Beliebteste

1.
Pepe Mujica - Der Präsident (2014)
Heidi Specogna
Deutschland
94′
Ein ehemaliger Widerstandskämpfer, der zum Präsidenten von Uruguay gewählt wird und fast 90 Prozent seines Gehalts für soziale Projekte spendet: Pepe Mujica, eine der charismatischsten Persönlichkeiten Lateinamerikas, ist als «der ärmste Präsident der Welt» bekannt geworden. Stets ist er, der aus politischen Gründen viele Jahre im Gefängnis sass, seinen Idealen treu geblieben. Sein bescheidener Lebensstil – statt im Regierungspalast wohnt er in einer kleinen Finca – und sein unkonventionelles Auftreten untermauern seine Glaubwürdigkeit bei Jung und Alt. Pepe Mujica vertritt seine Anliegen mit Humor, Verstand und Leidenschaft, sein politisches Engagement für eine gerechtere Gesellschaft stösst international auf Aufmerksamkeit und Zuspruch. Die Filmemacherin Heidi Specogna und ihr Kameramann Rainer Hoffmann haben Pepe Mujica und seine Frau Lucía Topolansky oft besucht und mit der Kamera begleitet. So ist das Porträt eines aussergewöhnlichen Menschen entstanden, der sich auch mit fast 80 Jahren seinen Lebensmut, seinen Witz, seine Menschlichkeit und die handfeste Hoffnung auf Veränderung bewahrt hat. «Pepe Mujica – el presidente» ist ein optimistischer und bewegender Film, der Mut macht.
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2.
Le vent tourne (2018)
Bettina Oberli
Schweiz
87′
Pauline lebt, wie sie leben möchte: Sie wohnt mit Alex auf einem Hof im Jura, die beiden versorgen sich selbst. Ihre Liebe, ihre Ideale und ihre Arbeit schweissen sie zusammen. Da kommt der Ingenieur Samuel zu ihnen, um eine Windturbine zu installieren. Pauline, die eigentlich glücklich ist mit Alex, fühlt sich zu Samuel und seiner pragmatisch-unbekümmerten Art hingezogen. Ihre so unerwarteten wie tiefen Gefühle wirbeln ihr Liebesleben und ihren Blick auf die Welt durcheinander… Bettina Oberli hat sich mit Filmen wie «Im Nordwind» einen Namen gemacht und mit «Die Herbstzeitlosen» einen der erfolgreichsten Schweizer Filme überhaupt realisiert. So unterschiedlich ihre Werke sind, eines haben sie gemeinsam: Die Regisseurin versteht es immer wieder bravourös, das menschliche Wesen zu erkunden. «Le vent tourne» ist in einer so lieblichen wie rauen Jura-Landschaft angesiedelt und erzählt eine universelle Geschichte über eine selbstbestimmte Frau, Sehnsucht, Verantwortung und die Fragilität von Lebensentwürfen. Ein eindringlicher, herausragend gespielter Film mit starken Bildern, der unter die Haut geht.
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3.
Paterson (2016)
Jim Jarmusch
USA
118′
Paterson ist Busfahrer in einer Stadt in New Jersey, die genauso heisst wie er. Seine exzentrische Frau Laura liebt es schwarzweiss, sie malt, erfindet Muffin-Rezepte und will Gitarre spielen lernen. Der gelassene und selbstlose Paterson ermuntert sie bei allem. Mit seinem eigenen Talent geht er aber nachlässig um: In den Arbeitspausen schreibt Paterson – quasi für die Schublade – feinfühlige Gedichte ins Notizbuch. Laura drängt ihn, seine poetischen Kleinode wenigstens zu kopieren, doch es kommt alles anders, die Alltags- und Beziehungsroutine der beiden gerät in Bewegung. Mit beteiligt daran wiederum ist der Mitbewohner der beiden, die kleine Bulldogge Marvin. Kult-Regisseur Jim Jarmusch («Down By Law», «Stranger Than Paradies», «Broken Flowers») erweist sich in «Paterson» einmal mehr stilsicher, der dem Leben die Schönheiten der Lakonik abgewinnt und die Poesie des Alltags zu einem eigenen Gedicht gestalten kann. Sein famoses Ensemble um Shootingstar Adam Driver («Star Wars», «Girls») und die bezaubernde Golshifteh Farahani beleben die unaufgeregt erzählte Geschichte, in der Jarmusch von der Sehnsucht nach Glück und der Erfüllung im alltäglich Vertrauten erzählt. «Paterson» ist von ironischer Melancholie beflügelt und von Optimismus beseelt: herznah, universell berührend – ein Gedicht von einem Film, in dem einer ganz unauffällig dichtet.
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4.
Mille mois (2003)
Faouzi Bensaidi
Marokko
120′
Anfangs der 80er Jahre in Marokko. Der siebenjährige Mehdi, dessen Vater bei einem Streik inhaftiert wurde, erlebt während des Ramadan die politische Willkür und den aufkeimenden religiösen Fundamentalismus in seinem Dorf. "Mille Mois" ist das erste marokkanische Filmprojekt, das nach der Thronfolge des jungen Königs Mohammed VI. die Geschichte des Landes thematisiert und in traumhaft schönen Bildern und sanften Bewegungen inszeniert. Faouzi Besaidi, den Regisseur von "Mille mois", konnte man in dem wunderbaren marokkanischen Spielfilm "Le cheval de vent" von Aoulad Syad Daoud geniessen, wo er auf einem Motorrad mit Seitenwagen und dem alten Zufallsgefährten Tahar unterwegs ist durch die marokkanischen Landschaften. Mit "Mille mois" nun gestaltete der Schauspieler als Regisseur einen ersten eigenen Spielfilm, in dem er die Geschichte eines Jungen erzählt, der vaterlos aufwachsen muss in einer von Männern geprägten Gesellschaft. Die Erwachsenen erzählen dem Jungen, dass sein Vater nach Frankreich gefahren sei, um dort zu arbeiten und Geld für die Familie zu verdienen. In Tat und Wahrheit wurde er an einer Manifestation verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Es ist faszinierend, wie Faouzi Bensaïdi diese Geschichte in starke Bilder umgesetzt hat, die auch sehr viel von der Innenwelt des Jungen erzählen, währenddem sie uns eine prächtige nordafrikanische Landschaft vor Augen führen. Er ist ein visueller Künstler, der seine Handlung in Tableaus entfaltet, die von maghrebinischer Schönheit sind. "Mille mois" ist auch ein wohltuend leiser Film, der uns den Alltag des Knaben vor Augen führt, seine selbständige Suche nach Werten und Halt, den kleinen Stolz, den er als Hüter von Lehrers Stuhl hat. Es ist die Geschichte eines Jungen, der in bleierner Zeit aufwächst und mit dieser Erfahrung in sein erwachsenes Leben wird einsteigen müssen.
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5.
Wonderful Town (2008)
Aditya Assarat
Thailand
93′
Takua Pa ist eine kleine Stadt im Süden Thailands. Der Tsunami hat ihr Aussehen grundlegend verändert. Seine Folgen prägen das Leben. Der junge Architekt Ton reist an, um am Wiederaufbau mitzuwirken. Er nimmt ein Zimmer im kleinen Hotel vor Ort und lernt Na und ihr sanftes Lächeln kennen. Der junge thailändische Filmemacher Aditya Assarat erzählt die ganz zurückhaltende, zärtliche Liebesgeschichte, die sich da anbahnt – und die nicht allen passt. Ein starker Erstling aus Südostasien und ein Stück Erinnerungsarbeit aus dem Ferienparadies. ******* Er war ein Schock, mitten in der Weihnachtszeit. Er hat Hundertausende von Leben gefordert und eine unvorstellbare Zerstörung herbeigeführt: Der Tsunami im Dezember 2004. Der Westen hat die Katastrophe auch deshalb besonders intensiv wahrgenommen, weil viele EuropäerInnen an den Stränden Thailands Ferien machen. Allein in Takua Pa haben 8’000 Menschen ihr Leben verloren. Der junge thailändische Filmemacher Aditya Assarat wollte wissen, was der Tsunami bei den Überlebenden bewirkt hat. Er ist hingereist und hat ein Drehbuch geschrieben, das von einem Mann aus Bangkok erzählt, der an diesen Ort kommt, um als Architekt am Wiederaufbau zu helfen. Das ist zunächst einmal ganz einfach sein Job. Seine Erlebnisse aber lassen ihn erfahren, wie sehr viel tiefer die Wunden reichen und dass die Menschen so etwas wie ein Grundvertrauen verloren haben. Im kleinen Hotel lernt er eine Frau kennen, deren Sanftheit ihn fasziniert und berührt. Assarat zeichnet ihre kleine Liebesgeschichte in wunderbar feinen Strichen. Er lässt ihr die Fragilität, die sie hat und die sie auch schwierig macht. Es ist diese Liebe an einem Ort, an dem ein grosses Unheil das Leben veränderte – auch wenn es äusserlich weitergeht, die die Erzählung prägt. Und es ist just die Nebensächlichkeit, in der sie erzählt wird, die den Film zu einer Verarbeitung des Gewesenen macht, ohne dem Ort und den Menschen die Würde zu nehmen. Zu einfach hätte dies geschehen können. Aber Aditya Assarat macht den Fehler nicht, sich an den grossen Sensationen zu orientieren. Es sind die kleinen Sensationen, die ihn interessieren, die kleinen Gefühle, die das Leben hinter den Kulissen dieses Ferienparadieses prägen und schwierig machen. Denn die Angst, sie sitzt tief. Und der Frieden täuscht. Walter Ruggle
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6.
Styx (2018)
Wolfgang Fischer
Mauretanien
95′
Rike ist eine erfolgreiche Ärztin. In ihrem dringend benötigten Urlaub will sie allein auf einer Segelyacht von Gibraltar nach Ascension im Atlantik reisen. Ihr Wunsch nach unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen, doch nach einem Sturm schlägt das Abenteuer in eine nicht gekannte Herausforderung um: In der Nähe ihres Schiffes entdeckt sie ein beschädigtes, hoffnungslos überladenes Flüchtlingsboot. Mit Rike sind wir schlagartig mitten drin. Unser Alltag birgt Gefahren. Die 40-jährige Notfallärztin Rike wird mitten in der Nacht zu einem Autounfall gerufen und gibt alles, um den verletzten Fahrer zu retten. Wenig später belädt sie unter dem Affenfelsen von Gibralter eine gemietete Yacht, mit der sie auf Darwins Spuren nach Ascension segeln will, mit sich allein sein, auf sich gestellt und gefordert, den Frieden und die Ruhe geniessend auch. Sie sind eindrücklich, die Passagen mit dem Boot, die Kommunikation mit anderen Schiffen und dem Festland, das Meistern eines nächtlichen Sturms. Packend inszeniert von Wolfgang Fischer und glaubwürdig verkörpert von Suzanne Wolff, atemberaubend fotografiert von Benedict Neuenfels. «Styx» ist zunächst ganz einfach ein toller Segelfilm über eine Frau, die weiss, was sie will und zupackt. Rike geniesst die Bewunderung des Personals auf einem Frachtschiff, das sich auf derselben Route bewegt, von den Funkpunkten am Festland wird sie begrüsst und begleitet. Bis zu dem Moment, in dem schlagartig eine ganz andere Realität in die des auf der Yacht eindrücklich präsenten nordwestlichen Wohlstands hereinbricht und die Idylle stört. In Rikes Sichtweite steht eine Schiff voller Flüchtlinge still. Hilfe ist angesagt, doch was kann die einzelne Frau auf der viel zu kleinen Yacht allein auf hoher See anstellen? Wir erleben die innere Zerrissenheit einer Ärztin, die helfen will, aber nichts tun kann, wir erfahren die Distanzierung der Anderen, die auf ihre Notrufe abweisend reagieren. Und wir haben schlagartig die schöne heile Welt mit dem Drama der Migration auf engem Raum zusammengebracht. Selten hat man dies im Kino fast wortlos und so verdichtet gesehen. Walter Ruggle
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7.
Aurore (2017)
Blandine Lenoir
Frankreich
90′
Agnès Jaoui glänzt mit Witz und Wärme als Frau im besten Alter, die sich nicht unterkriegen lässt. Ohne Mann und ohne Arbeit, aber mit höllischen prämenopausalen Hitzewallungen und demnächst auch bereits mit Enkelkind: in einer von Produktivitätswahn geprägten Gesellschaft fühlt sich Aurore mehr und mehr aufs Abstellgleis gedrängt. Doch sie verliert den Humor nicht, erlangt ihr Selbstbewusstsein und ihre Unternehmungslust zurück, erfindet sich neu, weil sie an sich glaubt. Wird sie auch das Herz ihrer unverhofft wiedergetroffenen Jugendliebe erobern? Blandine Lenoir, die als Schauspielerin arbeitet und auch eine Reihe Kurzfilme realisiert hat, sagt sehr treffend über ihre Figur: «Sie nimmt ihr Leben in die Hand, ist eine starke Persönlichkeit, die im Kampf gegen die Diskriminierung die Solidarität anderer Frauen entdeckt und erkennt, dass noch alles möglich ist. Ich wollte diese Geschichte wie immer mit Humor erzählen, über Dinge lachen, die eigentlich gar nicht lustig sind.» Das Ziel hat sie erreicht, «Aurore» ist ein Film voll von köstlichen Szenen über eine Frau, die sich selber nicht aufgeben will und gewinnt. Ein Mutmacher. Die Regisseurin sagt denn auch: «Ich glaube sehr an die weibliche Solidarität. eine Solidarität die mich täglich und durch alle Altersstufen hindurch begleitet. Da war es natürlich essenziell, dass dies im Film zur Geltung kommt.» Gedreht hat sie ihren Film in La Rochelle, also in der Provinz, weil es ihr wichtig war, dass man viel Himmel sieht und dass die Heldin trotz allem eine relativ angenehme Lebensqualität hat.
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8.
Birds of Passage - Pájaros de verano (2018)
Ciro Guerra, Cristina Gallego
Kolumbien
125′
In den 1970er-Jahren verschlägt es eine Wayúu-Familie in Kolumbien in den florierenden Drogenhandel, den die Bedürfnisse nordamerikanischer Jugendlicher in Fahrt bringen. In der Wüste von Guajira übernimmt eine indigene Familie eine führende Rolle im Handel mit Marihuana und kommt auf den Geschmack von Reichtum und Macht. Das ist atemberaubend erzählt, packend inszeniert, exzellent gespielt und grandios gefilmt. Ein Familienclan Schon der ethnografisch anmutende Einstieg in die Filmhandlung ist eine Wucht und zeugt von der präzisen Beobachtungsgabe der Filmschaffenden und von dem, was ihnen elementar wichtig ist: Die Menschen vor Ort. Ciro Guerra und Cristina Gallego, die bereits den berauschenden Spielfilm El abrazo de la serpiente in den Amazonas-Urwald hineingezaubert haben, wollen die Geschichte des beginnenden Drogenhandels aus der Perspektive der betroffenen Bevölkerung erzählen, wollen ihre Gesichter zeigen, ihre Traditionen, ihre Form des Erzählens auch. Die Wayúu leben auf der Karibik-Halbinsel Guajira in Kolumbien und im benachbarten Venezuela. Sie sind die grösste indigene Bevölkerungsgruppe der Region und ihre Sprache Wayuunaiki wird von gut 300’000 Menschen gesprochen. Die Schilderung der Geschichte eines Familienclans, die Cristina Gallego und Ciro Guerra auf der Basis von realen Begebenheiten zu einem lateinamerikanischen Spiel mir das Lied vom Tod choreografiert haben, ist der oralen Erzähltradition der Wayúu verpflichtet und mit Bewusstsein für Genres wie für Ethnografisches fesselnd inszeniert. Einfache Bauern mutieren da ohne Vorbereitung zu Geschäftsleuten in einem von aussen aufgesetzten System, dessen Spielregeln ihre eigenen durcheinanderbringen. Birds of Passage schenkt den Wayúu Gehör, bietet eine andere Perspektive auf eine vermeintlich bekannte Geschichte. Und er geht ans Grundsätzliche, denn ob wegen Marihuana für Nordwestler in Kolumbien getötet wird oder für das Cobalt der globalen Handyproduktion im Kongo: Von den Opfern vor Ort spricht kaum jemand. «Wir haben die Seele verloren - niemand beschützt uns mehr», erkennt die Mutter am Ende des Films, der dem Mechanismus des Kapitalismus in die Fratze blickt. Walter Ruggle
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9.
I Pugni in Tasca (1965)
Marco Bellocchio
Italien
109′
Marco Bellocchios «I Pugni in Tasca» gilt zurecht als eines der stärksten Erstlingswerke der Filmgeschichte. Erzählt wird von einer verwitweten und erblindeten Mutter, die mit ihren vier erwachsenen Kindern in einer Villa in Italien lebt. Drei der Geschwister sind physisch und psychisch versehrt. Der älteste und gesunde Sohn Augusto nimmt eine väterliche Ersatzrolle ein und hat damit eine Sonderstellung. Das schürt zunehmend den Neid eines seiner Brüder, dessen Rebellion immer zerstörerische Formen annimmt... «I Pugni in Tasca» steht am Beginn einer wegweisenden Ära des italienischen Kinos, in der Filmschaffende revolutionär die Abgründigkeit des vermeintlich normalen Alltäglichen enthüllten und symbolstark die verkalkten politischen und gesellschaftlichen Strukturen der frühen 1960er-Jahre kritisierten. Marco Bellocchios 1965 entstandenes, formal bestechendes und inhaltlich komplexes Familiendrama hat auch heute noch eine faszinierende Sogwirkung. Bellocchios Meisterwerk, zu dessen packender Atmosphäre auch die herausragende Musik von Ennio Morricone beiträgt, kommt in einer restaurierten Fassung in die Kinos.
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10.
Padre Padrone (1977)
Paolo & Vittorio Taviani
Italien
113′
Er gehört zu den Schlüsselfilmen des italienischen Kinos und des europäischen Kinos, er packte in den 1970er Jahren, in denen er in Cannes die Goldene Palme gewonnen hat, das Publikum und regte zu Diskussionen an: Padre padrone, jener Film, der den Gebrüdern Paolo und Vittorio Taviani zum internationalen Durchbruch verhalf und sie zum Vorzeigepaar Italiens machte (zu einer Zeit, in der Berlusconi noch nicht alles ruiniert hatte, was man Filmbranche nennen konnte und Filmkunst). Ein Bildungsstück im engsten Sinn des Wortes, ansetzend in der Schule eines sardischen Dorfes, aus der ein Bauer und Vater (Omero Antonutti) auftritt und von der real existierenden Figur des früheren Hirtenjungen Gavino Ledda mit einem Stecken ausgestattet wird, bevor seine Geschichte erzählt wird. Der Hirtenjunge Gavino wächst in einer archiaschen, von jahrhunderte alt wirkender Unterdrückung und Demütigung geprägten Welt auf. Mit sechs Jahren wird er von seinem Vater aus der Schule geholt, um die Schafe zu hüten und zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Schliesslich hat man ihn auf die Welt gestellt, damit er arbeiten kann und nicht zum Lernen. Gavino lernt vom Vater die Natur kennen, lernt Sehen und Lauschen, aber was ihm vorenthalten wird ist die Kultur, ist das Wissen. Auf dieses stösst er erst im Alter von 18 Jahren in der Armee, wo er endlich lesen und schreiben lernt und seine Freude am Wissen entwickelt. Freundschaftlich zur Seite steht ihm dabei ein junger Mann, mit dem er im Panzer Vokabeln durchgeht und Vergil rezitiert: Nanni Moretti, der eben erst seinen Film Io sono un autarchico gedreht hat und hier noch als Schauspieler wirkt. In Padre padrone beschreiben Paolo und Vittorio Taviani, frei der Biografie des realen Gavino Ledda folgend, einen Emanzipationsprozess, die Geschichte einer exemplarischen Möglichkeit, gegen alle Chancen zu gewinnen. Gleichzeitig ist er ein Dokument des Elends und der Hoffnungslosigkeit in den sardischen Bergen, aus dem der gebildete Hirtensohn ausbricht, um rückkehrend an der Verbesserung der Situation zu arbeiten.
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11.
Ein launischer Sommer (1968)
Jiri Menzel
Tschechische Republik
74′
Sommer auf dem Lande: Die Leidenschaft ist für den Badehausbesitzer Antonín und dessen Freunde, dem kirchlichen Kanoniker Roch und dem Major Hugo, zu einer Sache der Betrachtung geworden, was von Antoníns üppiger und lüsterner Frau Katerina bedauert wird. Als Repräsentanten des Bürgertums geben sich die Drei der Reflexion, der sie umgebenden Schönheit und der Nostalgie ihrer provinziellen Welt hin, bis sie eines Tages die Zirkus-Karawane des Seiltänzers Arnoštek und dessen schöne blonde Assistentin Anna erreicht. Fortan ringen die Männer um die Verführung Annas mit ihren geheimsten Wünschen. "Mysterien und Zerstreuung" verspricht Arnoštek, ein Alter Ego Menzels, den er in seiner Verfilmung der Novelle von Vladislav Vančura selbst spielt. An Arnoštek, dem Künstler mit dem tiefroten Umhang, konturiert sich in einer bitteren Farce der revanchistische Geist der Kleinbürger: Weil der Seiltänzer einmal doch fallen müsse, rüttelt ein erboster Zuschauer an dem Seil, bis dieser fällt. Um Spenden für den verletzten Artisten gebeten, antworten die Anwesenden, er wäre keineswegs arm dran und verdiene vielmehr Prügel.
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12.
Yeelen (1987)
Souleymane Cissé
Mali
106′
Ein Schlüsselfilm Afrikas in restaurierter Fassung! Der junge Nianankoro steht an der Schwelle zum Erwachsensein und soll deshalb mit dem Wissen und den Fähigkeiten vertraut gemacht werden, die es ihm ermöglichen, die ihn umgebenden Kräfte zu beherrschen. Sein Vater ist ein mächtiger Magier, der mit allen Mitteln verhindern will, dass ihm sein Sohn ebenbürtig wird. Er wäre sogar bereit, ihn zu töten. Nianankoros Mutter verhindert dies und schickt ihren Sohn auf eine Reise, auf der er jenes Wissen erwerben soll, das es ihm erlauben wird, seinem Vater selbständig gegenüberzutreten. Yeelen ist ein visionärer Film über den Weg des Erwachsenwerdens, ein Film von einer inneren Schönheit, die sich nicht einfach mit Worten beschreiben lässt, voller Tiefe, Innigkeit und sanftem Humor. Yeelen ist auch einer der wichtigsten und nachhaltigsten Filme des afrikanischen Kinos. Er hatte schon bei seiner ersten Präsentation in den 80er Jahren in Cannes Aufsehen erregt und dem schwarzafrikanischen Filmschaffen zu besserer Wahrnehmung im Norden verholfen. Yeelen begeistert noch heute beim Entdecken wie beim Wiedersehen, noch immer bestechen die Bilder Cissés, taucht man ein in die archaisch anmutende Geschichte, in der es nicht zuletzt um die Wahrnehmung geht und um das Sehen. Walter Ruggle
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