu befehlen imstande sind. Lerman interessiert sich nicht dafür, er erzählt kein trauriges Fait divers. Dem preisgekrönten Roman «Ciencias morales» des Schriftstellers Martín Kohan folgend, betrachtet der Filmemacher vielmehr das Phänomen der Anpassung und stillen Unterdrückung. Und er tut dies mit einer atemberaubenden Konsequenz, formal kontrolliert und präzis, so dass man sich im Kino bald einmal auch an diese grossen Tage des politischen Films in Europa erinnert fühlt. Der Nachgeborene fragt sich, wie es überhaupt möglich war, dass in seiner geliebten Heimat Argentinien eine Diktatur sich aufbauen und halten konnte. Und er betrachtet das Phänomen des vorauseilenden Gehorsams am kleinen Kosmos einer Schule, an der kleinen Figur einer Angestellten und an den kleinen Formen der Unterdrückung, die die grossen spiegeln und möglich machen. Lerman hat mit Omar Núñez und Juliet a Zylberberg zwei grossartige Schauspielende zur Seite und ein visuelles Bewusstsein, das den Atem stocken lässt. Walter Ruggle
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El nido vacio (2008)
Daniel Burman
Argentinien
87′
In seinem neusten Film erzählt der Argentinier Daniel Burman von einem Moment, der das Leben aller Eltern mit erwachsen werdenden Kindern prägt. Es ist die Zeit, in der die Kinder ausfliegen, das Nest verlassen. «El nido vacío», das verlassene Nest eben, ergründet den Moment der Leere, wenn die Kinder gross geworden sind und selbstständig, wenn sie das erreicht haben, was ihnen die Eltern ja über die Jahre ihrer Kindheit hinweg wünschten. Das alltägliche familiäre Chaos endet - was folgt? In «El nido vacío» ist es Leonardo, ein erfolgreicher Schriftsteller, der sich mit seiner Frau eines Tages in dieser Situation vorfindet. Was stellt man sich vor? Was ist wirklich? Ein ebenso sanfter wie klug gebauter Film rund um die Familie, die Träume und Ängste auch, um Hoffnungen und Ahnungen. Ein weiteres starkes Stück von Daniel Burman, der mit «Esperando al Mesías» (2000) und «El abrazo partido» (2004) aufgefallen war und eine der herausragenden Figuren im jungen argentinischen Kino ist , grossartig in Szene gebracht und überraschend. Mit Almodovar-Schauspielerin Cecilia Roth und Oscar Martínez, der am Festival von San Sebastian für die Darstellung des Vaters ausgezeichnet wurde, genauso wie Kameramann Hugo Colace, der es schafft, die Kamera zu einer eigenständigen Figur werden zu lassen.
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El otro (2007)
Ariel Rotter
Argentinien
80′
Für den 46-jährigen Anwalt Juan Desouza scheint alles darauf hinzudeuten, dass er wie sein Vater ein Leben in Sicherheit und Wohlstand verbringen wird. Als ihm seine Frau mitteilt, vielleicht schwanger zu sein, und zugleich sein Vater schwer erkrankt, beginnt Juan über sein Dasein nachzudenken. Eine geschäftliche Reise verleitet ihn dazu, die Identität zu wechseln und das Leben dadurch aus anderer Perspektive neu zu sehen. Das Nachdenken über das, was wir sind, ist so alt wie der Mensch. Was ist der Geist? Was ist die Seele? Was ist der Körper? Vieles ist fassbar, anderes nicht oder nur ansatzweise. Zum Glück. Denn so ist es immer wieder reizvoll, sich dem unfassbaren Teil des Daseins zu widmen, dem etwa, dem wir uns schwer entziehen können: unserem Körper. Ariel Rotter gehört zu den talentiertesten Filmemachern der äusserst dynamischen jungen Generation in Argentinien. Er hat hier eigentlich nur einen einfachen Versuch angestellt und einen Mann in den besten Jahren aus seinem eigenen Leben austreten lassen. Nicht so radikal, wie das Michelangelo Antonioni in «Professione: Reporter» machte, wo Jack Nicholson von einer Rolle in eine andere wechselte und dabei nicht ahnte, was ihn damit erwarten würde. Aber anregend, eher spielerisch. Denn Juan Desouza, grossartig verkörpert von Julio Chávez, wechselt ja nicht nur einmal seine Rolle, er versucht es gleich mehrfach. Der Auslöser ist derselbe wie bei Antonioni: Ein Toter. Gewechselt wird einfach die Identität, der Körper bleibt derselbe. Und damit gerät Ariel Rotters Film zu einer kleinen, feinen Studie über das Körperliche am Menschsein. Was tragen wir herum, und was trägt uns herum? Was macht uns eigentlich aus? Und könnten wir nicht einfach ein Anderer sein bzw. eine Andere? Ein faszinierender Film, von dem man sich tragen lassen kann in dem Sinn, als er mit seinen Körperbetrachtungen in unterschiedlichen Lebensaltern das Sinnieren über das eigene Dasein anregt. Wer sind wir? Und was ist unser Körper? Und was bleibt uns und von uns? Dieser Film ist auch eine sinnliche Erfahrung. Walter Ruggle
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El boton de nacar (2015)
Patricio Guzmán
Chile
82′
Der Chilene Patricio Guzmán (Nostalgia de la luz) ist ein wunderbarer Erzähler. Sanft führt er uns durch seine Geschichten, die er dem Leben entnimmt und der Geschichte. In Nostalgia de la luz lud er uns ein in die Wüste und ins Universum. Dieses Mal sind es Patagonien und der Ozean. Chile hat 4300 Kilometer Küste, hat Vulkane, Berge und Gletscher. Guzmàn lauscht den Stimmen der Natur und jenen der Ureinwohner Patagoniens. Sein Film ist ein Gedicht. Es gibt Filme, die nehmen einen als Zuschauerin oder Zuschauer vom allerersten Augenblick an auf. Sie strahlen einen Zauber aus und haben etwas Wohltuendes. Es geht dabei nicht ums Verführen - eine Aktion, die das Kino im umfassenden Sinn auch beherrscht. Nein: Es geht um ein Hinführen, hinein in das, was uns ihr Autor erzählen, was er uns näher bringen will. Das kann eine erfundene Geschichte sein, dann nennt man es einen Spielfilm, es kann die in Bilder und Töne gefasste Begegnung mit dem Realen sein, dann wird man von einem Dokumentarfilm reden. Einer, der die Kunst des Dokumentarischen beherrscht wie wenige ist der Chilene Patricio Guzmán. Und das Faszinierende, Schillernde, Bewegende, Packende, das Traumwandlerische ist es, dass seine Filme so spielerisch leicht wirken, obschon sie auch von Dingen erzählen, über die die Menschheit nicht stolz sein kann. Nostalgia de la luz war die Erzählung vom unendlich Grossen des Universums und dem unendlich Kleinen des Menschen im Sand der irdischen Wüste. El botón de nacár nun ist ein Tauchen im Ozean, der Chile umbrandet und ein Auftauchen in dem, was Menschen im Lauf der Jahrhunderte da getrieben haben. Patricio Guzmán geleitet uns, führt vom Kleinen ins Grosse und wieder zurück. Er schafft Zusammenhänge, erzählt von den Ureinwohnern, die einst in Patagonien lebten und davon, was ihnen ge-schah, von einem Patagonen, der zur Erzählfigur wurde und von einem Perlmuttknopf, der am Grund des Pazifiks gefunden wurde und von der jüngeren Geschichte Chiles kündet. Man sitzt im Kino, schaut in die einzigartige Natur, erkennt Zusammenhänge, lauscht den Gedanken des Filmemachers und den Klängen von Patagoniens Sprache, des Wassers: Man staunt und ist bewegt. Walter Ruggle
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Borges - Los libros y la noche (2000)
Tristan Bauer
Argentinien
79′
Um den hundertsten Geburtstag von Jorge Luis Borges zu feiern, hat Tristán Bauer einen ausgesprochen anregenden Filmessay gestaltet: Gekonnt, respektvoll und poetisch vermischt er Archivdokumente, Gespräche und Fotos zum Leben des Schriftstellers, die Borges' politische Haltung, seine Probleme mit dem Perón Regime und seine internationalen Erfolge widerspiegeln. Tristán Bauer beschränkt sich nicht auf eine Historikerarbeit, er rekonstruiert nüchtern und subtil die Welt des Schriftstellers: unendliche Brunnen der seltsamen Bibliothek von Babel, zahlreiche Gänge, Kreise, Spiegel, Treppen und Sechsecke. Auf der Suche nach Borges' Welt und nach ihrer Fiktion gelingt es ihm, die Atmosphäre der Gedichte und Geschichten, der literarischen und metaphysischen Obsessionen des Schriftstellers wiederzugeben. Der Film handelt in Dokumentar- und Spielfilmsequenzen vom Leben und Werk von einem der bedeutendsten spanischsprachigen Schriftsteller, und stellt Archivdokumente der faszinierenden Welt unendlicher Bibliotheks- und Bücherlabyrinthe gegenüber. Walter Santa Ana spielt die vom argentinischen Schriftsteller geschaffene Figur, die niemand anders als Borges selbst ist. Walter Ruggle
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La historia oficial (1985)
Luis Puenzo
Argentinien
114′
Argentinien, 1983: Das Ende des dreckigen Krieges und damit der Herrschaft der Militärjunta ist in Sicht, offene Wahlen stehen bevor. An ihrer Schule lehrt Alicia unbeirrt die «offizielle» Geschichte Argentiniens, spart die Gräueltaten der Diktatur - Folter, Verschwinden von Oppositionellen, Massenexekutionen - aus. Auf die drängenden Fragen ihrer Schüler reagiert sie mit Unverständnis und Härte. Die Rückkehr ihrer alten Freundin Ana aus dem Exil und die Demonstranten auf der Plaza de Mayo, die unentwegt für die Aufklärung der Zwangsadoptionen unter der Militärdiktatur kämpfen, zwingen die Mutter eines adoptierten Kindes, sich mit der noch «inoffiziellen» Geschichte des Landes auseinanderzusetzen. Schrittweise muss sie realisieren, dass auch ihre Familie untrennbar mit einem dunklen Kapitel des Landes verbunden ist. Zwei Jahre nach Ende der Diktatur thematisierte Luis Puenzo in seinem bei den Oscars und in Cannes ausgezeichneten Film das Schicksal der «Desaparecidos» (Verschwundenen) und ihrer Kinder, die an regimetreue Paare vergeben wurden.
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Las aventuras de dios (2001)
Eliseo Subiela
Argentinien
82′
Geträumtes Leben Das Kino ist die Kunst der Erinnerung. Und Eliseo Subiela ist einer der begabtesten Erinnerungskünstler der Filmkunst. In "Las aventuras de Dios" lässt er uns zwischen Realitäten geradezu schweben. Ein Mann taucht aus dem Meer auf und findet sich in einem verlassen wirkenden, geradezu surrealen Hotelpalast aus den dreissiger Jahren wieder. Dort stösst er auf eine Reihe von Figuren, die ihn an Momente des Lebens erinnern, an die menschliche Existenz und ihre Ingredienzen. Er versucht herauszufinden, was es mit dem Ort auf sich hat, weiss nicht, träumt er, wird er geträumt oder soll das alles wahr sein. Gefangen ist er da zusammen mit Valeri, einer attraktiven Frau, mit der er in einem alten Cabrio Ausflüge in die Stadt unternimmt. Immer wieder durchquert er das labyrinthähnliche Hotelgebäude und ist in der Gegenwart genauso wie in einem zeitlosen Raum. Kommt er hier wieder weg? Oder ist er da für immer gefangen? Gibt es überhaupt eine Wirklichkeit oder ist ohnehin alles erdacht, erfunden, erlogen, erträumt, ersonnen, erhofft, ersehnt? Es ist eine wundersame Reise in philosophische Gefilde, auf die uns Eliseo Subiela einlädt und auf der er uns mit unseren eigenen Fluchtwegen konfrontiert. «Göttliche Abenteuer» titelt der Argentinier Eliseo Subiela seinen jüngsten Film, und in der Tat bewegen wir uns darin wundersam im Kopf seines Protagonisten. LiebhaberInnen des gefühlvollen Regisseurs aus Buenos Aires mögen sich vielleicht an den Film mit dem schönsten Titel erinnern, «No te mueras sin decirme a donde vas» («Stirb nicht, ohne mir zu sagen, wohin du gehst»). Darin versucht ein Mann eine Traummaschine herzustellen, mit deren Hilfe man die Innenseite des Menschen besser erfassen könnte, seine Nachtbilder auch am Tag sichtbar machen. Wie sehr Eliseo Subiela einer der begabtesten Erinnerungskünstler ist, zeigt sich nun wieder in «Las aventuras de dios», der stärker an die frühesten anlehnt und im besten Sinn an Höhepunkte des europäischen Autorenfilms um 1960 herum erinnert, an Meisterwerke wie «L'année dernière à Marienbad» von Alain Resnais oder «Das Schweigen» von Ingmar Bergman. Subiela lässt uns zwischen Realitäten schweben, zwischen Innen und Aussen, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Liebe und Verlassenheit. Als einen «metaphysischen Thriller» bezeichnet er selber seine Geschichte von einem Mann, der in seinen eigenen Kopf vorzudringen scheint und dort aus den Fluten des Gedankenmeeres aufsteigt, um in einem scheinbar verlassenen Hotel aufzutauchen. Dort stösst er auf eine Reihe von Figuren, die ihn an Momente des Lebens erinnern, an die menschliche Existenz und ihre Zutaten. Subiela hat den Film in Digital Video-Technik gedreht, was die Brüchigkeit der Geschichte noch betont. Walter Ruggle
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Refugiado (2014)
Diego Lerman
Argentinien
94′
Der Junge Matias und seine Mutter Laura verlassen in Panik die Wohnung, in der sie leben, nachdem die Frau einmal mehr von ihrem Mann geprügelt wurde. Häusliche Gewalt nennt man das, und man weiss, dass sie verbreiteter ist, als man denkt. Matias ist achtjährig und Laura wieder schwanger. Zusammen suchen Mutter und Kind einen Ort, an dem sie sich sicher fühlen können und unerreichbar für den Mann und Vater. Diego Lerman erzählt von einem Flüchtlingspaar in der eigenen Stadt. Buenos Aires ist austauschbar, denn das, was die beiden erleben, könnte sich überall abspielen, auch bei uns. Packend ist der Film inszeniert, konsequent beschreibt der Regisseur die Wahrnehmung des Kindes in einer Situation, die für die Mutter unhaltbar geworden ist. Wo ist sie, die Geborgenheit? Es ist zutiefst beeindruckend, wie Diego Lerman es schafft, von der Gewalt an einer Mutter zu erzählen, ohne äusserliche Gewalt zu zeigen. Die Absenz des Mannes macht einen schönen Teil der ungemeinen Kraft dieses Filmes aus, der uns nach innen blicken lässt, indem er aufs Ablenkende an der Oberfläche verzichtet. Der Regisseur von «La mirada invisible» setzt zusammen mit seiner Co-Autorin María Meira dort an, wo die Verzweiflung die Flucht als letzten Ausweg fordert: Laura nimmt ihren Buben und will ganz einfach weg. Wohin, ist ihr eigentlich unklar, sicher nicht zurück. Im Frauenhaus mag sie auch nicht bleiben. Aber wohin? Wir lesen täglich von Menschen, die auf der Flucht sind vor brutalen Regimen oder aus wirtschaftlicher Not. Diego Lerman widmet sich jenen, die mitten unter uns abhauen wollen. Auslöser für seinen Film war eine von ihrem Mann malträtierte Frau, die er eines Tages vor dem Hauseingang vorfand. Er begann zu recherchieren und stiess auf die Gewalt, die mitten in unseren Gesellschaften ausgeübt wird in einem Ausmass, das erschreckend ist. Der Filmemacher wählte den unschuldigen Blick eines aufgeweckten Knaben (mit intensivem Blick verkörpert durch Sebastián Molinaro), der wahrnimmt, aber nicht wirklich einordnen kann. Entstanden ist ein eigentlicher Krimi, der die schiere Ausweglosigkeit fühlbar macht. Lerman schafft es mit seiner in jedem Augenblick dichten Inszenierung, uns in die Situation der beiden zu versetzen, mit ihnen auf der Flucht zu sein und dabei gewahr, dass wir ja eigentlich in der eigenen Stadt sind. Buenos Aires liefert Fassaden, die überall in der Welt stehen könnten, jene Fassaden, die verbergen, was sich hinter ihnen abspielt. Das ist ein Thriller, der uns hineinführt in ein tabuisiertes Thema und über die Wahrnehmung von Matías teilhaben lässt. Unglaublich intensiv. Walter Ruggle
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Herencia (2001)
Paula Hernández
Argentinien
92′
Die Filmemacherin Paula Hernández gehört heute zu den Schlüsselfiguren des argentinischen Filmschaffens, das in den letzten Jahren viel hat von sich reden machen. Filme wie «Lluvia» oder «Un amor» waren auch bei uns zu sehen und haben mit ihrem sensiblen Blick in den Beziehungsalltag überzeugt. Jetzt hat trigon-film sich darum bemüht, dass auch der Erstling von Paula Hernández zu sehen ist. Auch wenn es nicht alle Tage vorkommt, dass eine Premiere schon ein paar Jährchen alt ist: Hier lohnt es sich bestimmt. Eine kleine Perle, in der es bereits um das zentrale Thema im Werk der Argentinierin geht, um die Liebe, die Welten versetzen kann und Menschen in jeder Beziehung bewegt. Peter reist von Deutschland nach Buenos Aires, um jene Frau zu finden, in die er sich vor einiger Zeit Hals über Kopf verliebt hat und mit der er zusammenleben will. Er hat von ihr aber nicht viel mehr als den Namen, eine Adresse, die nicht mehr stimmt, und die Erinnerung an verzaubernde Momente. Peter trifft fürs Erste auf Olinda, die eine Quartierkneipe führt und selber vor einem halben Jahrhundert auf der Suche nach ihrer grossen Liebe in Argentinien gestrandet war. Allein schon das Dekor und die gute Küche lohnen den Besuch in Olindas Kneipe und Hernández stimmigen Film über das Lieben im Leben.
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Camino a La Paz (2015)
Francisco Varone
Argentinien
89′
Sebastián ist zwar schon Mitte 30, aber was er im Leben wirklich will, ist noch nicht so ganz klar. Der einzig wirkliche Fixpunkt seiner Existenz scheint der vom Vater geerbte Peugeot 505 zu sein. Dass dies seine Freundin eher nervt, ist gut zu verstehen. Doch dann kommt Sebastián eher zufällig zu einem Job als Taxifahrer. Schnell findet er einige Stammkunden; unter ihnen Jalil, einen ernsten, eher kauzigen älteren Herrn. Der gläubige Muslim heuert den zunächst zögernden Sebastián schon nach kurzer Zeit an, ihn nach Bolivien zu chauffieren. Von dort aus möchte er zusammen mit seinem Bruder die Pilgerfahrt nach Mekka fortsetzen. Den Gesetzen des Genres folgend, werden sich auf der über 3.000 km erstreckenden Reise viele Hindernisse auftun. Eher nur lästig ist dabei der Umstand, dass der eigentlich nicht reisefähige Jalil jede Nacht an das altertümliche Dialysegerät angeschlossen werden muss, das sie in einer riesigen Kiste auf dem Dachträger mitführen. Doch die Fahrt mit ihren geplanten wie ungeplanten Unterbrechungen wird für beide zu einer intensiven Begegnung, in der sie gezwungen sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
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Gloria (2013)
Sebastian Lelio
Chile
109′
Diese Frau muss man einfach lieben! Gloria ist 58, geschieden. Ihre Kinder sind längst aus dem Haus. Allein will sie ihre Tage und Nächte aber nicht verbringen. So tanzt sie voller Lebensfreude an Single-Partys und flirtet, was das Zeug hält. Da lernt sie den etwas älteren Rodolfo kennen. Was liebevoll beginnt, wird für Gloria allerdings bald zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Doch diese Frau lässt sich nicht unterkriegen: Gloria steht nach jedem Rückschlag wieder auf – und ihr Stern strahlt noch heller als zuvor.
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La cordillera de los sueños (2019)
Patricio Guzmán
Chile
85′
Nachdem Patricio Guzmán für «Nostalgia de la luz» in die Atacamawüste im Norden Chiles gereist war und für «El botón de nácar» nach Patagonien in den tiefsten Süden, befasst er sich im letzten Teil der Trilogie zur Heimat mit der zentralen Andenkette und dem Gedächtnis der bewegten Bilder. Persönlich sind alle seine Filme, aber in mancherlei Hinsicht ist dieser der intimste, der den Künstler bis zurück in die Ruinen des Hauses seiner Kindheit führt.
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No (2012)
Pablo Larraín
Chile
118′
René Saavedra (Gael García Bernal) ist ein begnadeter Werbefachmann. Wer im Chile Ende der Achtziger Jahre ein Produkt zu verkaufen hat, lässt die Kampagne von ihm gestalten. Frisch aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt, kennt er die neusten Trends der Werbewirtschaft und setzt erfolgreich auf die Wirkung von Fernsehbildern, mit deren Hilfe er jede Ware erfolgreich vermarkten kann. Obwohl politisch selber nicht aktiv, bewegt er sich in dem von Augusto Pinochet autoritär geführten Land im Umfeld des Regimes. Dennoch gelingt es 1988 der Opposition, ihn als Leiter der Werbekampagne gegen ein Referendum zu gewinnen, in der der Diktator sich als Präsident bestätigen lassen will. Niemand glaubt an einen Sieg der Opposition, ausser Saavedra, der mit einer frechen, knallig-bunten Fernsehkampagne das Ruder herumzureissen versucht... «No» erzählt in Form einer wunderbaren Satire, dass eine gute PR-Kampagne viel wirkungsvoller als jeder sachliche politische Diskurs sein kann. Schliesslich ist Politik auch nur eine Ware, die es zu verkaufen gilt.
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Nostalgia de la luz (2010)
Patricio Guzmán
Chile
90′
In seinem dokumentarischen Essayfilm geht der Chilene Patricio Guzmán von einem zweifachen Blick in die Vergangenheit aus: Zum einen sind da die Astronomen, die in der Atacama-Wüste in den Himmel blicken und den Ur-sprung des Universums erkunden, zum anderen die Frauen, die im Wüstensand um die Observatorien herum nach sterblichen Überresten ihrer Liebsten suchen, die Opfer der Militärdiktatur geworden sind. Eine Reise ins Licht. ********* Der Mensch im Universum Patricio Guzmán gehört zu den Schlüsselfiguren des lateinamerikanischen Kinos, und er tut dies, obwohl das Terrorregime Chiles den Filmemacher in den 1970er Jahren zum Gang ins Exil gezwungen hatte. Immer wieder hat er auf das Unrecht aufmerksam gemacht, das in seiner Heimat herrschte. La batalla de Chile, dieses viereinhalbstündige Monument, setzte ein «Denkt mal!» in die Filmgeschichte. «Ein Land ohne ein dokumentarisches Filmschaffen ist wie eine Familie ohne Fotoalbum», hat Guzmán gesagt. Und so hat er sein Leben dem Familienalbum gewidmet, einem Album, das weit über seine Heimat Chile betrachtenswert ist, weil vieles, das der Filmemacher uns vor Augen führt, auch anderswo ausgemacht werden kann. Und weil, wenn er Salvador Allendes Geschichte beschreibt, er auch die grösseren Zusammenhänge transparent macht. In keinem anderen Film hat Patricio Guzmán ein grösseres Mass an Allgemeingültigkeit erreicht, als in Nostalgia de la luz. Hier löst er sich zunächst von der chilenischen Geschichte und erzählt uns von Menschen, die in der Atacama-Wüste im Norden seiner Heimat nach den Sternen gucken, weil diese hier am besten sichtbar sind. Und wer nachts in den Himmel schaut, der schaut in die Vergangenheit. Alles Licht, was uns da erreicht, ist Vergangenheit, hat einen oft Jahrtausende langen Weg zurückgelegt. Guzmán lädt uns ein zum Hineindenken ins Universum, und er stellt uns ein paar Frauen vor, die um die Teleoskope in der Wüste 20 Jahre lang im ebenfalls unendlich scheinenden Sand gegraben haben, auf der Suche nach der Vergangenheit, nach Überresten ihrer Liebsten, die die Diktatur umgebracht hat und verschwinden liess. Was für ein mickriges Geschöpf ist er doch, der Mensch im Universum, und wieviel Schmerz kann er verbreiten. Dieser Essay ist eine Einladung in andere Dimensionen. Walter Ruggle
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Neruda (2016)
Pablo Larraín
Chile
108′
Der berühmte chilenische Dichter und Kommunist Pablo Neruda (geboren als Ricardo Eliezer Neftalí Reyes Basoalto, 1904 - 1973) bezichtigt Staatspräsident Videla – einst sein Kampfgefährte – des Verrats. Man schreibt das Jahr 1948, der Kalte Krieg ist in Chile angekommen. Nerudas Kritik hat Folgen: Er verliert als gewählter Senator die politische Immunität, soll verhaftet werden und muss untertauchen. Das ruft Kommissar Óscar Peluchonneau auf den Plan. Er ist von der Idee besessen, Pablo Neruda dingfest zu machen. Doch dieser lenkt ihn immer wieder in die Irre und entkommt. Das Katz- und Maus-Spiel führt den wortgewaltigen Freigeist und den sturen Staatsdiener bis ins Andengebirge, wo Neruda das letzte Kapitel des Duells mit Peluchonneau in Szene setzt. Endlich wird hier dem chilenischen Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda filmisch Reverenz erwiesen. Regisseur Pablo Larraín greift reale Ereignisse auf und bettet sie in einen fiktionalen Plot mit Film-Noir-Elementen. Ironisch-provokativ und mit Esprit wird so ein faszinierendes Pablo-Neruda-Universum rekonstruiert. Larraíns bewegender Spielfilm ist erhellend für Neruda-Kenner, animierend für ein entdeckungsfreudiges Kinopublikum und bringt mit Luis Gnecco und Gael García Bernal herausragende Darsteller auf die Leinwand. «Alle Wege führen zum selben Ziel: andere davon zu überzeugen, wer wir sind. Und wir müssen Einsamkeit, Schwierigkeiten, Isolation und Schweigen erfahren, um den verzauberten Ort zu erreichen, wo wir unseren tolpatschigen Tanz tanzen und unsere sorgenvolles Lied singen können.» Pablo Neruda
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Gatos viejos - Alte Katzen (2011)
Sebastian Silva Pedro Peirano
Chile
86′
Isidora und Enrique sind um die 80 und leben mit ihren ebenso betagten Katzen in einer eleganten Wohnung in Santiago. Nur befindet sich diese im achten Stock und macht Isidora schnell zur Gefangenen, wenn wieder mal der Lift ausfällt. Ausgerechnet an einem solchen Tag kündigt die Tochter ihren Besuch an. Das kann nichts Gutes verheissen. Bald fegt die zapplige Rosario wie ein Orkan durch die Wohnung. Sie ist allergisch auf Katzen, doch nicht nur das. Nachdem sich auch ihre Freundin «Hugo» dazugesellt hat, schimmern die wahren Beweggründe der Visite durch: Sie haben es auf das Apartment abgesehen. Das ist zu viel für Isidora, die ihre Anflüge von Demenz vor den Gästen kaum mehr verbergen kann. Und plötzlich geht es hier nicht mehr ums Geld, sondern um Liebe, Vergänglichkeit und verpasste Chancen. Ein virtuos inszeniertes Kammerstück, das nahtlos von der Komödie in die Tragödie und wieder zurück gleitet. Nach dem wunderbar anrührenden Erfolgsfilm «Cinco dias sin Nora» aus Mexiko erreicht uns hier eine Überraschung aus Chile, eine besinnliche Komödie übers Altwerden. Von den französischen Art-et-Essay-Kinos in Cannes 2011 zum besten Film ihres Programms geadelt. Vom Altwerden Es sind die kleinen seelischen Regungen, an denen die beiden Filmemacher Pedro Peirano und Sebastián Silva interessiert sind. In ihrem letzten Film La nana, dem eine bemerkenswerte Festivalkarriere mit Preisregen beschieden war, tasteten sie seismografisch die Seele einer verhärmten Hausangestellten ab, die sich durch eine besondere Begegnung nach und nach öffnen lernt. Im eigenwilligen Gatos viejos folgen sie nun der Bewegung in die andere Richtung: dem Rückzug in die eigene Welt einer Frau, die die allerersten Anzeichen von Alzheimer an sich wahrnimmt. Die sich - derart in die Enge getrieben - Gedanken machen muss zu ihrer Wohnsituation, aber auch zum Verhalten ihrer rabiaten Tochter. Faszinierend an der vierhändigen Arbeit der beiden Filmemacher ist der ihnen eigene Stil, der dokumentarisches Beobachten mit fulminantem Schauspiel verbindet und aus dem Schlagabtausch gereifter Charaktere jenen Humor destilliert, den das Leben schreibt. Da fliegen auch mal die Fetzen und fallen harte Worte. Unter Wahrung der Einheit von Ort, Zeit und Handlung weitet sich der Film so in drei Akten von der bissigen Komödie zum persönlichen Drama der Hauptfiguren - mehr noch zum menschlichen Drama schlechthin: Wie fühlt es sich an, alt zu werden, wachen Bewusstseins zu spüren, dass einen die geistigen Fähigkeiten verlassen? Zu merken, dass einem nur noch wenig Zeit bleibt, gewisse Dinge ins Lot zu bringen? Mit naturalistischem Blick hält die Kamera die Beschwerlichkeiten im Alter fest, registriert Isidoras seelisches Beben in Close-ups, verwandelt ihr Gesicht in eine eigentliche Landschaft der Emotionen. Durch die Perspektive der bejahrten Isidora erfahren wir ihren verzerrten Blick auf die Tochter und das Gefühl beginnender Umnachtung sozusagen aus erster Instanz. Zerbrechlich auf der einen, steif auf der andern Seite - dieses Seilziehen meistert die chilenische Theaterikone Bélgica Castro alias Isidora mit Brillanz. Sie blickt mit 90 Jahren auf eine aussergewöhnliche Schauspielkarriere zurück und ist mit ihrem Filmpartner Enrique, dem Dramaturgen Alejandro Sieveking, auch im richtigen Leben zusammen. Fast schon logisch, dass der Schauplatz ihre eigene Wohnung ist, Katzen inklusive! Wenn Isidora sich schliesslich eingestehen muss, dass auch sie Schuld trifft, dass sie nämlich ihrer Tochter zu wenig Liebe geschenkt hat, wird eine kleine Geste der Versöhnung möglich, etwas mehr Verständnis, ein wenig Zärtlichkeit, ohne dass wir deswegen auf ein Happy End zusteuern. Nein, wir befinden uns mitten im Leben. Brigitte Siegrist
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Rara (2016)
Pepa San Martin
Chile
86′
Seit der Trennung ihrer Eltern lebt Sara mit ihrer jüngeren Schwester bei der Mutter, die jetzt mit einer Frau zusammen ist. Der Alltag der vier unterscheidet sich kaum von dem anderer Familien. Für Sara ist die Situation ganz in Ordnung. Doch nicht alle sehen es so, insbesondere ihr Vater hat Bedenken. Das einfühlsame Spielfilmdebüt von Pepa San Martín beruht auf wahren Ereignissen und betrachtet alles aus der Perspektive der 13-jährigen Sara. Auf den ersten Blick sieht der Alltag in Saras Familie ganz normal aus: Schule, Aufgaben, Knatsch mit der Schwester, Herzklopfen bei einem der Jungs in der Klasse, Hänseleien, gemeinsames Essen am Familientisch. Sara ist 12, bald kann sie ihren 13. Geburtstag feiern und freut sich schon auf ihr Fest. Eigentlich möchte sie das ganz normal zu Hause feiern, doch in der Schule hört sie ab und an Fragen, die sie verunsichern. Denn Saras Mutter hat den Vater ihrer beiden Töchter verlassen und lebt mit ihnen und einer Frau zusammen. Für Sara und ihre jüngere Schwester Catalina die selbstverständlichste Sache der Welt, fürs Umfeld nicht immer. Und gerade jetzt wieder nicht, wenn es um die Einladungen geht und darum, wer denn alles an die Geburtstagsparty kommen soll und auch kommen darf. Die junge Regisseurin Pepa San Martín hat bei Alicia Schersons Spielfilm Turistas als Darstellerin mitgewirkt und mit der Landsfrau nun dieses federleichte Drehbuch über den ganz gewöhnlichen Alltag einer Zwölfjährigen geschrieben. Inszeniert hat sie es mit ausgeprägtem Sinn für die Bedeutung des Unscheinbaren, die kleinen Gesten, die nebenbei fallengelassenen Sätze, die Blicke, die unseren Alltag prägen und ganz besonders den Alltag eines Kindes beeinflussen können. Sara geht es gut, sie ist aufgeweckt. Die Regisseurin hat ganz bewusst ihren Blick eingenommen, und das trägt, zusammen mit den beiden schlicht grossartigen Mädchen, die die Schwestern spielen, ganz entscheidend zu den Qualitäten ihres Erstlings bei. Einfühlsam im besten Sinn des Wortes erzählt Pepa San Martìn aus dem Alltag eines Mädches an der Schwelle zur Pubertät; mit der Selbstverständlichkeit, mit der die beiden Frauen ihre Beziehung leben, greift sie ein Thema auf, das keine Nationalität kennt - aber Vorurteile. Walter Ruggle
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Aqui no ha pasado nada (2016)
Alejandro Fernández Almendras
Chile
96′
In Sundance hat er erstmals Aufsehen erregt: Der Spielfilm aus Chile, der mit Crowdfunding finanziert wurde und einen spektakulären Fall aufgreift, gleichzeitig fesselndes Porträt einer Jugend ist, die eigentlich alles hat und permanent auf allen Kanälen kommuniziert. Vicente geniesst das Leben. Er liebt Partys, Mädchen, schnelle Autos. In einer Sonntagnacht fährt er mit anderen Jugendlichen, mit denen er gefeiert hat, durch die Stadt. Plötzlich erschüttert ein Schlag den Wagen. Am Morgen stellt sich heraus, dass ein Mann überfahren worden ist, ein Vater von drei Kindern, und niemand hat Hilfe geleistet. Obwohl Vicente nicht am Steuer sass, gilt er bald als der Schuldige. Denn der Vater des eigentlichen Fahrers ist ein Senator und Wirtschaftsboss, einer der mächtigsten Männer im Land, auf den kein Schatten fallen darf. Alejandro Fernández Almendras rekonstruierteinen wahren Fall, der in Chile hohe Wellen schlug. Den Titel könnte man übersetzen als Teil der Bitte an einem Unfallplatz: Gehen Sie weiter, hier ist nichts passiert. Aquí no ha pasado nada fasziniert in seiner Erzählweise und verblüfft noch stärker, wenn man sich die Entstehungsgeschichte vor Augen führt. Finanziert durch Crowdfunding, wurde der Film mit gerade mal 27’000 Dollars in nur 11 Tagen gedreht. Sicher hat dieses kühne und spontane Vorgehen dazu beigetragen, dass ein sehr direktes, ungeschminktes und authentisches Porträt Jugendlicher und ihrer Musik entstanden ist. Der Film gibt weit über Chile hinaus Einblick in den Alltag einer globalisierten Jugend, die alles hat, gerne an die Grenzen geht und permanent mobil kommuniziert, während den Eltern die Zeit für die Kinder fehlt. Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte: Chiles Kino lebt! Walter Ruggle
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El rey de San Gregorio (2006)
Alfonso Gazitúa Gaete
Chile
80′
"El rey de San Gregorio" ist eine Geschichte über die reine und schlichte Liebe. Alfonso Gazitúa Gaete erzählt aus dem Leben von Pedro Vargas - der sich selber spielt -, einem 30 Jahre alten Mann, der im Viertel San Gregorio wohnt und sowohl physisch als auch psychisch benachteiligt ist, da er eine leichte Behinderung aufweist. Dies hält ihn jedoch nicht davon ab, die Hauptfigur dieser wunderschönen Liebesgeschichte zu sein, zusammen mit seiner Prinzessin Cati, die psychisch schwer behindert ist und die Pedro über alles liebt und verehrt. Wie in allen Liebesdramen gibt es auch in diesem Film Gegner, die die Liebesbeziehung verhindern wollen. Pedros Mutter Maria fällt es schwer zu akzeptieren, dass ihr Sohn verliebt ist. Und dann ist da auch noch Catis frustrierte Schwester Marta, die sich davor fürchtet, dass Pedro ihre Beziehung zu ihrer Schwester gefährden könnte. Trotzdem kämpft Pedro dafür, mit seiner Prinzessin zusammen zu sein, wobei er auf Gott vertraut und auf die weisen Ratschläge von Juan, einem alten Mann, der ihm beibringt, an die Liebe zu glauben. DARSTELLENDE Pedro Vargas als Pedro, spielt sich selbst. Der 30-jährige Petro Vargas lebt mit einer leichten geistigen und körperlichen Behinderung im Quartier San Gregorio in Santiago de Chile, wo er als „der König“ bekannt ist. Sensibel, romantisch und optimistisch, wünscht er sich sehnlichst, die intensive Liebe zu leben, die ihn mit Cati verbindet. Cati, die Prinzessin (Maria José Parga) Sie ist Pedros Angebetete. Als Folge einer Poliomyelitis im Alter von 3 Jahren lebt sie heute mit einer schweren Behinderung. Das Sprechen fällt ihr schwer. Sie lacht häufig und oft hat man den Eindruck, sie sei mit ihren Gedanken anderswo. Sie wünscht sich nur eines: mit Pedro zusammensein. Maria José Parga ist Schauspielerin.
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mit Bonus
Turistas (2009)
Alicia Scherson
Chile
105′
Bonus: Gespräch mit Alicia Scherson
Carla ist 37 Jahre alt, verheiratet, vielleicht schwanger und eigentlich sollte sie glücklich sein, als sie mit ihrem Mann und einem Wasserscooter von Santiago aus Richtung Süden in die Sommerferien aufbricht. Die beiden plaudern, wie das Paare in Autos so tun mögen. Und plötzlich verändert eine Kleinigkeit die ganze Stimmung grundlegend. Vielleicht möchte Carla ja gar nicht da sein, wo sie ist. Vielleicht möchte sie lieber mit dem norwegischen Rucksacktouristen Ulrik an einer Landstrasse stehen, auf dem Weg zum Nationalpark, wo sie zwischen grossen Bäumen wandeln, im Zelt übernachten und sich mit dem Parkaufseher über Vögel und alte Popsongs un-terhalten könnte. Vielleicht wäre das wirklich besser, und sei’s ganz einfach deshalb, weil etwas frische Luft manchmal gut tut. Carla wird jedenfalls von ihrem Mann am Wegrand sitzen gelassen und muss schauen, wie sie wieder zurückfindet - weniger nach Santiago, also zu sich selber. Wo, bitte, geht`s zur Natur Alltäglichkeiten gibt’s zum Einstieg: Ein verheiratetes Paar ist im Auto unterwegs aus dem Alltag in die Ferien. Der Titel Turistas macht rasch Sinn: Die Biologin Carla, grossartig verkörpert durch spanisch-chilenische Schauspielerin Aline Kuppenheim, und ihr Mann Joel, den wir bald hinter uns lassen, reisen, sind Touristen im eigenen Land. Bald lässt er sie am Strassenrand sitzen, weil er das Gefühl hat, sie hätte ihm nicht alles gesagt, was sie ihm hätte sagen müssen. Der kleine Zwist mag auch noch alltäglich sein, nicht aber die Trennung, die doch überraschend kommt und die bald einmal dazu führt, dass das Wort «Touristen» noch einen anderen Sinn bekommt, einen philosophischeren. Denn Touristinnen und Touristen sind wir ja alle irgendwie und dauernd auf unserer Lebensreise. Alicia Scherson gehört seit ihrem verblüffenden Erstling Play zu den Entdeckungen und den grossen Talenten im chilenischen Kino, das sich in den letzten Jahren wieder verblüffend regt. Sie selber hat Biologie studiert, und irgendwie hat man gerade bei ihrem jüngsten Film das Gefühl, da betrachtet eine Forscherin das Verhalten zweier Menschenkäfer unter dem Mikroskop, das die Kamera auch sein kann, wenn sie entsprechend klug eingesetzt wird. Carla muss zur Kenntnis nehmen, dass ihr Mann mitsamt dem Ferienzeugs allein davongefahren ist. Und sie entscheidet sich, nachdem sie zuerst ganz einfach heimkehren wollte, zu einem Abstecher in einen nahen Naturpark, in ein Stück gepflegte Wildnis. Die Bekanntschaften, die sie dort macht, haben es in sich, alle leicht schräg, alle leicht abseitig, immer nur minim und also irritierend. Und genau hier brilliert Scherson, indem sie all das, was da geschieht, was da kreucht und fleucht, mit der Ruhe einer Biologin betrachtet und in seinem Sein sein lässt. Das macht ihren Film zu einem stillen Wahrnehmungsgenuss: Nichts ist laut, aber alles deutet von den Rändern her aufs Zentrum: Die Sehnsucht nach dem Wiederfinden der Natur. Walter Ruggle
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La memoria del agua (2015)
Matias Bize
Chile
84′
Amanda und Javier lieben einander und leben glücklich mit ihrem vierjährigen Buben im eigenen Haus, bis ein Unfall, geschehen in einem Moment der Unaufmerksamkeit, ihnen das Kind raubt. Der Film setzt danach an: Wie weiter mit dem Leben, wie weiter in der Liebe? Matías Bize versteht es vorzüglich, aus der Fragilität des Moments das Ganze zu betrachten und Antworten zu suchen auf die Frage: Was ist das überhaupt, die Liebe? Am liebsten tasten Liebesfilme die Phase der ersten Begegnungen ab, die Zeit des Knisterns, der hemmungslosen Passion, des offenen Traums. Der Chilene Matías Bize hat schon mehrere Filme über die Liebe gestaltet, weil er selber natürlich auch Betroffener ist und sich Fragen stellt. «Um einen Film zu machen», sagt er, «muss man von der Wahrheit ausgehen. Bei mir entstehen sie aus ganz persönlichen Geschichten heraus und Fragen, die ich mir dazu stelle.» Auch wenn er das Drama des Unfalltods eines Kindes nicht selber erlebt hat, stellt er es hier vor den Anfang seiner Erzählung. Ausgehend von ihm betrachtet er das, was eine Liebe auszeichnen kann aber auch fordern. Wie weiter nach einem Schicksalsschlag? Im Auseinandergehen, das die Frau wünscht, weil sie im Gesicht des Mannes immer jenes ihres gemeinsamen Buben sieht, findet auch ein Zusammenkommen statt. Bize Filme kreisen mal witzig verspielt, mal sentimental melancholisch, mal existenziell intensiv um die Liebe - nah an den Darstellenden, packend inszeniert, interessiert an inneren Realitäten, fokussiert auf einen prägenden Moment. Seine Arbeiten, hat man den Eindruck, reifen mit seiner Person. Hier erzählt er in beeindruckenden Stimmungen vom Abschiednehmen und davon, wie anspruchsvoll menschliche Beziehungen sind und wie wertvoll.
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mit Bonus
Que tan lejos (2006)
Tania Hermida
Ecuador
91′
Bonus: Gespräch mit Tania Hermida
Ecuador und die Anden bilden das wunderbare Dekor für dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im Süden. Esperanza kommt aus Spanien und reist durch Ecuador auf der Suche nach Entdeckungen und auf den touristisch empfohlenen Spuren. Teresa studiert in Quito, der Hauptstadt Ecuadors. Sie macht sich auf den Weg, ihren Geliebten in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten. Unterwegs lernen die beiden, die der Zufall im Bus zusammenbringt, einander und zwei sehr unterschiedliche Männer kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die Küste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat. Qué tan lejos ist ein anregender Film über das Reisen, das Unterwegssein und über Begegnungen zwischen Menschen. Ein Vergnügen für Reisefreudige. Vom schönen Reiz des Reisens Qué tan lejos ist eine ecuadorianische Redewendung um auszudrücken: Wie weit noch. Das Ecuadorianische und das Spanische sind zwei der Motive, die sich durch den Film von Tania Hermida ziehen in Gestalt von zwei Frauen unterschiedlicher Herkunft. Die eine kommt aus Europa nach Lateinamerika und will hier mit dem «Lonely Planet» im Rucksack eine andere Welt entdecken. Die andere lebt hier und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die Reisebücher verbreiten. Die beiden sprechen die gleiche Sprache, aber schon in ihrer Art der Aussprache ist selbst für jene, die nicht Spanisch sprechen, der Unterschied erkennbar. Über die Wahrnehmung der Unterschiede und übers Akzeptieren, dass es sie gibt, kommen sie sich im Verlauf ihrer Reise näher und kommen sie gemeinsam weiter. Tania Hermida hat mit Qué tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Die Filmerin lässt uns darin sinnieren über das, was wir so treiben, wenn wir unterwegs sind. Ihr Film strahlt bei aller Unaufgeregtheit eine wohltuende Natürlichkeit aus, bis in die kleinsten Details hinein. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, frei für ihre Figuren, natürlich und künstlich in einem, aussen und innen. Nicht nur Ecuador ist eine Reise wert, der Film ist es auch. Tania Hermida führt uns nicht zuletzt vor Augen, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lässt, durch Wachheit auf das, was sich einem zeigen kann. Sie plädiert für ein Reisen, das offen ist für die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach - und einfach überall. Walter Ruggle
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Nuestras madres (2019)
César Díaz
Guatemala
76′
Guatemala war während dreissig Jahren ein Land im Bürgerkrieg. Ernesto ist ein junger Forensiker, der heute hilft, Menschen zu identifizieren, die in jener Zeit verschwunden sind. Eines Tages glaubt er, eine Spur seines Vaters gefunden zu haben, der als Guerillakämpfer zu den Verschollenen gehört. Und er macht eine unerwartete Entdeckung. «Nuestras Madres» ist ein zurückhaltender Film. Unprätentiös gestaltet César Díaz seine Erzählung, und gerade daraus zieht der Film seine emotionale Kraft und seine stille und würdevolle Schönheit. Der Filmemacher weiss, dass seine Arbeit verblasst vor diesen Frauen, diesen Müttern und Töchtern, die Gerechtigkeit fordern und Mühe haben, sich Gehör zu verschaffen. Es ist ihre Suche nach den Verschwundenen, die den dramatischen Faden der Geschichte bildet, zu dem sich Ernestos persönlicher Wunsch gesellt, endlich herauszufinden, was mit seinem eigenen Vater geschehen ist. Die Handlung spielt sich vor dem Hintergrund eines Prozesses ab, in dem Frauen über die erlittenen Misshandlungen aussagen müssen. Es geht um späte Gerechtigkeit: Die Suche nach den Verschollenen wird von privaten Initiativen durchgeführt, weil die Behörden weitermachen und vergessen wollen. Der zutiefst bewegende Spielfilm wurde in Cannes als bestes Erstlingswerk mit der Caméra d’Or ausgezeichnet.
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El abrazo de la serpiente (2015)
Ciro Guerra
Kolumbien
124′
Zwei Forscher dringen ins Innerste des Amazonas vor: Der deutsche EthnologeTheodor Koch-Grunberg im Jahr 1909, der nordamerikanische Botaniker und Abenteurer Richard Evan Schultes im Jahr 1940. Begleitet werden beide vom gleichen Schamanen, der selber der einzige Überlebende eines ausgelöschten Stammes ist und sie je zum Ziel ihrer Wünsche fuhren soll: Sie suchen eine im Urwald verborgene Wunderpflanze. Absolut halluzinierend. Apocalypse Now am Amazonas. Der Kolumbianer Ciro Guerra hat schon in früheren Filmen sein erzählerisches Talent bewiesen; in diesem mutigen Epos setzt er einen Massstab im Umgang mit der Erzählung aus dem Amazonas. Zusehends wandeln sich in «El abrazo de la serpiente» die beiden realen historischen Handlungen zum zeitüberschreitenden spirituellen Abenteuer, zum bildgewaltigen psychedelischen Trip, wie man ihn seit «Apocalypse Now» von Francis Ford Coppola nicht mehr in dieser Intensität gesehen hat. Joseph Conrad lässt auch hier mit seinem Roman «Heart of Darkness» grussen, der Mekong dort, der Kongo da und nun dieser Amazonas. Packend, wie uns Guerra uber Mensch, Natur und die destruktive Macht des Kolonialismus nachdenken lässt, wie er die Rollen umkehrt, unvergesslich seine Tauchfahrt ins Innere des immensen Regenwalds. Erst ganz am Ende des sehr bewusst und in prächtigem Licht-Schattenspiel in Schwarzweiss gedrehten Films taucht er mit seiner Breitwand-Kamera, die von David Gallego präzis geführt wird und den Sog des Orts erfasst, auf aus dem Regenwald, in dem wir uns zwei Stunden lang bewegt haben, verschafft einen Überblick über die schiere Unendlichkeit des Amazonasbeckens und lässt uns aufatmen. Zumindest wir sind noch einmal davongekommen. Was für ein ausserordentlicher Sehgenuss. Walter Ruggle
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Monos (2019)
Alejandro Landes
Kolumbien
102′
Patagrande, Rambo, Leidi, Sueca, Pitufo, Lobo, Perro und Bum Bum lauten die Kampfnamen von acht Jugendlichen, die in einer abgelegenen Bergregion einer paramilitärische Einheit angehören und zu Ausschweifungen und Gewalt neigen. Ein Bote übermittelt die Anweisungen der „Organisation“: Die Gruppe soll gut auf die Milchkuh Shakira und die US-amerikanische Geisel Doctora aufpassen, die sich in ihrer Obhut befinden. Der Spass hat ein Ende, als der Tod an die Tür klopft, ihr Standort bekannt wird und die Einheit sich weiter in den Dschungel zurückziehen muss. Alejandro Landes und Co-Autor Alexis Dos Santos haben einen packenden Überlebens-Thriller gestaltet. So spärlich die Erklärungen für das Geschehen, so drastisch die dargestellten Emotionen. Landes’ aufreibender dritter Spielfilm beleuchtet die wechselnden Loyalitäten und Machtkämpfe innerhalb einer Gruppe von Jugendlichen und überzeugt durch Jasper Wolfs bestechende Bildsprache, Mica Levis’ spannungsvolle Filmmusik und die präzise Montage von Yorgos Mavropsaridis, Ted Guard und Santiago Otheguy.
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Lucia (1968)
Humberto Solás
Kuba
161′
Ein Vorname für drei Frauen. Jede steht für einen Schlüsselmoment in der Geschichte Kubas: 1895, 1930, 1953. Ein wundervoll fliessendes Triptychon aus drei unterschiedlichen Inszenierungsstilen, das die Entwicklung der weiblichen Existenz auf der Insel beschreibt und damit diejenige aller Kubanerinnen. Lucía war der erste Spielfilm von Humberto Solás, auf Anhieb ein Meisterstück. Episode I Die erste, um 1895 angesiedelte Episode spielt zur Zeit des Kampfes gegen die spanischen Kolonialherren. Im Mittelpunkt der Handlung steht die wohlbehütete und der kleinen Schicht der Besitzenden angehörende Lucia, die sich in den aus Spanien stammenden Rafael verliebt. Nachdem Lucia die Grausamkeit des Krieges persönlich erlebt hat und von ihrem Geliebten im Stich gelassen worden ist, ermordet sie ihn. Episode II Die Lucia dieser zweiten Geschichte verliebt sich 1932 in einen Revolutionär, verlässt daraufhin ihr bürgerliches Elternhaus und unterstützt den Kampf gegen den verhassten, diktatorisch regierenden Präsidenten Gerardo Machado. Dieser wird schliesslich gestürzt, aber Korruption und Misswirtschaft bleiben weiterhin bestehen. Aldo, Lucias Geliebter, erkennt, dass das Ziel der Revolution noch lange nicht erreicht ist, kämpft deshalb weiter und wird schliesslich erschossen. Lucia bleibt allein zurück. Episode III In der dritten, in den 1960er Jahren angesiedelten Geschichte hat die Revolution gesiegt. Lucia ist glücklich mit dem krankhaft eifersüchtigen Tomas verheiratet, der seine Frau als Eigentum betrachtet und sie im Haus einschliesst. Nicht zuletzt unter dem Einfluss eines jungen Lehrers, der während der Kampagne gegen den Analphabetismus ins Dorf gekommen ist und Lucia Lesen und Schreiben beibringt, begreift die junge Frau, dass sie aus ihrem Sklavendasein ausbrechen und ihren rasenden Mann - zumindest vorübergehend - verlassen muss.
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La muerte de un burocrata (1966)
Tomás Gutiérrez Alea
Kuba
84′
Paco, ein strebsamer Arbeiter, der eine Maschine erfunden hat, die Büsten des kubanischen Nationaldichters José Martí herstellt, stirbt bei einem Arbeitsunfall und wird mit allen Ehren eines revolutionären Helden begraben. Als seine Witwe die Pension beantragt, muss sie den Arbeitsausweis ihres Mannes vorlegen. Aber dieser wurde Paco ins Grab mitgegeben. Alles, was die Witwe und ihr Neffe Juan zur Wiederbeschaffung des Arbeitsausweises anstellen, gerät aufgrund der bürokratischen Verwaltung zur Groteske. Eine irre Komödie über die schwierige Logik der Bürokratien. - Peter B. Schumann schrieb in seinem Handbuch des Lateinamerikanischen Kinos: «Alea begnügt sich nicht damit, einzelne Phänomene der Lächerlichkeit preiszugeben, sondern stellt das System der verwalteten Welt an den Pranger, überdreht es, bis es sich selbst aufzulösen scheint. Seine Komik ist anarchisch wie die seiner Vorbilder und aggressiv, wenn er am Schluss dem Bürokraten buchstäblich an den Kragen geht und ihn umbringt, den Bürokratismus.»
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Memorias del Subdesarrollo (1968)
Tomás Gutiérrez Alea
Kuba
99′
Fidel Castros Revolution war 1959 für viele Kubanerinnen und Kubaner die Erlösung von einem tyrannischen Regime, einer jahrzehntelangen Ausbeutung durch die USA und der Beginn von wesentlich mehr Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Sergio ist im Land geblieben, nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit und ein bisschen Neugier. Seine Frau hat ihn und Kuba verlassen. Er verbringt seine Tage vorwiegend mit Träumereien und Selbstgesprächen, die er auf Tonband aufzeichnet, und er beobachtet die Veränderungen, die sich in seiner Umgebung abspielen, vom Balkon seiner luxuriöse Hochhauswohnung aus. In seiner Luxuswohnung versucht er nun seine Memoiren zu schreiben, sich zu erinnern an die alte Zeit und die neue zu analysieren und zu verstehen. Das erweist sich als zunehmend schwierig ­ und man schrieb erst das Jahr 1968. Es gibt ja eine ganze Reihe von herausragenden Filmen von der Karibik-Insel, da zu den Vorzügen von Castros umstrittener Politik gehört, dass er das Kino als die wichtigste der Künste einstufte. «Memorias del subdesarrollo» gehört zu den grössten Filmen nicht nur Kubas sondern der Kinogeschichte überhaupt. Tomás Gutiérres Aleas ungemein vielschichtiger und subtiler Film ist eine der klügsten und tiefgründigsten Reflexionen über die kubanische Revolution, schillernd und rätselhaft wie sein Titel, ein Film, der ende der sechziger Jahre noch einmal mit aller Kraft offenbarte, was in der Siebten Kunst noch immer für ein Potenzial steckt und dass visuelles Erzählen halt schon etwas mit gestalteten Bildern zu tun hat und nicht nur mit abgefilmtem Theater. Noch heute besticht dieser Film in seiner Gestaltung und er macht daneben auch überdeutlich, wie klar die Probleme des kubanischen Systems eigentlich schon waren, zu einer Zeit, in der es selber sie noch hätte korrigieren und verbessern können.
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mit Bonus
La vida es silbar & Schwerelos (1998)
Fernando Pérez
Kuba
106′
Bonus: Schwere-los - La vida es silbar am Eiger (Daniel Anker)
Fernando Pérez erzählt in seinem Spielfilm «La vida es silbar» von Havanna und von drei Menschen, die hier auf der Suche nach dem persönlichen Glück sind. Mariana, eine junge Ballett-Tänzerin, würde liebend gerne die Rolle der Giselle tanzen und begehrt genauso enthusiastisch die Körper junger Männer. Der Musiker Elpidio wurde als kleiner Junge von seiner Mutter Cuba verlassen, weil er nicht nach deren Wünschen geraten war. Jetzt lebt der Mischling von seinen Mutter-Mythen umrankt und lernt eine junge Umweltaktivistin kennen, die in Havanna per Heissluftballon gelandet ist. Julia schliesslich arbeitet als Pflegerin in einem Altersheim. Regelmässig überkommen sie Gähnanfälle, und sie schläft gar ein, als ihr besonderer Einsatz fürs Allgemeinwohl ausgezeichnet werden soll. Es gibt vieles, was Julia in ihrem Leben verdrängt. Allein beim Stichwort «Sex» fällt sie schon in Ohnmacht. Doch mit ihrem Hang zur Verdrängung, lernt Julia, ist sie nicht allein. Die drei Lebenslinien, denen «La vida es silbar» folgt, haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt: Mariana, Elpidio und Julia begannen als verlassene Kinder im Waisenhaus. Für Fernando Pérez definiert sich ihr persönliches Glück vor allem in der Suche nach ihm - es ist die Suche nach der eigenen Identität. Seine drei Figuren müssen Entscheidungen treffen und versuchen, die Angst vor der Wahrheit, vor den Worten und den Ideen dahinter, zu überwinden, um den Neuanfang zu wagen. Ihre Lebensfäden hält die 18-jährige Bebé in der Hand, eine Art Märchenfee und Traumfigur, die vollends glücklich ist und möchte, dass es den anderen auch so ergeht. «La vida es silbar» ist, wie sein Autor Fernando Pérez selber sagt, ein Film über «die Suche nach der Glückseligkeit in Kuba am Ende dieses Jahrhunderts.» Man möchte ergänzend beifügen: Das ist ein Film über die Suche nach dem Lebensglück schlechthin. Walter Ruggle PS: Der erfolgreichste Film unserer Kollektion wurde von trigon-film frisch restauriert und digitalisiert. Schöner denn je oder, wie Fernando Pérez selber sagt: «Jetzt sieht der Film so aus, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.» BONUS: Als Zugabe gibt's den Bergsteiger-Dokumentarfilm mit Daniel Anker, der in den 1990er Jahren eine neue Route durch die Eiger-Nordwand gelegt hat und sie als Liebhaber des Films «La vida es silbar» nannte. Sie erfreut sich bei jenen, die gerne Klettern, als beliebt.
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Madagascar (1994)
Fernando Pérez
Kuba
48′
Kuba und La Habana bilden den Hintergrund im Spielfilm von Fernando Pérez. Die kubanische Hauptstadt hat bessere Tage gesehen. Dennoch haben die Menschen die Hoffnung und das Träumen noch nicht aufgegeben. Ausgehungert vom imperialistischen Gehabe der nördlichen kapitalistischen Besserwisser bleibt ihnen vor allem ein Lebenselexier: Die Illusion. Drei Frauengenerationen stehen im Mittelpunkt: Die Grossmutter, die mit einem jungen Künstlerfreund des Hauses Monopoly spielt und von ihm das Alphabet lernt, die Mutter, die als geehrte Dozentin Physik lehrt und nachts träumt, was ihr schon der Tag bescherte. Die Tochter schliesslich, die sich immer wieder verändert und anpasst und dabei nur von einem träumt: Wegzufliegen nach Madagaskar, einem fiktiven Ort, wo sie das Wort "Consciencia" nicht mehr hören müsste. Von Bewusstsein allein, denkt sie, lebt niemand. Pérez setzt auf wiederkehrende Momente: Das ständige Zügeln, den Gang aufs Dach, die Szene in der Bibliothek. Alle sitzen sie im gleichen Boot, und gemeinsam ist ihnen, dass sie Kompass, Segel und Ruder verloren haben und noch kein Land in Sicht ist. Exzellente Fotografie kennzeichnet den Film, poesievoll immer wieder die Tableaus von Pérez, die Ausblicke aus Fenstern, der Horizont des Meeres. Offen bleibt das Ende, denn, wie sagt doch der alte, herzkranke Juvenito in einem Spielfilm von Daniel Diaz Tores: "Eines werde ich im Leben nie verlieren, das ist die Illusion!" Walter Ruggle
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Ultimos dias en La Habana (2016)
Fernando Pérez
Kuba
93′
Diego und Miguel leben mitten in Havanna, ohne jeglichen Komfort. Miguel verdient sein Geld als Tellerwäscher in einem privat geführten Restaurant und kümmert sich, mit Nachbarn und Familie, um den kranken Diego. Der Filmemacher Fernando Pérez erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft mit Blick auf ein Kuba im Umbruch. Eine nostalgische Liebeserklärung an die kubanische Hauptstadt Havanna und ihre BewohnerInnen. Der Kubaner Fernando Pérez ist bei uns kein Unbekannter. Mit dem märchenhaften Spielfilm La vida es silbar (Das Leben, ein Pfeifen) hat er 1999 im Kino einen Grosserfolg gelandet - allein in der Schweiz haben mehr als 120 000 Leute den Film gesehen. Unvergessen auch Suite Habana, seine musikalischvisuelle Liebeserklärung an seine Heimatstadt, die er auch in Últimos días en La Habana wieder besingt, und der Titel deutet es an: Es ist ein nostalgisch gefärbter Blick, ein sanft-ironischer Abgesang auf die Hauptstadt eines Landes, das einst viele Hoffnungen in sich bündelte. Heute bröckelt es an allen Ecken und Enden, und es grenzt an ein Wunder, mit welcher Gelassenheit die Menschen die Situation tragen. Diego und Miguel, die beiden Hauptfiguren im neuen Film von Fernando Pérez, sind Mitte 40 und leben in einer heruntergekommenen Wohnung mitten in Havanna. Komfort ist hier ein Fremdwort, Lebenskunst Alltag. Miguel lernt Englisch, weil er hofft, so ein Visum für die USA zu bekommen. Diego liegt mit Aids im Bett. Doch während der geschwächte Kranke versucht, seine Lebensfreude und den Humor zu erhalten, hat Miguel sich verschlossen, geht seinen Trott. Als sich Diegos Zustand verschlechtert, bringt seine schwangere Nichte Yusi frische Luft in die Bude. Bleiben oder Gehen? Das war schon in exzellenten Filmen der 1960er Jahre in Kuba eine zentrale Frage. Fernando Pérez gehört zu denen, die sich fürs Bleiben entschieden haben, wobei er als renommierter Künstler immer frei reisen konnte. Seinen Filmen ist die Liebe zum eigenen Land anzumerken, gleichzeitig betrachtet er hier eine Gesellschaft, die sich kaum noch bewegt, obwohl sie sich auf immer wieder neue Situationen einstellen muss: flexibel, einfallsreich, mitunter listig. Walter Ruggle
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Quiereme y veras (1994)
Daniel Díaz Torres
Kuba
53′
Mag sein, dass in Kuba das Geld für einen ausgewachsenen Spielfilm 1994 gefehlt hat, aber Einstünder vom Kaliber dieses Filmes, der allein oder zusammen mit «Madagascar» von Fernando Pérez ein mehr als ausgewachsenes Programm bildet, wägen das Manko spielend auf. Da planen also drei kleine Ganoven in Havanna den Banküberfall des Jahrhunderts. Die «Bank of America», vor deren gigantischem Portal einem das kalte Schaudern kommen kann, wollen sie sich vornehmen, um ein für alle Mal saniert zu sein. Minutiös gehen sie vor, jedes Detail ist berechnet und vorgesehen, eigentlich kann gar nichts schief laufen. Dummerweise spielt sich nun aber just in der Sylvesternacht ihres tollen Coups jene kubanische Revolution ab, die das erbeutete Kapital wertlos macht und die Gruppe von tollkühnen Bankräubern rasch und auf längere Zeit hinaus ziemlich alt aussehen lässt. Daniel Díáz-Torres inszeniert das Geschehen aus heutiger Sicht mit spürbarer Lust und Freude an den komischen Momenten, die ihm die Konstellationen der Geschichte bieten der kleinen in der Bank und der grossen draussen in den Strassen Havannas, wo seit jener Sylvesternacht zum Jahr 1959 ein Bankraub sich kaum mehr bezahlt gemacht hätte. Walter Ruggle
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Conducta (2014)
Ernesto Daranas
Kuba
108′
Kubanisches Kino, wie man es nicht mehr alle Tage zu sehen bekommt: Eine Wucht und auf der Karibikinsel ein Renner in den Kinos. In seinem Film «Conducta» setzt sich der kubanische Filmemacher Ernesto Daranas mit dem angeblich noch immer vorbildlichen Schulsystem und den unterschiedlichen Lernmethoden auf der Zuckerinsel auseinander. Er erzählt vom elfjährigen Chala, der allein von seiner Mutter aufgezogen wird. Chala und Carmela sind ein ungleiches Paar und halten in Conducta doch durch dick und dünn zusammen. Chala ist ein gerissener Junge, der in der Schule gerne seine Spässe treibt und durch vorwitzige Sprüche glänzt. Auf dem Heimweg schliesst er mit seinen Freunden riskante Wetten ab, versprüht vor den Mädchen seinen unwiderstehlichen Charme - oder hilft seiner Lehrerin Carmela beim Einkauf. Diese amtet als solche schon seit den ersten Tagen der kubanischen Revolution mit Leidenschaft, steht jetzt kurz vor der Pensionierung und lehnt sich gegen absurde bürokratische Beschlüsse ebenso auf wie gegen Wertezerfall, der die aufgeriebene Gesellschaft ergriffen hat. Auch Chala ist nicht nur das unbeschwerte Kind; er muss neben der Schule auch für seine Mutter sorgen, der das Leben entglitten ist. Fast zwangsläufig kommt er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Als ihn die Schulleitung wegen seines Verhaltens ins Heim stecken will, zieht Carmela alle Register. Sie weiss, dass nicht das Kind, sondern das System das Problem ist. Ernesto Daranas dringt mit Conducta ins Herzstück der Errungenschaften der kubanischen Revolution vor und verbindet in einer grossartigen Geste Sozialkritik und bewegendes Gefühlskino. Seit Fresa y Chocolate und La vida es silbar hat kein Film mehr so mitreissend vom Leben Havannas erzählt. - und daselbst für so viel Aufruhr gesorgt.
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Melaza (2012)
Carlos Lechuga
Kuba
82′
Aldo und Monica sind verheiratet und lieben einander wie am ersten Tag. Dies, obwohl die Umstände nicht ganz einfach sind. Er arbeitet als Lehrer, sie ist in einer stillgelegten Zuckerfabrik angestellt. Beide leben in Melaza, einem abgeschiedenen Flecken Kubas, der schon bessere Zeiten gesehen hat. Carlos Lechuga erzählt ihre Liebesgeschichte und betrachtet dabei mit leisem Humor die Tücken des Lebens und wie die Menschen in Kuba sie meistern. Aldo und Monica sind ein Liebespaar, das auf der Karibikinsel Kuba lebt und mit dem, was es an spärlichem Einkommen erhält, durchkommen muss. In Kuba gab es vor mehr als 50 Jahren eine Revolution, die vieles bewegt hat, auch viele Gemüter. Irgendwann hat sich die Revolution, die definitionsgemäss eine Bewegung ist, verlangsamt, und heute bewegt sich an vielen Orten auf der wunderbaren Insel nichts mehr. Alles wirkt wie eine eingefrorene Bewegung. Von diesem Stillstand erzählt uns Carlos Lechuga in seinem ersten Spielfilm mit ausgeprägtem Sinn für die Fotografie und Gespür für die Rhythmen. Auffallend ist schon die Tatsache, dass er seine Geschichte fernab von Havanna ansiedelt, der Hauptstadt mit ihrem noch immer unübertroffenen Charme des Zerfalls, den wir auch aus unzähligen Filmen kennen. Melaza heisst bei ihm der Ort des Geschehens, und der titelgebende Name steht für jene Industrie, auf die Kuba voll setzte: Zucker. Draussen auf dem Land scheint die Zeit noch viel stärker stillgestanden zu sein, die Revolution erstarrt. Die Menschen haben sich darauf eingerichtet, dass eigentlich nichts mehr geht. Gerade deshalb ist Fantasie gefragt, denn man will das Leben ja doch geniessen, auch wenn die alten Träume vielleicht nicht so wahr geworden sind, wie man sich das gewünscht hätte. Einzigartige Dekors, sorgsame Fotografie und ein Humor, der seine Kraft aus der Situation bezieht, prägen diesen nachdenklich-amüsanten Liebesfilm, der uns eine starke Innenansicht Kubas bietet. Walter Ruggle
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Che, un hombre nuevo (2010)
Tristán Bauer
Kuba
134′
Am 9. Oktober 1967 wurde Ernesto Che Guevara im bolivianischen Flecken La Higuera, einen Tag nach seiner Gefangennahme und ohne Prozess hingerichtet. Er war 39 Jahre jung und längst zu einer Symbolfigur des Zwanzigsten Jahrhunderts geworden. Seine Lebensgeschichte, seine Äusserungen, sein Denken und allem voran eine Reihe von Bildern, die früh zu Symbolen des Widerstands wurden, haben bis heute ihre Aus­strah­lungs­kraft erhalten. Ernesto, der Arzt aus Argentinien, wurde Che, der Kämpfer für Gerechtigkeit auf Kuba und eine Art Popstar des politischen, antiimperialistischen Engagements. Das hängt auch damit zusammen, dass er von namhaftesten Fotografen seiner Zeit abgelichtet wurde und dabei selber durchaus ein Bewusstsein für die starke Inszenierung hatte. Der argentinische Filmemacher Tristán Bauer hat 12 Jahre an seinem filmischen Essay über Che gearbeitet. Herausgekommen ist ein endrücklicher Film, der einen intimen Blick auf die ikonische Figur wirft. Anhand von brillantem Archivmaterial, einschliesslich privater Aufnahmen, die noch nie zuvor der Öffentlichkeit gezeigt wurden, ermöglicht der Film einen einzigartigen Einblick in sein Leben.
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Nuestro Tiempo (2018)
Carlos Reygadas
Mexico
177′
Ester und Juan sind ein Paar, das eine glückliche und offene Beziehung führt. Sie leben auf einer Ranch, auf der Kampfstiere gezüchtet werden, Ester managt die Farm, während sich Juan, ein international renommierter Dichter, um die Zucht kümmert. Doch dann lernt Ester einen anderen Mann kennen. Und Juan weiss nicht, wie er damit umgehen soll.
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Workers (2013)
José Luis Valle
Mexico
122′
Als Rafael pensioniert werden sollte, erfährt er, dass er weiter arbeiten muss. Als eine wohlhabende Dame das Zeitliche segnet, erfährt ihre Hausangestellte Lidia, dass sie sich weiter um den ohnehin schon verwöhnten Hund Princesa kümmern soll, dem die Villa fortan gehört. Zwei Leben in Tijuana an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, betrachtet mit der Geduld eines Insektenforschers: Der Erstling von José Luis Valle lehrt uns mit Humor Bilder lesen und geniessen. Der Film ist ein Schaustück für Bilder-Gourmets, wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt. Es lebt von den Feinheiten, aus denen heraus sich die Dinge allmählich erschliessen, die humorvoll sind und gleichzeitig auch das ganz alltägliche, kleine menschliche Drama offenbaren. Man wünscht dem Film ein Publikum, das wieder einmal in Ruhe schauen und staunen möchte und dabei Wahrnehmungen von verschiedener Seite macht. Was ist das, was zählt im Leben und beim Sehen? **** «Inspirierend!», hat während der Berlinale einer in einem Festival-Blog frohlockt. Dieser Film habe ihn nachdenken lassen über das, was zählt im Leben, und wie kleine Details den Unterschied ausmachen können. Das ist so schön formuliert, dass es hier ganz einfach übernommen werden will. Workers ist ein Spielfilmerstling von einem Filmschaffenden aus Mexiko, der ein grosses Talent hat und eine ungeheure Beobachtungsgabe. Die Geschichte, die José Luis Valle uns da erzählt, hat absolut nichts Spektakuläres, die Art und Weise, wie er sie erzählt, ist spektakulär. Rafael und Lidia. Wir nähern uns den beiden an und der Geschichte ihres Lebens und begreifen, wie alles immer auch anders sein könnte oder hätte sein können. Rafael arbeitet in einer Glühbirnenfabrik, Lidia im Haus einer sehr reichen Dame. Der Alltag ist gegeben, beide sind, der Titel benennt das, Arbeitende. Man könnte nun sagen, dass der Film von der Arbeitswelt erzählt und in welchen Abhängigkeiten wir als Arbeitende stehen. Aber dann hätte man nur eine Ebene dieses so unaufgeregt vielschichtigen Filmes erfasst. Eine andere wären Beziehungen, nicht nur zwischen Menschen, nein, auch ein Hund spielt da eine wichtige Rolle, wären die Gesellschaft und Grenzen auch. Valle schafft, zusammen mit seinem Kameramann César Gutiérrez Miranda, Tableaus, die bewegt sind und in sich ruhen. Sein Film ist ein Schaustück für Bilder-Gourmets, wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt. Es lebt von den Feinheiten, aus denen heraus sich die Dinge allmählich erschliessen, die humorvoll sind und gleichzeitig auch das ganz alltägliche, kleine menschliche Drama offenbaren. Man wünscht dem Film ein Publikum, das wieder einmal in Ruhe schauen und staunen möchte und dabei Wahrnehmungen von verschiedener Seite macht. Einfach so. Walter Ruggle
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Yo (2015)
Matías Meyer
Mexico
79′
Yo ist 30 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter in einem entlegenen Winkel Mexikos. Als ein neuer Mann ins Leben seiner Mutter tritt, wendet er sich ab und erlebt seine ersten amourösen Abenteuer. Vier Jahre nach «Los ultimos Cristeros» kehrt Matias Meyer mit «Yo» zurück. Der Film wurde unterstützt durch den Schweizer Filmfonds visions sud est und am Morelia International Film Festival 2015 ausgezeichnet.
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Los herederos (2008)
Eugenio Polgovsky
Mexico
86′
Aus nächster Nähe verfolgt die Kamera zwei Kinderfüsse, die sich einen Weg durchs Dickicht bahnen. Dann sehen wir, dass die Kinder an einem Ast, der über ihren Schultern hängt, Wasserflaschen zu einem Esel tragen, der ausserhalb des Gestrüpps auf sie wartet. Mit solch eindrücklichen Bildern steckt «Los Herederos» (Die Erben) gleich zu Beginn den Rahmen dieses Dokumentaressays ab, in dem es um Kinderarbeit in Mexiko geht. Im Wald, auf dem Hof, in den Hütten und auf dem Feld - überall sind Kinder, anstatt zur Schule zu gehen, als vollwertige Bauern, Weberinnen, Obst- und Gemüsepflücker an der Arbeit. Ohne ihren Einsatz wäre das Einkommen der Eltern zu klein zum Überleben, und so übertragen sich Analphabetismus, Armut und Ausbeutung von einer Generation auf die nächste. Der junge mexikanische Regisseur Eugenio Polgovsky betrachtet den Teufelskreis in seinem mehrfach preisgekrönten Film mit der Handkamera hautnah und schildert den Alltag und das Schicksal dieser «Erben» . **** Dieser Film hatte am Festival von Venedig 2008 seine Premiere und ist seither von Festival zu Festival eingeladen und eines der stillen Highlights. unspektakulär, einfach hinschauend, betrachtet Eugenio Polgovsky aus Mexico Landarbeiterkinder, die von klein auf arbeiten müssen und so etwas wie eine verspielte Kindheit nicht kennen. Sie schuften auf der Farm, hüten Viehherden, ernten Tomaten, Chilis oder Mais, brennen Tonziegel, weben Stoffe, basteln phantasievolle Alebrijes-Figuren, holen Wasser und passen dabei auch noch auf ihre kleinen Geschwister auf. Das geht seit vielen Generationen so. Die Älteren zeigen den Jüngeren, was zu tun ist, verraten ihre Tricks und vererben ihnen die nötigen Arbeitsgeräte. Jeder Tag ist ein neuer Kampf ums Überleben, Freiräume bietet nur die kurze Zeit vor dem Schlafengehen. Die Kinderarbeiter können nicht zur Schule gehen, weil ihre Eltern auf ihre Mithilfe angewiesen sind. Die fehlende Schulausbildung verhindert jede weitere Zukunftschance. Sie leben inmitten eines Kreislaufs aus Verarmung und Verelendung, aus dem es kein Entrinnen gibt. Es geht Eugenio Polgovsky nicht allein ums Los der Kinder, sondern um die Familien, die unter solchen Bedingungen ihr Leben fristen müssen. In seinem stillen Engagement für seine Protagonisten erinnert Polgovskys Film an frühe sozialkritische Filme Jean Rouchs oder Fernando Birris.
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La Yuma (2010)
Florence Jaugey
Nicaragua
84′
Yuma ist jung, fröhlich und lebenshungrig, doch das Milieu, in dem sie aufgewachsen ist, bietet ihr wenig Perspektiven. Nur als erfolgreiche Sportlerin hat sie eine Chance, dem Elendsviertel von Managua zu entkommen. Sie kämpft sich nach oben. Als sie den intellektuellen Ernesto kennenlernt, eröffnet sich ihr eine neue Welt. Kann sie sich auch in diese Klasse kämpfen? Eine kraftvolle Lebens- und eine zarte Liebesgeschichte. Florence Jaugey verknüpft in ihrem ersten Spielfilm gekonnt Szenen, die aus dem Leben in einem der ärmsten Länder Lateinamerikas gegriffen sind, mit der fiktiven Geschichte um eine junge Frau mit geballter Lebenskraft, die sich ihren Platz in der Gesellschaft erkämpft. Yuma ist Rebellin im Ring und im Leben, sie boxt sich nicht nur in ihre eigene Zukunft, sondern sorgt auch für das Überleben ihrer Geschwister. Wie ein zartes Pflänzchen schlingt sich die aufkeimende Liebe zwischen ihr und dem aus guter Familie stammenden Ernesto - eine Beziehung, die symbolisch die Kluft in der Gesellschaft überbrückt - durch Yumas Alltag. Schafft sie auch diesen Sprung oder droht hier ein Knock-out? Erzählung und Musik schlagen im Rhythmus der temperamentvollen jungen Frau, die sich von nichts und niemandem von ihrem Weg abbringen lässt, auch dann nicht, als sie von ihrem Umfeld - von ihrer Herkunft - ausgebremst wird. Humorvolle Tupfer setzt Jaugey immer wieder mit den schillernden Figuren, die sie um die Protagonistin versammelt. Das hoffnungsvolle Ende mündet in einer herrlichen Zirkusszene, die zum Träumen einlädt. Näher beim Neorealismus als bei Rocky, ist La Yuma in einem Land mit turbulenter Geschichte verankert, das man kaum mehr wahrnimmt, nachdem es aus den Schlagzeilen verschwunden ist. Es ist dies der erste Spielfilm, der seit zwanzig Jahren in Nicaragua entstehen konnte und die Realisierung des Projekts hat sich über zehn Jahre hingezogen. Den Kampfeswillen hat die Regisseurin also mit ihrer Hauptfigur gemein und man spürt, dass es ihr ein Anliegen ist, einem Land ohne eigene Bilder, ohne eigentliche Filmindustrie, ein visuelles Gesicht zu geben. Mit dem Boxen hat die Autorin einen Sport gewählt, der sinnbildlichen Charakter hat; was sie ausdrückt, hat Gültigkeit an allen Orten dieser Welt - selbst in unserer Wohlstandsgesellschaft.
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La Pantalla Desnuda (2014)
Florence Jaugey
Nicaragua
92′
Matagalpa, Nicaragua: Octavio, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist Student und freundet sich mit Alex, dem Sohn der reichsten Familie des Ortes an. Er ist fasziniert von seinem Freund und dem Lebensstil seiner familie, die ihn herzlich aufnimmt. Als sich Alex in Esperanza, eine Studienkollegin, verliebt, fühlt sich Octavio zurückgestossen. Durch Zufall entdeckt er auf Alex’ Handy ein sehr intimes Video der beiden Verliebten und stellt es aus Rache und Eifersucht ins Internet. Nach ihrem erfolgreichen Spielfilmerstling "La Yuma", der 16 internationale Auszeichnungen erhielt, stellt die Filmemacherin Florence Jaguey erneut Jugendliche in den Mittelpunkt, die selbstbewusst ihren Platz in der Gesellschaft suchen, die nach wie vor von sozialen Gegensätzen geprägt ist. in «La pantalla desnuda (Der nakte Bildschirm) macht sie den sorglosen Umgang mit den neuen Medien zum Thema. Sensibel und genau zeichnet sie dabei die Charaktere ihrer Protagonisten und präsentiert eine junge Generation mit ihren Wünschen und Ängsten.
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Canción sin nombre (2019)
Melina León
Peru
97′
Peru, auf dem Höhepunkt der politischen Krise der 1980er Jahre. Georgina erwartet ihr erstes Kind. Ohne Ressourcen reagiert sie auf die Ankündigung einer Klinik, die schwangeren Frauen kostenlose Unterstützung anbietet. Aber nach der Geburt weigern sie sich, ihr zu sagen, wo ihr Baby ist. Entschlossen, ihre Tochter zu finden, suchte sie die Hilfe des Journalisten Pedro Campos, der sich bereit erklärte, eine Untersuchung einzuleiten.
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La teta asustada - Eine Perle Ewigkeit (2009)
Claudia Llosa
Peru
94′
Fausta ist eine junge, bildhübsche Frau in Lima. Ihre Mutter war aus den Anden in die Stadt gezogen. Jetzt stirbt die alte Frau, und die Tochter bleibt allein mit den bösen Geschichten zurück, die ihr die Mutter erzählt hatte. Fausta hat Angst, sich allein in der Stadt zu bewegen, weil sie aus den Erzählungen der Mutter von deren Vergewaltigung erfahren hat. Mit einer Kartoffel in der Vagina schützt sich die Frau vor den Männern, und weil sie Geld braucht, um die Mutter zum Begräbnis ins Dorf zurückzuführen, arbeitet sie bei einer reichen Musikerin in der Stadt. Für Fausta beginnt eine Reise aus der Furcht in die Freiheit, eine Reise zu sich selber. Die Peruanerin Claudia Llosa hat einen zutiefst bewegenden Film gestaltet, der vom verborgenen Schmerz erzählt und dies in einer von der ersten Einstellung an radikalen Form tut - in stiller Wucht. Mit verblüffender Leichtigkeit erzählt sie - bei der ganzen Erdenschwere - vom Alltag der Indigenen und Mestizen in den Barriadas, entwickelt wunderbare Szenen und Überraschungen, die von einem eigenständigen Humor getragen sind. Ein peruanischer Film, der im wahrsten Sinn vor Augen führt, wie stark das junge Filmschaffen im Andenland ist, ein Film, der von der ersten bis zur letzten Szene trägt und packt und Dinge wagt, sie man so im Kino noch nicht gesehen hat. LA TETA ASUSTADA wurde in Berlin 2009 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Claudia Llosa hat ein grosses Erzähltalent, zählt zweifellos zu den wichtigen Figuren des heutigen Kinos und schafft es, vergleichbar mit Filmschaffenden wie Antonioni, das Innenleben ihrer Figuren aus ihrer Umgebung heraus in diese zurückzuspiegeln. Sie schreibt ihren Film auf die Leinwand, steigt über die Sprachlosigkeit angesichts des Gewesenen ein und führt uns sorgsam in die verletzte Seele, die von der Indigenen Magaly Solier grandios verkörpert wird. Das ist starkes Autorinnen-Kino, lebendige Filmkunst heute. Walter Ruggle
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El mudo (2013)
Daniel und Diego Vega
Peru
87′
Nach einer kurzen Untersuchung kommt die Polizei zum Schluss, dass der Schuss, der den Justizfunktionär Constantino Zegarra nur um ein Haar verfehlte, nichts weiter als ein Irrläufer war. Doch Constantino ist überzeugt davon, dass ihn jemand umbringen wollte, und rollt den Fall wieder auf, was ihn dazu führen wird, seinen Zuständigkeitsbereich zu überschreiten, um zu beweisen dass er recht hat.
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Paraiso (2009)
Hector Galvez
Peru
89′
Paradiesgarten heisst das Armenviertel in Lima, in dem Héctor Gálvez seinen Filmerstling angesiedelt hat. Er zeigt uns darin eine Jugend, deren Perspektiven begrenzt scheinen und die dennoch von einer Zukunft träumt und von einem Weg. Joaquín, Antuanet, Sara, Lalo und Mario sind die Helden des Films, in dem Gálvez eine einfache und gerade deshalb auch universell verständliche Sprache pflegt. Héctor Gálvez, der Regisseur von Paraíso, hatte den Auftrag, in diesem Quartier von Lima ein Videoatelier zu organisieren. Vor Ort fand er Jugendliche vor, die ihrem sozialen Elend entfliehen wollten und deren Begegnung ihn nachhaltig beeindruckte. Aus den Gesprächen entstand das Drehbuch zu seinem ersten Film. Er hat bei dessen Umsetzung auf einen Realismus gesetzt, bei dem seine Nähe und Sympathie zu den einzelnen Figuren in jeder Einstellung spürbar ist. Wir folgen Jugendlichen in ihrem Alltag mit den Kumpels, den Familien. Einzelne gehen zur Schule, andere versuchen hier und dort ein paar Soles zu verdienen in Gelegenheitsarbeiten, die nirgendwohin führen. Selbst wenn sie sich manchmal kleinere Schelmereien erlauben, spürt man, dass sie eigentlich völlig aufrichtig sind. Die Mütter werden nachts in ihren Häusern immer noch von den Albträumen des Bürgerkriegs heimgesucht, während die Männer und Väter auffallend abwesend sind. Da gibt es keinen Miserabilismus, keinen Paternalismus in diesem überzeugend realistischen Zeugnis, im Gegenteil: Der Regisseur schenkt die Würde nicht nur den Menschen im Jardínes del Paraíso sondern auch der Jugend in allen Vororten und Armenvierteln der Welt.
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Yuli (2018)
Icíar Bollaín
Spanien
110′
Carlos Acosta ist der ungekrönte König von spontanen Breakdance-Wettbewerben in den Strassen von Havanna. Sein Vater Pedro, ein LKW-Fahrer, erkennt das aussergewöhnliche Talent seines kleinen Sohns, den er nach einem afrikanischen Kriegsgott Yuli nennt. Obwohl Carlos keinesfalls Strumpfhosen und Schläppchen tragen und sowieso Fussballspieler werden will, steckt ihn der Vater anfangs der 1980er-Jahre in die staatliche kubanische Ballettschule. Es ist keine einfache Zeit, doch Carlos entwickelt sich zu einem herausragenden Tänzer und mit 18 wird er ans English National Ballet berufen. Als er verletzungsbedingt pausieren muss, geht er zurück nach Kuba. Nach Jahren, in denen nur der Tanz zählte, lebt er seinen schier unstillbaren Lebenshunger aus – und setzt damit seine Karriere aufs Spiel… Regisseurin Icíar Bollaín («El olivo») und Autor Paul Laverty («I, Daniel Blake») erzählen vor dem bewegten Hintergrund der Geschichte Kubas die Story einer unglaublichen Karriere. Sie führt von Havanna bis nach London ins Royal Ballett, wo Carlos Acosta, der selbst im Film mitspielt, zum ersten schwarzen Romeo des klassischen Balletts wird. Basierend auf dessen Autobiografie «Kein Weg zurück» ist der Spielfilm «Yuli» ein überraschendes Biopic, eine bewegende Familiengeschichte, eine atemberaubende Performance aus Erzählung, Tanz, Musik, Licht, Bewegung und eine mitreissende Hommage an die Grenzen sprengende Kraft der Kunst.
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Compañeros - La noche de 12 años (2018)
Álvaro Brechner
Uruguay
117′
Nach dem Roman «Memorias del calabozo» von Mauricio Rosencof und Eleuterio Fernández Huidobro erzählt Álvaro Brechner die schier unglaubliche Geschichte der ausserordentlichen Freundschaft, die die beiden Autoren mit José "Pepe" Mujica verbindet, dem späteren Präsidenten Uruguays. Ein zutiefst bewegender Film, der in seinem Kern Hoffnung stiftet. «Und wenn dies mein letztes Gedicht wäre, rebellisch und traurig, ausgefranst aber ganzheitlich, ein einziges Wort würde ich notieren: Compañeros - Gefährten.» Das Zitat aus Álvaro Brechners neuem Film bringt es auf den Punkt: Im spanischen Wort «compañeros» ist alles enthalten, was die unglaubliche Geschichte ausmacht, die der Uruguayaner nach dem Roman «Memorias del calbozo» erzählt. Man kennt den einen der Protagonisten, José Pepe Mujica, weil er als Staatspräsident so etwas wie ein vorbildlicher Politiker war, und das heisst: weil er, anders als die meisten Politiker, nicht zuerst an sich und seine Popularität dachte sondern seine Aufgabe in den Vordergrund stellte und über sie populär wurde. Geimeinsam mit seinen Gefährten Mauricio Rosencof und Eleuterio Fernández Huidobro hat Mujica zwölf Jahre in Isolationsgefangenschaft verbracht. Es hat zur Person Pepe Mujica bereits eine ganze Reihe von Porträts gegeben, das letzte drehte Emir Kusturica, aber hier wird in Form eines packenden Spielfilms die Geschichte erzählt, für die es wenig Dokumente gibt, nur starke Erinnerungen. Mujica wurde eingekerkert und isoliert von der Welt, als er 37 Jahre alt war; er war 50, als er freikam. Álvaro Brechner beschreibt mit seinem weltweit ungezählte Male ausgezeichneten Film die Erfahrung von drei Freunden, die gleichzeitig ein elementares Stück Geschichte Lateinamerikas darstellt, wo in verschiedenen Ländern während Jahren die Militärs herrschten. Unter der Junta von 1973 bis 1985 wurden in Uruguay Tausende inhaftiert und gefoltert, viele getötet. Gefangene sind auch die Tupamaros Pepe Mujica, der Schriftsteller Mauricio Rosencof und der spätere Verteidigungsminister Eleuterio Fernández Huidobro. Sie engagieren sich für Gerechtigkeit und Freiheit und landen dafür im Knast und in Verliessen, in die man sich den ärgsten Feind nicht hinwünscht. Wie sie das überlebt haben, ist unglaublich, aber es zeugt auch davon, dass man für Ideale wie die Freiheit kämpfen kann und dass die Hoffnung das Letzte ist, was stirbt. Es ist die Kraft der Fantasie und die Entschlossenheit, die die drei in ihrer Isolation am Leben halten. Es ist der Einfallsreichtum, mit dem sie ihre Situation bewältigen. Sie träumen von einem anderen Land, und der Traum sollte in Erfüllung gehen. Ein bewegender Film über drei Gefährten, die ihren Geist brauchen, um zu leben. Walter Ruggle
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Mr. Kaplan (2014)
Álvaro Brechner
Uruguay
98′
Jacobo Kaplan führt ein ganz normales Leben. Nichts unterscheidet ihn von seinen Freunden, die einst aus Nazideutschland nach Südamerika geflohen waren und hier nun auch ihren Lebensabend verbringen. Es ärgert Jacobo, dass er alt geworden ist und eigentlich nichts Aussergewöhnliches geleistet hat. Um dies zu ändern und einen Coup zu landen, heckt er einen wagemutigen Plan aus. Eine Komödie vom Strand des Lebens. Jacobo ist ein Mann, wie es sie viele gibt. Hoffnungsfroh als Junge ins Leben geschickt und unversehens ins Alter gekommen. Was, fragt sich Jacobo Kaplan irgendwann nach seinem 70. Lebensjahr immerhin, was habe ich eigentlich getan, woran die Nachwelt sich erinnern könnte? Besonders an seiner Biografie ist ja doch, dass er als Kind jüdischer Eltern aus Nazideutschland fliehen musste, um überhaupt eine Lebenschance zu haben. So ist er als Señor Kaplan in Montevideo gestrandet, am südlichen Zipfel des lateinamerikanischen Kontinents, hat hier gearbeitet, Familie gegründet und ist alt geworden. Alvaro Brechner erzählt uns auf amüsante Weise von diesem netten, leicht griesgrämigen Herrn, der sich an einem Fest als Nichtschwimmer auf dem Sprungbrett eines Pools wiederfindet und den anderen etwas beweisen möchte, was er vielleicht besser lassen würde. Von Enkelin Lotti erfährt er von einem Deutschen, den die Jungen Nazi nennen, und nun hat Jacobo Kaplan seine Mission: Er will den vermeintlichen Kriegsverbrecher entführen und einem Gericht zuführen. Assistiert wird er dabei von Wilson, einem entlassenen Polizisten, der selber so etwas wie ein Ziel in seinem Leben verloren hat. Es ist ein Vergnügen, den beiden in ihrem tollpatschigen Versuch, Geschichte zu schreiben, zuzuschauen. Wir erleben, wie schnell aus vagen Vermutungen Tatsachen geformt werden, wie einer zu wissen glaubt und alles so einrichtet, dass seine Vermutungen stimmen. Es ist gleichzeitig eine liebevolle Annäherung ans Altern und an die Frage, was denn eigentlich bleibt von dem, was wir in jenem Leben bieten, das uns da zur Verfügung steht. Überraschungen sind jedenfalls garantiert in dieser Komödie von dem, der loszieht, als hätte es James Bond noch nicht gegeben. Walter Ruggle
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Anina (2013)
Alfredo Soderguit
Uruguay
78′
Anina Yatay Salas, ein nachdenkliches Mädchen mit roten Haaren, mag ihren Namen gar nicht. Jeder einzelne Teil davon ist ein Palindrom, kann also vorwärts und rückwärts gelesen werden. Damit ziehen ihre Mitschülerinnen sie auf, vor allem Aninas erklärte Feindin Yisel. Als die Mädchen sich auf dem Pausenhof prügeln, müssen beide zur strengen Direktorin, die eine besonders nervenaufreibende disziplinarische Massnahme für die beiden parat hat. Sie bekommen einen schwarzen versiegelten Briefumschlag überreicht, den sie eine Woche lang nicht öffnen dürfen. Von Alpträumen geplagt, ziehen sich die Tage für Anina in die Länge. Zusammen mit ihrer besten Freundin schmiedet Anina allerhand Pläne, um im Voraus an den Inhalt des Kuverts zu kommen. Allmählich erkennt Anina in Yisel eine Schicksalsgenossin, die sogar noch größere Probleme hat als sie selbst. Eine zaghafte Annäherung beginnt. Getragen von der Erzählstimme des Mädchens, folgt der Film dem Fluss von Aninas Gedanken und vermittelt so einen Einblick in ihre Innenwelt. Aninas Tagträume drehen sich nicht nur um Sorgen und Nöte, sondern auch um erwachende Liebesgefühle.
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Chris the Swiss (2018)
Anja Kofmel
Schweiz
90′
Kroatien, Januar 1992. Mitten in den Jugoslawienkriegen wird Chris, ein junger Schweizer Journalist, unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Zum Zeitpunkt des Todes trug er die Uniform einer internationalen Söldnergruppe. Anja Kofmel, seine Cousine bewunderte diesen stattlichen jungen Mann als kleines Mädchen. Als erwachsene Frau beschliesst sie, seiner Geschichte nachzugehen und versucht zu verstehen, was Chris’ tatsächliche Beteiligung an diesem Konflikt war ...
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Sin señas particulares (2020)
Fernanda Valadez
Mexico
99′
Der mexikanische Teenager Jesús bricht auf in Richtung US-amerikanischer Grenze, nach deren risikoreicher Überquerung er sich ein besseres Leben verspricht. Jesús verschwindet, seine Mutter macht sich auf die Suche. Mit ihrem beeindruckenden Spielfilmdebüt beweist die Mexikanerin Fernanda Valadez ihr Gespür für ein visuell starkes, emotionales und spannendes Erzählen. Sie ging von realen Geschichten von verschwundenen Migranten aus, die in ihrer mexikanischen Heimat zum Alltag gehören. Und sie schrieb ein Drehbuch, das uns in eine menschliche Erfahrung mitnehmen sollte. Ihr Ansatz, die den Sohn suchende Mutter und den die Mutter suchenden Sohn zusammenzuführen und gemeinsam die Reise in Regionen anzutreten, die nicht umsonst als Todeszonen bezeichnet werden, macht den Spielfilmerstling ungemein stark. Er wurde von einem Frauenteam gestaltet, das ganz bewusst darauf verzichtet, explizite Gewalt zu zeigen. Die so beschriebene Realität wirkt umso stärker. Einen wesentlichen Beitrag zur Ausdruckskraft des Films leistet die Kamerafrau Claudia Becerril: Ihre Aufnahmen, das Schreiben mit der Landschaft, verblüffen immer wieder. Sie schaffen es, das Innere der Figuren und die Verlorenheit zu spiegeln und sichtbar zu machen.
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La Novia del desierto (2017)
Cecilia Atan
Argentinien
77′
Señora Teresa bricht in ein neues Leben auf. Dreissig Jahre hat sie in Buenos Aires gearbeitet. Jetzt kann die Familie, bei der sie den Haushalt geführt hat, sie nicht länger beschäftigen. Doch man ist behilflich, organisiert Teresa einen neuen Job – im über 1000 Kilometer entfernten San Juan. Auf der langen Reise durch die argentinischen Pampas kommt Teresa das Gepäck abhanden. Der charmante und etwas undurchschaubare Händler El Gringo bietet ihr seine Hilfe an. Gemeinsam machen sich Teresa und El Gringo auf die Suche nach der verlorenen Reisetasche. Nach «Gloria» ist die chilenische Schauspielerin Paulina García zurück: In «La novia del desierto» (Die Braut der Wüste) glänzt sie als Señora Teresa, eine zunächst scheue und in sich gekehrte Frau, die immer mehr aufblüht. An ihrer Seite überzeugt Claudio Rissi als El Gringo. Das von den beiden Regisseurinnen Cecilia Atán und Valeria Pivato realisierte Roadmovie besticht mit wunderbaren Landschaftsaufnahmen und einer so berührenden wie subtilen Geschichte.
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Un cuento chino - Ein Chinese zum Mitnehmen (2011)
Sebastián Borensztein
Argentinien
90′
Alles beginnt in diesem ziemlich verrückten Film mit einer Kuh, die vom Himmel fällt. Auf irrwitzigen Umwegen bringt sie zwei völlig verschiedene Menschen vom jeweils anderen Ende der Welt zusammen. Alles sei hier nicht verraten, aber doch so viel. Roberto (Ricardo Darín) führt ein Eisenwarengeschäft in Buenos Aires und ist ähnlich verbohrt wie die Schrauben, die er verkauft und sorgsam auszählt, wenn wieder eine Lieferung eintrifft. Ein notorischer Einzelgänger, der nichts und vor allem niemanden zu nahe an sich heranlässt. Eines Tages liest er den jungen Chinesen Jun am Strassenrand von Buenos Aires auf. Der spricht kein Wort Spanisch, aber wirklich keines, ist gleich nach seiner Ankunft in Argentinien ausgeraubt worden und somit auf Hilfe angewiesen. Widerwillig nimmt Roberto den Chinesen auf und will den Onkel suchen, zu dem er offenbar unterwegs war. Während der Griesgram den Fremden betreut, taut er fast schon zwangsläufig langsam auf und beginnt zu verstehen, dass nicht jeder und jede auf Erden gegen ihn antritt. «Un cuento chino» ist eine melancholisch angehauchte, tiefgründige Komödie mit einer schönen Portion leisen Humors. Sebastián Borensztein erzählt vom zufälligen Zusammentreffen zweier Menschen, die durch ihr erzwungenes Zusammenleben in die skurrilsten Situationen geraten. Keiner spricht die Sprache des anderen, ihr kultureller Hintergrund könnte unterschiedlicher kaum sein, und dennoch vereint sie ein gemeinsames Schicksal und macht sie zu verwandten Seelen. Und er erzählt auch von Zufällen im Leben wie eben der Kuh, die vom Himmel fällt. Walter Ruggle
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