Wochentipp

Am 8. März stimmt die Schweiz über die «Halbierungsinitiative» zur Senkung der Radio- und Fernsehabgabe ab. Dass die Unabhängigkeit der Vierten Gewalt – auch hierzulande – durch vermeintlich harmlose Sparmassnahmen ins Wanken geraten kann, zeigt Filmemacher Dieter Fahrer eindrücklich auf. Er gewährt Einblicke in den Arbeitsalltag beim Berner «Bund», beim «Echo der Zeit» von Schweizer Radio und Fernsehen, beim Onlineportal «Watson» sowie bei der «Republik». Rasch wird deutlich: In unsicheren Zeiten, in denen sich der Journalismus mit globalen Falschmeldungen konfrontiert sieht, sind verlässliche Informationen zentral. Für eine direkte Demokratie ist ein starker Service public deshalb unverzichtbar.
Hyänen (1992)
Djibril Diop Mambéty
Senegal
111′
Die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes Colobane leben in Armut. Eines Tages kehrt Linguère Ramatou, eine Frau mit einer goldenen Fussprothese, an den Ort ihrer Herkunft zurück, «reich wie die Weltbank». Der Händler des Ortes hat sie einst geschwängert und seine Vaterschaft verleugnet; jetzt will sie Rache nehmen, sich «Gerechtigkeit kaufen»: 100 Milliarden bietet sie den Einwohnerinnen und Einwohnern, um den Händler zu töten. Die weigern sich zuerst - «Wir sind Afrikaner, aber die Dürre hat uns zu keinen Wilden gemacht!» -, erliegen aber nach und nach den Verlockungen des Komforts. Ramatou präsentiert sich als Parabel über Kolonialismus und Konsumismus, deren tückische Ironien sich einfacher Deutung widersetzen. Am Ende, nach vollzogener Tat kommen Bulldozer und machen Colobane dem Erdboden gleich. Die Elefanten ziehen weiter. Hyènes ist frei nach dem Theaterstück «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt entstanden und dem «grossen Fritz» auch gewidmet. Der Film ist der grossartige zweite Teil von Mambétys unvollendeter Trilogie zu den fatalen Folgen von «Macht und Wahnsinn», eine Parabel über Kolonialismus und Konsumismus, deren tückische Ironien sich einfacher Deutung widersetzen.
Zu Merkliste hinzugefügt
Von Merkliste entfernt
Die Anfrage ist fehlgeschlagen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie mit dem Internet verbunden sind und versuchen Sie es erneut. Falls dies nicht weiterhilft unterstützen wir Sie gerne per e-Mail unter support@filmingo.ch oder telefonisch unter +41 (0)56 426 15 33
Um die Merkliste nutzen zu können, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich, falls Sie noch kein Konto bei uns haben.
Vor siebzig Jahren, im Januar 1956, wurde Friedrich Dürrenmatts «Der Besuch der alten Dame» am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Die tragische Komödie machte den Schweizer Autor weltberühmt und wird bis heute auf Bühnen rund um den Globus gespielt. Der Plot ist universell: Eine Frau kehrt in ihr Heimatdorf zurück und stellt dessen Bewohner:innen mit der Macht des Geldes vor eine moralische Zerreissprobe. Mehrfach wurde der Stoff verfilmt – die eindrucksvollste Adaption stammt aus Afrika. Djibril Diop Mambéty verlegt das europäische Dorf Güllen ins senegalesische Colobane. Die Fragen bleiben dieselben: Ist der Mensch käuflich? Hat Moral einen Preis? Und wo liegt die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache?