Gerichtsfilme

Obwohl bereits der Stummfilm Gerichtsszenen kannte, etablierte sich der sogenannte Gerichtsfilm als filmisches Genre erst mit der Einführung des Tonfilms. Im Kino wird der Gerichtssaal zum Schauplatz menschlicher Dramen. Dort wird geklagt und geschieden, über Schuld oder Unschuld und in manchen Ländern sogar über Leben und Tod bestimmt. Kein Wunder also erregen Gerichtsfilme weltweit grosses Publikumsinteresse. Von einem Prozess über illegal organisierte Pokerspiele, über den steinigen Weg einer Juristin an die Spitze des Supreme Courts, bis hin zur Verhandlung des Kongokriegs. So vielfältig und abwechslungsreich ist das Genre. Unser Urteil steht bereits fest: sehenswert.

La Syndicaliste
Jean-Paul Salomé
Frankreich
121′
Maureen Kearney setzt sich als engagierte Gewerkschafterin für die gerechte Behandlung der Arbeitnehmenden beim französischen Atomkonzern Areva ein. Ihr Privatleben stellt sie dafür in den Hintergrund. Als ihr geheime Dokumente zugespielt werden, die Kooperationsbestrebungen der französischen Atomindustrie mit China belegen, steht sie im Kampf gegen Minister und Industrielle, die das Staatsgeheimnis um jeden Preis schützen wollen, bald allein da und gerät selbst in die Schusslinie. Maureen wird zuhause überfallen. Doch der leitende Ermittler vermutet, dass sie das Ganze inszeniert hat, und so wird sie in der darauffolgenden Schmutzkampagne vom Opfer zur Verdächtigen. Der Thriller von Jean-Paul Salomé basiert auf dem Roman «La syndicaliste» von Caroline Michel Aguirre und erzählt von wahren Begebenheiten. Er wurde an den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt. Isabelle Huppert gelingt in dieser anspruchsvollen Rolle der überzeugende Balanceakt zwischen Zerbrechlichkeit und unbeugsamer Stärke.
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The Children Act
Richard Eyre
Vereinigtes Königreich
106′
Fiona Maye (Emma Thompson) ist angesehene Richterin am Obersten Gericht in London, wo sie sich mit Passion und Lebenserfahrung ethisch komplexen Familienangelegenheiten annimmt. Doch sie bezahlt für das arbeitsintensive Präsidium einen hohen Preis, ihre Ehe mit Jack hat die Belastungsgrenze schon längst erreicht. Während dieser Krise wird Fiona angefragt, im Fall von Adam zu entscheiden, einem geistreichen jungen Mann, der aus religiöser Überzeugung lebensrettende Bluttransfusionen zur Behandlung seiner Krebserkrankung ablehnt. Adam steht drei Monate vor seinem 18. Geburtstag und wird somit vor dem Gesetz noch als Kind behandelt. Fiona besucht Adam im Spital. Das Treffen hat tiefschürfende Auswirkungen auf beide: Während ihn die neue Sichtweise aufwühlt, werden in ihr vergessene Gefühle wieder geweckt. Doch wie stark darf Fiona auf die Entscheidungsfindung Einfluss nehmen? 1989 revolutionierte der sogenannte CHILDREN ACT die britische Gesetzgebung. Darin heisst es: „In jeder Frage der Sorge für die Person eines Kindes hat das Wohl des Kindes dem Gericht als oberste Richtschnur zu dienen.“ Der britische Schriftsteller Ian McEwan befasste sich in seinem 2014 erschienenen Bestseller THE CHILDREN ACT mit genau diesem Thema. Regisseur Richard Eyre hat den Roman als packendes Drama, für das Ian McEwan selbst das Drehbuch verfasst hat, mit hochkarätiger Besetzung verfilmt.
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Mon Crime
François Ozon
Frankreich
102′
Paris in den 1930er-Jahren. Die erfolglose junge Schauspielerin Madeleine (Nadia Tereszkiewicz) lebt mit ihrer Freundin Pauline, einer arbeitslosen Rechtsanwältin, in einer winzigen Mansardenwohnung. Den beiden droht die Kündigung, weil ihnen seit Monaten das Geld für die Miete fehlt. Da wird Madeleine aus heiterem Himmel beschuldigt, einen berühmten Filmproduzenten umgebracht zu haben. Auf Anraten von Pauline bekennt sie sich schuldig, obwohl sie es nicht ist. Es kommt zu einem Gerichtsverfahren, in dem die clevere Pauline auf Notwehr plädiert und Madeleine prompt freigesprochen wird. Der Prozess und das Urteil erregen grosses Aufsehen, Madeleine ist in aller Munde und bald flattern zahlreiche lukrative Rollenangebote ins Haus. Doch dann taucht plötzlich eine Zeugin auf, die die Wahrheit aus um jeden Preis ans Licht bringen will. «Mon Crime» ist eine Kriminal-Komödie mit köstlich-spitzen Dialogen, unerwarteten Wendungen, verzwickten Situationen, aus denen die Filmfiguren einen Ausweg finden müssen. Das bietet dem grossartigen Ensemble – darunter Isabelle Huppert, Dany Boon und Fabrice Luchini – Gelegenheit, zu Höchstform aufzulaufen. Der Film basiert auf einem Theaterstück von 1934. Regisseur François Ozon hat den historischen Kontext beibehalten, was sich nicht zuletzt in wunderbaren Dekors spiegelt. Die Handlung hat er jedoch frei adaptiert, um aktuelle Fragen rund um Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen auf die Leinwand zu bringen – wie schon in seinen Erfolgsfilmen «8 Femmes» und «Potiche». Doppelbödig, voller Zärtlichkeit, von leiser Ironie durchzogen: «Mon Crime» ist grosses französisches Kino.
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Capharnaüm - Stadt der Hoffnung
Nadine Labaki
Libanon
126′
Zains Eltern sind zu arm, um ihn bei der Geburt registrieren zu lassen. So besitzt er keine Papiere und ist damit seiner Grundrechte beraubt. Doch Zain ist eine Kämpfernatur. Geschickt schlängelt er sich durch die Strassen Beiruts. Um seine zahlreichen Geschwister zu ernähren, schleppt er Waren für das Lebensmittelgeschäft ihres unbarmherzigen Vermieters Assaad. Ausgerechnet mit diesem soll seine 11-jährige Schwester Sahar verheiratet werden. Zain setzt alles daran, dies zu verhindern – vergeblich. Schliesslich nimmt er Reissaus. In einem Vergnügungspark lernt er Rahil kennen. Sie bietet Zain Obdach, wenn er dafür ihren einjährigen Sohn hütet. Als Rahil eines Abends nicht mehr zurückkehrt, nimmt sich Zain liebevoll des Kleinen an. Mit viel Empathie blickt Nadine Labaki auf die oft verborgene Welt der Strassenkinder, die sie ins Zentrum ihres Films rückt. Dabei stechen die aussergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen der nicht professionellen Darsteller hervor. Entstanden ist ein humanistischer Film mit Tiefgang. Die Regisseurin sagt: «Das Gericht, vor das ich die Eltern im Film stelle, das sind wir alle. Mein Film wendet sich an das ganze System, das diese Kinder im Stich lässt.» - «Capharnaum» wurde in Cannes 2018 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und war 2019 auf der Shortlist für die Oscars.
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On the Basis of Sex
Mimi Leder
USA
120′
Die Vereinigten Staaten von Amerika in den 1950er Jahren: Frauen und Männer sind zwar in der Theorie gleichgestellt, doch gibt es immer noch zahlreiche Bereiche, die Frauen nicht offenstehen, sie dürfen etwa weder Polizistin noch Richterin werden. Für Ruth Bader Ginsberg (Felicity Jones) bedeutet das einen Karriereverlauf, den sie so nicht hinnehmen möchte: Nachdem sie ihr Jura-Studium in Harvard als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat, muss sie sich mit einer Stelle als Professorin begnügen, obwohl sie lieber bei Gericht arbeiten würde. Da macht sie ihr Mann Marty (Armie Hammer) auf den Fall Charles Moritz aufmerksam, der sich aufopferungsvoll um seine kranke Mutter kümmert, allerdings aufgrund seines Geschlechts nicht den eigentlich üblichen Steuernachlass erhält. Ruth sieht ihre Chance gekommen, einen Präzedenzfall zu schaffen und die rückständigen Strukturen der Gesellschaft und die Gesetzeslage aufzubrechen… Die wahre Geschichte der Anwältin Ruth Bader Ginsburg, die dank eines wegweisenden Gerichtsverfahrens ein Jahrhundert der Geschlechterdiskriminierung beendet.
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