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Zürcher Tagebuch (2020)

Stefan Haupt, Schweiz

Was liegt in der Luft? Der Zürcher Filmemacher Stefan Haupt wählt die Form des Tagesbuchs, was allein schon das Persönliche impliziert. Gestaltet hat er einen nachhaltig wirkenden Film zum Stand der Dinge im Lauf der Zeit, montiert (mit Christof Schertenleib) in einem visuellen Fluss, in dem er das Naheliegende betrachtet - man übersieht es ja so leicht - und wie nebenbei erstaunlich viel zur Gegenwart zusammenträgt. Vertrautes ist da vereint, sogar Hoffnungsvolles, mit Anstössigem durchsetzt, Denkanstössigem. Persönlich verankert, zugleich politisch und gesellschaftlich, mit Mut zur Unausgewogenheit, zu irritierender Gleichzeitigkeit von Innen- und Aussenwelt, Alltag und Ausnahmezustand.

Dauer
101 Minuten
Sprache
OV Schweizerdeutsch
Untertitel
Deutsch, Englisch
Video-Qualität
1080p
Verfügbarkeit
Schweiz, Liechtenstein
Stefan Haupt
Finsteres Glück (2016)
Stefan Haupt
Schweiz
114′
Spät nachts wird die Psychologin Eliane Hess ins Krankenhaus an das Bett des achtjährigen Yves gerufen. Der Knabe hat als einziger seiner Familie einen Autounfall überlebt. Eliane ist gleichzeitig erschüttert und gebannt vom Schicksal des Jungen. Ein unsichtbares Band webt sich um die beiden und verwischt die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem.
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Sagrada (2012)
Stefan Haupt
Schweiz
90′
Die Sagrada Família in Barcelona: ein einzigartiges, faszinierendes Bauprojekt mit einem genialen Architekten, Antoni Gaudí, einer riesigen Zahl von Mitwirkenden und einer Geschichte voller Abgründe und Höhenflüge. Die Biographie dieses Bauwerkes, seit 1882 im Bau und heute gut zur Hälfte fertig gestellt, bildet den Ausgangspunkt für einen Film über diesen geheimnisvollen Prozess des «Schöpfens», über die Frage nach unserer menschlichen Schaffenskraft – und wofür wir sie einsetzen wollen.
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Ein Lied für Argyris (2005)
Stefan Haupt
Schweiz
105′
Argyris Sfountouris überlebte 1944 vierjährig ein brutales Massaker der deutschen Besatzungsmacht, verlor seine Eltern und 30 Verwandte, kam als griechisches Waisenkind ins Kinderdorf Pestalozzi in die Schweiz und doktorierte an der ETH Zürich. Ein Leben lang, charmant und von melancholischer Heiterkeit, hat er sich mit diesem Wahnsinn auseinandergesetzt, der ihm als Kind widerfahren ist. Hat versucht, damit zu leben – und auch nach aussen etwas zu bewirken. Ein Film über die schier unlösbaren Schwierigkeiten einer echten Aussöhnung, die Suche nach Frieden – eine Reise mit offenem Ausgang. Stefan Haupt hat einen zutiefst bewegenden Film gestaltet, nicht nur für jene, die zu Griechenland eine Beziehung haben und dieses faszinierende Land lieben: Die eine Lebensgeschichte des Argyris steht für viele andere, und sie steht für Geschichten, die sich heute ereignen an den verschiedensten Orten dieses Planeten. Das grosse Verdienst von Haupt ist es, dass er es wagt und schafft, von einem einzelnen “Opfer der Geschichte” zu sprechen und über dieses Sprechen von den anderen Opfern mit erzählt. Normalerweise haben in der Geschichtsschreibung ja nur die Täter Namen und vielleicht noch besonders heldenhafte Opfer.
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Der Kreis (2014)
Stefan Haupt
Schweiz
102′
Der Kreis erzählt die wahre Geschichte der Zürcher Untergrund-Organisation, die in den Jahren von 1943 – 1967 für die Rechte von Schwulen kämpfte. Ihre Publikation 'Lesezirkel Der Kreis' galt als Sprachrohr der Schwulen und hatte zum Ziel, ihre Mitglieder aus der Isolation zu führen und für die Anerkennung in der Gesellschaft zu kämpfen. Diesem Zweck dienten auch die geselligen Anlässe: die regelmässigen Mittwochtreffs, die grossen Sommer- oder Neujahrsfestlichkeiten wie auch die berühmten Maskenbälle, die sogar internationale Ausstrahlung hatten. Der auf diesen wahren Begebenheiten basierende Film schildert den Kampf zweier ungleicher Männer um ihre Liebe vor dem Hintergrund dieser Epoche Schweizer Geschichte. Dabei wird der Film an der Story von Ernst Ostertag und Röbi Rapp, die inzwischen aus den Medien als erstes Paar bekannt sind, die ihre Partnerschaft eintragen liessen, aufgehängt. Trotzdem werden auch die Jahre der Repression thematisiert: Vom Tanzverbot über das Homoregister und Zwangs-Bluttests bis zu Grossrazzien in Parks und Bars.
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Utopia Blues (2001)
Stefan Haupt
Schweiz
94′
Total leben oder total sterben! Nichts dazwischen. Der 18-jährige Rafael Hasler will seine Utopien in die Tat umsetzen, kompromisslos das tun, was er für richtig hält. Sein grösster Wunsch: als freier Musiker die Welt zu erobern. Doch seine Sehnsüchte und Ideale wachsen ihm über den Kopf, treiben ihn aus der Bahn, über die «Sicherheitslinie» hinaus. «Das Leben ist ein Spiel», sagt er, doch unverhofft wird daraus bitterer Ernst. Wieviel Freiheit ist erlaubt? In seinem ersten Spielfilm «Utopia Blues» verarbeitet Stefan Haupt wahre Begebenheiten. Eine Mutter hatte dem Regisseur ihre Aufzeichnungen über das Leben und Sterben ihres Sohnes übergeben. Haupt hat sie bearbeitet und zu einer eigenen Geschichte entwickelt, in der er von Lucas, dem unbeugsamen, unangepassten Jüngling erzählt, der seine Freiheit und seinen Weg in absolutem jugendlichem Ungstüm sucht. Mit seiner Radikalität überfordert er allerdings sowohl das gesellschaftliche System als auch seine Mutter. Das ist ein ausgesprochen authentisch anmutender Film über das Erwachsenwerden und über soziale Zwänge, Normierung, Wut und Ohnmacht, packend in seiner Ausgestaltung, hervorragend gespielt und gerade in den heikeln Momenten mit grosser Sensibilität erzählt. «Utopia Blues» wurde mit guten Gründen als bester Schweizer Spielfilm ausgezeichnet, sein Hauptdarsteller Michael Finger gleichzeitig als bester Schauspieler gewürdigt.
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