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1.
Undine (2020)
Christian Petzold
Deutschland
89′
Das Wasser ist ihr Element. Undine wohnt in Berlin, ist Historikerin und Expertin für Stadtentwicklung. Ihr Leben verläuft in geordneten Bahnen, bis ihr Freund sie aus heiterem Himmel verlässt. Wenn Undines Liebe verraten wird, so heisst es in einer jahrhundertealten Sage, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist. Undine aber will das alles nicht, sie will nicht gehen. Sie begegnet dem Industrietaucher Christoph, der in der geheimnisvollen Unterwasser-Welt eines Sees arbeitet. Die beiden verlieben sich ineinander – doch Christoph ahnt, dass Undine ein Geheimnis hat. Die Undine-Sage hat Künstlerinnen und Künstler seit jeher inspiriert, so etwa Friedrich de la Motte Fouqué, Peter Tschaikowski und Ingeborg Bachmann. Mit traumwandlerischer Sicherheit holt Petzold den Stoff jetzt ins Reich des Kinos: «Undine» ist die faszinierende, in der Gegenwart spielende Neuinterpretation des Mythos der geheimnisvollen Wasserfrau. Wie bereits in Petzolds letztem Film «Transit» glänzen auch hier Paula Beer und Franz Rogowski in den Hauptrollen. Ein verzauberndes modernes Märchen in einer entzauberten modernen Welt, traumhaftes Kino mit magischen Bildern, wie man es nicht alle Tage zu sehen bekommt. Petzold gehört zu den Filmschaffenden, die mit der Erzählkunst der bewegten und bewegenden Bilder zu arbeiten verstehen. Verdientermassen hat Paula Beer an der Berlinale den Silberen Bären gewonnen.
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2.
En liberté! (2018)
Pierre Salvadori
Frankreich
108′
Yvonne arbeitet als Polizistin in einer südfranzösischen Stadt am Meer. Ihr noch nicht lange verstorbener Ehemann Santi war Polizeichef. Er gilt nach wie vor als Held, wird gefeiert und verehrt. Alles Lüge – per Zufall findet Yvonne heraus, dass Santi in Wirklichkeit durch und durch korrupt war. Wegen ihm ist der unschuldige Antoine für acht Jahre hinter Gittern gelandet! Als Antoine entlassen wird, heftet sich Yvonne an seine Fersen. Sie will unbedingt dazu beitragen, seinen guten Ruf wiederherzustellen. Doch Antoines Anpassungsschwierigkeiten an sein neues Leben in Freiheit sorgen für jede Menge Turbulenzen… Pierre Salvadori bringt mit «En liberté!» ein wahres Feuerwerk von witzigen Pointen auf die Leinwand. Die rasante Story nimmt durch Missverständnisse, Irrungen und Wirrungen immer wieder überraschende Wendungen. Die französische Komödie überzeugt auch durch treffende Dialoge und herausragende Schauspielerinnen und Schauspieler wie Adèle Haenel («120 BPM», «Portrait de la jeune fille en feu»), Pio Marmaï («Santa & Cie») und Audrey Tautou («Amélie de Montmartre»). Da bleibt garantiert kein Auge trocken!
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3.
Sibyl (2019)
Justine Triet
Frankreich
101′
Die Psychotherapeutin Sibyl beschliesst, sich wieder ihrer eigentlichen Leidenschaft zu widmen: dem Schreiben. Inspiration findet sie bei ihrer neuen Patientin Margot, einer jungen Schauspielerin am Rande des Nervenzusammenbruchs. Sibyl taucht immer tiefer in Margots turbulentes Leben ein, bricht alle professionellen Regeln und wird dabei mehr und mehr mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Als Sibyl an ein Filmset direkt am Vulkan Stromboli reist, um Margot psychologisch zu unterstützen, gerät ihr mühsam geordnetes Leben völlig aus den Fugen. In «Sibyl» verbindet die französische Regisseurin Justine Triet eindrucksvoll Drama und schwarzhumorige Komödie. Die Star-Schauspielerin Virginie Efira, mit der Triet bereits in ihrem letzten Film «Victoria» zusammenarbeitete, brilliert erneut in der Hauptrolle. Zum hochkarätigen Cast gehört neben Adèle Exarchopoulos auch Sandra Hüller («Toni Erdmann»). Premiere feierte der Film im Wettbewerb des internationalen Filmfestivals von Cannes.
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4.
Corpus Christi (2019)
Jan Komasa
Polen
115′
Der 20-jährige Daniel findet in der Jugendstrafanstalt zum Glauben und zur spirituellen Berufung. Das Verbrechen, das er begangen hatte, verunmöglicht ihm jedoch den Zugang zum Priesterseminar. Als er auf Bewährung frühzeitig aus der Haft entlassen wird, um in einer Schreinerei in der Nachbarstadt zu arbeiten, übernimmt er anstatt dessen als Priester verkleidet deren Pfarrgemeinde. Die Ankunft des jungen und charismatischen Seelsorgers stellt die Gewohnheiten der konservativen Gemeinde auf den Kopf.
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5.
Insumisas (2018)
Fernando Pérez, Laura Cazador
Schweiz
95′
1819. Enrique Faber, ein junger Schweizer Arzt, kommt nach Kuba, um seine Tante zu finden, die er aus den Augen verloren hat. Während er die Untersuchung durchführt, eröffnet er eine ärztliche Beratung und behandelt Schwarze und Sklaven. Sein Erfolg als Arzt, seine Heirat mit einem schönen und jungen Paria aus der Umgebung wecken die grösste Eifersucht. Eines Nachts überfallen ihn drei Männer und entdecken, dass Enrique eine Frau ist. Enriqueta wird ins Gefängnis geworfen. Basierend auf einer wahren Geschichte.
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6.
El viaje (1992)
Fernando Solanas
Argentinien
133′
Fernando Solanas (1936-2020) schickt den 17-jährigen Martin Nunca, der mit seiner Mutter und dem Stiefvater in Ushuaia, dem südlichsten Zipfel Argentiniens lebt, auf eine lange Reise der Entdeckungen durch den lateinamerikanischen Kontinent. Mit dem Fahrrad bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Unterwegs sammelt er Erfahrungen, lernt die Facetten verschiedener Orte und Länder kennen. Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires steht unter Wasser, doch der Staatschef Doktor Rana (Frosch) lässt sich nicht beirren. Er hat unverzüglich auf die anhaltende Katastrophe reagiert und sich angepasst, indem er mit Schwimmflossen aus dem Regierungspalast tritt, um dem Volk sein mediengerechtes Lächeln vorzuführen. Martin entdeckt die reichen Mythen des Kontinents, die Geschichte der Azteken und der Indios in den Anden genauso wie die katastrophalen sozialen und ökologischen Zustände der Gegenwart. Seine Suche nach dem Vater wird ein aufregendes Durchforsten des Kontinents, wobei Solanas mit wunderbaren Ironien die Widersprüchlichkeiten zwischen Alltagsrealität und Politik aufzeigt.
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9.
To the Ends of the Earth (2019)
Kiyoshi Kurosawa
Usbekistan
120′
Eine japanische Starmoderatorin weilt in Usbekistan, um für eine Reisesendung die ursprünglichen und exotischen Seiten des Landes zu entdecken. Aber nichts läuft wirklich wie geplant. Kiyoshi Kurosawa gehört längst zu den wichtigsten Filmschaffenden Asiens. Für einmal verlässt er hier seine mitunter harte Vision der modernen Welt, um uns eine friedlichere und optimistischere Reise anzubieten.
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11.
Hana (2006)
Hirokazu KORE-EDA
Japan
128′
Es war einmal eine sanft-humorvolle Geschichte aus dem Jahre 1702. Der junge Samurai Aoki Soza hat seinen provinziellen Heimatort verlassen und lebt nun in Japans Hauptstadt Edo, dem heutigen Tokyo, um den Mann zu suchen, der seinen Vater getötet hat. Er wohnt in einem heruntergekom-menen Mietshaus in einem armen Quartier. Seine Nachbarn sind nette Leute, die nicht einmal davon zu träumen wagen, ihrer Situation zu entkommen. Soza freundet sich mit verschiedensten BewohnerInnen an, unter ihnen ein Säufer, ein Möchtegern-Beamter, ein Lumpenhändler, ein Lebemädchen und ein Schreiber. Und er verliebt sich in die schönen Witwe Osae. Seine Aufgabe, den Vater zu rächen, hat er nicht vergessen, aber Osae und ihr Sohn vermitteln ihm ein Gefühl der Wärme und lassen ihn an der Pflicht zum Racheakt zweifeln. Soza mag sich nicht entscheiden, lebt sein Alltagsleben und bringt den Nachbarkindern Mathematik, Lesen und Schreiben bei. ******* Schmunzeln über eine Epoche Wer kann Kinder so intensiv auf die Leinwand bringen wie der Japaner Hirokazu Kore-eda? Wer sonst versteht es, sie so selbstbewusst spielen zu lassen und doch so kindlich unbeschwert? Wer sonst erzählt über den Blick eines Kindes so viel über das Leben der Erwachsenen? Noch haben wir das Meisterwerk Nobody Knows in wacher Erinnerung, in dem vier Kinder in einer Kleinwohnung in Tokyo sich selber überlassen bleiben. Auch im Spielfilm Hana spielen Kinder eine wichtige Rolle, allen voran Shinnosuke, der Sohn jener Witwe, in die sich der junge Samurai Aoki verliebt. Und wenn ich schreibe, dass Kinder eine wichtige Rolle spielen, dann muss auch gleich angefügt werden: Wer meint, ein Samuraifilm sei zwangsläufig ein Kampffilm, irrt. Hirokazu Kore-eda macht sich im Gegenteil lustig über die Epoche, in der der ehrenvolle Tod mehr bedeutet hat als das Leben. Er setzt seine Geschichte in einem Kirschblütenfrühling zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Szene, mitten in einer verhältnismässig friedfertigen Zeit. Das gibt ihm Gelegenheit, hinter die Kulissen der japanischen Gesellschaft im alten Edo zu blicken und schmunzeln und mit einem wunderbaren Sinn für sanfte Komik das Treiben zu beobachten. Gekämpft wird nicht und wenn, dann mal mit Schlagstöcken zum Spiel. Es gibt wenige Filme, in denen wir so viel über die japanische Gesellschaft jener Epoche erfahren können in einer mehrfachen Liebesgeschichte: Das ist diese Liebe zwischen den Samurai, der eigentlich losziehen musste, den Tod seines Vaters zu rächen, und der trauhaft schönen Witwe Osae, da ist die Liebe zwischen ihm und ihrem Sohn, eine Vater-Sohn-Beziehung, von der manches Kind träumen kann, und da ist ganz einfach auch so etwas wie die Liebe zum Leben. Sie kommt in zahlreichen Kleinigkeiten aus dem mittelalterlich anmutenden Alltag Japans zum Ausdruck, sie schwingt in einzelnen Bezihungen mit und in der Leichtigkeit, mit der manch eine ernstahft wirkende Szene sich wieder auflöst. Und eben: In den Kindern. Es gibt eine leise mitschwingende Entwicklung in Hana, die Erwachsenen zu Kindern werden lässt in dem Sinn, als sie sich nicht oder nicht mehr davor scheuen, ganz direkte Gefühle zu haben und zu zeigen, eine Unbekümmertheit auch, die im Kirschblütenfrühling so intensiv sichtbar wird. Und nicht nur dort besticht noch etwa anderes: Die Fotografie dieses Filmes: Sie erinnert mitunter an die grössten Meister der Malerei. Für Hirokazu Kore-eda, der sich bisher immer ganz heutigen Geschichten gewidmet hat, war dies der erste Abstecher in eine andere Epoche: Der Aus-flug hat sich gelohnt, sein Film ist seriös und humorvoll in einem. Walter Ruggle
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12.
Los fantasmas (2020)
Sebastián Lojo
Guatemala
75′
Hinweis: Diesen Film zeigen wir im Rahmen der diesjährigen Online-Edition des Westschweizer Filmfestivals FILMAR en América Latina (20. - 29. November) auf unserer Plattform. Die Festivalfilme sind ausschliesslich in Originalversion mit französischen Untertiteln verfügbar.
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