Scorsese's World Cinema Project

Zum 30-jährigen Jubiläum festigt die Stiftung trigon-film ihre Position als erste Adresse für Filme aus Süd und Ost mit einer Partnerschaft mit dem World Cinema Project von Martin Scorsese. Der spezialisierte Schweizer Filmverlag betreut die Rechte für die DACH-Region für eine Reihe von restaurierten Klassikern aus verschiedenen Ländern und bringt sie erstmals mit deutschen und teilweise französischen Untertiteln heraus.

Die Farbe des Granatapfels (1969)
Sergej Paradschanow
Armenien
80′
Der armenische Lyriker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hof des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er ermordet und zum Märtyrer wurde. Die ungewöhnliche Filmbiografie des Sayat Nova besteht aus acht Kapiteln, die seine Lebensstationen mit Hilfe von stark surrealistischen Tableaus darstellen. Darin wird wenig gesprochen, das meiste an Worten findet sich in den lyrischen Zwischentiteln: Vorrang hat der visuelle Ausdruck. Sergej Paradschanow zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dem Leben des Poeten: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe, die Zeit am Hof. Dabei strebt er an, ins poetische Universum des Dichters einzudringen, es gleichsam mit seinem eigenen zu verschmelzen. Ulrich Gregor hat seinerzeit geschrieben: «Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur, die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» Sergej Paradschanows Bilder und Sayat Novas Poesie dringen tief in die christlich-orientalische Kultur Armeniens vor und sind sorgsam und streng komponiert. Ein ganz spezieller Augenschmaus.
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Der Fluss Titash (1973)
Ritwik Ghatak
Indien
157′
Ritwik Ghatak erzählt in seinem Film "Der Fluss Titash" aus dem Leben eines Fischerdorfes an den Ufern des Titasch in Ostbengalen. Kiishore verliebt sich in ein Mädchen, welches kurz nach ihrer Heirat von Flusspiraten verschleppt wird. Darauf verliert Kishore den Verstand. Die junge Frau schenkt kurz vor ihrem Tod einem Jungen das Leben. Basanti, eine Frau aus dem Dorf, nimmt sich des neu geborenen Kindes an. Kaum ist der Knabe erwachsen, verlässt er sie. Der Fluss wird immer trockener und «Babus» aus der Stadt kommen ins Dorf, das von immer mehr Bewohnerinnen und Bewohnern verlassen wird. Schliesslich werden die Babus zu Landherren und machen aus dem Flussbett Reisfelder. Nur Basanti ist im Dorf geblieben, und auch ihr Leben neigt sich jetzt dem Ende zu. Ritwik Ghatak wurde am 4. November 1925 in der Stadt Dacca in Bangladesh geboren. Er arbeitete in einer Textilfabrik, begann sich für die Politik zu interessieren und war 22 Jahre alt, als Indien seine Unabhängigkeit erlangte und teilte die Freude vieler Intellektueller darüber nicht. Seine Heimat wurde in zwei Teile zerrissen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Ghatak zunächst Novellen zu schreiben, dann arbeitete er am Volkstheater unter anderem als Schauspieler, verfasste zahlreiche Drehbücher und realisierte mehrere Dokumentarfilme. Berühmt ist mittlerweilen seine Flüchtlingstrilogie mit den Filmen "Der verborgene Stern", "Der Fluss Titash" und "Der Fluss Subarnarekha". 1976 ist Ritwik Ghatak 51-jährig und verbittert an Alkohol und Tuberkulose gestorben.
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Downpour (1972)
Bahram Beyzaie
Iran
130′
Bahram Beyzaies Debütfilm über einen wohlmeinenden Schullehrer in Teheran, der von Schicksalsänderungen geplagt ist, war in seiner Zeit enorm erfolgreich, im postrevolutionären Iran aber aus dem Blickfeld geraten. Der Film wurde von der World Cinema Foundation in der Fondazione Cineteca di Bologna/L'immagine Ritrovata unter Beteiligung von Bahram Beyzaie selbst restauriert.
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Lucia (1968)
Humberto Solás
Kuba
161′
Ein Vorname für drei Frauen. Jede steht für einen Schlüsselmoment in der Geschichte Kubas: 1895, 1930, 1953. Ein wundervoll fliessendes Triptychon aus drei unterschiedlichen Inszenierungsstilen, das die Entwicklung der weiblichen Existenz auf der Insel beschreibt und damit diejenige aller Kubanerinnen. Lucía war der erste Spielfilm von Humberto Solás, auf Anhieb ein Meisterstück. Episode I Die erste, um 1895 angesiedelte Episode spielt zur Zeit des Kampfes gegen die spanischen Kolonialherren. Im Mittelpunkt der Handlung steht die wohlbehütete und der kleinen Schicht der Besitzenden angehörende Lucia, die sich in den aus Spanien stammenden Rafael verliebt. Nachdem Lucia die Grausamkeit des Krieges persönlich erlebt hat und von ihrem Geliebten im Stich gelassen worden ist, ermordet sie ihn. Episode II Die Lucia dieser zweiten Geschichte verliebt sich 1932 in einen Revolutionär, verlässt daraufhin ihr bürgerliches Elternhaus und unterstützt den Kampf gegen den verhassten, diktatorisch regierenden Präsidenten Gerardo Machado. Dieser wird schliesslich gestürzt, aber Korruption und Misswirtschaft bleiben weiterhin bestehen. Aldo, Lucias Geliebter, erkennt, dass das Ziel der Revolution noch lange nicht erreicht ist, kämpft deshalb weiter und wird schliesslich erschossen. Lucia bleibt allein zurück. Episode III In der dritten, in den 1960er Jahren angesiedelten Geschichte hat die Revolution gesiegt. Lucia ist glücklich mit dem krankhaft eifersüchtigen Tomas verheiratet, der seine Frau als Eigentum betrachtet und sie im Haus einschliesst. Nicht zuletzt unter dem Einfluss eines jungen Lehrers, der während der Kampagne gegen den Analphabetismus ins Dorf gekommen ist und Lucia Lesen und Schreiben beibringt, begreift die junge Frau, dass sie aus ihrem Sklavendasein ausbrechen und ihren rasenden Mann - zumindest vorübergehend - verlassen muss.
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After the Curfew (1954)
Usmar Ismail
Indonesien
103′
Nach der Befreiung von der niederländischen Kolonialherrschaft kehrt der Revolutionsheld Iskandar ins zivile Leben zurück. Dabei muss er erkennen, dass die Ideale, für die er gekämpft hat, nicht wirklich gelebt werden... «After the Curfew» ist ein leidenschaftliches Werk, das sich direkt mit einem entscheidenden Konfliktmoment in der indonesischen Geschichte befasst: den Nachwirkungen der vierjährigen republikanischen Revolution, die der niederländischen Herrschaft ein Ende setzte. Es ist ein visuell und dramatisch eindringlicher Film über Wut und Desillusionierung und über den Traum von einer neuen Gesellschaft. Regisseur Usmar Ismail wird allgemein als der Vater des indonesischen Kinos angesehen. Er begann seine Karriere als Dramatiker und Gründer von Maya, einem Drama-Kollektiv, das in den Jahren der japanischen Besatzung entstand. Und es war während dieser Zeit, als Ismail ein Interesse am Filmemachen entwickelte. After the Curfew ist Ismails grösster kritischer und kommerzieller Erfolg und gilt als Klassiker des indonesischen Kinos.
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Alyam, Alyam (1978)
Ahmed El Maanouni
Marokko
87′
Alyam, Alyam erzählt von der Lebenswirklichkeit junger Männer in Marokko und ist auch nach fast 40 Jahren noch immer hochaktuell. In einem kleinen Dorf hängt Abdelwahed seinen Träumen von einem besseren Leben für sich und seine Familie nach, er hofft, nach Frankreich gehen und dort Arbeit finden zu können. Als ältestes von acht Kindern ist er nach dem Tod des Vaters das Familienoberhaupt und soll für die Familie sorgen. Er füllt Antragsformulare aus und wartet auf die ersehnte Arbeitserlaubnis. Seine verwitwete Mutter Hlima will ihn nicht ziehen lassen. Vergebens versucht sie mit Hilfe von Abdelwaheds Großvater, ihn von seinem Plan abzubringen. Während die Tage im Rhythmus des Landlebens dahinziehen, geprägt von den Mühen der Feldarbeit, wartet Abdelwahed. Ihm bleibt nichts anderes übrig. Alyam, Alyam, ein Werk zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, ist Ahmed El Maanounis Debüt und der erste marokkanische Film, der je in Cannes gezeigt wurde. Die Restaurierung des Films erlaubt es nun einer neuen Generation von Cinephilen, die Brillanz und die elegante Montage des Films zu entdecken.
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