Carmen Stadler

Die Schweizer Filmemacherin, Drehbuchautorin und Regisseurin Carmen Stadler schickt in ihrem ersten Spielfilm «Sekuritas» ein Bürogebäude auf die Suche nach der Liebe. Auf filmingo präsentiert sie ihre Lieblingsfilme und verrät euch, warum diese Filme sie besonders berührt oder inspiriert haben.

Höhenfeuer (1985)
Fredi M. Murer
Schweiz
114′
Unter den Schweizer Bergfilmen ist Fredi Murers «Höhenfeuer» sozusagen das Pièce de résistance: Die Geschichte von der Bauerntochter Belli und ihrem tauben Bruder Bueb, die mit ihren Eltern auf einem Hof über einem jener Bergtäler leben, aus denen es einen in die Höhe drängt, an die Sonne und an einen Ort, an dem es weniger eng wirkt. Die Enge mag sich an den steilen Hängen dann anderswie wieder einstellen, denn sie gehört in dieser Weltgegend offenbar dazu. Ausgerechnet der gehörlose Sohn ist es, der die Familie von Zeit zu Zeit zum Reden bringt, über ihn und seine Eigenheiten und die besonderen Erfahrungsformen. «Höhenfeuer» ist ein Berglerfilm und ein Heimatfilm im besten Sinn des Wortes. Er hat tiefe Wurzeln, die ihn so zum Blühen bringen, dass das, wovon er erzählt, überall verstanden wird. Einsamkeit kennt keine Geografie, aber sie gründet auf engen Voraussetzungen. Ausgezeichnet mit dem Goldenen Leoparden von Locarno wurde «Höhenfeuer» inzwischen in zwei verschiedenen Umfragen zweifach zum Besten Schweizer Film aller Zeiten erkoren.
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«‹Höhenfeuer› sah ich das erste Mal mit 23 Jahren an der Filmhochschule. Ein konzentriertes, mysteriöses Filmerlebnis mit wuchtigen, sinnlichen Bilder, die beinahe duften und die ich nicht vergessen will. Verwirrt habe ich mich damals gefragt, weshalb ich eigentlich nicht mit dem Schweizer Film aufgewachsen bin?! Alles, was ich damals im Spielfilmbereich zu sehen bekam, kam zu 50% aus Amerika, 20% aus Deutschland, 20% aus England und 10% Prozent aus Frankreich. Wo wären wir heute, hätte man die Schweizer Spielfilmkultur in ihrer Eigenheit gestärkt? Ein Knicks für ‹Höhenfeuer› und all die unentdeckten, vielleicht unverfilmten Schweizer Filme dahinter. Manchmal wehen sie noch irgendwo in der Luft. »