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Bombay Diaries

Kiran Rao, Indien, 2011

Leider können wir diesen Film an Ihrem Standort nicht anbieten.

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Shai ist eben erst in Bombay angekommen. Die junge Hobby-Fotografin will die Heimat ihrer Eltern mit der Kamera erkunden. Sie trifft auf den unnahbaren Künstler Arun (Aamir Khan) und verbringt eine Nacht mit ihm. Ihre Wege trennen sich wieder - die Sehnsucht bleibt. Arun zieht in ein anderes Quartier und findet in der neuen Wohnung zufällig drei Videotagebücher seiner Vormieterin Yasmin, die darin über ihr Leben in Bombay erzählt. Shai freundet sich inzwischen mit dem Wäscher Munna an, über alle Konventionen hinweg. Er führt sie durch die entlegensten Winkel derpulsierenden und modernen Metropole und beginnt vom Unmöglichenzu träumen.
Shai ist eben erst in Bombay angekommen. Die junge Hobby-Fotografin will die Heimat ihrer Eltern mit der Kamera erkunden. Sie trifft auf den unnahbaren Künstler Arun (Aamir Khan) und verbringt eine Nacht mit ihm. Ihre Wege trennen sich wieder - die Sehnsucht bleibt. Arun zieht in ein anderes Quartier und findet in der neuen Wohnung zufällig drei Videotagebücher seiner Vormieterin Yasmin, die darin über ihr Leben in Bombay erzählt. Shai freundet sich inzwischen mit dem Wäscher Munna an, über alle Konventionen hinweg. Er führt sie durch die entlegensten Winkel derpulsierenden und modernen Metropole und beginnt vom Unmöglichenzu träumen. Vier Lebensfäden aus einer irren Stadt, vier Menschen, die viel von «Incredible India» erzählen, aber auch davon, dass der Menschimmer wieder auch von der Sehnsucht nach dem Anderen getrieben ist.

*****

Leben und Lieben in der Grossstadt

Verrücktes Indien! Kiran Rao erzählt in ihrem ersten Spielfilm von vier Menschen, die in Bombay, das heute offiziell Mumbai heisst, gestrandet sind oder da leben: Ein malender Künstler, ein fröhlicher Wäscher, eine fotografierende Amerikanerin mit indischen Wurzeln und eine rätselhafte Frau, die in drei Videobriefen an ihren jüngeren Bruder aus ihrem Leben erzählt und davon, wie die Liebe am Ende nicht das war, was sie sich vorgestellt hatte. Produziert hat den Film Indiens Megastar Aamir Khan, den wir aus dem Epos Lagaan noch in bester Erinnerung haben und der auch hier die Hauptrolle spielt. Kiran Rao will das Leben festhalten und das bunte Treiben in ihrer eigenen Stadt. Was mit zum Besonderen gehört ist hier sicher die Tatsache, dass die Filmhandlung in sich noch einmal aufgebrochen ist durch einen inneren Film und durch das Spiel mit der Fotografie: Eine der Figuren findet in der Wohnung zurück gelassenes Filmmaterial der Vormieterin, eine andere fängt das Leben in der Stadt in starken Schwarzweissfotos ein.

Im Dreieck zwischen dem Künstler, der Fotografin und dem Wäscher bewegt sich die Geschichte von möglicher Liebe und verpassten Chancen. Mit der vierfachen Suche nach Zuneigung erfasst Rao Bombay als lebensfrohe Grossstadt, in der Millionen von Menschen ihren Alltag verbringen und dennoch einsam sein können. Was das heisst, arbeitet sie anhand der Videotagebücher von Yasmin heraus. Sie bilden so etwas wie einen zweiten Faden zur Dreiecksgeschichte, sie brechen das Lineare auf und blicken in die Tiefe einer einzelnen Seele - einer Abwesenden, denn diese Yasmin tritt in der eigentlichen Handlung des Films nicht auf. Aber sie ist präsent, Arun nimmt sich Zeit, in ihre Tapes hineinzuschauen, zögerlich zunächst, als er merkt, wie da Intimes zur Sprache kommt, zunehmend fasziniert sodann, weil ihn die Geschichte der fremden jungen Frau packt und beschäftigt und verstört. Kiran Rao nennt als einen ihrer Inspirationspunkte die Wohnsituation in Mumbai, woman als Mieterin häufig gezwungen sei, die Wohnung zu wechseln. Und das hat sie dazugebracht, über das Wohnen nachzudenken und darüber, dass man beim Beziehen einer neuen Wohnung auch den Lebensraum eines früheren Mieters, einer Mieterin betritt.

Es gibt also so etwas wie eine Seele, die bereits in diesen Räumen vorhanden ist oder irgendwie immer noch da. Glück und Unglück, Freud und Leid, Arm und Reich: Sie wohnen in einer Grossstadt dicht gedrängt und eng aufeinander. Es herrscht hier noch immer ein starkes Kasten- und Klassendenken, auch wenn es offiziell abgeschafft ist. Rao ist es wichtig, dass darüber gesprochen wird, dass es unter die Leute kommt. Alle ihre Figuren haben das Glück in der Stadt gesucht, nicht alle haben es dort gefunden.

Walter Ruggle
Dauer
102 Minuten
Sprache
OV Englisch/Hindi
Untertitel
Deutsch fix
Video-Qualität
1080p
Verfügbarkeit
Schweiz, Liechtenstein
Une ville à Chandigarh (1965)
Alain Tanner
Indien
53′
Nachdem ein Teil der Provinz Pandschab 1947 dem neugeschaffenen Staat Pakistan zugeschlagen worden war, begann Albert Mayer mit der Planung einer neuen Hauptstadt für den bei Indien verbliebenen Teil. Ab 1950 war Le Corbusier für die Gesamtplanung und insbesondere für die repräsentativen Großbauten des Regierungsviertels verantwortlich. Ein Jahr nach dessen Tod drehte Alain Tanner seinen Film. Zu diesem Zeitpunkt war manches noch im Bau oder erst in Planung, doch lebten bereits 120'000 Einwohner in der neuen Metropole. Architektonisch eine der modernsten Städte, wurde Chandigarh in archaischer Weise von Hand gebaut. Die Impressionen aus dieser horizontalen, durchgrünten Stadt - Backstein ließ eine vertikale Entwicklung nicht zu - sind in langen Einstellungen und manchen Travellings eingefangen. Der Kommentar von John Berger stellt die visuelle Schönheit der vorgefundenen Realität in größere Zusammenhänge: das Klima hat die Entscheidungen der Planer stark beeinflusst, während es umgekehrt die neue Stadt, so Berger, nicht geschafft habe, die alten sozialen Regeln über Nacht zu durchbrechen. Diese bestimmen weiterhin Schulbildung sowie Verdienstmöglichkeiten, und den Bauarbeitern ist es nicht möglich, in jenem Chandigarh, das sie aufbauen, selber zu wohnen. Doch der Film teilt den Optimismus von Le Corbusier, etwa in der Einschätzung, die Architektur könne den Menschen helfen, ihre Vorstellungen zu klären, Unterscheidungen zu treffen und (neue) Verknüpfungen herzustellen. Auch wenn dies möglicherweise erst langfristig Auswirkungen haben kann.
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Le serviteur de Kali (2002)
Adoor Gopalakrishnan
Indien
88′
Kaliyappan ist der Henker des Maharadscha von Travancore. Er wohnt am Rande eines kleinen Dorfes in der prachtvollen Landschaft von Kerala. Seit Generationen lebt seine Familie von den Vergünstigungen, die ihr der Maharadscha nach jeder Hinrichtung gewährt. Doch diese werden immer seltener, und Kaliyappans Familie lebt im Elend. Paradoxerweise ist der alte Henker, der Erfüllung eines zum Fluch gewordenen Auftrags müde geworden, auch ein Heiler. Adoor Gopalakrishnan gehört zu den zentralen Figuren im indischen Kino und zu den herausragenden Filmschaffenden aus Kerala, dessen Filmkultur er zusammen mit Shaji Karun ganz wesentlich prägt. Sein Film «Le serviteur de Kali» ist eine Fabel, die auf realen Fakten fusst. Die erste Einstellung zeigt einen alten Henker, der seine Hände betrachtet. Er hegt Schuldgefühle wegen der letzten Hinrichtung und hat Angst vor der nächsten. Als er erneut den Befehl für eine Urteilsvollstreckung erhält, fühlt Kaliyappan sich elend, taumelt umher und trinkt, um seine Gewissensbisse und seine jämmerliche Lage zu vergessen. Als ob der Alkohol die Verantwortung aufheben und den Scharfrichter ersetzen könnte. Der Sohn wird das Urteil vollstrecken, der über der Familie drohende Fluch lässt sich nicht abwenden. Am Ende sind die Schatten des Umzugs die düsteren Schatten eines endlosen Trauergefolges, es sei denn, sie wären die Schatten der Höhle: «Der Film erforscht die unbekannten Räume des Bewusstseins, des Realen und des Imaginären.». Eine verborgene Perle des Kinos.
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Piravi - Geburt (1988)
Shaji N. Karun
Indien
108′
Der indische Spielfilm "Piravi" erzählt von einem Vater, der mit Frau und Tochter auf die Rückkehr seines Sohnes wartet. Ein Film, der in sich ruht, der uns wundersam den Fluss der Zeit vor Augen führt. "Du bist ungeduldig, Vater", meint die Schwester von Raghu, der seine Heimkehr angekündigt hatte und auf sich warten lässt. Und sie fährt lakonisch fort: "Ein Tag früher oder später". - "Piravi" (Geburt) vom Inder Karun Shaji ist einer jener Filme, in denen sich die Zeit in einer anderen Dimension zu entfalten scheint als derjenigen, die unseren Alltag prägt. Hetze, Hektik, Nervosität, Ungeduld und daraus resultierende Gereiztheit: Das sind Fremdwörter in jenem Flecken Welt, an dem Raghus Familie wohnt. Wenn der Vater sich zur Busstation aufmacht, um seinen Sohn zu begrüssen, so ist das allein schon eine kleine Reise, die er unternimmt. In ihrem Zentrum steht die kurze Bootsfahrt über den Fluss, ein sinnbildliches Übersetzen von einem Ufer zum anderen, eine Bewegung des Lebens. Raghu, der Sohn, kommt nicht. Er trifft am ersten Abend nicht ein, und auch nicht an den folgenden Tagen. Allmählich tauchen Gerüchte auf, er sei in der Stadt verhaftet worden, weil er sich an seiner Fakultät politisch unvorsichtig geäussert habe. Der Vater verdrängt den Gedanken daran, dass seinem Sohn etwas zugestossen sein könnte, bis er dann doch aufbricht und eine kleine Weltreise unternimmt: die Fahrt in die grosse Stadt. Das alles, der ganze Handlungsfaden, spielt in Shajis Film eine zweitrangige Rolle. Im Zentrum steht eine meditative Form, in der selbst der Monsunregen seine Schönheit zurückgewinnt. Man spürt es in jeder Einstellung, dass der junge indische Regisseur als Kameramann ausgebildet wurde und als Kameramann gearbeitet hat, denn jedes einzelne Bild ruht gewissermassen in sich selbst, trägt jene Stimmung mit, die den ganzen Film, diese liebevolle Suche nach der ungebrochenen Familienbande prägt. Aus den monochron reich wirkenden Bildern, die alles Grelle meiden, wachsen die verblüffendsten, bisweilen kontrapunktisch gesetzten Töne; ihnen schenkt Shaji eine ebensowichtige Bedeutung und sehr viel Aufmerksamkeit. Sein Film singt uns ein mehrstimmiges Lied von innerer Ruhe, stimmt eine Wassermusik an, auf der wir gleichsam dahingleiten. Und gleichzeitig thematisiert er unaufdringlich ein inneres Gefälle in einem Staat wie Indien, der von kolonialen Spuren unauslöschlich geprägt ist, in dem der Gegensatz zwischen Land und Stadt immens ist. Das politische ist immanent. Shaji führt uns dies in wenigen, dafür präzis komponierten Einstellungen vor Aug und Ohr, in einer Filmsprache, die wie ihre Handlung auf falsche Hektik verzichtet und mit sanften Impulsen sich auf dem Fluss des Lebens bewegt, eines Lebens, das im Auszug aus dem Upanishaden, einem heiligen indischen Text, im Prolog als stetig wiederkehrendes existiert, in dem der Tod Anfang bedeutet, das Wasser Leben. Walter Ruggle
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