Cinema italiano: Eine neue Generation

Das italienische Kino hat einige der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte hervorgebracht. Während die Politik in den letzten Jahren selten eine gute Figur machte, hat das Filmschaffen zu frischem Elan zurückgefunden. Von Jonas Carpignano über Laura Bispuri zu Alice Rohrwacher: Wir haben ein paar neue Stimmen aus Italien zusammengestellt.

Figlia mia
Laura Bispuri
Italien
97′
Die zehnjährige Vittoria wächst in einem vom Tourismus unberührten sardischen Dorf auf. Eines Tages trifft sie bei einem Rodeo die ungestüme Angelica, die so ganz anders ist als ihre fürsorgliche Mutter Tina. Vittoria ahnt nicht, dass die beiden Frauen ein Geheimnis verbindet. Seit langer Zeit schon besucht Tina Angelica auf ihrem heruntergekommenen Hof, wo sie mit einigen alten Pferden und einem treuen Hund in den Tag hineinlebt. Tina ist nicht wohl dabei, dass Angelica und ihre Tochter Vittoria sich näher kennenlernen. Das Mädchen ist fasziniert von dieser Frau, die vor nichts Angst hat, ihre eigenen Wege geht und mit der sie die Insel neu entdeckt. Wie schon in ihrem Regiedebüt «Vergine giurata» begleitet Laura Bispuri eine Heldin, die sich mit ganz unterschiedlichen Vorbildern konfrontiert sieht, diese imitiert und hinterfragt und sich dabei ihrer selbst bewusst wird. Das warme Licht des sardischen Sommers begleitet Vittoria bei ihrer aufwühlen den Expedition. Mit Valeria Golino als Tina und Alba Rohrwacher als Angelica.
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La paranza dei bambini
Claudio Giovannesi
Italien
111′
Sechs Jungs kurven auf ihren Motorrollern durch die Gassen ihres Viertels Sanità in Neapel. Nicola, Briatò, Lollipop und ihre Freunde sind furchtlose Draufgänger. Sie wollen Geld machen wie ihre Vorbilder, Designer-Shirts und teure Sneakers tragen. Und wenn sie dann mal grosse Mafiosi sind, soll in ihrem Quartier niemand mehr Schutzgeld zahlen müssen. Die Jungs zögern nicht, Waffen einzusetzen, um die Kontrolle zu übernehmen. Nicola, ihr smarter 15-jähriger Anführer, kennt die Regeln: Um seine Gang schnell ganz nach oben zu bringen, fordert er einen der alten Mafia-Bosse heraus. Doch wegen seiner Freundin gerät Nicola zwischen die Fronten – und muss eine Entscheidung treffen... «La paranza dei bambini» ist die Verfilmung des von wahren Begebenheiten inspirierten Romans «Der Clan der Kinder» von Roberto Saviano. Der mit «Gomorrha» international bekannt gewordene neapolitanische Autor und Mafia-Experte hat auch am Drehbuch, das am Filmfestival Berlin ausgezeichnet wurde, mitgeschrieben. Gradlinig erzählt «La paranza dei bambini» von einer Welt, in der es allein um Geld, Macht und ums Überleben geht. Der Film über eine Jugend zwischen Skrupellosigkeit, Konsumgier und Menschlichkeit überzeugt nicht zuletzt durch charismatische, in Neapel entdeckte Laiendarsteller. Starkes, authentisches Kino, das einen nicht mehr loslässt.
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Favolacce
Damiano D'Innocenzo und Fabio D'Innocenzo
Italien
99′
Sengende Hitze, eine Reihenhaussiedlung im Speckgürtel von Rom. Die sommerliche Leichtigkeit ist von einer rätselhaften Stimmung der Beklommenheit durchzogen. Hier lebt so manche Familie, die nirgendwo dazugehört in ihrer immergleichen Routine. Da und dort blitzt Angst vor dem sozialen Abstieg auf, manche Eltern sind frustriert, da das Leben, dass sie sich erhofft haben, für sie unerreichbar ist. Doch schliesslich werden es die Kinder sein, die den Ort in seinen Grundfesten erschüttern. Die Brüder Fabio und Damiano D’Innocenzo haben ihre Kindheit in einem Vorort von Rom verbracht. Sie produzierten Videoclips, Fernsehfilme, ein Theaterstück. Bereits ihr erster Spielfilm «La terra dell’abbastanza» (2018) wurde ausgezeichnet. In ihrem neuen Film «Favolacce» erzählen die beiden von Frauen, Männern und Kindern, die allzu früh erleben, wie ihre Träume und Hoffnungen auf der Strecke bleiben. Ein emotional wuchtiger, herausragend gespielter und emotional mitreissender Film. Berlinale 2020: Silberner Bär - Bestes Drehbuch
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Pio - A Ciambra
Jonas Carpignano
Italien
118′
Pio wächst in einer süditalienischen Küstenstadt zwischen seiner Roma-Community, alteingesessenen Italienern und Flüchtlingen aus Afrika auf. Nachdem Vater und Bruder verhaftet werden, macht sich der 14-Jährige auf die Suche nach einem neuen Vorbild. Obwohl Ayiva, ein Migrant aus Burkina Faso, so gar nicht zu Pios Familie mit ihren rassistischen Ansichten passt, wird er ihm bald zum besten Freund. Mit seiner lebendigen Kamera erfasst Regisseur Jonas Carpignano ein fiktives Leben an einem realen Ort Italiens, wo verschiedene Aussenseitergruppen um ihren Platz kämpfen.
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Padrenostro
Claudio Noce
Italien
121′
Rom, 1976. Valerio ist zehn, geht gerne seine eigenen Wege und zieht sich öfters in eine Fantasiewelt zurück. Da ereignet sich vor dem Haus, in dem er mit seiner Familie wohnt, eine Schiesserei. Sein Vater, Vize-Polizeipräsident, ist Ziel eines terroristischen Angriffs und wird verletzt. Valerio beobachtet einen Teil des Geschehens. Seine Eltern allerdings glauben, er habe nichts mitbekommen, und tun alles, damit das so bleibt. In diesen schwierigen Tagen lernt Valerio den etwas älteren, rebellisch-frechen Christian kennen. Dieser scheint aus dem Nichts zu kommen – und er taucht auch plötzlich wieder auf, als Valerios Familie nach Süditalien gereist ist, weit weg von der bedrückenden Situation in Rom. Die Begegnung mit Christian in einem Sommer voller Entdeckungen wird Valerios Leben für immer verändern… «Padrenostro» spielt im Italien der 1970er-Jahre, einer Zeit sozialer und politischer Turbulenzen. Regisseur Claudio Noce war etwas über ein Jahr alt, als sein im Lazio für die Terrorismusbekämpfung zuständiger Vater bei einem gegen ihn gerichteten Anschlag verletzt wurde. «Padrenostro» ist also autobiografisch inspiriert und wurzelt in der Geschichte Italiens, doch Claudio Noce legt den Fokus auf so universelle wie zeitlose Themen: die Beziehung zwischen Vater und Sohn, den Blick eines Jungen auf Welt die Erwachsenen, die Kraft der Freundschaft. Ein exzellent gemachter, am Festival von Venedig ausgezeichneter Film – atmosphärisch dicht, packend, hervorragend gespielt.
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